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Welche Sanierung lohnt sich am meisten?

Welche Sanierung lohnt sich am meisten?
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Wer sein Haus sanieren möchte, der steht erstmal vor einem ganzen Berg unbeantworteter Fragen. Was darf gemacht werden, was muss gemacht werden? Welches Bauteil sollte zuerst saniert werden und wo spart man anschließend das meiste Geld? Worauf es in den meisten Fällen jedoch hinausläuft, ist die Frage nach dem Gesamtnutzen: Also, welche Sanierung lohnt sich insgesamt am meisten? Wir zeigen sinnvolle Lösungen und erläutern Ihnen die „all time favourites“.

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  1. Welche Sanierungen sind generell möglich?
  2. Kosten-Nutzen-Vergleich einzelner Sanierungen
  3. Die Top-3 Sanierungen
  4. Wirtschaftlichkeit einer Sanierung berechnen
  5. Staatliche Förderung beachten
  6. Fazit

Welche Sanierungen sind generell möglich?

Möglichkeiten zur energetischen Sanierung einer Immobilie gibt es viele, aber nicht alle sind in jedem Fall sinnvoll. Zu den Klassikern gehören eine neue Heizung, neue Fenster und ein neues Dach. Diese Optionen bedürfen im ersten Moment keiner großartigen Erklärung. Etwas komplexer wird die Angelegenheit jedoch, wenn wir auch Dämmungen, Solarthermie- und Photovoltaikanlagen hinzuzählen. Jedes der sogenannten Gewerke bringt wiederum weitere Subkategorien mit sich, die nun im Einzelnen vorgestellt werden sollen.

Heizung sanieren

Bei den Heizungen haben Sie die Wahl zwischen bewährten Lösungen wie Öl- oder Gasheizungen, umweltfreundlicheren Holzheizungen und technisch ausgefeilten Lösungen wie Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken und Brennstoffzellen. Abgesehen von den Öl- und Gasheizungen, die inklusive Einbau meist schon unter 8.000 Euro zu haben sind, liegen die Preise für alle übrigen Optionen meist zwischen 15.000 und 30.000 Euro.

Fenster sanieren

Im Bereich Fenster ist die technische Auswahl nicht so groß wie bei Heizungen. Hauptsächlich müssen Sie sich zwischen 2-fach-Verglasung und 3-fach-Verglasung entscheiden. Erstere Variante kommt normalerweise bei ungedämmten Fassaden zum Einsatz, um Schimmelbildung vorzubeugen. Für die geringfügig teurere 3-fach-Verglasung gibt es hingegen staatliche Förderung, sodass dies eher der technische Standard ist, wenn die Fassade bereits gedämmt wurde, oder in nächster Zeit gedämmt werden soll.

Dach sanieren

Auch beim Dach müssen Sie sich nur zwischen zwei hauptsächlichen Optionen entscheiden: Mit Dämmung oder ohne? Ist das Dachgeschoss bewohnt oder soll es später noch ausgebaut werden, dann empfiehlt sich eine Dachdämmung. Ist ohnehin ein neues Dach fällig, dann ist die Aufsparrendämmung die beste Lösung – ansonsten wird unter und zwischen den Dachsparren gedämmt. Wird der Dachboden nur als Lagerraum genutzt, dann kann einfach die oberste Geschossdecke für meist unter 5.000 Euro gedämmt werden.

Dämmung anbringen

Dach-Dämmung

© Digitalwunder / pixabay.com CC0

Eine Dämmung lässt sich an vielen Gebäudeteilen anbringen und macht besonders immer dann Sinn, wenn das entsprechende Bauteil ohnehin erneuert werden soll. Zu den günstigsten und schnellsten Maßnahmen gehört die Einblasdämmung, die allerdings nicht überall durchgeführt werden kann.

Das Dach lässt sich mit einer Aufsparren-, Zwischensparren- oder Untersparrendämmung versehen. Wird das Dach ohnehin neu gedeckt, dann ist die Aufsparrendämmung immer die beste Lösung. Wie bereits erwähnt, kann auch einfach der Dachboden kostengünstig gedämmt werden, wenn das Dachgeschoss nicht genutzt wird.

An der Fassade können Sie zwischen Wärmedämmverbundsystemen, Vorhangfassaden oder Einblasdämmungen wählen. Einblasdämmungen funktionieren bei zweischaligen Mauerwerken, während sich die übrigen Varianten überall verwenden lassen, aber auch deutlich teurer sind. Generell gilt, dass bei Dämmungen besonders Anschlussarbeiten an Fenstern etc. die meiste Zeit verschlingen und große zusammenhängende Flächen daher insgesamt günstiger zu dämmen sind.

Letztlich lässt sich auch noch der Keller dämmen, wobei für die meisten Gebäude nur eine Dämmung der Kellerdecke in Frage kommt. Eine sogenannte Perimeterdämmung der Kelleraußenwand lohnt sich eher bei Neubauten, wenn die Kellerwände noch frei liegen.

Solarthermie montieren

Solarthermieanlagen sind recht umstritten – einige Besitzer lieben sie, andere können nur geringe Einsparungen bei den Heizkosten feststellen. Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen kleinen Anlagen für die Warmwasserbereitung und größeren für die zusätzliche Heizungsunterstützung. Viele Haushalte können besonders im Sommer ihren gesamten Warmwasserbedarf mit einer Solarthermieanlage decken. Wer allerdings selten oder immer erst spät abends zu Hause ist, der wird mit einer solchen Anlage erheblich weniger einsparen.

Photovoltaikanlage (Stromspeicher) installieren

Für Photovoltaikanlagen gilt ähnliches wie für Solarthermieanlagen – die Wirtschaftlichkeit hängt enorm von den Lebensverhältnissen der Bewohner ab. Der gewonnene Strom kann zwar stets auch verkauft werden, aber die stetig sinkende Einspeisevergütung macht diese Option kaum noch attraktiv. Wer häufig zu Hause ist und einen vergleichsweise hohen Strombedarf hat, der kann über die Anschaffung einer Photovoltaikanlage zusammen mit einem Stromspeicher nachdenken. Eine Pauschallösung zur Einsparung von Energiekosten ist dies allerdings nicht.


Kosten-Nutzen-Vergleich einzelner Sanierungen

Bei allen Sanierungen muss zwischen den initialen Investitionskosten und den späteren Unterhaltskosten unterschieden werden. Lösungen, die in beiden Kategorien punkten, haben daher ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis:

Gewerk Sanierung Kosten samt Einbau Preis-Leistungs-Verhältnis Bemerkung
Heizung Öl- / Gasheizung 6.000 – 10.000 €  gut Ist irgendwann ohnehin fällig
Pelletheizung 19.000 – 25.000 €  gut Lohnt sich nur bei hohem Wärmebedarf
Wärmepumpe 15.000 – 25.000 €  gut Funktioniert nur mit guter Dämmung
Brennstoffzelle ca. 30.000 €  gut Rentiert sich nur bei hohem Strombedarf
Blockheiz-kraftwerk ab 25.000 €  gut Rentiert sich nur bei hohem Wärmebedarf
         
Fenster 2-fach-Verglasung ab 490 €  mittelmäßig Echte Verbesserung eher bei sehr alten Fenstern
3-fach-Verglasung ab 550 €  gut
         
Dach Dach decken  80 – 120 € pro m²  schlecht Reine Neu-Eindeckung bringt keine Einsparungen
Dach dämmen innen  50 – 80 € pro m²  gut Nur gut, wenn das Dach noch viele Jahre hält
Dach dämmen außen 150 – 250 € pro m² gut Nur gut, wenn das Dach ohnehin gedeckt werden muss
Dachboden dämmen  15 – 40 € pro m²  sehr gut Lohnt sich praktisch immer
         
Dämmung WDVS  90 – 150 € pro m²  mittelmäßig Nur zu empfehlen, wenn der Putz ohnehin erneuert wird, rentabler bei größeren Flächen ohne Fenster
Vorhangfassade  170 – 200 € pro m²  mittelmäßig Ähnlich wie WDVS, bietet eher gestalterische Vorteile
Kerndämmung  15 – 40 € pro m²  sehr gut Immer zu empfehlen, wenn Luftspalt im Mauerwerk über 4 cm liegt
Keller dämmen  40 – 80 € pro m²  mittelmäßig Vergleichsweise geringe Einsparungen bei hohem Aufwand
Kellerdecke dämmen  15 – 40 € pro m²  gut In vielen Fällen empfehlenswerter als alle anderen Kellerdämmungen
         
Solarthermie Warmwasser-bereitung  4.500 €  mittelmäßig Einsparungen hängen stark vom Nutzungs-verhalten ab
Heizungs-unterstützung  8.500 €  mittelmäßig
         
Photovoltaik Photovoltaik  8.000 €  mittelmäßig Amortisations-dauer mindestens 12 Jahre
PV + Stromspeicher  15.000 – 25.000 €  mittelmäßig – schlecht Lohnt sich nur bei hohem Strombedarf
         

Die Top-3 Sanierungen

Top-3 Sanierungen

© MichaelaThiede / pixabay.com CC0

Die laufenden Betriebs-Kosten eines Hauses gehen im Wesentlichen von der Heizung aus. Aus ganzheitlicher Sicht sollten Sie jedoch mit Dämmungen beginnen, um weitere Maßnahmen darauf abstimmen zu können. Bei einer Einblasdämmung fallen meist nur Kosten zwischen 15 und 40 Euro pro Quadratmeter an. Die oberste Geschossdecke kann so fast immer für 3.000 bis 5.000 Euro komplett gedämmt werden. Besitzt das Gebäude ein zweischaliges Mauerwerk, lässt sich für dieselben Quadratmeterpreise auch die Fassade dämmen – so günstig ist keine andere Dämmung!

Eine Heizung, die älter als 20 Jahre ist, kann danach auch bedenkenlos ausgetauscht werden. Die Einsparungen durch die Neuanschaffung haben sich bereits in wenigen Jahren amortisiert. Eine alte Ölheizung durch eine neue zu ersetzen, bewirkt häufig schon wahre Wunder bei den Heizkosten, ohne dass Sie gleich mehrere 10.000 Euro investieren müssen. Da zuerst gedämmt wurde, kann natürlich eine kleinere (und günstigere) Heizung eingebaut werden.

Auch neue Fenster sind eine gute Maßnahme, um Heizkosten einzusparen. Häufig sind es jedoch weniger die neuen Fenster-Scheiben selber, sondern eher ein sehr präziser Einbau, der hohe Energieeinsparungen ermöglicht. Die größten Einsparungen erhalten man also, wenn die alten Fenster schon sehr zugig geworden sind.

Sanierung Besondere Vorteile
Einblasdämmung (oberste Geschossdecke, Fassade) Geringer Preis pro Quadratmeter, schnelle Umsetzung
Alte Heizung ersetzen Früher oder später ohnehin notwendig, Heizkosten werden auch bei gleichbleibendem Brennstoff gespart
Neue Fenster Schon ab 490 € pro Fenster, große Luftschlitze werden geschlossen

Wirtschaftlichkeit einer Sanierung berechnen

Ob eine Sanierung wirklich wirtschaftlich ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängt von einigen Randbedingungen und vor allem von Ihrem jetzigen Energiebedarf ab. Sollten Sie ohnehin nur selten zu Hause sein, dann amortisieren sich aufwändige Maßnahmen nur selten, trotz hoher Energieeffizienz. So gibt es unzählige Szenarien, die durchgespielt werden können, wenn es um die Entscheidung geht, ob eine Sanierung wirklich sinnvoll wäre. Wärmepumpen sind beispielsweise für den Altbau eher ungeeignet, aber wenn Sie Ihr Haus ohnehin von Grund auf sanieren möchten, dann erhalten Sie auch höhere Zuschüsse und das Ganze sieht schon wieder anders aus.

Was bleibt also zu tun? Wer sich nicht selber die Mühe machen möchte, der findet im Internet unzählige Tools, um die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung zu berechnen. Zu den vertrauenswürdigsten Angeboten gehört dabei definitiv der Sanierungsrechner von Effizienzhaus-Online, der mit einer umfangreichen Datengrundlage und einem intuitiven Design aufwartet. Wenn Sie zunächst nur erst einmal schauen möchten, welche Möglichkeiten zur Sanierung grundsätzlich bestehen, dann ist solch ein Sanierungsrechner sicher ein guter Anfang. Nach der Umsetzung wird allerdings zu einem gewissen Teil auch Ihr persönliches Heiz- und Lüft-Verhalten darüber bestimmen, wie groß die Einsparungen letztendlich sind.


Staatliche Förderung beachten

Förderung für eine Sanierung

© martaposemuckel / pixabay.com CC0

Für viele Sanierungen gibt es auch staatliche Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Was viele aber nicht wissen: Häufig muss die Förderung im Vorfeld beantragt werden, sonst ist der Zuschuss futsch. Bei der KfW ist dies eigentlich immer der Fall und beim BAFA ab 2018 auch. Obwohl die Regierung natürlich möchte, dass die Förderung für Sanierungen auch bei den Bürgern ankommt, sind viele Eigenheimbesitzer mit den komplexen Verfahren rund um die Beantragung schnell überfordert – was also tun?

Zum einen bietet sich natürlich wie immer die Möglichkeit, ein geplantes Projekt mit energieheld umzusetzen und von der professionellen Beratung zu profitieren. Für Hausbesitzer ist dieser Service vollkommen kostenlos. Wer lieber gerne das Ruder selbst in der Hand hat, der sollte sich frühzeitig vor der Sanierung an einen Energieberater wenden, denn dieser ist bei fast allen gängigen Sanierungen ohnehin Pflicht, um die Förderung zu beantragen.

Sanierung Programm Förderung
Neue Dämmung KfW 430 10 % der Gesamtkosten (Zuschuss)
Neue Fenster KfW 430 10 % der Gesamtkosten (Zuschuss)
Neue Heizung (Öl und Gas) KfW 430 15 % der Gesamtkosten (Zuschuss)
Pelletheizung BAFA Biomasse ab 3.000 €
Wärmepumpe BAFA Wärmepumpe ab 1.300 – 4.000 €
Brennstoffzelle KfW 433 5.700 € + 450 € / 100 kW
Blockheizkraftwerk BAFA Mini-KWK ab 1.900 – 3.500 €

Fazit

Wie sieht also unser Fazit aus? Welche Sanierung lohnt sich am meisten? Schauen Sie sich am besten Ihre jährlichen Abrechnungen an. In den meisten Fällen sind die Heizkosten deutlich höher als die Stromkosten – hier ist also der größere Handlungsbedarf.

Ist die bestehende Heizung schon älter als 20 Jahre und kann eine Einblasdämmung durchgeführt werden, dann bieten sich hier zwei Optionen, die keiner großen Überlegung bedürfen. Wer weitere Maßnahmen plant, der sollte im Vorfeld einen sogenannten Sanierungsrechner nutzen.

 

 

Beitragsbild: © maitemara / pixabay.com CC0

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."