Der Trend Im Handwerk Ist Die Prozessoptimierung

Zukunft des Handwerks – Prozessoptimierung ist entscheidend

Zukunft des Handwerks – Prozessoptimierung ist entscheidend
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Die Trendthemen im Handwerk gehen mittlerweile über Digitalisierung und gewerkübergreifendes Arbeiten hinaus. Wir stellen die aktuellen Entwicklungen angelehnt an eine Studie der TU Braunschweig vor.

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

In den letzten Jahren tauchten in den Medien immer wieder Schlagwörter wie ‘Demographisierung‘ oder ‘Digitalisierung‘ auf. Auch wir haben in der Vergangenheit viel mit Experten wie Christoph Krause vom Kompetenzzentrum Digitales Handwerk über die Chancen von digitalem Arbeiten gesprochen und haben es uns zum Ziel gesetzt, Handwerksbetriebe auf dem Weg in das digitale Zeitalter zu begleiten.

Doch was bedeuten diese Trends wirklich für den Arbeitsalltag von Handwerkern und wie begegnen die Führungskräfte den zunehmenden Herausforderungen? Die TU Braunschweig hat im Rahmen einer qualitativen Studie untersucht, welche Trends sich in den nächsten Jahren im Handwerk abzeichnen und welche (neuen) Kompetenzen sich daraus für Handwerksbetriebe ergeben. Dabei war es das Ziel der Studie, Instrumente für Handwerksfirmen zu entwickeln, welche die Weiterentwicklung der Kompetenzen des Personals fördern und Mitarbeiter mit Führungspotenzial erkennen sollen.

Im Großen und Ganzen geht es um Prozessoptimierung im Handwerk – ein Thema, welches uns besonders am Herzen liegt und auf das wir mit unserer Handwerkersoftware hero reagieren. Im folgenden Artikel erwarten Sie daher neben einem Überblick über die aktuellen Trends im Handwerk, die sich aus der Studie der TU Braunschweig ergeben, auch unsere Ideen zur Prozessoptimierung im Handwerk, wie etwa papierlose Projektverwaltung in der Cloud.

Das Nutzen von Smartphones auf der Baustelle nimmt permanent zu

Aktuelle Entwicklungen im Handwerk allgemein – Prozessoptimierung gewinnt an Bedeutung

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojektes „Integrierte Kompetenzentwicklung im Handwerk“ (In-K-Ha) hat die TU Braunschweig in Zusammenarbeit mit der Universität Vechta, sowie den Handwerkskammern Braunschweig-Lüneburg-Stade und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim über 36 Experten aus dem Handwerksbereich zu Entwicklungen im Handwerk befragt. Dabei wurden die Ergebnisse der Befragungen in gewerksübergreifende und gewerksspezifische Trends unterschieden.

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Smartphonenutzung im Handwerk |© Verbundprojekt In-K-Ha

Als zentrale Herausforderung für das Handwerk, die bereits in allen Gewerken angekommen ist, wird dort der Umgang mit neuen Technologien genannt. Auch wir haben den Trend zur Digitalisierung im Handwerk in den letzten Jahren verstärkt beobachtet. Insbesondere das Nutzen von Smartphones auf der Baustelle nimmt permanent zu, da mittlerweile einige Handwerker-Softwares existieren, die überwiegend auch als App erhältlich sind und so vor Ort genutzt werden können. 

Die Grafik zeigt, dass Handwerker Smartphones während der Arbeit hauptsächlich zum Fotos aufnehmen und verschicken, sowie zur Internetnutzung verwenden. Aber auch zur Planung von Terminen und Nutzung von Apps werden Smartphones bereits von Handwerkern eingesetzt. Mit der Software, die auch mobil vor Ort nutzbar ist und alle Funktionen, die ein Handwerker benötigt, enthält, lassen sich Arbeitsprozesse optimieren. Einige der Features, die eine solche Handwerkersoftware enthalten sollte, sind etwa die Kundenverwaltung, die Angebots- und Rechnungserstellung, eine Uploadfunktion, mit der Fotos von der Baustelle direkt dem entsprechenden Kunden zugeordnet werden können als auch ein integrierter Kalender.

Immer individuellere Kundenwünsche erfordern mehr Beratungs- und Servicedienstleistungen als früher

Entwicklungen im Handwerk allgemein

Gewerkübergreifende Trends im Handwerk |© Verbundprojekt In-K-Ha

Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass die Beratungs- und Servicedienstleistungen aufgrund immer individuellerer Kundenwünsche ebenso zunehmen, wie Überschneidungen verschiedener Gewerke. Besonders im Bereich der energetischen Sanierung sei gewerkübergreifendes Arbeiten zu unterschiedlichen Bauphasen seit langem üblich – diesen Trend können auch wir bestätigen.

Die Wünsche der Kunden werden immer spezieller und auch wir haben festgestellt, dass der Austausch zwischen den unterschiedlichen Gewerken zunehmend entscheidender wird, da beim Kunden immer mehr Gesamtkonzepte gefragt sind. Häufig sind Kunden mit der Kommunikation mit den ausführenden Betrieben überfordert oder unerfahren, hier können wir als Beratungs- und Vermittlungsplattform weiterhelfen. 

Als weitere gewerkübergreifende Trends konnten außerdem die wachsende Dokumentationspflicht, sowie die Entwicklung von einzelnstehenden Geräten hin zu komplexen, miteinander verbundenen Systemen identifizieren. Auch diese Dynamik lässt sich von unserer Seite aus bestätigen. Zwar mussten auch im Handwerk immer schon bürokratische Tätigkeiten übernommen werden, allerdings nimmt der Verwaltungsaufwand momentan in allen Branchen zu, sodass viele Inhaber von Handwerksfirmen mehr Zeit im Büro als auf der Baustelle verbringen.

Auch dem versuchen wir mit unserer Softwarelösung hero entgegen zu wirken. Mit der integrierten Dokumenten-Funktion lassen sich etwa alle Schriftstücke, die im Rahmen einer Baustelle anfallen, digital abbilden und in entsprechende Formate umwandeln. Zettelchaos auf der Baustelle und eine Menge Zeit, die sonst im Büro mit dem Erstellen von Dokumenten verbracht wurde, können so gespart und eine Prozessoptimierung erreicht werden.

Das Nummer Eins Topthema heißt nach wie vor Energieeffizienz

Trends in der SHK-Branche

Entwicklungen in der SHK-Branche

Trends im SHK- Handwerk |© Verbundprojekt In-K-Ha

Im weiteren Verlauf der Studie wurden außerdem Experten aus den Fachgewerken Elektro-, SHK-, Kraftfahrzeug- und Metallhandwerk befragt. Da unser Augenmerk auf der energetischen Sanierung liegt werden wir hier nur auf die für uns interessanten Bereiche des Elektro- und SHK-Handwerks eingehen.

In der SHK-Branche steht der Bereich der energetischen Gebäudesanierung ganz oben auf der aktuellen Agenda, häufig in Verbindung mit innovativen Heiztechnologien. Hier zeigt sich erneut die starke Verbindung zwischen den einzelnen Gewerken, da Werkstoffe aus dem Elektrofach mehr und mehr rüber in das SHK-Handwerk wandern.

Trends im Elektrohandwerk

Die Zukunft-Trends, die die TU Braunschweig für das Elektrohandwerk feststellen konnte, waren neben den Themen Gebäudeautomation/Intelligente Haustechnik, erneuerbare Energien, sowie die wachsenden Kundenwünsche nach personalisierten Wohn- und Arbeitsräumen. Insbesondere die vernetzte Haustechnik, verbunden mit Technologien zur effizienteren Energienutzung steht zurzeit bei vielen Kunden ganz oben auf der Agenda.

Das Nummer Eins Topthema heißt also nach wie vor gewerkeübergreifende Energieeffizienz und genau dort setzen wir an! Auch wir haben beim Thema Hausenergiekreislauf die Erfahrung gemacht, dass der Kunde vermehrt auf Gesamtlösungen aus einer Hand setzt, daher werden unsere Dienste als Beratungs- und Vermittlungsplattform rund um die energieeffiziente Gebäudesanierung von immer mehr Menschen in Anspruch genommen.

Doch all diese neuen Herausforderungen verlangen von den Handwerksunternehmen und ihren Mitarbeitern einiges ab. Denn wer am Markt bestehen will, muss sich anpassen und die Kompetenzen seines Personals fortlaufend weiterentwickeln. Zu diesem Zweck hat die TU Braunschweig das KOMPETENZ-NAVI entwickelt, mit dessen Hilfe kleine bis mittlere Handwerksbetriebe die Stärken und Schwächen ihrer Mitarbeiter erkennen und darstellen können, um daran anknüpfend die Mitarbeiter individueller in ihren Fähigkeiten fördern zu können.

Das KOMPETENZ-NAVI der TU Braunschweig kurz erklärt

An neuen Entwicklungen dranbleiben und offen für Neues bleiben

Unser Fazit

Wir finden das KOMPETENZ-NAVI super als ergänzendes Tool zur Optimierung von Arbeitsprozessen, da die Anforderungen, vor die das Handwerk gestellt wird, sich fortlaufend verändern und sich somit auch die Anforderungen an die Mitarbeiter regelmäßig ändern. Überfachliche Kompetenzen und Alles-aus-einer-Hand Komplettlösungen sind immer gefragter. Ein betriebliches Kompetenzmanagement mittels Instrumenten wie dem KOMPETENZ-NAVI und die Nutzung einer Handwerkersoftware wie hero lassen sich also gut verbinden, um eine bestmögliche Prozessoptimierung Ihres Handwerksbetriebes zu erreichen.

In Zukunft wird das Optimieren von Arbeitsschritten im Handwerk immer wichtiger werden, da die beschriebenen Trends sich an verschiedenen Stellen auf das Handwerk auswirken. Mittlerweile gibt es mehrere Ansätze, die sich dieser Thematik annehmen, das KOMPETENZ-NAVI und auch unsere Herangehensweise sind nur zwei davon. Wichtig ist unserer Ansicht nach, an neuen Entwicklungen dran zu bleiben und offen für Neues zu sein, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Das heißt nicht, dass man jeden Trend mitmachen muss, man sollte aber nicht stehenbleiben, die Augen offen halten und für sich und den Betrieb selbst entscheiden, was hilfreich ist und was nicht.

 

Quellenhinweis: Naegele, L., Kortsch, T., Paulsen, H., Wiemers, D., Kauffeld, S., Frerichs, F. (2015). Zukunft im Blick: Trends erkennen,
Kompetenzen entwickeln, Chancen nutzen. Drei Perspektiven auf die Zukunft des Handwerks. Ergebnisse aus dem
Projekt „Integrierte Kompetenzentwicklung im Handwerk“ (In-K-Ha).
Braunschweig: Technische Universität Braunschweig

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