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Heizen mit Holz? Wir fragen den Experten

Heizen mit Holz? Wir fragen den Experten
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Beim Heizen auf Öl und Gas zu setzen ist heute längst nicht mehr so lukrativ wie früher und die Folgen für Klima und Umwelt sind fatal. Deshalb werden regenerative Heizsysteme immer beliebter, insbesondere die Pelletheizung gilt als gute ökologische Alternative. Aber ist das Heizen mit Holz besser für Klima und den Geldbeutel? Wir sprechen mit Halmut Matschnig von KWB über Funktionsweise, Kosten und Nutzen der Biomasseheizung.

Darum gehts im Interview:

Pelletheizung kurz erklärt

Janika Kemmerer (Energieheld): Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben! Wie genau funktioniert eigentlich eine Pelletheizung?

KWB-Geschaftsführer Helmut Matschnig

Helmut Matschnig (KWB): Holzpellets sind Presslinge, die aus naturbelassenen Holzspänen hergestellt werden, die als Reste im holzverarbeitenden Gewerbe anfallen. Die Presslinge werden von einem Tankwagen geliefert und direkt in den Lagerraum gepumpt. Von dort bringt ein Fördersystem die Pellets direkt zur Heizung, wo eine automatische Zündung erfolgt. Die heißen Gase strömen durch den Wärmetauscher nach oben, wo sie die Wärme an das Wasser abgeben. Von da geht es dann weiter an das angeschlossene Wärmesystem oder in den Pufferspeicher. Das Alles erledigt die Heizung selbständig. Damit der Wirkungsgrad von 96 % immer gleich bleibt, reinigen sich KWB Pelletheizungen von selbst, nur die Asche muss 1 x jährlich entleert werden. Das ist einzigartiger Komfort.

Janika Kemmerer (Energieheld): Was müssen Hausbesitzer vor dem Kauf einer Pelletheizung alles beachten?

Helmut Matschnig (KWB): Grundsätzlich brauchen Hausbesitzer Platz für Heizung und Lagerraum und einen Kamin. Wobei es immer wichtig ist, sich von einem Fachmann beraten zu lassen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es ist möglich, den Lagerraum auch außerhalb des Hauses zu haben und auch sehr kleine Heizräume stellen für KWB dank Teilbar-Tragbar-System kein Problem dar. Unsere Gebietsleiter und zertifizierte Installateurpartner sind hier die besten Ansprechpersonen.

Tipps für die Pelletheizung

Janika Kemmerer (Energieheld): Im Sommer muss man nicht heizen und braucht nur Warmwasser und Strom – läuft die Pelletheizung dann trotzdem? Welche Möglichkeiten gibt es, um das System möglichst energieeffizient zu nutzen?

Helmut Matschnig (KWB): Ja, eine Pelletheizung kann auch im Sommer zur Warmwassererwärmung genützt werden. Noch energieeffizienter ist allerdings die Kombination der Pelletheizung mit einer Solaranlage. Diese kann den gesamten Warmwasserbedarf im Sommer bereitstellen. Wenn die Kollektoren nicht genug Energie liefern, übernimmt die Pelletheizung den Rest. Mit einem Pufferspeicher wird die Differenz zwischen der erzeugten und verbrauchten Wärmeleistung ausgeglichen. Somit ist ein effizienter Betrieb der Pelletheizung auch im Sommer gewährleistet und man heizt besonders umweltfreundlich.

Janika Kemmerer (Energieheld): Was sind die gängigsten Probleme bei der Nutzung oder Wartung?

Helmut Matschnig (KWB): Heizungen von KWB laufen sicher. Achten Sie auf die Qualität der Pellets. Das Qualitätssiegel ENplus garantiert Kunden, dass die Qualität der gelieferten Pellets den in der ISO-Norm angeführten Werten entspricht. Zusätzlich soll die Heizung einmal jährlich gewartet werden. Wir von KWB bieten unseren Kunden hierzu unterschiedliche Garantie- und Wartungspakete an. Und sollte es doch einmal zu einer Fehlermeldung kommen, ist unser flächendeckender Werkskundendienst sofort zur Stelle.

Die Produktionsschritte für Holzpellets. / © Antonio Gravante – Fotolia

Heizen mit Holz: Kosten vs. Nutzen

Janika Kemmerer (Energieheld): Die Pelletheizung ist im Verbrauch günstig, nur in der Anschaffung leider recht teuer und schreckt so Hausbesitzer oft ab. Ab wann lohnt sich der Kauf für ein Einfamilienhaus?

Helmut Matschnig (KWB): Der Einbau einer Pelletheizung lohnt sich immer! Im Vergleich zu einer Ölheizung, haben sich die Mehrkosten der Anschaffung nach rund 9 Jahren amortisiert. Wenn man von einer Anlagenlebensdauer von 20 Jahren ausgeht, spart man mit einer Pelletheizung im Vergleich zu einer Ölheizung einige Tausend Euro. Zusätzlich genießt man absolute Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit, was den Brennstoff betrifft, man leistet seinen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, hilft Arbeitsplätze in der Region zu sichern und tut auch noch etwas für die Umwelt.

Janika Kemmerer (Energieheld): Welche anderen Möglichkeiten gibt es noch mit Holz zu heizen?

Helmut Matschnig (KWB): Neben Pellets ist es auch noch möglich mit Hackgut bzw. Hackschnitzel oder Stückholz zu heizen. Aber auch Kombinationen sind möglich. So gibt es bei KWB eine kombinierte Stückholz- und Pelletheizung. Sie schaltet sich vollautomatisch um, je nachdem welcher Brennstoff gerade verfügbar ist.

Klimafreundlicher heizen

Janika Kemmerer (Energieheld): Ist es denn wirklich ökologischer Holz zu verbrennen?

Helmut Matschnig (KWB): Bei modernen Holzheizungen wird das Holz nicht einfach verbrannt. Da steckt sehr viel Technologie dahinter. Holzheizungen sind heute sehr sauber, sehr effizient und sehr sicher. Und JA: Es ist ökologisch mit Holz zu heizen, denn man heizt CO2neutral. Das bedeutet, es wird nur jene Menge Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, die zuvor von der Pflanze beim Wachsen aus der Atmosphäre entnommen wurde. CO2 aus Holz ist somit ein Kreislaufprodukt.

Eine beliebte Möglichkeit: Pelletheizung und Solarthermie gemeinsam nutzen. / © hans / pixabay.com CC0

 

Janika Kemmerer (Energieheld): Holz ist nicht gleich Holz – Wenn eine Pelletheizung beispielsweise mit Tropenholz betrieben wird, ist das auch nicht sehr umweltfreundlich. Welche Pelletarten gibt es und wie unterschieden die sich?

Helmut Matschnig (KWB): Pellets aus Tropenholz sind mir in Österreich und Deutschland noch nicht untergekommen. Bei uns stammen Pellets meist aus Abfallstoffen der Sägeindustrie und sind durch das Qualitätssiegel ENplus genormt, das heißt man bekommt immer eine gleich bleibende Qualität. Aber es gibt natürlich auch länderspezifische Besonderheiten. KWB hat beispielsweise seinen Pelletkessel für Andalusien so angepasst, dass auch mit dem Reststoff Olivenkerne geheizt werden kann. Und größere Anlagen sind mit dem KWB Raupenbrenner ausgestattet, sodass auch unterschiedliche Brennstoffqualitäten kein Problem darstellen.

Janika Kemmerer (Energieheld): Soll langfristig Energie nur noch mit Holz erzeugt werden oder sind Mischformen mit anderen Erneuerbaren Energien nicht verlässlicher?

Helmut Matschnig (KWB): Das Heizen mit Holz ist für die Bereitstellung von Wärme eine der günstigsten, verlässlichsten und die umweltschonendste Möglichkeiten. Aber natürlich kann man auch in den eigenen vier Wänden das Heizsystem mit Photovoltaik, einer Solaranlage oder sogar Luftwärmepumpe kombinieren, um das individuell bestmögliche herauszuholen. Eine umfassende Beratung ist der Grundstein für ein individuell und perfekt abgestimmtes Energiesystem.

Janika Kemmerer (Energieheld): Herzlichen Dank für die spannenden Antworten!

Fazit

Liebe Leserinnen und Leser,

heizen mit Biomasse ist eine gute Alternative zu fossilen Brennstoffen und in jedem Fall klimaschonender. Die Anschaffungskosten für eine Pelletheizung sind verhältnismäßig hoch, aber die laufenden Kosten niedriger als bei herkömmlichen Heizungen. Außerdem gibt es ein paar spannende und lukrative Fördermittel der KfW-Bank und des BAFA, die wir Ihnen hier zusammengefasst haben.

Wer den Platz im Haus hat und in eine wirklich ökologische Heiztechnik investieren möchte, ist mit Biomasse gut beraten. Auf unserer Website finden Sie noch viele Informationen zu Pelletheizungen und anderen Heizsystemen oder können direkt eine Anfrage stellen – unsere Kundenberater helfen Ihnen gerne weiter.

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Bildquelle Titelbild: © janeb13 / pixabay.com CC0

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