Zukunft Erneuerbare Energien

Was denkt das SHK-Handwerk über die Energiewende?

Was denkt das SHK-Handwerk über die Energiewende?
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Zusammen mit den Partnern meistertipp und energynet hat energieheld Handwerkspartner zum Thema Energiewende im Heizungssektor befragt. 

Handwerker sind natürlich im besonderen Maße in der Beratung und Umsetzung von Gebäudemodernisierungsmaßnahmen involviert. Sie sind die ersten beim Kunden und beraten über die sinnvollsten Maßnahmen.

Für die Mehrheit der befragten Handwerksbetriebe sind erneuerbare Heizungssysteme die Zukunft. Diese Erwartung wird von ihren Kunden nicht geteilt

Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der Gebäudetechnik VdZ sind 38 Prozent der hiesigen Heizungsanlagen älter als 16 Jahre. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll die Notwendigkeit einer Heizungsoptimierung durch den Tausch der Heizungspumpe oder den hydraulischen Abgleich.

energieheld, meistertipp und energynet wollten es genauer wissen: Wie sieht nach Einschätzung der Handwerkspartner die Nachfrage nach einer erneuerbaren Heizungssystemen aus?

In der Umfrage wurde darum gebeten, das Potential erneuerbarer Heizungssysteme einzuschätzen, das Vorwissen der Kunden zu beurteilen, Herausforderungen auf dem Markt zu bewerten und konkrete Wünsche an die Politik zu äußern.

An der Umfrage haben sich 24 Handwerkspartner beteiligt. Für unsere Auswertung können wir zwar keine repräsentativen Aussagen treffen, aber einen Trend aufzeigen. Dieser Trend kann als Indikator für erste Entwicklungen in diesem Bereich dienen und dabei helfen, diese frühzeitig zu erkennen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

 

Erneuerbare Energien zukunftsweisend für Heizungstechnologien

Die große Mehrheit der befragten Heizungspartner (83%) beurteilt die Heizungstechnologie mit erneuerbaren Energien als Zukunftstechnologie (siehe Grafik 1). Durch die Erneuerung von alten und ineffizienten Heizungsgeräten ist es möglich immense Kostenersparnisse zu erreichen.

 

Wie beurteilen Sie die Heizungstechnologien mit erneuerbaren Energien


Eine besondere Bedeutung sehen die Handwerkspartner dabei in einer Kombination aus verschiedenen Heizungsarten (50%). Speziell einer Heizungsart trauen sie besonderes Potential zu: Ein Fünftel der befragten Handwerkspartner (21%) sehen in der Brennstoffzellenheizung die Zukunft (siehe Grafik 2).

 

Welche Heizung wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen?

 

So entstehen Wärme und Strom in einer Brennstoffzelle:

Funktionsweise der Brennstoffzelle | © elcore

Funktionsweise der Brennstoffzelle | © elcore

 

In der ersten Kammer wird der gewonnene Wasserstoff und in der zweiten Kammer der normale Sauerstoff aus der Umgebungsluft eingeführt. Da beide Stoffe miteinander zu Wasser reagieren möchten, aufgrund der Trennfolie aber nicht können, spaltet sich der Wasserstoff in der Anode in Protonen und Elektronen auf.

Die Protonen können durch die Trennfolie dringen, während die Elektronen über ein außenliegendes Kabel in die Kathode zum Sauerstoff wandern und dabei elektrische Arbeit verrichten (Strom erzeugen).


Erneuerbare Heizungssysteme kaum von Kunden nachgefragt

Nach den Angaben unserer Handwerkspartner werden nur wenige Heizungen mit erneuerbaren Energien von Kunden angefragt (50%, siehe Grafik 3).

 

Wie stark werden Heizungen mit erneuerbaren Energien von Kunden nachgefragt?


Mögliche Ursachen für das geringe Interesse könnten die nach wie vor sehr hohen Preise für erneuerbare Energien sein. Speziell beim Altbau ist die Umstellung auf Gas immer noch die günstigste Variante.

Beispielhaft für die Schwierigkeiten bei erneuerbaren Energien lassen sich an Hand der Pelletheizung und der Brennstoffzelle verdeutlichen.

Eine Pelletheizung lohnt sich dagegen erst bei Einfamilienhäusern ab ca. 250 m². Und für die Brennstoffzelle sind zwei Schwachstellen: Zum einen ist sie kein Gerät für Spitzenlasten wie die Gasheizung und zum anderen sind die Anschaffungskosten noch relativ hoch.

Wirtschaftlichkeitsfrage als größte Herausforderung für erneuerbare Energien

Gefragt, welchen Herausforderungen sich Handwerksbetriebe bei der Erklärung des Nutzens von erneuerbaren Energien stellen müssen, wird die Kommunikation des Kosten-Nutzen Verhältnisses als elementar genannt (siehe Grafik 4).

Daraus ergeben sich dann weitere Hürden, die sich vor allem auf den Beratungsaufwand und die individuellen Kundenbedürfnisse richten.

Fragen zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung werden nur selten von Handwerkspartnern als Herausforderung genannt.

 

Welche Herausforderungen sehen Sie sich gegenüber, wenn Sie Kunden die Nutzung von erneuerbaren Energien erklären?


Mehr Informationen und verstärkte Förderanreize

Was wünschen sich die Handwerkspartner zur stärkeren Verbreitung von Heizungssystemen mit erneuerbaren Energien (siehe Grafik 5)? Sie wünschen sich vor allem Unterstützung in kommunikativer Hinsicht durch leicht verständliche Informationskampagnen, sowie vereinfachte Fördersysteme.

Welche Aufklärung über Heizen mit erneuerbaren Energien würden Sie sich wünschen?


Der hydraulische Abgleich – die unterschätzte Optimierung

Der hydraulische Abgleich ist ein Optimierungsverfahren für Heizungen zur gleichmäßigen bedarfsorientierten Wärmeverteilung. Ziel ist es dabei, dass weniger Wasser umgewälzt wird und die Wärme effektiver in die Räume übertragen werden kann.

Mit Hilfe eines hydraulischen Abgleiches lassen sich jährlich bis zu 20 Prozent Energie und Kosten sparen.

Die befragten Handwerkspartner sehen vor allem ein Problem bei den Kosten des hydraulischen Abgleichs und in der mangelhaften Kommunikation der Vorteile.

Nach ihrer Meinung: „Im Bestand recht aufwändig und gleichzeitig ungenau. Selbst gefördert rechnet er sich im Invest selten. Im Betrieb kann man keine seriösen Aussagen machen.“ und „Der Nutzen wird zu wenig kommuniziert, Anwendung findet hauptsächlich wegen Förderungen statt“.

Für den hydraulischen Abgleich ist es also wichtig, stärker das Kosten-Nutzen Verhältnis zu kommunizieren und in Beziehung mit den Fördermaßnahmen zu setzen.

Fazit

Welcher Trend lässt sich im Rahmen der Befragung zeichnen?

Was sich herausgestellt hat: Es gibt einen klaren Unterschied in der Wahrnehmung der Bedeutung von Heizungssystemen, auf Basis von erneuerbaren Energien. Die befragten Handwerksbetriebe sehen in erneuerbaren Heizungssystemen die Zukunft.

Doch nur wenige Kunden haben bisher konkret nach diesen Systemen gefragt. Hier muss es Aufgabe von Interessenverbänden und der Politik sein, verstärkt zu informieren und Anreize zu schaffen neue Heizungssysteme zu beziehen. 

Diese Informationen und Förderanreize können dazu genutzt werden, den erhöhten Beratungsaufwand der Handwerksbetriebe im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Beratung zu reduzieren. 

Das kann dann wiederum eine verbesserte Auftragslage zu Folge haben, auf Grund der modernisierungsfreudigen Kunden. So kommt man schließlich wieder den Klimaschutzplan 2050 näher.

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.

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