Energieeffizienz von Haushaltsgeräten

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© pixabay.com: kropekk_pl – PublicDomainPictures – pro5262 (Boung Won Son) – Pimasuro

Ohne Haushaltsgeräte wäre der Alltag mühsam. Waschmaschine, Staubsauger, Kühlschrank und Co. nehmen viel Arbeit ab. Im Schnitt sorgen in deutschen Haushalten vier Elektrogroßgeräte für mehr Komfort und Zeitersparnis. Neben den zahlreichen Vorteilen bringen sie allerdings auch einen entscheidenden Nachteil mit sich: Den Stromverbrauch. Rund ein Drittel des privaten Stromverbrauchs wird von den Haushaltsgeräten verursacht. Dass sich der Austausch von alten Geräten lohnt, beweist ein Blick auf die Energieeffizienz.

Da Energie ein immer teurer werdendes Gut ist, wird ein nachhaltiger und sparsamer Umgang wichtiger. Dank stetiger Entwicklungen der Industrie konnte der Stromverbrauch von Haushaltsgeräten in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gesenkt werden. Neue Geräte verwandeln Energie weitaus effizienter in Leistung. Neben den Herstellern wirkt die Regierung direkt auf die Entwicklung der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten ein. Im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie beispielsweise hat die Europäische Union zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch von Gerätschaften europaweit zu senken. Ziel der Richtlinie ist es die Auswirkungen auf die Umwelt durch energieverbrauchrelevante Produkte zu senken. Unter Berücksichtigung des gesamten Produktions- und Lebenszyklus von Produkten wurden diverse Mindeststandards verfasst und durch das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz im deutschen Recht umgesetzt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sagt dazu:

Das Energielabel

Um Verbrauchern die Kaufentscheidung zu erleichtern und sie bewusst zum Kauf energieeffizienter Produkte zu motivieren, wurde im Rahmen der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung das sogenannte EU-Energielabel eingeführt. Es gibt Aufschluss über zahlreiche Daten in Bezug auf die Energieeffizienz von Gerätschaften.

Für folgende Haushaltsgeräte ist eine derartige Kennzeichnung in Deutschland bereits Pflicht:

  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen
  • Wäschetrockner
  • Waschtrockner
  • Raumklimageräte
  • Elektrobacköfen

Nach und nach sollen weitere Haushaltsgeräte folgen. So beispielsweise der Haushaltsstaubsauger. Für ihn gilt ab 1. September 2014 eine Wattbeschränkung. „Ab September 2014 dürfen in der Europäischen Union nur noch Staubsauger verkauft werden, deren Leistung maximal 1.600 Watt beträgt.“ (Quelle: staubsauger.net). Außerdem müssen ab diesem Zeitpunkt alle Hersteller ihre Staubsauger mit dem EU-Energielabel kennzeichnen. Damit sollen Verbrauchern auch in diesem Bereich bei der Auswahl eines besonders effizienten Gerätes unterstützt werden.

Das Energielabel enthält Informationen zum individuellen Energiebedarf und einigen Gebrauchseigenschaften. Um sich den modernen Geräteanforderungen anzupassen, wurde das Energieetikett im Jahr 2010 umgestaltet. Produkte mit dem vorherigen Label, die sich noch im Verkauf befinden, dürfen von Händlern allerdings zeitlich unbeschränkt abverkauft werden. Daher kann es durchaus sein, dass in gewissen Fachgeschäften noch das „alte“ Label zu finden ist. Das neue Etikett gilt außer bei Waschtrocknern und Elektrobacköfen für alle oben aufgelisteten Haushaltsgeräte. Im Bereich Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühl- sowie Gefriergeräte müssen auf dem neuen Label seit Ende 2011 die neuen Klassen A+, A++ und A+++ zu finden sein. Im Mai 2013 wurde das neue Label für Wäschetrockner Pflicht.

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„Werden energieverbrauchsrelevante Produkte über den Versandhandel, in Katalogen, über das Internet, über Telefonmarketing oder auf einem anderen Weg durch Lieferanten und Händler angeboten, bei dem Interessenten die Produkte nicht ausgestellt sehen, haben die Lieferanten und Händler sicherzustellen, dass die Interessenten vor Vertragsschluss Kenntnis von den erforderlichen Angaben nach den Nummern 3, 6 und 7 der Anlage 1 oder den Verordnungen der Europäischen Union nach Anlage 2 erlangen.“
Quelle: Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz / Verordnung zur Kennzeichnung von energieverbrauchsrelevanten Produkten

Energieeffizienzklassen

Das Energielabel ist ein herstellerneutrales Grundetikett. Es enthält einen gerätespezifischen Datenstreifen. Angesichts des technischen Fortschritts wurden Elektrogeräte, abhängig vom Energieverbrauch, Energieeffizienzklassen zugeordnet. Die entsprechende Energieeffizienzklasse ist auf dem Energielabel angegeben. Eingestuft in Wertungsklassen von A bis G und mit einer farbigen Hinterlegung verdeutlicht, erkennen Verbraucher auf einen Blick, wie sparsam ein Gerät arbeitet. Der Farbverlauf von Grün über Gelb bis hin zu Rot macht die Zuteilung erkennbar. Grün kennzeichnet einen niedrigen Energieverbrauch, Gelb liegt im mittleren Bereich und Produkte mit roter Kennzeichnung liegen bei der Wertungsklasse G und verbrauchen besonders viel Energie.

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Welche Klassen sind gesetzlich vorgeschrieben?

Die momentan (Juli 2014) beste Energieeffizienzklasse ist bei allen drei Gerätetypen die Klasse A+++. Die schlechteste Klasse ist jeweils D. Ab wann die jeweiligen Energieeffizienzklassen zum Mindeststandard wurden können Sie diesen Pulletpoints entnehmen.

Kühl- und Gefriergerät

  • Alle Neugeräte müssen seit Juli 2010 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A erfüllen.
  • Alle Neugeräte müssen seit Juli 2012 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A+ erfüllen.

Waschmaschinen

  • Alle Neugeräte müssen seit Dezember 2011 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A erfüllen.
  • Alle Neugeräte müssen seit Dezember 2013 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A+ erfüllen.

Geschirrspüler

  • Alle Neugeräte (>10Maßgedecke) müssen seit Dezember 2011 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A erfüllen.
  • Alle Neugeräte müssen seit Dezember 2013 die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A+ erfüllen.

Für Wäschetrockner, Waschtrockner, Elektrobacköfen und Raumklimageräte ist momentan die Energieeffizienzklasse A die beste.

Fazit zur Energieeffizienz von Haushaltsgeräten

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Dass sich der Austausch von funktionsfähigen Altgeräten lohnt, zeigt ein Vergleich der jährlichen Stromkosten. Während beispielsweise ein alter Gefrierschrank (250l) mit einem Alter von über zehn Jahren rund 90 Euro Stromkosten pro Jahr verursacht, fallen bei einem Neugerät nur noch ca. 38 Euro an.

Ähnlich markant verhält sich die Differenz bei Kühl- und Gefrierkombination. Bei Kühlschränken (150l) mit Gefrierfach ist eine jährliche Ersparnis von über 25 Euro realistisch.

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."