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Investitionen in Nachhaltigkeit: P2P-Kredite als Alternative zur klassischen Bankenfinanzierung?

Für ein Darlehen ist die Bank in der Regel noch der erste Ansprechpartner: Sobald für ein neues Projekt frisches Kapital benötigt wird, verlangt das Kreditinstitut allerdings nicht nur eine Top-Bonität, sondern im Falle von Unternehmungen auch einen Businessplan.

Letzterer wird vor allem gefordert, um einen Nachweis zu erbringen, dass eine Tilgung des Darlehens mit den zu erwartenden Umsätzen realistisch erscheint. Nicht selten wird einen Kreditantrag abgelehnt; seit der Bankenkrise wird die Kreditvergabe zusehends schwieriger – trotz historischen Niedrigzinsen. Ist ein P2P-Kredit (Person-zu-Person) hier eine Alternative?

Lohnenswerte Investitionen: Eigenheim nachhaltig beheizen

Die niedrigen Zinsen sollen eigentlich dafür sorgen, dass die Banken wieder vermehrt Kredite vergeben. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Bereitschaft zur Kreditvergabe eher noch gesunken ist, sofern keine hohe Bonität oder entsprechende Sicherheiten nachgewiesen werden können.

Insbesondere wenn es dabei um nachhaltige Projekte geht, die nicht immer einem kommerziellen Zweck dienen müssen, erscheinen die Aussichten auf ein solches Darlehen gering – obwohl sich beides keinesfalls ausschließen muss:

Wird beispielsweise in die energetische Sanierung eines Hauses investiert oder eine Solaranlage auf dem Dach installiert, um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas zu verringern, kommt es durchaus über die Jahre zu einer erheblichen Ersparnis, für die aber zunächst einmal Geld aufgewendet werden muss. Auch die Investitionen in ein verbrauchsärmeres oder gar elektrisch betriebenes Auto kommt dem Klima zugute, verlangt aber zunächst höhere Ausgaben.

Kredite vom Staat

Natürlich gibt es auch die Förderungs-Kredite vom Staat. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt für Maßnahmen der energetischen Sanierung Kredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Der Soll-Zinsatz liegt hier bei gerade einmal 0,75 %.

Weitere Informationen zum KfW Programm 151 „Energieeffizient Sanieren“ finden Sie hier.

P2P-Kredite auch bei geringer Bonität

Wenn die Banken sich zu einer Kreditvergabe aus verschiedenen Gründen nicht mehr bereit erklären, bedeutet dies allerdings keinesfalls, dass es nicht zu einem solchen Darlehen kommen kann. So genannte Peer-to-Peer-Kredite sind nicht direkt an die Bonität gebunden. Dabei handelt es sich um private Kredite, die auch von privaten Kreditgebern vergeben werden.

Anders als bei der gewerblichen Kreditvergabe kann der Geldgeber hier selbst entscheiden, nach welchen Kriterien eine Bewilligung erfolgt – das direkte Arbeitseinkommen sind dabei in der Regel zwar nicht unwichtig, allerdings auch keinesfalls maßgeblich. Vor allem gewinnt eine soziale Komponente wieder an Bedeutung: Während konventionelle Banken ihre Darlehen ausschließlich nach Renditeerwartungen und Ausfallrisiko vergeben, ist es durchaus möglich, dass ein privater Kredit auch deshalb bewilligt wird, weil der Geldgeber die Realisierung eines Nachhaltigkeits-Projekts gerne unterstützen möchte.

Vom Bankensystem unabhängig werden

In erster Linie steht allerdings die Umgehung des konventionellen Bankensystems im Vordergrund. Private Kreditgeber profitieren aufgrund der hohen Zinssätze, an denen die Geldhäuser als Hauptprofiteure nicht mehr mitverdienen. Kreditnehmer können bei den P2P-Krediten zum einen Darlehen erhalten, die wegen der geringen Summen für Banken nicht interessant, zum anderen auch Risikokredite.

Durch die Online-Abwicklung fallen die Bearbeitungskosten besonders gering aus; Plattformen wie Smava erhalten nur eine geringe Vermittlungspauschale. Nicht jeder private Kreditvermittler ist allerdings eine Empfehlung wert, auch einige unseriöse Anbieter werben um Kunden mit geringer Bonität. Als Alarmsignal sollte in jedem Fall eine Vorauszahlung verstanden werden: Bei einem Kredit von privat werden eventuelle Gebühren erst dann fällig, wenn der Kreditbetrag ausgezahlt wird – und das eigene Nachhaltigkeitsprojekt umgesetzt werden kann.

Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."

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