Beitragsbild Prämie E Autos

Was man über die Prämie für E-Autos wissen sollte

Was man über die Prämie für E-Autos wissen sollte
5 (100%) 4 Stimmen

Das Elektro-Auto ist inzwischen seit etlichen Jahren auf dem Markt. Die Meinungen zu den alternativen Antrieben, die den Automobilmarkt auf den Weg der erneuerbaren Energien lenken sollen, sind bislang noch geteilt. Während die einen im Elektro-Auto die umweltfreundliche Transportmöglichkeit der Zukunft sehen, halten Skeptiker die Technologie noch immer für zu unausgereift, um herkömmlichen Verbrennungsmotoren tatsächlich den Rang abzulaufen.

Die Kritikpunkte am Elektro-Auto sind vielseitig. Vor allem die Energiespeicherkapazitäten, mit denen die bisherigen Modelle aufwarten können, überzeugen Vielfahrer noch nicht ganz. Zu kurz sei die Strecke, die mit einer Ladung zurückgelegt werden könne, bevor die Batterien des Elektro-Autos wieder aufgeladen werden müssen. Selbst die reichweitenstärksten Elektro-Autos schaffen mit einer Ladung maximal 600 Kilometer, dann ist der Akku leer.

Große Entwicklerfirmen wie Bosch kündigten jetzt an, dass die Technologie des Elektro-Antriebs in den nächsten Jahren deutlich weiterentwickelt werden soll. Bis 2020 stehe vor allem die grundlegende Überarbeitung und Verbesserung der Batteriesysteme im Fokus. Außerdem soll die Anzahl der Ladestationen in der gesamten Bundesrepublik ausgebaut werden.

Eine erhöhte Förderung der Elektromobilität kann in Zukunft vieles möglich machen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie möchte bis 2020 eine Million Elektro-Autos auf deutsche Straßen bringen und damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Energiewende machen. „Schaufenster Elektromobilität“ heißt das dafür ins Leben gerufene Förderprogramm. Damit dieses hoch gesteckte Ziel trotz aller Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie erreicht werden kann, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit dem Automobilmarkt einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erstellt. Herzstück der neuen Fahrtrichtung sind der bundesweite Ausbau der Ladestationen für die E-Autos und umfangreiche Investitionen in den Bereich Forschung und Entwicklung. Rund 210 Millionen Euro will die Bundesregierung investieren, um die Technologie der Elektroantriebe vor allem im Bereich der Batterieforschung voranzubringen.

Eine attraktive Käuferprämie soll Autofahrern zudem künftig den Umstieg auf den Elektroantrieb schmackhaft machen.

Bild 1

Beim Thema Elektro-Auto gehen die Meinungen von Automobilfans stark auseinander.
fotolia.com © bluedes

Wie funktioniert also die Prämie für E-Autos?

In der Bundesregierung ist es beschlossene Sache: Für Elektro-Fahrzeuge, die ab dem 18. Mai 2016 gekauft wurden, können Halter jetzt eine staatliche Prämie beantragen. Der so genannte „Umweltbonus“ beträgt 4.000,00 Euro für reine batterieelektrisch angetriebene E-Autos und immerhin noch 3.000,00 Euro für Plug-in-Hybride. Wer sich also jetzt für den Kauf eines E-Autos entscheidet, darf sich möglicherweise über die neue Kaufprämie freuen. Aber Vorsicht: Nicht jedes Auto ist automatisch förderungsfähig.

Als Voraussetzung für die Beantragung der Prämie gilt:

  1. Das E-Auto oder der Plug-in-Hybride darf nicht vor dem 18. Mai 2016 gekauft worden sein.
  2. Der Listenpreis für einen Neuwagen darf in der Grundausstattung ein Maximum von 60.000,00 Euro netto nicht überschreiten.
  3. Der Käufer muss ein Fahrzeugmodell von einem Hersteller wählen, der seine Teilnahme am Förderprogramm zugesagt hat.

Vor allem bei der Wahl des richtigen Fahrzeugmodells sollten Käufer vorsichtig sein, denn längst nicht alle Automobilhersteller beteiligen sich an der Maßnahme zur Förderung der Elektromobilität. Die Bundesregierung übernimmt nämlich nur die Hälfte der veranschlagten Prämie und das auch nur, wenn der Automobilhersteller die restlichen Kosten übernimmt.

Diese Autohersteller haben ihre Teilnahme am Förderprogramm bereits zugesagt:

Audi, BMW, Citroen, Ford, Hyundai, Kia, Mercedes, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und VW.

Der Fördermitteltopf, den sich Bund und Hersteller teilen soll rund 1,2 Milliarden Euro umfassen. Dies entspricht einer Förderung von 300.000 bis 400.000 E-Autos.

Die Beantragung der Prämie für den Kauf eines E-Autos erfolgt über das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Eine entsprechende Stelle im Bundesamt wird kurzfristig eingerichtet. Die Maßnahme ist allerdings nicht dauerhaft angelegt. Das Angebot gilt nur, bis das eingeplante Budget von 1,2 Milliarden Euro erschöpft ist. Sollten sich die Mittel als ausreichend erweisen, läuft der Umweltbonus trotzdem zum 30. Juni 2019 aus. Bund und Automobilindustrie hoffen, dann ihrem Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf deutsche Straße zu bringen, schon erheblich näher gekommen zu sein.

Welches Ziel verfolgt die Prämie für E-Autos?

Bild 3

Elektroautos emittieren keine Abgase
pixabay.com © malp

Mit der Prämie für den Kauf von E-Autos möchte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auch im Bereich der Automobilindustrie eine echte Chance für das Klima und die Energiewende schaffen. Schon lange übernimmt Deutschland in Sachen erneuerbare Energien eine echte Vorreiterrolle in Europa und sogar weltweit. Diese Rolle gerät zusehends ins Schwanken. Durch die gezielte Förderung der Elektromobilität könnte hier jedoch wieder etwas Vorsprung gut gemacht werden. Dabei geht der Bund selbst mit gutem Beispiel voran, denn auch der eigene Fuhrpark soll bereits zu rund 20 Prozent auf Elektromobilität setzen.

Mit der Prämie für E-Autos soll die Attraktivität dieser neuen Technologie für Autofahrer gesteigert werden. Die Bundesregierung möchte auf diese Weise den Automobilmarkt für Elektrofahrzeuge kräftig ankurbeln. Es ist schließlich nicht von der Hand zu weisen, dass E-Autos bislang als Neuwagen preislich deutlich über vergleichbaren Modellen mit Verbrennungsmotor liegen. Die Prämie soll diesen Unterschied zumindest ein wenig angleichen und die Vorteile der E-Autos in den Vordergrund rücken.

Auch der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos kann einen Anschub gebrauchen. Hier wirkt sich der angeblich hohe Wertverlust von E-Autos bislang noch negativ auf das Geschäft aus. Ein herkömmlicher Mittelklassewagen mit Benzinmotor unterliegt nach Angaben von DAT und Schwacke bei einer durchschnittlichen jährlichen Laufleistung von 20.000 km nach drei Jahren einem Wertverlust von rund 45 %. Genaue Zahlen liegen aufgrund der noch jungen Technologie für Elektroautos bisher nicht vor, Experten schätzen aber den Wertverlust unterschiedlich ein. Es gibt sowohl Stimmen die einen erhöhten Wertverlust, als auch solchen die auf keinen signifikanten Unterschied nennen. Die Befürchtung des geringeren Wiederverkaufswertes halten sich daher hartnäckig. Pessimistische Händler zeigen sich beim Auto Ankauf im Elektrobereich daher bislang eher verhalten. Mit der Weiterentwicklung der Elektro-Motoren soll sich der Gebrauchtwagenmarkt auch in diesem Bereich langsam angleichen und das E-Auto damit auch aus zweiter Hand attraktiver machen. Damit käme auch der Automarkt der Energiewende ein ganzes Stück näher.

So sinnvoll ist die Prämie für E-Autos

Derzeit sind die vergleichsweise hohen Neuwagenpreise für E-Autos noch ein großer Hemmschuh für den Umstieg auf die Elektromobilität. Dem könnte die Prämie für E-Autos künftig ein wenig entgegenwirken. Seine volle Wirkung kann der Umweltbonus aber sicher nur dann entfalten, wenn auch die anderen geplanten Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität konsequent umgesetzt werden. Durch die Entwicklung besserer Technologien im Bereich des batterieelektrischen Antriebs, den großflächigen Ausbau von Ladestationen und die Entwicklung attraktiver Leasingprogramme kann das E-Auto auch langfristig zu einer echten Alternative zum Verbrennungsmotor werden – und damit einen wichtigen weiteren Schritt zur Energiewende vollziehen.

 

UPDATE: Einen neueren Artikel zum Umweltbonus finden Sie hier.

 

Bildquelle:
 Beitragsbild – fotolia.com © Picture-Factory

Share Button

Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."