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Neue Wege für die Flüchtlingshilfe – Mit diesen Zwei Schlüsseln fördert die KfW die Integration

Neue Wege für die Flüchtlingshilfe – Mit diesen Zwei Schlüsseln fördert die KfW die Integration
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Krisen und Spannungen in der Welt nehmen zu. Viele Länder unserer Erde sehen sich mit Konflikten, Fragilität und Gewalt konfrontiert.

Besondere Not leiden dabei die Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben werden. Die KfW fördert aktuell 40 Vorhaben zur Flüchtlingshilfe mit einer Gesamtsumme von 700 Millionen Euro. Ein Teil dieser Unterstützung erfolgt über die Zusammenarbeit mit NGOs direkt in den Krisengebieten um erste Nothilfe zu leisten und diese langfristig zu einer konstruktiven Entwicklungshilfe auszubauen.

Wir finden das toll und wollen daher die Förderprogramme der KfW hier einmal genauer vorstellen.

Dieser Artikel befasst sich speziell mit zwei Projekten durch welche die KfW in Deutschland einen Beitrag zu dieser Thematik leistet. Erstens die kommunale Sonderförderung für „Flüchtlingsunterkünfte“ sowie zweitens die Bundesweite Initiative „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“, die Social-Entrepreneure bei der wirtschaftlichen Eingliederung von Flüchtlingen unterstützt.

Themen des Beitrags:


KfW: Sonderförderung Flüchtlingsunterkünfte

Die KfW unterstützt Kommunen bei der Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften durch den Investitionskredit Kommunen (IKK) 208. Städten und Gemeinden stehen zinslose KFW-Darlehen für Investitionen in den Neu- und Umbau, die Modernisierung sowie den generellen Erwerb von Flüchtlingsunterkünften zur Verfügung. Das verfügbare Gesamtvolumen der Sonderförderung beträgt 300 Millionen Euro. Damit können theoretisch, je nach Art der Unterkünfte bis zu 30.000 Plätze geschaffen werden. Die Kommunen können hierbei zwischen Laufzeiten von 10, 20 oder 30 Jahren wählen. Der Zinssatz beträgt einheitlich 0,0% und ist für 10 Jahre festgelegt. Die Kredite werden in der Reihenfolge der Antragseingänge bearbeitet. Je nach Antragsaufkommen wird die KfW über eine Aufstockung des Programmes entscheiden.

„Die hohe Zahl an Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, ist auch eine finanzielle Herausforderung für unser Land. Eine angemessene Unterbringung ist aber die Basis für die gesellschaftliche Integration. Die KfW unterstützt die Kommunen daher bei der Bereitstellung von geeigneten Unterkünften für Flüchtlinge“
– KfW Vorstandsvorsitzender Dr. Ulrich Schröder¹


KfW und Social Impact gemeinnützige GmbH:
„ANKOMMER. Perspektive Deutschland“

Ankommen bedeutet mehr als nur Willkommen sein. Es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein und aktiv an dieser zu partizipieren. Aus diesem Anlass haben die KfW Stiftung und die Social Impact gGmbH unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein Stipendienprogramm gestartet: ANKOMMER. Perspektive Deutschland unterstützt Projekte und Initiativen, die Flüchtlingen die Möglichkeiten ebnen, sich so einbringen zu können, dass sie an Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland teilhaben.

„Mit der Beteiligung an dem Projekt ANKOMMER. Perspektive Deutschland trägt die KfW Stiftung dazu bei, dass Flüchtlinge eine Perspektive haben, sich aus der Abhängigkeit von den Sozialsystemen zu lösen, selbstbestimmt zu leben und aktives Mitglied unserer Gesellschaft zu sein“
– Dr. Edeltraud Leibrock, Mitglied des Vorstands der KfW Stiftung²

Der Ablauf des Projektes ANKOMMER

Das Projekt richtet sich an angehende Start-ups und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die durch innovative und kompatible Ansätze Flüchtlingen sowohl einen verbesserten Zugang zu Bildung verschaffen, sowie darüber hinaus auch das Angebot von Ausbildungs- und Arbeitslätzen erweitern. Die durch das Stipendienprogramm ausgewählten Teilnehmer entwickeln mit Unterstützung eines interdisziplinären Expertenteams ihre Konzepte weiter und übertragen sie in praktikable unternehmerische Lösungen.

In der folgenden Grafik haben wir noch einmal die wichtigsten Fakten zum Ablauf des „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“-Programms komprimiert aufgelistet:

ankommer-perspektive-deutschland-ablauf.jpg

Das Stipendium hat eine Laufzeit von bis zu acht Monaten und umfasst Leistungen im Gegenwert von 12.500 Euro. Hierunter fallen Coaching, Fachberatung, Workshops und ein Co-Working Arbeitsplatz in den Standorten der Social Impact gGmbh (u.a. in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig). Während der Laufzeit des Stipendiums haben die Teilnehmer die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung in Form einer Kostenpauschale von bis zu 4.000 Euro zu erhalten. Abschließend werden die drei besten Projekte mit einem  Startgeld von jeweils 20.000 Euro prämiert.


Unser Fazit

Krisen und daraus resultierende Flüchtlingsbewegungen sind eigentlich kein neues Phänomen. Ganz im Gegenteil, Migrationsbewegungen gehören zur Geschichte der Menschheit. Die KfW als weltweit größte nationale Förderbank lässt in diesem Zusammenhang ihrem Slogan „Bank aus Verantwortung“ auch tatsächlich Taten folgen.

Die beiden aufgezeigten Projekte sind Paradebeispiele, wie eine staatliche Regierung auch in kommunalen und privaten Bereichen Rahmenbedingungen und Anreize für eine wirtschaftliche und soziale Integration für Vertriebene und Flüchtige implementieren kann. Nun ist es an den Adressaten diese Optionen auch wahrzunehmen und zu demonstrieren zu welchen Möglichkeiten die Gesellschaft unserer Bundesrepublik fähig ist.

Wer als privater Bürger Flüchtlingen helfen möchte findet hier noch einige Interessante Möglichkeiten:

  • Spendenmöglichkeit: „Aktion Deutschland Hilft“ – Bündnis deutscher Hilfsorganisationen
  • Wohnraum zur Verfügung stellen: Wir heißen „Flüchtlinge Willkommen“
  • Ehrenamtliche Mitarbeit an lokalen/regionalen Projekten
  • Haltung zeigen, sich in Diskussionen mit Freunden, Familie und Kollegen für Akzeptanz einsetzten

Verfasst von: Alexander Moritz Vogel


UPDATE (24.09.2105)
– KfW stockt Sonderförderung auf 500 Millionen Euro auf!

Die am 06.September 2015 mit einem Volumen von 300 Mio. Euro gestartete Sonderförderung „Flüchtlingsunterkünfte“ auf Basis des Investitionskredits Kommunen (IKK) wurde von der KfW aufgrund der starken Nachfrage auf ein neues Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro aufgestockt. Die Konditionen bleiben die gleichen wie bisher. Somit können je nach Art der Unterkünfte, bis zu 50.000 Plätze geschaffen werden.

Hierzu der Vorstandsvorsitzende der KfW, Dr. Ulbrich Schröder:

„Mit der Bereitstellung und Aufstockung der Sonderförderungen zur Schaffung von Flüchtlingsunterkünften nimmt die KFW Verantwortung in einer außergewöhnlichen Situation wahr. Unser Ziel ist es, den Kommunen schnell und flexibel bei der Bewältigung einer der größten Herausforderungen der vergangenen Jahre zu helfen.“³

Ferner verweist die KfW darauf, dass auch nach Ausschöpfung dieser Sonderfazilitäten weiterhin im Rahmen des Investitionskredit Kommunen (Programm 208) attraktive Finanzierungsangebote für kommunale Investitionen im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen bestehen.

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_302336.html


UPDATE (13.10.2015)
– KfW verdoppelt Sonderförderung auf 1 Milliarde Euro!

„Die Nachfrage von Kommunen und Gemeinden ist ungebrochen hoch. Auch angesichts des nahenden Winters und der damit zu erwartenden niedrigen Temperaturen muss es Städten und Gemeinden möglich sein, eine günstige Finanzierung schnell und flexibel zu erhalten, um Flüchtlingsunterkünfte zu erwerben oder zu errichten.“

Die KfW stellt weitere 500 Millionen Euro zur Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften zur Verfügung. Das Gesamtvolumen beträgt dementsprechend nun 1 Milliarde Euro! Somit verdoppelt sich auch die Zahl der potenziellen Unterkunftskapazität auf bis zu 100.000 Plätzen. Die Konditionen bleiben auch diesmal wieder die Gleichen.

„Die KfW wird mit der dieser Sonderförderung ihrer Verantwortung als Förderbank in einer außergewöhnlichen Situation gerecht.“ – Dr. Ulbrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung

Bisher 318 Anträge mit insgesamt 548 Mio. Euro

Die ersten 500 Millionen Euro wurden bereits bis Anfang Oktober nachgefragt. Folgende Grafik zeigt die Höhe der angeförderten Kredite nach Bundesländern.

Spitzenreiter mit einer Kreditsumme von 126 Millionen Euro ist das Land Baden Württemberg. Dicht gefolgt von Niedersachsen mit 113 Millionen Euro. In den neuen Bundesländern wurden verhältnismäßig wenig Mittel beantragt, in Thüringen bisher (12.10.2015) sogar noch gar keine.

KfW Förderung für Flüchtlingsunterkünfte

Quellenverzeichnis:
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_298688.html ¹; https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/%C3%96ffentliche-Einrichtungen/Kommunale-soziale-Basisversorgung/Finanzierungsangebote/Investitionskredit-Kommunen-(208)/; https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_295296.html ²; http://ankommer.eu/; https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/Themen/Frieden/Im-Fokus/; https://www.kfw.de/nachhaltigkeit/Aktuelles/News-Details_267968.html ; https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_302336.html ³

Bildverzeichnis:
Titelbild ist eigene Darstellung, Basis © wikimedia CCO
Grafik ist eigene Darstellung © Energieheld
Video © Social Impact Gmbh

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Philipp Kloth

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