Ist eine PU-Schaum-Dämmung für meine Anwendung (Zwischensparrendämmung) geeignet?

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Gefragt 15, Okt 2017 in Dämmung von Ralf Bögel (120 Punkte)
Wir haben ein Haus gekauft und bei beiden Besichtigungstermin (Hochsommer) waren die Zimmertemperaturen extrem warm.

Nachdem wir ohnehin eine hellere Holzverschalung anbringen möchten, bietet es sich an, den Zwischenraum zu isolieren.

Der bestehende Dachaufbau ist wie folgt:

Ziegel, Deckfolie, dünne Pressspahnplatte (ca. 10 mm), 100 mm Glaswolle (auf der Unterseite Alu-laminiert), lackierte Holzverschalung (leider dunkelbraun).

Nach unten schließen die Tragsparren an (200 mm lichte Höhe).

Die Idee wäre, auf die vorhandene Holzverschalung eine Bauder Flachdachdämmung PIR FA TE Polyiso-Hartschaum in 80 mm Stärke anzubringen (beidseitig Alu-kaschiert) und darunter wiederum eine neue Verschalung anzubringen, die aus optischen Gründen zwischen die Sparren eingepasst werden soll. Argumente für die PU-Schaumplatten wären:

Hohe Isolationswirkung bei geringer Stärke (damit von den Tragsparren noch möglichst viel übersteht)  sowie beidseitige Alu-Kaschierung (da 20 m vom Haus entfernt eine 380 KV Leitung verläuft).

Frage: Muss ich mit Kondenswasserbildung rechnen? Gibt es andere Gründe, die gegen die Verwendung dieses Dämmmaterials für diese Anwendung sprechen?

Herzlichen Dank für die Antworten!

Ralf Bögel.

1 Antwort

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Beantwortet 21, Okt 2017 von Jens Zarnack (740 Punkte)
Hallo Herr Bögel,

zunächst sollte ein Fachmann die vorhandene Wärmedämmung beurteilen, das geht aber leider nur Vorort. Es muss hierbei die Qualität der Dämmung beurteilt werden, wie ist diese verlegt, ist diese noch voll Funktionstüchtig, usw.

Danach sollte mit einem Energieberater ein ordentliches Konzept erstellt werden, möglicherweise auch für das ganze Gebäude, aber das lässt sich auch erst entscheiden, wenn mehr Daten zur Verfügung stehen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang dass eine fachgerechte Dampfbremse eingebaut wird, da reicht es nicht einfach nur Alu-kaschierte Hartschaumplatten einzubauen. Eine ordentlich verlegte Dampfbremse ist vollflächig Dicht, also die Überlappungen müssen verklebt werden und die Anschlüsse beispielsweise an das Giebelmauerwerk oder an Innenwände müssen wirklich Winddicht angeschlossen werden.

Mit Kondenswasser müssen Sie immer rechnen, wenn die Dampfbremse nicht fachgerecht eingebaut worden ist.

Zur Information: Die Bauder Flachdachdämmung PIR FA TE ist normalerweise für Flachdächer gedacht, d.h. diese hat eine gewisse Druckfestigkeit, damit sie sich bei Belastung z.B. durch Schneelast oder durch die Begehung nicht zusammendrücken lässt. Sie ist aber nicht dazu geeignet, eine Verschalung durch z.B. Gipskartonplatten aufzunehmen.

Für Ihren Fall kann man z.B. eine 6 cm Lattung mit dazwischenliegender Wärmedämmung (z.B. Mineralwolle 032) und einer Dampfbremse von innen aufbringen. Wenn eine Aufsparrendämmung gewünscht wird, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, hierfür muss aber das Dach neu eingedeckt werden.

Jens-Christoph Zarnack
Kommentiert 24, Okt 2017 von Ralf Bögel (120 Punkte)
Herzlichen Dank Herr Zarnack für Ihre fundierte Antwort!

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