Oberste Geschossdecke Kaltdach - bei Dämmung Dampfbremse/sperre notwendig?

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Gefragt 2, Jan 2017 in Dach von Dohle (170 Punkte)

Hallo zusammen!

Wir haben ein Haus Baujahr 62/63 mit noch ungedämmter oberster Geschossdecke und wollen das nun günstig und in Eigenleistung ändern - aber keine Fehler machen.

Der Dachboden wir nicht genutzt, aktuell sieht man Boden und Dachziegeln, keine Unterspannbahn, Sparren 14cm.
Meine Frage: Kann ich einfach Boden säubern, Dämmstoff Mineralwolle ausbringen, fertig? Würde 140mm nehmen, falls wir das Dach irgendwann ausbauen wollen kann ich das Material evtl. weiterverwenden als Zwischensparrendämmung.

Die Decke ist keine Holzdecke, in den Bauunterlagen wurde "Duringdecke" angegeben, mehr weiß ich leider nicht - kann ich also die Dampfsperre/Dampfbremse weglassen? Oder kann sich Feuchtigkeit irgendwo ungünstig niederschlagen?
Der Dachraum ist gut durchlüftet und trocken, Mauerwerk Bimsstein - einige Dachziegeln jedoch von innen etwas schwarz/veralgt - die werde ich nach und nach austauschen.

Die Bodentreppe führt bis nach oben - im Treppenhaus kann keine Dämmung ausgebracht werden. Das Treppenhaus ist unbeheizt.

Vielen Dank für eure Hilfe!!!

2 Antworten

+1 Punkt
Beantwortet 23, Jan 2017 von ArnoldDrewer (1,740 Punkte)
ausgewählt 27, Jan 2017 von Basti
 
Beste Antwort
Es ist kein Problem, auf die obere Geschoßdecke eine Dämmung aufzubringen. Und, falls die Dämmung nicht in "begehbarer Ausführung" erstellt werden soll (also ohne obenliegende Spanplatten z.B.), ist auch eine Dampfsperre/-bremse nicht erforderlich. Tauwasserfrei.

Was die Art der Dämmung angeht, schließe ich mich Herrn Skrypietz an: Zellulose, offen aufgeblasen, ist nicht nur ökologisch, sondern auch der preiswerteste Dämmstoff am Markt. Und kann nach der Nutzungszeit problemlos z.B. in den Dachschrägen wiederverwertet werden.

Und: die wirtschaftlichste und ökologischste Dämmdicke liegt bei mindestens 30 cm!
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Beantwortet 2, Jan 2017 von Andreas Skrypietz (2,680 Punkte)

Moin Dohle,

das dämmen der obersten Geschossdecke ist zwar verhältnismäßig einfach, aber ein paar Dinge wollen dennoch beachtet werden. Die aktuelle Energieeinsparverordnung fordert für die Dämmung oberster Geschossdecken einen Wärmedurchgangskoeffizienten - den so genannten U-Wert - von höchstens 0,24 W/m²K, da werden 14 cm Mineralwolle nicht ausdreichen! Auch wenn der Dachboden zur Zeit nicht genutzt wird, sollte man ein Dämmsystem wählen, das zumindest die Begehbarkeit der Bodenfläche sicherstellt ohne das der Dämmstoff Schaden nimmt.

Unabhängig von der Art der Deckenkonstruktion - ob Holz oder Beton - muss immer geschaut werden, ob Fecuhtigkeit aus dem warmen Bereich - der beheizten Wohnung - in die Konstruktion eindringen und im Sommer wieder austrocknen kann. Es darf immer nur soviel Wasser in Form von Wasserdampf in eine Konstruktion während des Winters eindringen wie im Sommer wieder austrocknen kann. Es gibt erprobte und bewährte Konstruktionen sowohl mit Dampfbremse oder Dampfsperre als auch ohne, aber wenn die Konstruktion nicht genau bekannt ist, hilft das nicht weiter.

Wie könnte eine Lösung aussehen? Hier bekommt die Überlegung, den Dachboden evtl. auszubauen plötzlich eine andere Bedeutung: Ist dies eine Vorhaben, das irgendwann in weiter Ferne - wenn überhaupt - realisiert werden soll oder ist eine zeitnähere Umsetzung angedacht? Liegt das Vorhaben in weiter Ferne, würde ich den Dachboden in einer Art und Weise dämmen als gäbe es das Vorhaben "Ausbau" nicht. Hierfür gibt es von vertschiedenen Herstellern Systeme, die zum Selbstbau geeignet sind; Verlegesysteme für die unterschiedlichsten Formen der Belastung - von leichter Begehbarkeit bis zur Vollbelastung und mit den unterschiedlichsten Dämmstoffen. Ist das Vorhaben "Ausbau" in den kommenden fünf oder sechs Jahren geplant, würde ich persönlich die Decke mit Zelluloseflocken - offen aufgeblasen, in der Mitte einen Steg zum Betreten einbauen - in 24-30 cm Stärke dämmen. Die Flocken kann man später beim Dämmen des Daches zwischen die Sparren einblasen! Vor dem offenen Aufbalsen würde ich eine Dampfbremse einbauen, um sicher zu gehen, das nicht zuviel Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt.

ABER ACHTUNG: Bei beiden Varianten bitte unbegedingt vorher(!) das Vorhaben mit einem Fachmann vor Ort besprechen, der sich den Dachboden und die Konstruktion einmal genau angeschaut hat!

In der Hoffnung geholfen zu haben


Andreas Skrypietz

Projektleiter "Haus sanieren - profitieren!", eine Kampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

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