Energie sparen mit Dachbegrünung

Energie sparen mit Dachbegrünung
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Energie sparen mit Dachbegrünung

Quelle: © Benshot | Fotolia.com

Schon mal über eine Dachbegrünung nachgedacht? Die etwas andere Art Energie zu sparen, mit Pflanzen in der Hauptrolle.
Grüne Dächer leisten erstaunliches in punkto Energie: Im Sommer kühlen sie die Innenräume wie eine natürliche Klimaanlage. Im Winter sorgt die Dachbepflanzung dafür, dass die Räume nicht so schnell auskühlen.

 

Optimale Temperatur dank Dachbegrünung

Professor Hans-Joachim Liesecke von der Universität Hannover stellte in den 1990er Jahren fest, dass bei begrünten Flachdächern die Innenraum-Temperatur an heißen Sommertagen angenehm bleibt. Es wurden stets Werte zwischen 20 Grad und 25 Grad Celsius gemessen. Die Erklärung hierfür ist einfach: Pflanzen geben Feuchtigkeit ab. Diese verdunstet und kühlt die Dachoberfläche. Darüber hinaus reflektieren die Gewächse Teile des Sonnenlichts und spenden Schatten. Je dichter die Bepflanzung, desto stärker ist die kühlende Wirkung der Dachbegrünung. So kann im Sommer ordentlich Energie gespart werden, denn die Klimaanlage muss nicht mehr die volle Leistung erbringen.

Im Winter lässt sich durch Dachbegrünung Energie sparen, denn die Pflanzen sorgen dafür, dass weniger Wärmeenergie über das Dach verloren geht. Im Schutz der Pflanzen entwickelt sich ein Kleinklima, das wärmer ist als die kalte Winterluft. Zudem wirkt auch der Dachaufbau mit Wurzelschutzfolie, Dränage und Substratschicht als Puffer. Es muss also weniger geheizt werden, um im Innenraum eine angenehme Temperatur zu halten. Verschiedene spezialisierte Seiten bieten ergänzende Beiträge über Dachbegrünung und zeigen mögliche Bepflanzungen, die sich für eine Extensivbegrünung eignen.

Mit einer wärmedämmenden Dachbegrünung Energie sparen

Neben der klimatisierenden Wirkung kann ein Gründach auch zur Wärmedämmung beitragen. Wer sein Dach nach den Richtlinien der Energieeinsparverordnung dämmen lassen möchte, kann dies durch eine nachträgliche Begrünung der Dachfläche tun. Hierbei sollten besondere Dränageelemente verwendet werden, die einen garantierten Wärmedurchlasswiderstand gemäß bauaufsichtlicher Zulassung haben. Diese Elemente lassen sich genau auf die Wärmeleitfähigkeit der bereits vorhandenen Grundwärmedämmung abstimmen. Aus diesem Grund können auch Gebäude mit Wärmedämmplatten von nur fünf bis acht Zentimeter Dicke, wie sie in den 1970er bis Mitte der 1980er Jahre verbaut wurden, auf den aktuell geforderten Wärmeschutzstand gebracht werden.

Ein perfektes Zusammenspiel: Solarmodule und Gründächer

Auch im Zusammenspiel mit Solartechnik ist eine Dachbegrünung vorteilhaft. Die Leistungsfähigkeit von Solaranlagen verringert sich ab einer Betriebstemperatur von 25 Grad Celsius mit jedem weiteren Grad um 0,5 Prozent. Je wärmer die Solarmodule werden, umso weniger Strom erzeugen sie. Flachdächer, die beispielsweise mit Kies abgedeckt sind, heizen sich im Sommer auf über 50 Grad Celsius auf. Hier kann die Effektivität der Solaranlage unter der Hitze erheblich leiden. Mithilfe eines begrünten Daches lässt sich die Leistungsfähigkeit von Solaranlagen steigern. Der Pflanzenteppich reduziert die Umgebungstemperatur, sodass die Anlage in den Sommermonaten circa ein Fünftel mehr Energie liefert als ohne Begrünung.

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.