Warum ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe im Neubau besser als eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe? Kann mit einer einzigen Probebohrung festgestellt werden, ob beide Systeme gehen würden, bzw was lohnender ist?

+3 Punkte
Gefragt 30, Nov 2016 in Heizung von Arnold (150 Punkte)
Wie hoch sind die Kosten für die Probebohrung (en)? Weden die Probebohrungen vor dem eigentlichen Baubeginn des Gebäudes gemacht? Ist es eher wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich, dass eine Errichtung von Sole-Wasser-Wärmepumpe bzw. Wassr-Wasserwärmepumpe errichtet werden kann? Vielen Dank für Ihre Auskunft?

2 Antworten

+2 Punkte
Beantwortet 1, Dez 2016 von Andre (4,520 Punkte)

Grundsätzlich sind Wasser-Wasser-Wärmepumpe (WW-WP) die beste Wärmepumpen in Sachen Effizienz, da sie die höchsten Jahresarbeitszahlen erzielen, dennoch ist diese Art der Wärmepumpe die Seltenste.
Denn für eine WW-WP benötigt man Genehmigungen von der unteren Wasserbehörde und vom Amt für Bergbau, Energie und Geologie.
Selbst wenn man die Genehmigungen erhält, benötigt man ausreichend Grundwasser, damit die Wärmepumpe reibungslos funktioniert.
Dieses Wasser wird aus einer Tiefe von 10-20m gefördert, während Erdsonden für Sole-Wasser-Wärmepumpen (SW-WP) in der Regel bis zu 100m tief sind.
Die Probebohrung für eine
WW-WP unterscheidet sich von derjenigen für die SW-WP, da hier andere Dinge untersucht werden (Grundwassermenge, -temperatur, -qualität vs. Wärmetransportvermögen, -speicherkapazität), grundsätzlich kann man aber an der gleichen Stelle beide Probebohrungen durchführen.
Die Kosten der Probebohrungen müssen Sie mit einem entsprechenden Fachbetrieb klären, diese variieren je nach Region und Gegebenheiten sehr stark.
Die Errichtung von Sole-Wasser-Wärmepumpen ist in der Regel problemlos möglich, WW-WP sind hingegen eher selten, da auch der Brunnenbau recht teuer ist.

Meines Erachtens sollten die Bohrungen vorab gemacht werden, da man so durch das effizientere System ggf. bessere Primärenergiewerte erreicht und damit KfW-Fördermittel in Anspruch nehmen kann.

+1 Punkt
Beantwortet 5, Dez 2016 von GESBB (1,160 Punkte)
Hallo,

Zunächst sollte "lohnen" definiert werden.
Zudem müsste zunächst bekannt sein, wie hoch der tatsächliche Energie- und Leistungsbedarf für Heizung und WW-Bereitung ist.
U.U. ist weder eine GW-WP noch eine SWP "lohnend".

Bei SWP benötigt man nicht unbedingt eine teure Tiefenbohrung.
Auch hier ist eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde erforderlich, da mit Frostschutzmittel betrieben. Betriebsgenehmigungen werden meist nur noch befristet erteilt (Planungssicherheit).

GW-WP Vorhaben scheitern meist schon infolge des Fehlens der notwendigen Wasserqualität oder an der Schluckfähigkeit des Schluckbrunnens, daher selten.

v.G.
Kommentiert 6, Dez 2016 von Arnold (150 Punkte)
Danke für die Antwort. Lohnend sollte heißen, das sich die Kosten schnell amortisieren. Für einen flächenkollektor ist das Grundstück zu klein - in diesem Fall bleibt nur die "teure" Tiefenbohrung, oder? Die wasserbehörde hat mir per Email eine Bohrtiefe von 40 m invAussicht gestellt. Würden Sie bei 40m erwarten dass mehrere Bohrungen nebeneinander nötig sind? Das wird noch teurer oder? Es geht um ein Einfamilienhaus mit Ca. 150 m2. Ob es Schlicht nach EnEV 2016 oder ein KfW 70 oder ein KfW 55 wird, ist noch nicht entschieden. Welchen Energiebedarf pro m2 setzt man bei den 3 verschiedenen genannten Typen an? Vielen Dank.
Kommentiert 6, Dez 2016 von GESBB (1,160 Punkte)
Hallo,
dachte ich mir, dass es um Wirtschaftlichkeit geht.
Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem Ersten tun, das geht regelmäßig in die Hose ;-)
Wie bereits erwähnt, muß für die fachlich korrekte Dimensionierung einer Quelle zunächst bekannt sein, was von ihr abverlangt werden soll (tatsächlicher Energie- und Leistungsbedarf für Heizung und WW-Bereitung ).
Man kann also Nichts "ansetzen" . Das wäre pures Rätselraten. Bei einer unterdimensionierten Quelle, ist deren Energielieferung schnell erschöpft, wodurch die Verbrauchskoste deutlich steigen, da ggf mit E-direkt zugeheizt werden muß. Bei einer überdimensionierten Quelle sind die Investitionskosten deutlich zu hoch.
Bei den Investitionskosten insgesamt (Gebäude, Anlagentechnik) sollte man sich nicht dem Abenteuer "Rätselraten" zuwenden!
Tendenziell:
SWP lohnen meist nur bei EnEV bis KfW 70 Gebäuden und an kalten Standorten. Andernfalls LWP oder E-Gas.

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