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Energieeffizienz auch bei Elektrogeräten

Energieeffizienz auch bei Elektrogeräten
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Ein Haushalt ohne Elektrogeräte ist heute nicht mehr vorstellbar. Waschmaschine, Trockner, Staubsauger, Fernseher, Backofen, Kühlgeräte. Die Liste der Anschaffungen ist lang.

Um Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen, sollte beim Kauf auf einige Faktoren wert gelegt werden. In diesem Ratgeber verraten wir zentrale Tipps.

Ist der Neukauf erforderlich?

Bevor Sie neue Elektrogeräte anschaffen, sollten Sie sich kritisch fragen, ob dies tatsächlich erforderlich ist. Grundsätzlich ist es hinsichtlich eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen empfehlenswert, Elektrogeräte möglichst langfristig zu verwenden. Das beugt den negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch die Wegwerfgesellschaft vor. Schließlich muss jedes Bauteil und jedes Kabel vorerst gefertigt und die Rohstoffe hierfür gewonnen werden. Häufig ist es ökologisch sinnvoller, die Geräte weiterhin zu benutzen auch wenn sie vielleicht nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechen (zumindest so lange sie nicht älter als 10 Jahre sind).

Dennoch gilt: Altgeräte, die zu regelrechten Stromfressern zählen, sind für die Energiewende und die eigene Geldbörse nicht unbedingt förderlich. Stattdessen verbrauchen derartige Gerätschaften jede Menge Energie und treiben den Gesamtenergiebedarf eines Haushalts in die Höhe, was dem Klima ebenfalls schadet. Bei besonders alten Haushaltsgeräten ist der Kauf von energieeffizienten Alternativen daher durchaus eine Überlegung wert. Moderne Geräte verbrauchen im Betrieb teilweise bis zu 80 Prozent weniger Strom.

Entscheidungshilfe Nummer 1: Das Energielabel

Das Energielabel ist eine praktische Entscheidungshilfe beim Kauf von Elektrogeräten. Es informiert unter anderem über die Energieeffizienzklassen, die derzeit von G bis A+++ reichen. Bei Neugeräten sollten Sie ausschließlich Modelle ab Effizienzklasse A kaufen, da die Energieeffizienz ab Klasse B deutlich geringer ausfällt.

Das Energielabel informiert außerdem über gerätespezifische Eigenschaften, wie das Fassungsvermögen von Kühlschränken. Weil sie einen markanten Teil des Energieverbrauchs ausmachen, möchten wir anhand von Wäschetrockner, Fernseher und Beleuchtung den Informationsgehalt des Energielabels verdeutlichen und auf praktische Anschaffungstipps aufmerksam machen:

  1. Wäschetrockner – mit Wärmepumpe sehr energieeffizient

Beim Wäschetrockner liefert das Energielabel unter anderem Informationen über das Fassungsvermögen. Während 7 Kilogramm für 1-2-Personenhaushalte genügen, wäre für eine Familie mit 5 Personen ein Modell mit 9 Kilogramm wohl die bessere Wahl. Achten Sie darauf, dass das Fassungsvermögen von Waschmaschine und Trockner zueinander passt. Entscheidend in Hinblick auf den Energieverbrauch ist der Trockner-Typ: Von einem Ablufttrockner ist aus ökologischer Sicht mittlerweile abzuraten, weil diese Modelle veraltet sind und viel Strom benötigen. Auch Kondensationstrockner sind nicht sparsam.

Mit einer sehr guten Energieeffizienz hingegen überzeugen Wärmepumpentrockner. Sie verbrauchen rund 50 Prozent weniger Energie als andere Trocknerarten, weshalb sich der etwas höhere Anschaffungspreis recht zügig amortisiert. Wie im Rahmen eines Produktvergleichs unter https://www.haushaltstipps.net/waermepumpentrockner-test/ bestätigt wird, sind am Markt bereits Wärmepumpentrockner mit Energieeffizienzklasse A+++ erhältlich. Darunter Geräte von Siemens und Miele, etc.

Moderne Modelle zeichnen sich durch einen geräuscharmen Betrieb und modernste Eco-Technologie aus, welche mit einem geringen jährlichen Energieverbrauch verbunden ist. Zudem sind sie mit einer feuchtigkeitsabhängigen Steuerung ausgerüstet, die ein Programm beendet, sobald der erforderliche Trocknungsgrad erreicht ist. Bei der Kondensationsklasse, die ebenfalls auf dem Label zu finden ist, sollten Sie A wählen. Achten Sie ergänzend darauf, dass ein Trockner, der in der Wohnung aufgestellt wird, nach möglichkeit nicht mehr als 65 Dezibel verursacht.

  1. Fernseher – Entertainment für 1/4 des täglichen Stromverbrauchs

Beim TV-Gerät spielt die Größe nicht nur bezüglich des Seh-Erlebnisses eine erhebliche Rolle. Auch auf der Stromrechnung macht sich ein größeres Gerät bemerkbar. Beträgt der Abstand zwischen Ihnen und dem Fernseher etwa zwei Meter, sollte der Bildschirm rund 80 Zentimeter Bildschirmdiagonale aufweisen, bei vier Metern Abstand wären 127 Zentimeter angemessen. Bedenken Sie aber, dass mit der Größe, auch der Stromverbrauch steigt. Dies gilt auch für die Auflösung: Zum Beispiel müssen Sie bei 4K mit höherem Energiebedarf rechnen, als bei HD.

Weitere Spartipps beim Fernsehgerät:

  • Kaufen Sie möglichst ein Modell mit integriertem Empfangsgerät, um sich einen zusätzlichen Receiver zu sparen! Das mindert den Gesamtenergieverbrauch.
  • Das Energielabel informiert mit „kWh/annum“ über den Stromverbrauch des Fernsehers. Bei 32 Watt und 32 Zoll wäre ein Verbrauch zwischen 35 und maximal 46 kWh pro Jahr vorteilhaft.
  • Bevorzugen Sie hohe Energieeffizienzklasse A++

Summiert man den Verbrauch von Radio, TV und Computer, resultiert daraus rund ein Viertel des täglichen Energiebedarfs von Haushalten.

  1. Beleuchtung – LEDs mit mindestens 20.000 Stunden Lebensdauer

Die Beleuchtung macht einen nicht zu unterschätzenden Anteil des gesamten Stromverbrauchs von Haushalten aus. Trotz des Glühbirnenverbots werden in zahlreichen Haushalten bis heute energieverschlingende Leuchten eingesetzt. Um auch dahingehend nachhaltig zu handeln und den Haushalt sinnvoll auf sparsame Alternativen umzustellen, ist das Energielabel eine große Hilfe. Grundsätzlich sollten Sie sich für LEDs entscheiden, das momentan sparsamste Leuchtmittel. Das Label informiert über folgende Daten:

  • Stromverbrauch
  • Energieeffizienz
  • Farbtemperatur
  • Helligkeit
  • Lebensdauer

Der Verbrauch einer LED mit 470 Lumen sollte pro Jahr nicht mehr als acht Kilowattstunden (kWh) betragen. Ideal wären sechs Watt. Handelt es sich um ein Modell mit 800-Lumen, wären acht Watt optimal.

Wissen: Lumen steht für die Lichtmenge, die ein Leuchtmittel erzeugt. Die Angabe Lumen pro Watt (Lm) verrät, wie hell ein Leuchtmittel leuchtet. Je höhe die Lumen-Anzahl, desto besser die Lichtausbeute. 250 Lumen wären beispielsweise für die Nachttischlampe ausreichend, die Grundbeleuchtung, die über eine Deckenlampe erzeugt wird, sollte jedoch 800 Lumen mit sich bringen. Eine Arbeitsleuchte sogar 1.050 Lumen.

Kaufen Sie LEDs mit Energieeffizienzklasse A++!  Welche Helligkeit eine LED aufweisen muss, hängt von ihrem Einsatzzweck ab. Bei der Farbtemperatur haben Sie die Wahl zwischen Warmweiß für Wohnräume, Neutralweiß für Küche und Arbeitszimmer und Tageslichtweiß, welches sich unter anderem für die Ausleuchtung des Spiegelbereichs im Badezimmer eignet. Die Lebensdauer einer LED sollte 20.000 Stunden nicht unterschreiten.

Ergänzende Informationen zur LED können Sie hier nachlesen.

Der Blaue Engel bei Kleingeräten

Blauer Engel Logo
© Gemeinfrei

Neben dem Energielabel, das im Rahmen der EU-Energieverbrauchskennzeichnung vorwiegend für Großgeräte Verwendung findet, können Sie sich beim Kauf von kleineren Elektrogeräten für den Haushalt am Umweltzeichen Blauer Engel orientieren. Kleingeräte, wie Fön oder Wasserkocher mit diesem Label sind besonders effizient, unbedenklich für die Gesundheit und umweltfreundlich.

Doch nicht nur das: Das Zertifikat deutet außerdem auf Produkte hin, die sich gut reparieren lassen und langlebiger sind. „Der Blaue Engel fordert deshalb austauschbare Akkus, eine gute Ersatzteilverfügbarkeit, zusätzliche Garantien, Updates und Erweiterungsmöglichkeiten, damit Sie die Produkte möglichst lange nutzen können“, so der Hinweis unter https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/elektrogeraete.

Fazit

Mit etwas Sorgfalt und einem kritischen Blick auf Produkteigenschaften können Sie Ihren Haushalt nachhaltig gestalten und zum Klimaschutz beitragen. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern schont gleichzeitig die Haushaltskasse. Abschließend möchten wir auf den Ratgeber unter https://utopia.de/ratgeber/strom-energie-sparen-tipps-haushalt/ hinweisen mit 15 Haushaltstipps zum Stromsparen.

Weitere Informationen und Tipps zum Energie sparen finden Sie hier.

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."