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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines über Pellets

Da Pellets einen niedrigeren Heizwert als beipielsweise Heizöl haben, benötigt eine Pelletheizung mehr Brennstoff als eine Ölheizung um den gleichen Wärmebedarf zu decken. Pellets sind letztlich jedoch deutlich günstiger als Heizöl! Der höhere Brennstoffverbrauch geht trotzdem mit allgemein geringeren Heizkosten (5,61 Cent pro erzeugte kWh, Stand 2019) einher. Zur Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) werden ca. 0,2 Kilogramm Holzpellets, ca. 0,1 Liter Heizöl (6,43 Cent) oder ca. 0,1 Kubikmeter Erdgas (5,86 Cent) benötigt.

Bei einem Jahreswärmebedarf von rund 28.000 Kilowattstunden und einer Anlagen-Nennleistung von 15 Kilowatt (kW) braucht man somit rund 5,6 Tonnen Pellets pro Jahr.

Bei der Frage, ob man eine Pelletheizung kaufen sollte, sind mögliche Käufer im ersten Moment häufig von den höheren Anschaffungskosten verunsichert. Auf die Gesamtlaufzeit der Pelletheizung bezogen kann dieser anfängliche Mehraufwand im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen zwar nicht vollständig ausgeglichen werden. Allerdings macht man mit der Entscheidung für eine Pelletheizung auch keine dramatischen Verluste.

Und wenn der Ölpreis stärker steigt als der von Pellets, was recht wahrscheinlich ist, verlässt die Pelletheizung langfristig die Verlustzone. So richtig rentabel wird die Pelletheizung allerdings erst, wenn der jährliche Wärmebedarf 35.000 Kilowattstunden oder mehr beträgt. Entscheidend ist dabei nicht, ob der Brennstoff für eine Pelletheizung oder einen Pelletofen verwendet wird.

Holzpellets - Herstellung von Pellets | © EnergieAgenturNRW / youtube.com

Fakten zu Pellets

  • Pellets bestehen aus Holz und gelten damit als nahezu CO2-neutraler Brennstoff. Das CO2, welches bei der Verbrennung frei gesetzt wird, wurde vorher relativ zeitnah durch einen Baum absorbiert. Das CO2 aus Öl, Gas und Kohle ist mehrere hundert Jahre alt und belastet das derzeitige Klima daher stärker.
  • Pellets sind üblicherweise ein regionales Erzeugnis und daher nicht an einen Weltmarktpreis gebunden. Kurze Lieferwege erhöhen zudem die Umweltverträglichkeit.
  • Zur Herstellung von Pellets werden Holzabfälle gleichmäßig zerkleinert, getrocknet und dann anschließend in die bekannte Pellet-Form gepresst.
  • Pellets zeichneten sich bisher immer durch eine stabile Preisentwicklung aus.

Welchen Nutzen hat die Form der kleinen Pellets?

Pellets werden aus verschiedenen Holzabfällen hergestellt. Tischlereien und Sägewerke generieren im laufenden Betrieb große Mengen von Sägemehl und Holzverschnitt, aus dem dann die Pellets hergestellt werden.

Auf diese Weise werden die Holzabfälle verwertbar gemacht. So lassen sich die Pellets problemlos per Silowagen transportieren und können platzsparend im hauseigenen Pelletsilo untergebracht werden.

Video: Energieheld-Whiteboard zur Pelletheizung

Quelle: © Energieheld / youtube.com

In diesem Energieheld-Whiteboard informieren wir über die Funktionsweise, die Kosten* und die Förderungen einer Pelletheizung. *ACHTUNG: Wir beziehen uns hierbei auf durchschnittliche Werte für ein bereits bestehendes Ein- bzw. Mehrfamilienhaus. Alle Zahlen und Kosten sind als ungefähre Näherungswerte zu verstehen.

Pelletverbrauch errechnen

Der eigene Pelletverbrauch lässt sich mit genügend Quelldaten recht genau berechnen. Allerdings muss an dieser Stelle zwischen Neubauten und bestehenden Häusern unterschieden werden. Wichtig ist bei der Berechnung auch die Berücksichtigung der Heizenergie, in Verbindung mit der Warmwasserbereitung. Generell existieren zwei Szenarien, für die der Pelletverbrauch errechnet werden kann:

Pelletheizung in einem Neubau

In der Regel berechnen der Architekt oder ein Energieberater bereits bei der Planung des Hauses den zu erwartenden Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²) und Jahr. Würde man nun von einem jährlichen Energiebedarf von 7.200 Kilowattstunden, also ca. 51,5  Kilowattstunden pro Quadratmeter bei einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern ausgehen, würde der jährliche Pelletverbrauch wie folgt aussehen:

Neubau 140 m² - Berechnung Pelletmenge pro Jahr
ca. 51,5 (kWh / m²) * 140 (m²) * 0,2 (kg Pellets / kWh Wärmeenergie) 1.440 kg

Bestehendes Gebäude, das auf eine Pelletheizung umgerüstet wird

Bei bestehenden (und damit in der Regel schlechter gedämmten) Gebäuden, bei denen beispielsweise die Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt werden soll, gelten folgende Faustregeln:

  • 1 Liter des bisherigen Ölverbrauchs entspricht 2 Kilogramm Pellets
  • 1 Kubikmeter des bisherigen Gasverbrauchs entspricht ebenfalls 2 Kilogramm Pellets

Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

Altbau 140 m² - Berechnung Pelletmenge pro Jahr
2.800 (L) * 2 (kg) 5.600 kg

Bei einem bisherigen Heizölverbrauch von 2.800 Litern, würde sich also der künftige Pelletverbrauch auf 5,6 Tonnen belaufen! Für die Größe des Pelletsilos kann pro Tonne Pellets ein benötigter Platz von ca. 1,5 Kubikmeter erwartet werden. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass der Lagerraum ca. 30 Prozent größer als der tatsächliche Jahresbedarf ausfallen sollte.

So können Lieferengpässe oder spät abgeschickte Bestellungen ausgeglichen werden. Auf die Menge von 5,6 Tonnen Pellets bedeutet das, dass man ca. 11 Kubikmeter für das Pelletlager benötigt. Bei einer Raumhöhe von 2 Metern entspricht das einer Grundfläche von 5,5 Quadratmetern.

Grafik: Darstellung einer Pelletheizung samt Speicher und Silo
Die Pelletheizung, für ein Heizen mit nachwachsenden Ressourcen | © Energieheld

Folgende Faktoren entscheiden über den Pelletverbrauch

Pelletheizung lohnenswert bei hohem Verbrauch

Generell rechnet sich eine Pelletheizung umso mehr, je höher der eigene Wärmebedarf ist. Eine Pelletheizung ist im Vergleich zu anderen Heizungssystemen (Öl, Gas) in der Anschaffung recht teuer, im Pelletverbrauch jedoch günstig (und CO2-neutral). Damit sich eine Pelletheizung finanziell lohnt, sollte der Energiebedarf eines Hauses höher als 35.000 kWh pro Jahr sein. Dies kann bei ungedämmten Gebäuden mit einer Wohnfläche 140 Quadratmetern und mehr der Fall sein, oder wenn viele Personen im Gebäude wohnen.

Für unser Energieheld Muster-Haus mit einem jährlichen Wärmebedarf von 28.000 Kilowattstunden bedeutet das bei den derzeitigen Brennstoffpreisen, dass sich die Anschaffung auf die Lebensdauer der Pelletheizung finanziell nicht lohnt. Allerdings ist die Anschaffung auch keine dramatische Fehlentscheidung, da die Pelletheizung schon bei einem geringen Anstieg des Ölpreises gegenüber dem Pelletpreis rentabel wird. Und dass die Preise für fossile Brennstoffe im Vergleich zu Pellets überproportional steigen werden gilt unter Experten als sicher. 

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