Energieverbrauch – Welche Werte sind normal?
Hier wird ein Überblick darüber geben, wie hoch der Energieverbrauch durch Strom und Heizung eines durch-schnittlichen Einfamilienhauses in Deutschland ist. Dabei gehen wir von einem klassischen, alleinstehenden Einfamilienhaus aus. Und zeigen den durchschnittlichen Strom-, Erdgas- und Heizöl-verbrauch auf. Sowie den gegenwärtigen Preis der jeweiligen Ressource als Überblick.
“Ihren eigenen Energieverbrauch einmal mit einem Durchschnittshaushalt vergleichen.”
Stromverbrauch
Durchschnittlicher Jahresverbrauch an Strom (Elektrizität )
Angegeben wird hier der durchschnittliche, jährliche Stromverbrauch in kWh. Je nach Anzahl der Personen die im Haushalt leben gelten unterschiedliche Werte als Richtlinien ob “zu viel” Strom verbraucht wird oder nicht. Wie viel Strom verbrauchen Sie? Ein Vergleich mit Ihrem jährlichen Energieverbrauch zeigt Ihnen wie Sie in diesem Bereich aufgestellt sind.
(Werte schließen hier die eventuelle Nutzung von Warmwasserbereitung, Heizungspumpe und Elektroherd mit ein.)
| Haushaltsgröße | gut, wenn: | zu hoch bei: |
|---|---|---|
| 1 Person im Haushalt | 1.500 – 1.900 kWh/a | über 2.300 kWh/a |
| 2 Person im Haushalt | 2.600 – 3.300 kWh/a | über 4.000 kWh/a |
| 3 Person im Haushalt | 3.700 – 4.500 kWh/a | über 5.300 kWh/a |
| 4 Person im Haushalt | 4.600 – 5.500 kWh/a | über 6.400 kWh/a |
| 5 Person im Haushalt | 5.500 – 6.500 kWh/a | über 7.300 kWh/a |
Die Kilowattstunde (kWh):
Mit einer kWh Strom können Sie beispielsweise 5 Stunden am PC arbeiten, 9 Liter Tee aufbrühen oder 50 Stunden lang eine Energiesparlampe (20 W) brennen lassen.
Strompreisentwicklung
Strompreis 2012
Etwa 25,89 Cent pro kWh (Durchschnitt) Das bedeutet bei dem beispielhaften Verbrauch von 5.300 kWh/a entstehen diese Jahr bereits Stromkosten von 1.372,17 EUR.
Strompreis 2013
Etwa 28,84 Cent je kWh (Durchschnitt) Das bedeutet bei dem beispielhaften Verbrauch von 5.300 kWh/a entstehen diese Jahr bereits Stromkosten von 1.522,69 EUR.
Strompreis 2014
Etwa 29,13 Cent je kWh (Durchschnitt) Das bedeutet bei dem beispielhaften Verbrauch von 5.300 kWh/a entstehen diese Jahr bereits Stromkosten von 1.543,89 EUR.
Was können Sie bei hohem Stromverbrauch tun?
Ist Ihr Stromverbrauch zu hoch? Machen Sie hier den kostenlosen energiecheck und lassen Sie sich Ihre persönlichen Einsparungen berechnen. Energieverbrauch und Energiekosten verringern sich durch umweltschonende Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes.
Eine Photovoltaikanlage hilft Ihnen dabei Ihren Strom unabhängig selbst zu erzeugen. Etwa 70% des Strombedarfs kann mit einer durchschnittlichen PV-Anlage für ein Einfamilienhaus abgedeckt werden.
Letztlich lassen sich auch Kosten senken indem man den Stromanbieter wechselt. Eine Liste der besten Ökostromanbieter finden Sie hier.
Heizung – jährlicher Energieverbrauch
Ungefähr 70% des Energieverbrauches eines durchschnittlichen deutschen Einfamilienhauses bzw. Wohnung, entfallen auf die Heizenergie. Damit nimmt der Wärme-Energieverbrauch eine große Rolle ein, mit welcher der Stromverbrauch über Kühlschränke und Co. nicht mithalten kann. In kaum einem anderen Bereich lässt sich mehr Energie und damit Kosten einsparen, als durch den Energieverbrauch beim Heizen.
Erdgas – Durchschnittlicher Energieverbrauch pro Jahr
Etwa 16 m³ bzw. 160 kWh je m² Wohnfläche
Der aktuelle Durchschnittsverbrauch von Gas liegt in Deutschland bei 16 m³ (entspricht 160 kWh/a) pro m² Wohnfläche im Jahr. (Ohne Warmwasser durch Gas.)
Die Rechnung: Folgende Beispielrechnung zeigt den durchschnittlichen Verbrauch pro m² (laut Energieeinsparverordnung [EnEV]) der verschiedenen Gebäudearten. Ältere Hauser verbrauchen demnach im Durchschnitt mehr als neuere oder gar Passiv-Häuser. Der jeweilige Verbrauchswert (kWh/a) wird mit der Durchschnittsgröße eines Einfamilienhauses (200 m²) pro Jahr multipliziert.
Letztlich erhält man so den durchschnittlichen Energiebedarf an Erdgas pro Jahr für die jeweilige Gebäudeart. (Wer umrechnen möchte: 10 kWh entsprechen auch etwa 1 m³ Erdgas)
Durchschnittlicher Energieverbrauch eines Einfamilienhauses an Gas, nach EnEV
| Gebäudeart | Rechnung (kWh/m² * m²) | Energiebedarf |
|---|---|---|
| Baujahr bis 1977 | 200 * 200 | 40.000 kWh/a |
| Baujahr bis 2002 | 100 * 200 | 20.000 kWh/a |
| KfW-Effizienzhaus 70 | 60 * 200 | 12.000 kWh/a |
| Passiv-Haus | 15 * 200 | 3.000 kWh/a |
Mit diesen Zahlen kann man sich einmal ein Bild davon machen, wie viel Energie jährlich durch das Heizen mit Gas verbraucht wird. In Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt etwa 56,5% aller Heizungen mit Gas betrieben. Gas ist damit der mit Abstand häufigste Brennstoff für Heizungen. AUf Platz Zwei, mit einem Anteil von 28,2% liegt das Heizöl.
Ihren Gasverbrauch errechnen
Ihren eigenen Gasverbrauch pro m² ermitteln Sie, indem Sie Ihren Jahresverbrauch durch die Anzahl an m² ihres Hauses teilen:
Zum Beispiel: 28.869 kWh / 190 m² = 152 kWh Gasverbrauch pro m² im Jahr (bzw.15,2 m³).
Zu hoher Gasverbrauch?
Wenn er über 100 kWh/m² liegt, sollten Sie einmal über eine Sanierung Ihres Eigenheimes nachdenken. Das wäre gut für Ihre Geldbörse und auch die Umwelt würden es Ihnen sicherlich danken, wenn sie könnte.
Durchschnittlicher Preis für Gas 2014: 6,52 Cent pro kWh
Das bedeutet bei 20.000 kWh/a * 6,52 € = 1.304,- Euro Kosten für Heizenergie jährlich.
Was können Sie tun?
Mit einer neuen Heizung können Sie Ihren Energieverbrauch erheblich senken. Eine moderner Gas-Brennwertkessel benötigen etwa 20 – bis 25 % weniger Gas als ältere Heizungen.
Ein so genannter hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage verbessert die Effizienz der Heizung. Dies kann den durchschnittlichen Energieverbrauch deutlich senken und ist finanziell nicht so Aufwendig wie die Investition in eine neue Heizungsanlage.
Der Wechsel des Energieversorgers kann die Energiekosten bis zu einem Drittel verringern. Doch auch hier sollte auf einen ökologischen Anbieter geachtet werden, diese sind häufig noch nicht mal viel teurer als herkömmliche Anbieter.
Heizöl - Durchschnittlicher Energieverbrauch pro Jahr
Etwa 13,6 Liter auf einen m² Wohnfläche
Aktueller Durchschnittsverbrauch von Heizöl liegt in Deutschland bei 13,6 Litern pro m² Wohnfläche und Jahr. (Milder Winter; Quelle: Techem-Studie, Ohne Warmwasser durch Heizöl.)
Die folgende Beispielrechnung zeigt den durchschnittlichen Verbrauch pro m², multipliziert mit der Durchschnittsgröße eines Einfamilienhauses (200 m²) pro Jahr. (Ältere Häuser haben dabei einen höheren Verbrauch pro m² als jüngere.)
Jährlicher Energiebedarf eines Einfamilienhauses nach EnEV 2007:
| Gebäudeart | Rechnung (Liter/m² * m²) | Energiebedarf (Liter/Jahr) |
|---|---|---|
| Baujahr bis 1977 | 20 * 200 | 4.000 |
| Baujahr bis 2002 | 10 * 200 | 2.000 |
| KfW-Effizienzhaus 70 | 6 * 200 | 1.200 |
| Passiv-Haus | 1,5 * 200 | 300 |
Ihren Ölverbrauch errechnen
Den eigenen Energieverbrauch ermitteln Sie indem Sie Ihren eigenen Jahresverbrauch durch die Anzahl an Quadratmetern ihres Hauses teilen:
Zum Beispiel: 2.900 l Heizöl / 160 m² = 18,125 l pro m² im Jahr.
Tipp: Falls Sie Ihr Heizöl auch zum Bereiten des Warmwasser benutzen, ziehen sie vor dem Vergleich etwa 80 – 100 l pro Person im Haushalt von Ihrem Jahresölverbrauch ab. So erhalten Sie den tatsächlichen Ölverbrauch zum Heizen.
Ölverbrauch zu hoch?
Ist Ihr Literverbrauch pro m² zu hoch? Bei mehr Verbrauch als 10 l pro m² kann man durch Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen schon sehr viel an Geld und CO2 sparen!
Durchschnittlicher Preis für Heizöl 2013: 78,5 Cent pro Liter (Quelle: STATISTA)
Dies bedeutet bei 2.500 l * 0,78,5 EUR = 1.962,50 EUR Kosten für Heizöl im Jahr.
Durchschnittlicher Preis für Heizöl 2014: 77,38 Cent pro Liter
Dies bedeutet bei 2.500 l * 0,87 EUR = 1.934,5 EUR Kosten für Heizöl im Jahr.
Weitere Informationen über die aktuellen Heizölpreise können Sie hier bei uns erfahren.
Was können Sie gegen einen hohen Energieverbrauch tun?
Eine Dämmung der Fassade, auch eine günstigere Kerndämmung, wird Ihren Energieverbrauch um bis zu 30% senken. Die Kosten dafür sind in der Regel nach 3 – 8 Jahren wieder amortisiert.
Energieverbrauch durch Gebäudesanierung senkbar
Den eigenen Energieverbrauch im Auge zu behalten ist wichtig, da hier jeder jährlich eine Menge Geld aus gibt und man den Überblick über das Jahr schnell mal verlieren kann. Die Preise für die Energieversorgung sind dabei tendenziell über die letzten Jahre immer ansteigend gewesen! Egal ob Strom, Erdgas oder Heizöl, billiger wird es sicherlich nicht mehr werden.
Allerdings gibt es Alternativen zu den herkömmlichen ressourcenabhängigen Heizsystemen, wie etwa Wärmeerzeugung durch Solarthermie. Auch gibt es zudem noch Wege den eigenen Energieverbrauch zu verringern.
Was können Sie tun? Sinnvoll sanieren.
Energiekosten lassen sich einsparen. Mit neuen Fenstern, einer modernen und effizienten Heizung oder der Dämmung des Hauses. Man kann vieles machen um den Energieverbrauch zu senken und dabei sein Haus aufzuwerten. Eine wirtschaftliche Betrachtung ist dabei natürlich sehr wichtig. Letztlich will man ja nicht nur Energie, sondern auch Geld sparen. Alle Infos und die besten Handwerker ihrer Region finden Sie bei uns:
Weitere interessante Themen
Die Themen der energetischen Gebäudesanierung sind vielseitig und komplex. Sie können sich dazu auf www.energieheld.de umfassend informieren.


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Geschrieben von: Stephan Günther
Bilderverzeichnis:
Titelbild: © Erwin Wodicka / fotolia.com
Stromverbrauch: © Alexandr Mitiuc / fotolia.com
Gasverbrauch: © © Steshkin Yevgeniy / shutterstock.com
Ölverbrauch: © Samran Wonglakorn / shutterstock.com
Dämmung: © John Kasawa / shutterstock.com
Fenster: © Kostsov / shutterstock.com
Heizung: © Studio BM / shutterstock.com









ich frage mich warum die deutschen wdv-systeme per gesetz für holzhäuser in den usa verboten wurden muss man sich mal angucken was dämmung so alles anrichten kann am haus und wie styrophor gedämmte häuser abbrennen da staunt sogar die feuerwehr
Hallo Herr Möller, vielen Dank für Ihren Hinweis.
Auch in Deutschland sollte man Styropor WDV-Systeme nicht auf Holzhäusern / Fachwerkhäusern anbringen, da das Material verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Raumluft oder Baufeuchte aus dem Holzständerwerk entweichen kann. Hier sind diffusionsoffene Baustoffe wie etwa Holzfaser die bessere Wahl. Eine gute Beratung ist bei jeder Dämmmaßnahme unbedingt zu empfehlen.
Zum Brandschutz: Brennende Styroporfassaden sind in der Tat ein schwieriges Thema und auch wir stehen dem Material kritisch gegenüber. Nach geltenden Gesetz sind diese aber weiterhin zulässig. Eine Alternative die nur geringfügig teurer ist und das Problem verhindert, wäre Mineralwolle.
warum muß man unbedingt in deutschland mit allem an erster stelle liegen
betracher man die vollbiologischen klärgruben für dezentrale häuser
ist das nur eine geldschneiderei oder warum müssen wir da strom verbrauchen in anderne eu ländern kommt die sch…e auch direkt in die flüsse oder badestrände
Sehr guter, inhaltsstarker und dadurch für jede und jeden hilfreicher Artikel.
Vor allem die expliziten Angaben zu Strom-, Gas- und Ölverbräuchen und damit den entstehenden Kosten ist für die Verbraucher sehr nutzbringend.
Dazu gibt es auch richtig aussagekräftige Grafiken, die Veranschaulichung unterstützen würden:
Beispielsweise …
http://www.stadt-wien.at/uploads/pics/diagramm_heizkosten.gif
Da wir eine Vernetzung von ähnlichen Interessen und Aktiven als sehr sinnvoll ansehen, lassen wir hier unseren Link, damit Sie und auch alle anderen uns auch finden: http://eozwei.wordpress.com und bald auch unter: http://www.eo2.de.
Viele Grüße, Nils für eo2
DANKE erstmal für das liebe Feedback. Sowas hören wir immer gerne.
Infografiken sind in Arbeit – auch zu diesem Thema. Bei uns sieht das dann bald so aus:
http://www.energieheld.de/blog/energiepreisentwicklung/
Informativ und interessant!
Viele Grüße zurück,
auch vom ganzen energieheld-Team