Interview Mit Werner Deck Von Opti Maler Partner

Experteninterview mit Werner Deck – Opti-Maler-Partner

Werner Deck, geboren 1948, führte seinen Malerbetrieb malerdeck GmbH über 40 Jahre, bevor er ihn 2014 an seine Nachfolgerin Silke Busch abgegeben hat. Das Unternehmen blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Im Mittelpunkt steht der Kundenservice und die Konzentration auf Privatkunden mit dem Altersschnitt 60-plus.

1984 etablierte Werner Deck sein Franchisekonzept „Opti-Maler-Partner“. Für sein Konzept wurde er 1997, 1998, 1999 und 2006 ausgezeichnet. Für sein soziales Engagement erhielt Werner Deck 2011 das Bundesverdienstkreuz. Wir von energieheld sind sehr froh mit einem Handwerker sprechen zu können, der auf originelle Weise Tradition und Moderne vereint.

Das erwartet Sie in diesem Interview:

  1. Mister Social Media
  2. Trends im Handwerk?
  3. Digitalisierung im Handwerk
  4. Franchisekonzept im Handwerk
  5. Erfolgstipps für das Handwerk

Mister Social Media

Wenn aktuell noch immer ca. 50% der Handwerksbetriebe keine Homepage haben, da fällt mir nichts mehr dazu ein.

Sebastian Zahn (energieheld): Lieber Herr Deck, Sie sind „Mister Social Media des Handwerks“ 2011, was bedeutet dieser Titel?

Bild: Werner Deck

Werner Deck – Mister Social Media

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Anlässlich des Wettbewerbs „Handwerkerseite des Jahres“ 2011 „verlieh“ mir der seinerzeitige Pressesprecher (Niels Genzmer) des Veranstalters in einer Presseerklärung den Titel „Mister Social Media des Handwerks“. Das wurde rasch von vielen anderen Experten im Zusammenhang mit meiner Person übernommen.

Der “Titel” ist nichts besonderes und dokumentiert aus meiner Sicht lediglich die notwendige unternehmerische Entscheidung, sich mit dem Thema “Social Media” auseinander zu setzen. Das scheint mir gut gelungen zu sein, deshalb dieser “Titel”.

Sebastian Zahn (energieheld):Warum sind so wenige Handwerker auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Aus meiner persönlichen Sicht aus Nichtwissen, Rückwärtsgewandtheit, Trägheit, Angst vor Neuem/Veränderung. Wenn aktuell noch immer ca. 50% der Handwerksbetriebe keine Homepage haben, da fällt mir nichts mehr dazu ein.

Unter diesen Umständen auf Facebook, Twitter und Co. aufmerksam zu machen, ist in meinen Augen vergebene Liebesmüh, weshalb ich das schon lange aufgegeben habe. Der Social-Media-Tsunami ist bereits über viele Handwerksbetriebe und Unternehmen hinweggerast, sie haben es nur noch nicht gemerkt!

 

Sehr beliebte Argumente, besser Ausreden, sind:

  • Brauche ich nicht
  • Wir haben genug Aufträge
  • Dazu habe ich keine Zeit
  • Da bin ich skeptisch
  • Na ja, mal sehen, vielleicht
  • Moderner Krimskrams
  • Das ist etwas für junge Leute
  • Und meine Privatsphäre?
  • Was ist, wenn jemand schlecht über mich/mein Unternehmen schreibt?

Trends im Handwerk

Befördert durch die “Geiz ist geil”-Mentalität stand und steht der Preis viel mehr im Focus, als früher.

Sebastian Zahn (energieheld): Wie erreichen Sie Ihre Zielgruppe 60-plus?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Bei den älteren Kunden fällt unser Angebot auf den fruchtbarsten Boden. Diese Menschen haben im Verlauf Ihres Lebens genügend einschlägige Erfahrungen mit Handwerkern gemacht. Nicht immer die besten. Und weil wir diesem zum Teil negativen Bild überhaupt nicht entsprachen, genießen wir bei dieser Klientel höchste Aufmerksamkeit.

Aber noch ein anderer Grund ist wichtig: Bei älteren Menschen gelten noch ganz andere Werte und Verhaltensweisen. Diese Klientel würde niemals einen Handwerker beauftragen, ohne nicht schon vorher das Geld bereit gestellt zu haben. Rechnungen wurden innerhalb weniger Tage bezahlt. Wir hatten dadurch keine Außenstände.

Sebastian Zahn (energieheld): Sie haben Ihren Betrieb 40 Jahre lang geführt. Was hat sich die Arbeit im Handwerk verändert?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Die Kunden sind sehr viel informierter, ansprucksvoller und ungeduldiger geworden. Befördert durch die “Geiz ist geil”-Mentalität stand und steht der Preis viel mehr im Focus, als früher.

Sebastian Zahn (energieheld): Erkennen Sie eine Tendenz?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Die ewig gestrigen Handwerker (haben wir schon immer so gemacht, haben wir noch nie so gemacht) werden es zunehmend schwerer haben. Im Vorteil sind die Betriebe, die ihre Leistungen nicht nur auf ihrer Homepage, sondern auch mittels der neuen Medien (Social Media) überzeugend präsentieren.

Sebastian Zahn (energieheld): Welche aktuellen Herausforderungen erwarten die zukünftigen Handwerksgenerationen?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Schwierig, in die Zukunft zu sehen. Aber bleiben wird sicherlich mit der einfachen Erfolgsstrategie, mit Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Fairness seine Kunden zu begeistern. Für mich persönlich entwickelte ich erfolgreich meine 7A-Strategie: Außerordentlich angenehm auffallend anders als alle anderen!

Digitalisierung im Handwerk

Sebastian Zahn (energieheld): Ihre Seite wurde 2011 zur „Handwerkseite des Jahres“ gewählt. Was macht eine gute Webseite aus?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Kurz gesagt: Präzise Information, übersichtliche Menüsteuerung, emotionale Inhalte.

Sebastian Zahn (energieheld): Bleiben wir im digitalen Bereich. Prozessoptimierung im Handwerk wird immer wichtiger, gerade wenn man als Unternehmen eine Übersicht über die Aufträge behalten möchte.

Unterschiedliche Softwarelösungen werden dafür Angeboten – unter anderem auch von energieheld. Welche Prozesse muss ihrer Meinung nach eine Software abbilden können, um einen wirklichen nutzen zu generieren?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Einfach zu bedienen, schnelle Auftragserfassung, marktgerechte Leistungstexte, einfache und übersichtliche Angebotserstellung, unkomplizierte Kundendatenbank, zügige Rechnungsstellung, übersichtliche und aussagekräftige Auswertungen, gute OP-Verwaltung, um die wichtigsten Punkte zu nennen.

Sebastian Zahn (energieheld): Welche Hindernisse verhindern ein digitales Handwerk?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Im Prinzip keine. Es sind die Menschen, die Unternehmer, die sich diesem Thema verweigern.

Franchisekonzept im Handwerk

Handwerker sind auch immer ganz starke Individualisten.

Sebastian Zahn (energieheld): Sie starteten 1984 ihr eigenes Franchisekonzept „Opti-Maler-Partner“ – können Sie kurz beschreiben, was das Besondere daran ist?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Opti-Maler-Partner ist die starke und bekannte Maler-Marke, mit täglich hohen Zugriffszahlen auf Homepage, Blog  und Facebook-Fanseite. Ganz stark auch vertreten im Bereich Social Media, wo täglich auf allen Kanälen über die Marke und den Nutzen für den Kunden gepostet wird. 

Der Franchise-Partner startet sofort mit einem ausgeklügelten System in der attraktivsten Zielgruppe, die es gibt: Solvente Privatkunden. Sehr guten Privataufträge, durch die Konzentration auf den Privatkunden, hier speziell auf die Zielgruppe der 65plus. 

Alle „Opti-Maler-Partner“ pflegen untereinander einen regen Erfahrungsaustausch und sehen sich nicht als Wettbewerber, sondern als echte Partner innerhalb einer starken Gemeinschaft. Dies wird auch durch das Logo „Opti-Maler-Partner“ dokumentiert.

 Das Franchisekonzept kurz erklärt

Sebastian Zahn (energieheld): Wäre ein Verpflichtung zu einer digitalen Strategie in diesem Rahmen nicht auch zeitgemäß?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Sicherlich, aber Handwerker sind auch immer ganz starke Individualisten. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Erfoglstipps für das Handwerk

Sebastian Zahn (energieheld): Können Sie uns drei Erfolgstipps für gutes Handwerks-Marketing verraten?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): So einfach, wie es sich anhört, ist es auch: Freundlich, pünktlich, zuverlässig!

Sebastian Zahn (energieheld): Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Werner Deck (Opti-Maler-Partner): Vor allem Gesundheit, dazu weiter ein Netzwerk von guten und sehr guten Freunden pflegen zu können, mir die Neugierde und Wissbegierde, sowie die Fantasie und die Unbeschwertheit eines kleinen Kindes zu erhalten.

Sebastian Zahn (energieheld): Lieber Herr Deck, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.