Bafa Vor-Ort-Beratung Wird Erhöht

BAFA-Vor-Ort-Beratung – höhere Zuschüsse ab März 2015

BAFA-Vor-Ort-Beratung – höhere Zuschüsse ab März 2015
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Sanierungswillige aber auch noch Unentschlossene haben Grund zur Freude:

Ab dem ersten März 2015 ändern sich die Richtlinien der BAFA-Vor-Ort-Beratung – und zwar zum Positiven! Aus der ganzen Liste von Änderungen seien zunächst nur folgende Punkte zu nennen: Neben dem Einbezug deutlich neuerer Gebäude wird auch die Förderung der Beratung um 10 Prozent erhöht. Wenn Sie alles über die Neuerungen bei der BAFA-Vor-Ort-Beratung erfahren möchten, dann sollten Sie nun unbedingt weiterlesen!

Vor-Ort-Beratung – Status Quo der Förderung

Die Vor-Ort-Beratung für energetische Gebäudesanierungen bietet aktuell die Möglichkeit, Hauseigentümern Potenziale für die Optimierung ihrer Eigenheime aufzuzeigen. Letztendliches Ziel ist es dabei stets, Heizkosten und fossile Brennstoffe einzusparen. In den meisten Fällen wird diese Maßnahme von Energieberatern oder auch Architekten durchgeführt, die die Gebäudesubstanz näher begutachten und sinnvolle Änderungsvorschläge unterbreiten. Bekannte Teilaspekte einer Vor-Ort-Beratung sind Wärmebildaufnahmen der Fassade (Thermografie) und Blower-Door-Tests, um selbst die verstecktesten Wärmebrücken aufzuspüren.

Solch ein Termin eröffnet meist verschiedenste Möglichkeiten, um das Eigenheim auf energetischer Ebene aufzuwerten. Sie sind allerdings nicht verpflichtet, tatsächlich alle Maßnahmen durchführen zu lassen. Häufig genügt schon der Einbau einer neuer Brennwertheizung oder das Dämmen der obersten Geschossdecke, um die Heizkosten deutlich zu senken. Trotzdem müssen die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sein – ein Service den meist nur Energieberater bieten. Die Kosten eines solchen „Hausbesuches“ liegen zwischen 600 und 800 Euro – Geld, dass nicht jeder von uns übrig hat. Um diese sinnvolle Maßnahme aber möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, förderte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Vor-Ort-Beratung bisher mit 50 Prozent der entstehenden Kosten (maximal 400 Euro bei Einfamilienhäusern). Diese Beträge werden nun ab dem 1. März 2015 angehoben!


Wichtige Neuerungen bei der BAFA-Vor-Ort-Beratung – Zuschuss erhöht

Die Begutachtung durch einen Energieberater lohnt sich praktisch bei jedem Bestandsbau. Um die Vor-Ort-Beratung also noch attraktiver zu gestalten, hat das BAFA die Förderung zum 1. März 2015 auf 60 Prozent und maximal 800 Euro bei Einfamilienhäusern erhöht. Gebäude mit mindestens 3 Wohneinheiten erhalten bis zu 1.100 Euro Zuschuss.

Man könnte fast sagen, dass der „Teufel jedoch im Detail steckt“, aber in diesem Fall handelt es sich eher um Vorteile, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Neben der erhöhten BAFA-Förderung haben Sie bei der Beratung nämlich auch künftig die Wahl zwischen zwei verschiedenen „Fahrplänen“ zur Gebäudesanierung:

  • Variante 1: Konzept für eine Komplettsanierung (zeitlich zusammenhängend) zum KfW-Effizienzhaus.
  • Variante 2: Konzept für eine umfassende Sanierung in Einzelschritten. Alle Maßnahmen sind dabei aufeinander abgestimmt.

Die erste Variante ist in der Regel mit höheren Kosten verbunden, ermöglicht aber die größten Ersparnisse bei den Heizkosten.


Weitere Änderungen bei der BAFA-Vor-Ort-Beratung

Ab dem 1. März ändern sich noch weitere Details der BAFA-Vor-Ort-Beratung. Wir haben für Sie eine kompakte Übersicht aller Änderungen erstellt:

Erhöhung der Förderanteile auf 60 Prozent (früher 50 Prozent), eine Erläuterung des Energieberatungsberichts in Wohnungseigentümerversammlungen wird mit zusätzlichen 500 Euro gefördert, alle Gebäude, deren Bauantrag vor dem 01.02.2002 gestellt wurde, werden bei der Förderung berücksichtigt (früher bis 31.12.1994), die BAFA-Beratung kann alle vier Jahre in Anspruch genommen werden (früher acht Jahre), öffentliche Fördermittel dürfen in Kombination mit der BAFA-Förderung eingesetzt werden (Fördermittel dürfen 90 Prozent der Kosten nicht übersteigen), auch auf verfügbare Zusatz-Förderungen muss hingewiesen werden, Unterschied zwischen Vollkosten (Gesamtkosten) und energiebedingten Mehrkosten (ohne Kosten der grundsätzlichen Instandhaltungskosten) muss erläutert werden, auf die verpflichtende Baubegleitung (wenn Förderung beantragt wird) muss hingewiesen werden, Thermografie und Stromsparberatung werden nicht mehr gefördert.

Infografik: Höhere Zuschüsse der BAFA


Warum wird die Förderung bzw. der Zuschuss der BAFA-Vor-Ort-Beratung erhöht?

Selbst der Staat hat kein Geld zu verschenken. Warum wird also die Förderung der BAFA-Vor-Ort-Beratung erhöht? Die Antwort ist recht simpel: Die Anträge auf Zuschüsse sind in der Vergangenheit stetig zurückgegangen, aber einem Einzelnen lässt sich dabei nur schwer die Schuld zuweisen. Es sind vielmehr das allgemeine Image und die teilweise hohen Kosten der Energieberatung, die zu dem rückläufigen Interesse führten. Die „optimierte“ Förderung soll die Vor-Ort-Beratung wieder attraktiver gestalten und damit die Energiewende auf Grundlage von Expertenwissen vorantreiben.

Wird ohne vorherige Energieberatung saniert, erreichen die Maßnahmen häufig nicht ihr volles Potenzial. Das schadet der Umwelt genauso wie dem Geldbeutel der Hauseigentümer. Besonders teure Projekte sollten ihren Nutzen voll entfalten können, um die Amortisationszeit möglichst gering zu halten.


Fazit: Die Vor-Ort-Beratung ist unverzichtbar

Die BAFA-Vor-Ort-Beratung ist ein besonders wichtiges Zahnrad im großen Getriebe der Energiewende. Ohne Sie werden Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung eventuell in die falsche Richtung gelenkt. Die Vor-Ort-Beratung der BAFA soll schließlich sicher stellen, dass die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen auch sinnvoll sind. Dies kann man eben am besten vor Ort erkennen.

Die erhöhte Förderung ist ein guter erster Schritt, um die Vor-Ort-Beratung für Hauseigentümer wieder attraktiver zu gestalten. Das gesamte Konzept bedarf aber sicherlich noch einiger Nachbesserungen, um die Energiewende auch künftig effizient vorantreiben zu können.

Direkter Link zur BAFA

Bildquelle: BAFA-Logo: wikimedia.org CC0
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Philipp Kloth

Die Energiewende kann nur mit bürgernaher Aufklärung funktionieren. Dabei möchte ich mithelfen.