Fairtrade Im Interview Mit Energieheld

Interview: Fairtrade – Das Siegel für fairen Handel

Interview: Fairtrade – Das Siegel für fairen Handel
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In der Blog-Reihe energieheld fragt – Experten antworten, interviewt energieheld regelmäßig Experten aus den verschiedensten Bereichen.

Diverse wichtige Punkte zur Technik, zum alltäglichen Umgang mit Energie oder zur aktuellen energiepolitischen Lage werden angesprochen. Anschließend wird ein Ausblick auf Trends sowie Tipps gegeben, wie im Alltag etwas für die Umwelt getan werden kann.

In der Reihe kommen Blogger, Politiker, Unternehmen, Prominente und viele mehr zu Wort.

Claudia Brueck ist geschäftsführender Vorstand bei TransFair

Claudia Brück geschäftsführender Vorstand bei TransFair

Das Interview führen wir mit Claudia Brück. Claudia Brück ist geschäftsführender Vorstand bei TransFair für den Bereich Kommunikation, Politik und Kampagnen.

Der Verein zertifiziert Produkte, die nach den internationalen Fairtrade-Standards gehandelt wurden. Sie sind erkennbar am bekannten Fairtrade-Siegel. Ziel des Siegels ist, für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern zu sorgen.

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel ermöglichen Kleinbauern und ihren Familien, durch stabile Mindestpreise, den Zusammenschluss in Organisationen und zusätzliche Prämien, bessere Arbeitsbedingungen, und eine schrittweise Anhebung ihres Lebensstandards. Fairtrade setzt sich seit fast 25 Jahren für die Belange der Menschen in Entwicklungsländern ein, neben fairem Handel auch durch Beratung der Organisationen vor Ort.

Unsere Gretchenfrage an Fairtrade:  Wie hält es Fairtrade mit dem Klimaschutz?

Themen im Interview


Faitrade - Das Siegel für fairen HandelEin Siegel für Fairness? Wie Fairtrade arbeitet.

Explizit tritt Fairtrade für kleinbäuerliche Produktion ein- das ist die erwiesenermaßen nachhaltigste landwirtschaftliche Produktionsform.

Energieheld: Hallo Fr. Brück, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unser Interview genommen haben.

Claudia Brück: Sehr gerne

Energieheld: Begriffe wie „fairer Handel“ und „Fairtrade“ sind bisher nicht gesetzlich geschützt. Wie erreicht ihre Arbeit ein Alleinstellungsmerkmal?

Claudia Brück: Es stimmt, dass die Wortmarke nicht geschützt ist, aber unsere Bildmarke, das blau grüne Rondell auf schwarzem Grund, ist rechtlich geschützt und darf nur in Abstimmung mit uns genutzt werden.

Fairtrade hat das Ziel, Bäuerinnen und Bauern sowie Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu stärken. Bessere Preise, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die nachhaltige Nutzung der Umwelt ermöglichen ihnen mehr Selbstbestimmung über ihr Leben und Investitionen in ihre Zukunft.

In der Organisationsstruktur von Fairtrade sind die Produzentenorganisationen aus Asien, Lateinamerika und Afrika gleichberechtigte Partner und verfügen in den Gremien über 50 Prozent der Stimmen – Fairtrade gehört also zur Hälfte den Produzenten. Das weltweite partizipative Netzwerk zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft für gerechtere Handelsstrukturen ist einzigartig.

Energieheld: Fairer Handel und Umwelt – wo bestehen Gegensätze und Gemeinsamkeiten?

Claudia Brück: Es gibt eigentlich keine Gegensätze zwischen Fairem Handel und Umwelt. Wir definieren unser Verständnis vom Fairen Handel über international gültige Standards, die in Stakeholderprozessen entwickelt werden und öffentlich einsehbar sind.

Je nach Produkt sind einzelne Kriterien in jedem Standard unterschiedlich, aber rund ein Drittel der Kriterien beziehen sich auf Umweltaspekte wie Wassermanagement, Umgang mit Pestiziden, Biodiversität, Förderung des ökologischen Anbaus.

Explizit tritt Fairtrade für kleinbäuerliche Produktion ein- das ist die erwiesenermaßen nachhaltigste landwirtschaftliche Produktionsform.

Die erste Fairtrade-Stadt in Niedersachsen ist… Hannover!

Die Stadt Hannover ist sehr engagiert und fördert den direkten Austausch mit den Ländern des Südens. Ein schönes Beispiel ist die Städtepartnerstadt mit Blantyre in Malawi und die Klimapartnerschaft mit Belém de los Andaquiés in Kolumbien.

Energieheld: Hannover wurde 2010 erste Fairtrade-Stadt Niedersachsens, welche Voraussetzungen müssen hierfür von der Stadt erfüllt werden und was zeichnet Hannover im Hinblick auf Fairtrade besonders aus?

Hannover - Die erste Fairtrade Stadt in Niedersachsen

Hannover – Die erste Fairtrade Stadt in Niedersachsen

Claudia Brück: Kommunen in Deutschland können eine Vorreiterolle einnehmen und sich für ihr Engagement im Fairen Handel bei TransFair e.V. um den Titel Fairtrade-Town bewerben.

Die Kampagne Fairtrade-Towns vernetzt erfolgreich Akteure aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft und fördert den Fairen Handel auf kommunaler Ebene.

Derzeit tragen in Deutschland rund 400 Kommunen den Titel Fairtrade-Town.

Es sind fünf Schritte bis zur Fairtrade-Town:

1. Ratsbeschluss
Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des Fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt.

2. Steuerungsgruppe
Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

3. Fairtrade-Produkte im Sortiment
In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés, Restaurants und Kantinen werden mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten.

Richtwert ist hier die Einwohnerzahl der Kommune.

4. Fairtrade in öffentlichen Einrichtungen
Produkte aus Fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet.

Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel umgesetzt z.B. im Rahmen der Fairtrade-Schools Kampagne.

5. Medien
Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Town.
Die Stadt Hannover ist sehr engagiert und fördert den direkten Austausch mit den Ländern des Südens.

Ein schönes Beispiel ist die Städtepartnerstadt mit Blantyre in Malawi und die Klimapartnerschaft mit Belém de los Andaquiés in Kolumbien.

Als süßes Produkt ist hierbei die faire Städteschokolade entstanden, mit Kakao aus Kolumbien und Macadamianüssen aus Malawi.

Die Stadt Hannover engagiert sich sehr stark im Bereich faire öffentliche Beschaffung. Und fünf Schulen sind auf dem Weg zur Fairtrade-School.

Faires Bauen – Ein verbindliches Siegel für fair gehandelte Baustoffe?

Energieheld: Welches Potential sehen Sie darin das Fairtrade-Siegel auch auf Baustoffe und ähnliche Verarbeitungsprodukte auszuweiten?

Claudia Brück: Fairtrade hat traditionell einen sehr starken Fokus auf kleinbäuerliche landwirtschaftliche Produktion im Lebensmittelsektor. Wir hatten ein Pilotprojekt für Holz aus kleinbäuerlicher Produktion, das für Möbel und Fußböden genutzt wurde, aber die Idee hat sich wirtschaftlich als nicht tragfähig gezeigt, sodass wir es letztes Jahr wieder beendet haben.

Grundsätzlich sind Standards für alle Rohstoffbereich vorstellbar, wenn sie aus dem globalen Süden kommen und wir ein entwicklungspolitisches Potential sehen, das wirtschaftlich tragfähig sein könnte. Das könnte z.B. bei Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen der Fall sein, wie etwa Bambus, Zuckerrohr oder Faserpflanzen. Eine Standardentwicklung dauert rund zwei Jahre. Derzeit ist im Baustoffbereich keine Standardentwicklung im Gange.

Fairer Handel und Klimaschutz passt doch zusammen, oder etwa nicht?

Rosen aus Afrika verursachen inklusive Transport deutlich weniger Emissionen als Rosen aus holländischen Treibhäusern.

Energieheld: Bananen machten 2015 einen Großteil der gehandelten Fairtrade-Produkte aus, auch Kaffee ist ein wichtiger Bestandteil.

Die Produktion dieser Lebensmittel ist nicht unbedingt klimafreundlich, allein der Transport nach Europa setzt große Mengen an CO2 frei.

Fairtrade in Afrika

Fairtrade in Afrika Quelle: TranFair e.V./Hartmut Fiebig

Wie klimafreundlich ist Fairtrade wirklich?

Claudia Brück: Häufig ist der Einwand zu hören, dass es gerade in Zeiten des Klimawandels fragwürdig sei, Produkte aus weit entfernten Ländern zu kaufen. Diese Argumentation trifft nicht zu, da gerade bei Nahrungsmitteln die Produktion und Verarbeitung eine wichtigere Rolle für den Klima-Fußabdruck spielen als die Herkunft und der Transportweg.

Rohzucker aus Fairtrade-Produktion in Paraguay verursacht inklusive Transport rund 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen als Zucker aus Schweizer Zuckerrüben. Rosen aus Afrika verursachen inklusive Transport deutlich weniger Emissionen als Rosen aus holländischen Treibhäusern.

Da warmes Klima und viel Handarbeit die Emissionen im Anbau stark verringern, ist es häufig so, dass der Anbau im Süden auch unter Berücksichtigung des Transports aus einer Klimaschutz-Perspektive deutlich besser abschneidet. Wie gut oder schlecht die Klimabilanz landwirtschaftlicher Produktion ist, hängt vor allem davon ab, wie viel Mineralstickstoffdünger eingesetzt wird.

Dieser ist extrem energieintensiv in der Herstellung, jedes Kilo benötigt den Energiegehalt von etwa 4 L Rohöl. Anders ausgedrückt: konventionelle agrarindustrielle Produktion ist heute von fossiler Energie abhängig und hat eine negative Energiebilanz; die von Fairtrade geförderte kleinbäuerliche Produktion in der Regel aber eine positive – vor allem dann wenn es sich gleichzeitig um Bio-Anbau handelt –  den über 50% der Fairtrade-Produzenten ohnehin betreiben.

Eine Studie zu Nahrungsmitteln in den USA hat überdies gezeigt, dass im Durchschnitt nur 11 Prozent der Emissionen auf den Transport und 83 Prozent auf die Produktion zurück zu führen sind. Das Emissionsproblem tritt eigentlich erst dann auf, wenn Endkunden mit dem Auto zum Einkauf fahren – das verhagelt die Klimabilanz jedes Produkts. Wer mit dem Fahrrad zum Einkauf fährt und Fairtrade-Produkte kauft, der hat einen ziemlich klimafreundlichen Einkauf gemacht.

Wie Fairtrade Fairness garantiert – Kritik am System

Was wir aus der Kritik gelernt haben ist, dass wir stärker auf die Grenzen unserer Einflussmöglichkeiten hinweisen müssen.

Energieheld: Wie reagieren Sie auf die Kritik (Dokumentation bei ARTE „Der faire Handel auf dem Prüfstand“ ausgestrahlt am 6. August 2013), dass die höheren Preise von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel zu großen Teilen beim Händler landen und nicht, wie erhofft bei den Arbeitern in Entwicklungsländern?

Claudia Brück: Grundsätzlich nehmen wir jede Kritik ernst. Es ist immer die Frage, ob ein Verstoß gegen unsere Standards vorliegen, oder ob es gesetzliche Vorgaben oder andere Rahmenbedingungen gibt, die wir nicht ändern können. Wir versuchen, so schnell wie möglich ein vollständiges Bild zu erhalten.

Fairtrade ist ein Entwicklungsmodel, das über den Handel unter Fairtrade-Bedingungen soziale, politische und wirtschaftliche Veränderungen im globalen Süden in Gang setzt. Fairtrade ist dort tätig, wo es ‚weh tut‘ und wo vielseitige Probleme vorherrschen. Empowerment, Zahlung von existenzsichernden Löhnen, Mitbestimmung und soziale Entwicklungen sind langwierige Prozesse, denen wir uns stellen.

Was wir aus der Kritik gelernt haben ist, dass wir stärker auf die Grenzen unserer Einflussmöglichkeiten hinweisen müssen. Auf jeden Fall pflegen wir eine offene Kommunikation, um zeitnah über unsere Schritte zu informieren.

Energieeffizienz ist auch im fairen Handel möglich – aber wie?

Fairtrade in Afrik und der energieeffiziente Ofen

Effiziente Kochöfen können die Menge an benötigtem Brennholz und damit die CO₂-Emissionen verringern

Energieheld: Fairtrade unterstützt Initiativen zur effizienteren Nutzung von Energie. Können Sie uns in diese Initiativen bitte einen Einblick geben?

Claudia Brück: Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für die Landwirtschaft weltweit, also auch für Fairtrade-Produzenten und ihre Familien.

Von den Auswirkungen des Klimawandels sind in erster Linie Menschen in den benachteiligten Regionen des globalen Südens betroffen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen. Sinkende Erträge bedrohen ihre Einkommens- und Nahrungsmittelsicherheit. Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind dringend notwendig, um ihre Existenzen zu sichern.

Daher haben sich Fairtrade und der Gold Standard, Vorreiter in Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung, als starke Kooperationspartner  zusammengetan und den Fairtrade-Klimastandard entwickelt, der im Oktober 2015 veröffentlicht wurde – damit Produzentenorganisationen und Gemeinden im globalen Süden nachhaltig von Klimaschutzprojekten profitieren.

Der Fairtrade-Klimastandard verbindet Fairtrade-Produzentenorganisationen und Gemeinden mit Unternehmen und Organisationen, die aktiv Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen und soziale Verantwortung zeigen wollen. Durch gezielte Klimaschutzprojekte werden CO₂-Emissionen reduziert, welche in Form von Zertifikaten, den Fairtrade Carbon Credits, gehandelt werden.

Unternehmen und Organisationen im Norden sind aufgefordert zunächst ihre Emissionen zu reduzieren – verbleibende Emissionen können dann durch den Kauf von Fairtrade Carbon Credits kompensiert werden. Dies kann sowohl auf Ebene der gesamten Unternehmensemissionen erfolgen, als auch für die Herstellung von klimafreundlichen Produkten.

Im Bereich Energie-Effizienz sind derzeit erlaubte Projekttypen zum Beispiel effiziente Kochöfen, Filtersysteme für Trinkwasser oder energiesparende Lampen. Auch im Bereich erneuerbarer Energien gibt es verschiedene Projekttypen, wie Biogasanlagen oder Solarenergie zum Kochen, zum Heizen, für Lampen oder warmes Wasser.

Energieheld: Kann Fairtrade noch mehr zur Energiewende beitragen?

Biogasanlage

Biogasanlage, die mit landwirtschaftlichen Abfallprodukten betrieben wird.

Claudia Brück: Der Schwerpunkt von Fairtrade liegt auf den Menschen in den Anbauländern des globalen Südens. Wir wollen, dass sie sich nachhaltig entwickeln können. Das bedeutet auch, dass hier im Norden Verantwortung übernommen werden muss. 

Denn während die Nordstaaten den größten Teil zum Klimawandel beigetragen haben, sind vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer diejenigen, die dessen Auswirkungen schon jetzt zu spüren bekommen.

Energieheld: Bleiben wir bei der Energieeffizienz, wie sieht es da bei ihrer Zentrale aus?

Claudia Brück: TransFair ist Ökostromkunde. Bei allen Neuanschaffungen achten wir darauf, dass die Geräte langlebig und energiearm sind. Das gilt zum Beispiel für unsere IT: wir arbeiten mit virtuellen Desktops, die nur einen Bruchteil der Energie eines lokalen Einzel-PCs verbrauchen.

Materialien drucken wir auf Recycling- oder FSC-Papier. Die Hauptfaktoren unserer Emissionen, die nicht vermeidbar sind – das sind Dienstreisen, Pendeln zur Arbeit und Heizenergie – kompensieren wir.

Fairtrade im Alltag

Fairtrade im Alltag / Quelle: TransFair e.V./Miriam Ersch

Fairtrade – Alltagstipps

Energieheld: Haben Sie Tipps für unsere Leser, wie sie im Alltag dazu beitragen können, Energie zu sparen?

Claudia Brück: Die klassischen Tipps: Ökostromkunde werden, Stoßlüften, Stromfresser beseitigen, Stand-By vermeiden, Carsharing statt Privatauto, wenn möglich Bahn fahren statt fliegen, beim Einkauf auf faire, bio- und saisonale Produkte achten. Und: öfter mal abschalten.

Energieheld: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben, Frau Brück.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich freue mich sehr, dass wir Frau Brück für ein Interview gewinnen konnten. In dem Gespräch wollte ich herausfinden, wie es Fairtrade mit dem Klimaschutz hält. Neben den lobenswerten Aktivitäten von Fairtrade für fairen Handel, kommen nach Aussage von Frau Brück auch die Umweltkriterien nicht zu kurz.

Das ist gut – Wirtschaftsfaktoren stehen bei der Förderung von regionalen Produzenten und Händlern aber klar im Vordergrund. Hier ließe sich sicher argumentieren, dass auch ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wirtschaftliche Vorteile mit sich brächte. Was ich noch besonders ansprechen wollte, war der viel zitierte Kritikpunkt der Transportkosten, also dass z. B. Rosen aus Afrika ein weit schlechteren Klima-Fußabdruck haben als Rosen aus Holland.

Hier argumentiert Frau Brück mit dem Aspekt der Produktion, die Produktion der Blumen kann in Afrika weit klimafreundlicher passieren als in Holland. In Afrika wird auf den klimaschädlichen Mineralstickstoffdünger verzichtet. Die Transportkosten fallen im Verhältnis zu dem schädigen Dünger kaum ins Gewicht.

Es kommt hierbei natürlich immer auf die Einzelfallbetrachtung an. Generell gilt aber die Regel für ökologisches Verhalten: Regionale Anbieter nutzen, zu saisonalen Produkten greifen und auf biologisch unbedenkliche Produktion und Lagerung achten.

Fairer Handel und ein ökologisches Bewusstsein. Das ist auf jedenfall die richtige Kombination. Dann klappt es auch mit der grünen Zukunft.

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.