Die Eigene Energiewende – Blogbeitrag

Die Selfmade Energiewende – Was Hauseigentümer und Bauherren tun können

Energiewende: Ressourcen schonen, Erneuerbare Energien ausbauen. Kann man das auch selber machen?

Im Angesicht der immer weiter steigenden Energiepreise sowie dem vermehrten gesellschaftlichen Umweltbewusstsein vereinnahmt die Energiewende nicht nur das politische Geschehen, sondern auch immer mehr Privathaushalte.

Im Gegensatz zu politischen Entscheidungsträgern haben es Immobilienbesitzer hierzulande aber wesentlich leichter, die ganz private Energiewende in den eignen vier Wänden einzuleiten und damit nicht nur die natürlichen Ressourcen des Planeten zu schonen, sondern langfristig auch noch bares Geld zu sparen.

Zunächst: Warum ist die Energiewende wichtig?

Sämtliche fossilen Ressourcen der Erde in nur wenigen Generationen aufzubrauchen und dabei auch noch unmengen an klimaschädlichem CO2 zu emittieren ist sicherlich nicht die beste Idee.

Moderne Technologie ermöglicht es mittlerweile, große Mengen an Rohstoffen und Energieträgern einzusparen, was dazu führt, dass mitunter akut existente Gefahren wie die Feinstaubbelastung in der Atemluft deutlich reduziert werden können. Darüber hinaus ist auch der Umstieg auf erneuerbare Energie wie Photovoltaik oder Geothermie (Wärmepumpe) nicht mehr als ein konsequenter Schritt, zumal die entsprechenden Energiequellen nach menschlichem Ermessen tatsächlich unerschöpflich sind und zudem völlig emissionsfrei sind.

Regelt das nicht der Staat?

Ja, zu einem großen teil schon, aber sollten wir uns darauf verlassen? Das Tauziehen zwischen Branchenverbänden, Bundesländern, Bundestagsfraktionen und dem Bundeswirtschaftsministerium beeinflusst die Politik und damit die Gesetzte zur Energiewende stark. Wer persönlich für die Energiewende ist, dem steht der Sinn sicherlich nach schnelleren Lösungen. Hier liegt des Pudels Kern – die (persönliche) Energiewende kann man selber machen.

Strom: Photovoltaik und LED weiter auf dem Vormarsch

Im Fokus der Energiewende steht meist der Strom. Man liest viel von Windkraftanlagen, Stromtrassen und Atomaussteig. Doch was kann man selber machen?

Photovoltaik – Strom aus Sonnenstrahlen

Wer sich also zumindest zu einem Teil von den Energieversorgern entkoppeln möchte, hat die Möglichkeit dies mit Hilfe einer eigenen Solaranlage in die Tat umzusetzen. Photovoltaikanlagen nutzen die Kraft der Sonne um VOR ORT am eigenen Gebäude Strom zu erzeugen. Dieser Strom wird dann in das deutsche Stromnetz eingespeit und wird Staatlich vergütet (Einspeisevergütungen). Außerdem kann der Strom auch in einen Stromspeicher im Gebäude gespeichert werden. Diese „Batterien“ ermöglichen so die eigene Nutzung des Photovoltaikstroms vor Ort. Zur Erzeugung dieser Elektrizität wird kein CO2 emittiert. Finanziell amortisiert hat sich eine PV-Anlage (je nach Größe und Nutzung) etwa nach 15 Jahren.

Energieeffiziente Geräte verringern den benötigten Bedarf

Darüber hinaus arbeiten auch technische Geräte wie Kühlschränke, Computer und Waschmaschinen immer energieeffizienter, sodass dieser Aspekt im Rahmen einer Neuanschaffung in jedem Fall berücksichtigt werden sollte. Das mit 9,3 Milliarden Euro jährlich größte Energiesparpotenzial für private Haushalte liegt allerdings im Bereich der Beleuchtung. Im Detail betrifft dies die Umrüstung auf die LED-Technologie, die selbst Energiesparlampen in der Spitze um den Faktor zehn überlegen ist und zudem ohne toxische Stoffe wie Quecksilber auskommt.

Wärme: Energierückgewinnung und Dämmung

Einer der größten Hebel für das Gelingen der Energiewende ist die so genannte Wärmewende. Hierbei geht es um die effizeinte Erzeugung und nachhaltige Nutzung von Heizwärme. Das BMWi schreibt: „Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto des Gebäudesektors. In Privathaushalten benötigen allein Heizung und Warmwasseraufbereitung 85 Prozent der Energie – hier liegen deshalb auch große Einsparpotenziale.“

Das können Sie tun:

Effiziente Heizsysteme

Ein weiterer großer Faktor hinsichtlich der privaten Energiewende ist die Wärmeversorgung, die mit Hilfe einer Geothermie-Anlage auf ein nachhaltiges Fundament gestellt werden kann. Sie verbraucht keine fossilen Ressourcen und erzeugt die Wärme mit Hilfe von Umgebungswärme. Zum Betrieb ist lediglich etwas Strom notwendig. Wer über eine PV-Anlage verfügt fährt so doppelt nachhaltig. Klarer Nachteil der Wärmepumpe: Sie ist relativ teuer in der Anschaffung und eignet sich im Grunde nur bei Neubauten.

Wer daher nicht die Möglichkeit hat, sich der Erdwärmenutzung zu bedienen, hat allerdings die Option, den vorhandenen Heizkessel durch einen Brennwertkessel zu ersetzen, der durch die Rückgewinnung von Wärmeenergie aus den Verbrennungsabgasen eine Energieersparnis von bis zu 11 Prozent verspricht.

Sinnvolle Dämmungen

Dämmstoff wird in den Dachboden eingeblasen.
© Jan Janzen / NordDämm

Neben der aktiven Heizungsanlage ist die Dämmung eines Gebäudes der wichtigste Faktor. Diesbezüglich haben sowohl mehrfach verglaste Fenster als auch Dämmmaßnahmen eine starke Wirkung. Die Metapher, dem Haus eine Mütze auf zu setzen und einen Mantel an zu ziehen erweist sich hier als sehr treffend. Die erzeugte Heizung bleibt im Gebäude und es muss weniger geheizt werden.

Da warme Luft prinzipiell nach oben steigt, erfolgt der größte Energieverlust über das Dach eines Gebäudes, weshalb dieses über eine besonders gute Wärmeisolierung verfügen sollte. Vor allem die günstige Einblasdämmung der obersten Geschossdecke (Dachboden) ist hier eine effektive und effiziente Maßnahme um das Haus besser zu isolieren. Natürlich können und sollten auch die Fassade und ggf. der Keller angemessen gedämmt sein. Somit muss weniger geheizt werden und entsprechende Energiekosten wie Gas, Öl oder Holz fallen geringer aus. Nebenbei werden weniger Ressourcen verbrannt und es kommt zu einer geringeren CO2-Emission.

Steuerungssysteme

Abgerundet wird das Energiesparkonzept im Haus durch ein intelligentes Haussteuerungssystem nach dem Smart Home Ansatz, mit dem neben der Heizungsanlage auch Rollläden sowie beliebige Elektrogeräte per Smartphone reguliert werden können.

Ressourcenschonung auch im Garten

Auch vor dem Außenbereich des Hauses muss die Energiewende keinen Stop einlegen, denn gerade jetzt im Frühjahr stehen bei vielen Hausbesitzern diverse bauliche Maßnahmen an, die im Idealfall mit umweltverträglichen und nachhaltig erwirtschafteten Baumaterialien erfolgen.

Im Rahmen der Terrassenerneuerung bieten sich beispielsweise die robusten WPC-Terrassendielen an. Wer sich zudem an einem eigenen Garten erfreut, kann auch in dieser Hinsicht nachhaltig agieren, indem die Bewässerung mit Hilfe von Regenwasser realisiert wird. Um das Regenwasser effektiv auffangen und verwenden zu können, lohnt sich die Anschaffung einer klassischen Regentonne oder alternativ einer unterirdischen Zisterne samt der obligatorischen Drainage.

Die Selfmade Energiewende

Während sich die Politik also noch darüber streitet, wie die Energiewende weiter umgesetzt werden kann und immer mehr Rückschritte zu bemerken sind (EEG-Reform 2016), ist die Energiewende in den Privathaushalten längst angekommen.

Eine breite Palette an Maßnahmen wie unter sinnvolle Dämmungen, effiziente Heizsysteme, moderne Fenster, Photovoltaik und Solarthermie, ermöglichen es Hauseigentümern bereits jetzt auf eigene Faust tätig zu werden und dabei auch noch Geld zu sparen. Dazu kommen noch die vielen kleinen energieeffizienten Helfer im Alltag, wie LED-Lampen, effizientere Geräte und Steuerungssysteme. Auch die Infrastruktur ist wahlweise auf ökologische nachhaltigkeit problemlos umstellbar – Anbieter von Ökostrom und Ökogas sind in der Regel nicht teurer als konventionelle Anbieter.

Kurz und knapp: Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten sich die persönliche Energiewende selbst zu gestalten und Investitionen in diesen Bereichen fallen ohnehin immer wieder an. Bauen wir uns eine grünere Zukunft – Mit energieeffizienten Gebäuden!

Bildverzeichnis:
Titelbild: © gualtiero boffi / shutterstock.com

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."