Neue Grenzwerte Für Holzöfen

Feinstaub durch Holzöfen – Höhere Grenzwerte ab 2015

Feinstaub durch Holzöfen – Höhere Grenzwerte ab 2015
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Bald knistert es wieder in Deutschlands Wohnzimmern und Kaminfeuer laden zum Verweilen ein. Mit Holz heizen – das vereint Gemütlichkeit mit Klimaschutz.
Kein Wunder also, dass immer mehr Deutsche auf den nachwachsenden Rohstoff setzen. Doch der Trend, mit Holz zu heizen, hat seine Tücken: So stoßen Holzöfen allein in Augsburg jährlich etwa 38 Tonnen Feinstaub aus, eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefährdung. Deswegen gelten ab 2015 verschärfte Grenzwerte für Öfen, die mit Holz heizen. Ob Ihr Ofen davon betroffen ist und was Sie jetzt erledigen sollten, lesen Sie hier.

Dicke Luft in Deutschland – woher kommt der Feinstaub?

Feinstaub entsteht meist bei Verbrennungsprozessen im Straßenverkehr, Industrie und Landwirtschaft, aber auch durch private, mit Holz betriebene, Öfen. Durch die sehr geringe Größe von 0,1 bis 10 µm (Mikrometer) verbleiben Feinstaubpartikel unsichtbar in der Atmosphäre. Feinstaub erhöht das Risiko von Herzinfarkten und Atemwegserkrankungen, weil kleinste Teilchen bis in die Lungenbläschen gelangen können.

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In Deutschland sind laut Umweltbundesamt rund 35 Prozent der Menschen von Schadstoffbelastungen in der Luft betroffen, insbesondere in den Ballungszentren. Auch wenn die Feinstaubbelastung seit 1990 gesunken ist, besteht Handlungsbedarf. 2008 überstieg der Feinstaubausstoß von mit Holz beheizten Öfen erstmals den Wert der Auspuffabgase aus dem Straßenverkehr. (Erfahren Sie mehr beim Umweltbundesamt).

„Die neue Regelung trägt dazu bei, dass die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung abnimmt. Die hierfür geltenden Luftgrenzwerte werden immer noch nicht überall eingehalten, die darüber hinaus gehenden Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahezu überall überschritten.“, so Maria Krautzberger, die Umweltbundesamt-Präsidentin.

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Straßenverkehr erzeugt immer weniger Feinstaub, Heizen mit Holz hingegen mehr.
© Umweltbundesamt (UBA)Link zur PDF

Muss auch Ihr Ofen mit einem Rußfilter nachgerüstet werden?

Um Holz als klimafreundlichen Energielieferanten zu nutzen, ohne die Gesundheit zu gefährden, müssen ältere Anlagen nun nach und nach ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Schon 2010 beschloss die Bundesregierung die 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) zur Eingrenzung der Feinstaubbelastung.

Ab 01.01.2015 gelten verschärfte Grenzwerte für mit Holz betriebene Öfen. Wenn Ihr Ofen diese nicht einhält, sollte er also möglichst noch vor der Heizperiode ausgetauscht oder mit einem Rußfilter ausgestattet werden.

Die gute Nachricht lautet: Nicht jeder Ofen ist betroffen.

Hier sehen Sie eine Übersicht:

  • Heizkessel, die mit Holz heizen und vor dem 1. Januar 1995 errichtet wurden, müssen ab Anfang 2015 die Emissionsgrenzwerte der Stufe 1 der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) einhalten. Sie werden meist zum Heizen gesamter Wohnungen oder Häuser eingesetzt.
  • Dasselbe gilt für Kamine, Kachelöfen und Pelletöfen, die zum Heizen einzelner Räume eingesetzt werden und vor dem 1. Januar 1975 errichtet wurden.
  • Für Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 21. März 2010 errichtet wurden, gelten spezielle Übergangsfristen. Auch Heizkessel, etwa Pelletheizungen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 in Betrieb genommen wurden, sind darin berücksichtigt. Die Fristen laufen je nach Baujahr zwischen 2017 und 2025 aus.
  • Öfen und Kessel, die nach dem 22. März 2010 eingebaut wurden, können unbegrenzt weiter genutzt werden.

Ein Pelletofen im Wohnbereich | © HARK GmbH & Co KG

Wie bei jeder Regel, gibt es auch hier Ausnahmen.

Um das Gesetz sozialverträglich zu machen, sind Öfen und Kamine, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit sind, historische Öfen, Herde, Badeöfen, offene Kamine und handwerklich vor Ort gesetzte Grundöfen von der Nachrüstungs- bzw. Austauschpflicht ausgenommen.

Ob Ihr Ofen die erforderlichen Emissionsgrenzwerte einhält, sollten Sie vom Schornsteinfeger überprüfen lassen. Außerdem gibt diese Datenbank Aufschluss über viele Modelle und Hersteller und ihre Grenzwerte.

Bei neuen Holzheizkesseln muss spätestens vier Wochen nach Inbetriebnahme der Schornsteinfeger überprüfen, ob die Grenzwerte eingehalten werden, danach alle zwei Jahre. Für neue Einzelraumfeuerungsanlagen reicht laut dem Umweltbundesamt ein Zertifikat des Herstellers über die Grenzwerte aus.

Emission senken – mit neuen Öfen und korrekter Bedienung

Neue Holzheizöfen senken die Emission um bis zu 85 Prozent im Vergleich zu Anlagen, die vor 1975 gebaut wurden. Auch die Geruchsentwicklung wird dabei deutlich gesenkt. Für den richtigen Umgang mit Öfen, die mit Holz heizen, gibt es einiges zu beachten.

Unsere energieheld-Tipps für Sie:

  1. Verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz mit einer Restfeuchte von unter 25 %.
  2. Achten Sie auch auf eine korrekte Lagerung. Selbst moderne Öfen rußen, wenn zu feuchtes Holz verbrannt wird.
  3. Vor jeder Heizperiode sollten Sie Ihren Kaminofen vom Fachmann warten lassen.
  4. Besonders effiziente Öfen erkennen Sie an dem Gütezeichen „Blauer Engel“ und an den Gütezeichen RAL-UZ 111 für Holzpelletöfen und RAL-UZ 112 für Pelletheizungen.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen werden Sie sicher noch viele gemütliche Stunden an Ihrem Holzofen verbringen. Wir wünschen viel Spaß dabei!

Geschrieben von Dörte Pohlabeln

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Headman

    Mit der falschen Bedienung wird auch jeder noch so moderne Ofen zur Dreck-/Feinstaubschleuter.
    Hier sollte mal etwas dagegen unternommen werden (Kontrollen, „Führerschein“ für Betreiber,…)

    1. Philipp Kloth
      Philipp Kloth

      Ein guter Ansatz, aber vermutlich schwer umzusetzen. Auch Kraftfahrzeuge werden häufig falsch bewegt und erzeugen damit eine unnötige Umwelbelastung, obwohl die richtige Fahrweise ja eigentlich in Fahrschulen gelehrt wird.

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