Ist der Bau einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher und evtl. einer elektrischen Wärmepumpe von Solarwatt rentabel?

+1 Punkt
Gefragt 4, Mär 2017 in Solarthermie von ANR (250 Punkte)

Hallo

das ist nun etwas komplex, da ich ganz am Anfang stehe.

Hier ein paar Fakten:

  • Einfamilienhaus von 1972, Massivhaus, nur Dachgeschoss gedämmt (also Dachsparren sind "nackt"), kein Klinker, Südausrichtung in PLZ 59514, also gute Voraussetzungen für Photovoltaik
  • 2 Personen, Verbrauch Strom 2300 kwH/Jahr, Verbrauch Erdgas 29000 kwh /Jahr, Niedrigtemperaturkessel Elco Klöckner Targon + Hydron, Erdgas

Nun mein Vorhaben:

  • Ich habe mir die Solarwatt-Lösungen herausgesucht, da diese lange Garantiezeiten und wohl einen hohen Effizienzwert haben. Da gibts auch Komplettpakete mit Speicher und Wärmepumpen
  • Eine PV-Anlage aufs Dach und damit soweit möglich die Strom und Gaskosten einsparen, also autark werden
  • also würde ich das gerne mit einem Batteriespeicher ergänzen
  • dann ist die Überlegung, zusätzlich im Keller eine Solarwatt-Wärmepumpe für Warmwasser zu installieren, somit Gaskosten reduzieren
  • auch eine spätere Erweiterung für ein E-Auto in der Garage soll wenn Auto dann vorhanden hinzukommen
  • ich wollte mit Finanzamt und Einspeisung nichts zu tun haben. Auch brauche ich keinen Kredit. Ohne Einspeisung gibt es aber keine Förderung soweit ich weiß

Also hatte ich Kontakt zu einem sogenannten "Premium-Partner" von Solarwatt aus Gütersloh. Dieser machte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine Anlage mit 2,5 kWp PV + 4,4 kWh Speicher + Warmwasserwärmepumpe. Diese fiel negativ aus. Ich würde die Kosten nicht rausbekommen. Ich denke, weil wir einen vergleichsweise geringen Verbrauch haben. Eine Lösung oder Vorgehensweise hat er aber auch nicht vorgeschlagen, was für mich befremdlich ist, da er ja was verkaufen will.

 Klar, die Sachen werden alle jährlich günstiger, vor allem Batteriespeicher. Hier meine Fragen:

  1. Solarwatt-Produkte ok oder doch Alternativen? Hier gibts Komplettpakete, alle aufeinander abgestimmt.
  2. Doch lieber einspeisen, somit evtl. Förderung möglich und letztlich ist die Anlage dadurch evtl. rentabel und man hat die Kosten nach 20 Jahren raus?
  3. Was machen? PV plus Batteriespeicher finde ich ist ein Muss. Gleich die Warmwasserpumpe hinzunehmen (so Gaskosten runter) oder warten?
  4. Anschluss E-Auto mitmachen lassen, später bei Bedarf Anlage u Speicher ausbauen?

 Bin ziemlich unsicher, ob und wie man das ganze angehen soll. Danke für die Hilfe!

3 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 6, Mär 2017 von F. Urbansky (1,640 Punkte)
ausgewählt 6, Mär 2017 von Basti
 
Beste Antwort

Hallo, das ist wirklich komplex, mal sehen, was ich beantworten kann.

Solarwatt-Produkte ok oder doch Alternativen? Hier gibt es Komplettpakete, alle aufeinander abgestimmt.

Darauf will ich nicht groß antworten, ich bin kein Produkttester. Ich kann nur sagen, dass die Solarwattprodukte meist i.o. sind und eine Paketlösung eines Hersteller sich immer anbietet, hängt mit der Abstimmung der Komponenten untereinander, aber auch mit dem Service zusammen.

Doch lieber einspeisen, somit evtl. Förderung möglich und letztlich ist die Anlage dadurch evtl. rentabel und man hat die Kosten nach 20 Jahren raus?

Die Einspeisevergütung beträgt derzeit noch 12,30 Eurocent je kWh, ob sich das für deine Anlage rechnet, hängt von der Größe und dem Betrag ab (hier am besten danach suchen http://www.pv-ertraege.de/cgi-bin/pvdaten/src/region_uebersichten_auswahl.pl/kl). Da hast du deine örtlichen Sonnenstunden und kannst dir die Vergütung selbst ausrechnen. Allerdings: Mit einer 2,5 kWp-Anlage wirst du nicht weit kommen, wenn du tendenziell eine Wärmepumpe einbinden willst. Da braucht es etwa mehr Saft.

Was machen? PV plus Batteriespeicher finde ich ist ein Muss. Gleich die Warmwasserpumpe hinzunehmen (so Gaskosten runter) oder warten?

Bei der Wärmepumpe will ich dir mal eine Illusion nehmen. Rechnen tut sich dass nie und nimmer. Du brauchst dafür n´mindestens ein Niedrigenergiehaus, KfW-70-Standard. Deine Heizmenge von 29.000 kWh Gas sagt mir, dass du eher in einem ungedämmten Haus lebst. Vergiss also lieber die Wärmepumpe oder du sanierst vorher energetisch, sprich Dämmung überall da, wo es geht. Allerdings ist das auch recht teuer.

Wenn du dennoch dran festhalten willst, kannst du eigentlich nur mit einer Sole-Wärmepumpe arbeiten, die sind am effizientesten. Allerdings müsste dein Untergrund dafür geeignet sein und du brauchst zwei Brunnen (Saug und Schlick genannt).

Noch zum Speicher: Vorausgesetzt, deine PV-Anlage ist groß genug (wenn du die Wärmepumpe mit einbinden willst, richtet sich die Leistungsabgabe der PV-Anlage nach der Leistungsaufnahme der Wärmepumpe an die der Photovoltaikanlage), kannst du selbst mit dem besten Speicher maximal 30 % deiner Wärmeleistung abdecken, sprich gut 70 % brauchst du weiter Gas. Mit einem Energiemanager kommst du vllt. auf 50 %, mehr ist nicht drin. Also brauchst du weiter dass Gas.

Anschluss E-Auto mitmachen lassen, später bei Bedarf Anlage u Speicher ausbauen?

Wenn du genug Geld hast – der Anschluss, Wallbox genannt, kostet zwischen 700 und 2000 Euro. Die Photovoltaik-Anlage sollte bei etwa 12.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr 20 Quadratmetern Fläche haben, da hast du schon mal eine Hausnummer.

Kommentiert 7, Mär 2017 von ANR (250 Punkte)
Vielen Dank für die Beantwortung!
+1 Punkt
Beantwortet 7, Mär 2017 von energie-experten.org (1,460 Punkte)
Ich würde Ihnen eine Dachdämmung empfehlen und eine neue Gas-Brennwertheizung. Diese vllt. auch als Hybrid mit Sg-Ready, sodass Sie dann den PV-Strom für eine Luftwärmepumpe nehmen.
Kommentiert 7, Mär 2017 von ANR (250 Punkte)
Hallo, das Dachgeschoss ist bereits gedämmt. Was ist dann noch mit Dachdämmung gemeint und bringt das denn noch was?
Kommentiert 8, Mär 2017 von energie-experten.org (1,460 Punkte)
Achso, sorry, hab ich falsch verstanden. Hast Du schonmal bei E.ON nachgefragt? Das Aura-Paket mit Wallbox (wie og) könnte interessant sein. Hier http://www.energie-experten.org/hersteller/eon/aura.html findest Du die aktuellen Daten.
+1 Punkt
Beantwortet 15, Mär 2017 von GESBB (1,160 Punkte)

Hallo,

Ziel der gesamten Aktion ist sicherlich die Heizkosten zu senken? ~30 MWh/a sind ja für ein EFH nicht gerade wenig.
WP+PV:
Grundsätzlich eine sehr gute Möglichkeit, allerdings im Bestand oftmals schwierig, da weder Heizflächen noch Hydraulik "wärmepumpenfreundlich" ausgelegt sind.
Bei energetischen Sanierung sollte zunächst eine Ist-Stand-Analyse erfolgen, bevor man sich neuen, teuren Investitionen zuwendet.
Neben der thermischen Qualität der Außenhülle, gehört hierzu auch die Energieeffizienz der vorhandenen Anlagentechnik, die oftmals katastrophal ist.
Es ist keine Seltenheit, dass bei vorhandenen Verbrennungswärmeerzeugern das Doppelte verbraucht wird (Anlagenaufwandszahl = 2), als eigentlich notwendig wäre. Hiervon bemerken die Anlagenbetreiber oftmals Nichts, weil die Kontrollmöglichkeit fehlt.

Mittels WMZ lässt sich die Energieeffizinz im praktischen Betrieb einfach feststellen und nach Auswertung entsprechende, zielführende Maßnahmen einleiten.
Übereilte Handlungen/Aktionen führen selten zum Erfolg!

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