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Pelletheizung - teuer nur auf den ersten Blick?

Auf den ersten Blick liegen die Kosten für eine Pelletheizung, ähnlich wie bei der Hackschnitzel- oder Scheitholzheizung deutlich über denen für gängige Heizsysteme, wie etwa der Gasheizung oder der Ölheizung. Die Anschaffungskosten sind aber nicht der einzige Aspekt, der bei der Anschaffung einer neuen Heizung berücksichtigt werden sollte. Vor allem sollte man die Kosten langfristig betrachten.

Und auf lange Sicht gesehen sind es insbesondere die laufenden Kosten, die über die Wirtschaftlichkeit einer Heizung entscheiden. Da die Brennstoffpreise für Pellets, vor allem aber die für Öl und Gas, stark schwanken und Öl und Gas derzeit sehr günstig sind, ist der Betrieb einer Pelletheizung im Vergleich momentan nur dann wirtschaftlich, wenn man sie im Austausch gegen eine alte Ölheizung installiert (erhöhte Förderung durch „Öl-Austauschprämie"). Mit der normalen Förderung verfehlt sie dieses Ziel derzeit jedoch knapp.

Allerdings ist die Anschaffung einer Pelletheizung vor diesem Hintergrund auch keine Fehlinvestition, da sich die Pelletheizung schon bei einem geringen Anstieg der Kosten für Öl und Gas auch mit dem normalen Fördersatz wieder rechnet. Und dass dieser Fall eintritt, ist angesichts schwindender Ressourcen und zusätzlicher CO2-Bepreisung für Öl und Gas sehr wahrscheinlich. Darüber hinaus ist die Pelletheizung sehr umweltfreundlich, da als Brennstoff der nachwachsende Rohstoff Holz eingesetzt wird. Deshalb gibt es auch seit Anfang 2021 mit dem Innovationsbonus eine zusätzliche Förderung sowie weitere Boni für Holzheizungen. Damit lohnt sich die Anschaffung in jedem Fall.

YouTube-Video: Energieheld-Whiteboard zur Pelletheizung

In diesem Energieheld-Whiteboard informieren wir über die Funktionsweise, die Kosten und die Förderungen einer Pelletheizung. Dabei beziehen wir uns auf durchschnittliche Werte für ein bereits bestehendes Ein- bzw. Mehrfamilienhaus. Alle Zahlen und Kosten sind als ungefähre Näherungswerte zu verstehen.

Achtung: Die Angaben zu Förderungen beziehen sich in den Energieheld-Whiteboards immer auf den aktuellen Stand bei Videoveröffentlichung und haben sich im Januar 2021 geändert. Alle Veränderungen im Überblick finden Sie hier.

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Quelle: © Energieheld / youtube.com

Kosten für eine Pelletheizung im Komplettpaket

Entscheiden Sie sich für ein gängiges, fertiges Komplettpaket einer Pelletheizung, so erwarten Sie nach Abzug der Förderung (mindestens 35 Prozent der förderfähigen Kosten ) Kosten zwischen 11.000 und 15.500 Euro. Oft kommen noch weitere Extrakosten für Umbauten des Pellet-Lagers und schwierigere Installationen hinzu. Insgesamt müssen Sie also realistisch betrachtet für eine komplette Pelletheizung mit Investitionskosten von etwa 13.000 Euro rechnen (Pelletkessel, Pufferspeicher, Lagerraum mit Transportsystem und Montage, Förderung inklusive).

Besonders geeignet sind Pelletheizungen für große Ein- und Mehrfamilienhäuser mit hohem Wärmeverbrauch. Das liegt daran, dass die hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu anderen Heizungsarten besonders schnell durch die geringen laufenden Kosten ausgeglichen werden. Generell gilt: Je höher der Wärmebedarf, desto weiter liegen die laufenden Kosten unterhalb derer von Öl- und Gasheizungen. Aus diesem Grund ist die Anschaffung einer Pelletheizung besonders bei hohen Verbräuchen interessant, da sich die geringeren Kosten für Brennstoff hier am schnellsten bezahlt machen.

Durchschnittliche Kosten für eine komplette Pelletheizung (inkl. Montage ohne Förderung)
ca. 20.000 €

In großen Gebäuden ist meist ausreichend Platz vorhanden, der für die Pelletheizung, den Lagerraum und das Transportsystem der Pellets nötig ist. Pelletheizungen nehmen mit Transportsystem und Lagerraum deutlich mehr Platz in Anspruch als beispielsweise gas- oder ölbefeuerte Heizungssysteme.

Die kompliziertere Technik, der höhere Platzbedarf und die damit eventuell verbundenen Umbauarbeiten machen die Investition in eine Pelletheizung zudem etwas teurer in der Anschaffung. Allerdings handelt es sich hier nicht um unverhältnismäßig hohe Beträge und die geringen Betriebskosten und die hohe Förderung fangen die Mehrkosten auf die Lebensdauer der Pelletheizung betrachtet nahezu auf.

Dafür bekommt man dann eine umweltfreundliche Heizung. Denn das Heizen mit Holzpellets gilt als CO2-neutral. Das heißt, bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum, aus dem die Pellets hergestellt wurden, während seines Wachstums auch aus der Atmosphäre gebunden hat und das er nach seinem Leben beim Verrotten ohnehin wieder abgeben würde.

Infografik: Darstellung einer Pelletheizung
Technischer Aufbau einer Pelletheizung | © Energieheld

Pelletheizung oder Pelletofen - Sie haben die Wahl

Der Unterschied zwischen einem Pelletofen und einer Pelletheizung besteht in der technischen Grundausrichtung. Die Pelletheizung ist eine vollwertige Heizung während der Pelletofen eher unterstützend funktioniert.

Pelletofen:

Ein Pelletofen ist primär dazu gedacht, im Wohnraum aufgestellt zu werden (meist Wohnzimmer) und dort für gemütliche Wärme zu sorgen. Der Pelletofen ersetzt dabei nicht das Haupt-Heizsystem, sondern ist nur ein Zusatzgerät, bei dem das Wohlbefinden im Vordergrund steht. Der Pelletofen strahlt Wärme direkt an den Raum ab, in dem er aufgestellt ist. Durch die natürliche Wärmeverteilung werden indirekt auch angrenzende Räume erhitzt.

Ein Pelletofen ist allerdings auch mit Wassertasche erhältlich. Diese ist dringend erforderlich, wenn der Ofen förderfähig sein soll. Denn durch den Pelletofen wird das Wasser des Heizkreislaufs erwärmt und somit die zentrale Heizungsanlage unterstützt. Warmes Brauchwasser kann er allerdings nicht erzeugen.

Pelletheizung:

Unter einer Pelletheizung versteht man hingegen die Zentralheizung eines Hauses. Hierbei wird das gesamte Haus, also jeder Heizkörper, mit dem erwärmten Heizwasser der Pelletheizung versorgt. Zudem ist die Anlage auch in der Lage, warmes Brauchwasser zu liefern. In diesem Artikel beschreiben wir ausführlich die Kosten für eine solche Pelletheizung.

Anschaffungskosten

Damit Sie die gesamten Kosten einer Pelletheizung besser nachvollziehen können, haben wir für Sie auch die Kosten aller einzelnen Komponenten aufgelistet. Außerdem finden Sie eine Formel zur Berechnung der optimalen Anlagengröße.

Der Pelletkessel

Die Kosten für einen Pelletkessel, das eigentliche Herzstück der Heizung, hängen von verschiedenen Faktoren ab. Diese sind neben dem Wirkungsgrad der Nennleistung (meist zwischen 88 und 103 Prozent) vor allem die Nennwärmeleistung sowie die Mindestwärmeleistung in kW. Je höher die Leistung, desto teurer wird der Kessel.

Auch die Art der Pelletzuführung, welche in den meisten Fällen durch ein Fallstufen-, Unterschub-, oder Seitenschubsystem realisiert wird, hat Einfluss auf den Gesamt-Preis. Ebenso wie bei der Reinigung und der Entfernung der Asche werden die Systeme mit zunehmender Automatisierung etwas teurer. Eine halbautomatische Pelletheizung ist zwar günstiger als eine voll automatisierte Anlage, doch sie verursacht auch mehr Arbeit. Hier sollten Sie abwägen, was Ihnen wichtiger ist.

Überdies gibt es noch Unterschiede zwischen Pelletheizungen mit einer Lambdasonde und solchen ohne. Anlagen mit einer Lambdasonde kosten in der Regel etwas mehr, haben aber den Vorteil, dass geringere Abgaswerte erreicht werden und die Pelletheizung somit noch effizienter arbeitet. Eine pauschale Einschätzung von Preisen ist trotzdem schwierig, da die Preise der Hersteller sehr unterschiedlich sind. Generell kann man aber folgende grobe Einschätzung der Preise geben:

Nennwärmeleistung des Pelletkessels Kosten (ohne MwSt.)
bis 14 kW bis 9.000 €
15 bis 24 kW 9.000 - 10.000 €
25 bis 34 kW 10.000 - 11.000 €
über 35 kW ab 11.000 €

Größe der Pelletheizung berechnen:

Wärmebedarf des Hauses in kWh/a (aus der Heizkostenabrechnung abzulesen) / Betriebsstunden der Heizungsanlage (liegt i. d. R. zwischen 1.800 und 2.000) Beispielrechnung: 28.000 kWh / 1.900 Betriebsstunden der Pelletheizung = ca. 15 kW.

Bild: Energieheld Tipp

Der Wirkungsgrad einer Pelletheizung ist am höchsten bei Volllast, daher sollten Sie lieber eine etwas kleinere als eine zu große Heizungsanlage wählen. Denn dann arbeitet die Heizung öfter im optimalen Leistungsbereich. Ihr Wirkungsgrad kann so bis zu 103 % betragen.

Das Pelletlager

Zusätzlich zum Pelletkessel (der eigentlichen Heizung) wird noch ein Pelletsilo - auch Pelletlager genannt - benötigt. Für dieses Pelletsilo fallen weitere Kosten in Höhe von etwa 1.500 bis 3.000 Euro an. Sacksilos mit einem Lagervolumen von etwa 3.000 kg kosten circa 1.000 bis 3.000 Euro. Eine weitere Möglichkeit, die Pellets zu lagern, ist ein Erdtank. Er kostet bei einem Fassungsvermögen von etwa 5.000 kg um die 3.000 Euro, wobei hier die Erdarbeiten noch nicht enthalten sind.

Wurden im Rahmen der Heizungserneuerung alte Öltanks entfernt, kann auch der nun leere Raum zum Pelletlager umgebaut werden. Hierfür werden Schrägen am Boden des Raums montiert, damit die Pellets immer zum Austragungssystem nachrutschen. Hier fallen Kosten in Höhe von etwa 500 bis 1.000 Euro an.

Das Austragungssystem

Hinzu kommen noch die Kosten für ein Transportsystem (auch Austragungs- oder Fördersystem) vom Lager zur Pelletheizung. Es gibt zwei Varianten der Austragungssysteme einer Pelletheizung: Die Schnecken- und die Saugsysteme. Je nach Art des Systems und der Entfernung zwischen dem Pellet-Lager und dem Kessel verändern sich auch die Kosten. Durchschnittlich kann hier mit Kosten in Höhe von 1.500 bis 2.500 Euro gerechnet werden.

Infografik: Darstellung der Lieferung von Pellets in ein Silo
Die Pelletheizung, für ein Heizen mit nachwachsenden Ressourcen | © Energieheld

Der Pufferspeicher

Ein Puffer- oder Kombispeicher ist dringend zu empfehlen, da er technisch sehr sinnvoll ist. Er erhöht den Jahresnutzungsgrad der Pelletheizung, da die Anlage länger im Volllastbetrieb laufen kann, wenn sie den Pufferspeicher lädt. Ohne Pufferspeicher schaltet sich die Heizung ab, sobald der akute Wärmebedarf gedeckt ist. Das ist jedoch unwirtschaftlich, da die Anlage so nicht (so oft) unter Volllast laufen kann. Dadurch sinkt die Effizienz enorm.

Falls bei Ihrem Komplettpaket noch kein Speicher dabei ist und sie auch über keinen von einer alten Heizungsanlage verfügen, entstehen für den Pufferspeicher weitere 1.500 bis 3.000 Euro an Kosten. Diese Kostenhöhe hängt von der Größe und dem Material des Speichers ab. Die Kosten erhöhen sich, wenn durch die Pelletheizung auch das warme Brauchwasser bereitgestellt werden soll. Solche Kombispeicher gibt es ab ca. 2.000 Euro zu haben.

Brennwerttechnik

Möchte man die Pelletheizung optimieren um die Heizkosten weiter zu senken, braucht man eine Anlage mit Brennwerttechnik. Diese schlägt zusätzlich mit ca. 1.500 bis 2.500 Euro zu Buche.

Kosten für die Installation der Pelletheizung

Für die Montage und Inbetriebnahme der Pelletheizung entstehen Kosten von etwa 2.000 bis 4.000 Euro. Darin sind dann auch die Kosten für den hydraulischen Abgleich sowie zusätzliche Materialkosten enthalten.

Laufende Kosten der Pelletheizung

Der große Vorteil einer Pelletheizung liegt in den geringen Heizkosten. Die Pellets sind um einiges günstiger als Erdgas oder Heizöl und die Schere wird hier in Zukunft ziemlich sicher noch deutlich weiter auseinander gehen. Hier sollte man sich nicht von zwischenzeitlichen Preissenkungen für fossile Brennstoffe irritieren lassen - langfristig wird ihr Preis wesentlich stärker steigen als der von Pellets. Ist die Pelletheizung also erst einmal installiert, heizen Sie wesentlich günstiger als mit den herkömmlichen Heizungstypen.

Kosten für die Pellets

Eine Tonne Pellets kostete im Januar 2020 etwa 289 Euro. Je größer die abgenommene Menge, desto günstiger wird es pro Tonne. 20 Tonnen kosten dann nur noch 210 - 230 Euro pro Tonne. Die Kosten zur Erzeugung einer kWh liegen mit einer Pelletheizung bei etwa 5,63 Cent pro kWh. Durch Erdgas hingegen entstehen Kosten von 6,17 Cent pro kWh, durch Heizöl 6,43 Cent pro kWh.

Ausgehend von einem Jahresbedarf an Heizwärme von etwa 28.000 kWh/a für ein größeres Einfamilienhaus entstehen folgende Kosten-Unterschiede (Bei einem Energiebedarf von 28.000 kWh/a, zum 3-Jahres-Durchschnittspreis des jeweiligen Brennstoffs und folgenden verschiedenen Heizungstypen: Öl-Brennwert; Gas-Brennwert; Pellets).

Brennstoff Preis pro kWh in Cent Kosten pro Jahr in €
Heizöl 6,43 1.700 €*
Erdgas 6,17 1.700 €
Pellets 5,63 1.570 €

* Die Öl-Brennwertheizung hat einen 6 Prozent höheren Wirkungsgrad als die Gasheizung

Reinigung und Wartung der Pelletheizung

Der Schornsteinfeger ist auch beim Betrieb einer Pelletheizung nötig. Dieser muss zweimal jährlich kehren und die Anlage überprüfen. Außerdem müssen alle zwei Jahre von ihm CO2-Messungen an der Pelletheizung durchgeführt werden. Hierdurch fallen jährlich Kosten von etwa 150 Euro an. Eine Pelletheizung sollte außerdem grundsätzlich einmal im Jahr gewartet werden. Hierfür fallen in der Regel jeweils Kosten in Höhe von 100 bis 200 Euro an. Insgesamt muss hier also mit Kosten in Höhe von 300 Euro im Jahr rechnen.

Wirtschaftlichkeit einer Pelletheizung - lohnt sich das?

Bild: Handelsübliche Pellets
Pellets verbrennen fast rückstandsfrei | © energy.gov / publicdomainfiles.com CC0

Im Vergleich zu einer Ölheizung und zur Gasheizung ist die Pelletheizung aufgrund der höheren Anschaffungskosten momentan nicht rentabel. Zwar spart die Pelletheizung in Sachen Heizkosten jährlich ca. 150 Euro ein.

Die höheren Investitionskosten von ca. 6.000 bis 7.000 Euro lassen sich auch aufgrund der höheren Wartungskosten trotz hoher Förderung jedoch nicht vollständig amortisieren. Allerdings ist die Pelletheizung auf ihre Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren betrachtet auch nicht wesentlich unrentabler, sodass ihre Anschaffung keine Fehlinvestition ist.

Tauscht man sie allerdings gegen eine alte Ölheizung, rentiert sie sich wegen der erhöten Förderung nach ca. 22 Jahren. Außerdem ist sie sehr umweltfreundlich. Erhält man zusätzlich einen oder mehrere der 2021 im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG neu eingeführten Boni wie den Innovationsbonus, fährt die Pelletheizung sogar deutlich in die Gewinnzone. Dazu kommt, dass Pelletheizungen mit der Preisstabilität des Brennstoffes einen gewaltigen Vorteil gegenüber fossilen Brennstoffen haben.

Wir haben der Rechnung eine jährliche Preissteigerung von 3 Prozent für alle Brennstoffe zugrunde gelegt. Tatsächlich wird die CO2 Bepreisung der Bundesregierung von Kohle, Öl und Gas ebenso wie die Verknappung der Ressourcen auf die Lebensdauer der Pelletheizung von 25 bis 30 Jahren jedoch dafür sorgen, dass sich die Investition in die Pelletheizung infolge überproportional steigender Preise für fossile Energieträger wie Öl und Gas mittelfristig bis langfristig rentieren wird.

Förderung für die Pelletheizung

Bild: Förderung für Pelletheizung
Besonders hohe Förderung - Pelletheizung | © gualtiero boffi / shutterstock.com

Der Kauf einer Pelletheizung wird staatlich gefördert. Grund dafür ist die CO2-Neutralität der Verbrennung. Mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Anfang 2021 sind die Möglichkeiten der Förderung einer Pelletheizung sogar noch erweitert worden.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet im Zuge der BEG EM für Sanierungen mit Einzelmaßnahmen bereits seit 01.01.2021 eine Zuschuss-Förderung an. Alternativ dazu kann man seit 01.07.2021 mit dem neuen Programm KfW 262 für die Sanierung mit Einzelmaßnahmen (BEG EM) auch einen zinsgünstigen Kredit inklusive Tilgunszuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Das Programm ersetzt den Kredit KfW 152.

Ebenfalls seit 01.07.2021 steht mit der BEG WG für Wohngebäude auch für Sanierungen und Neubauten nach Effizienzhaus-Standard eine verbesserte Förderung von der KfW zur Verfügung. Sie wird entweder als Zuschuss KfW 461 oder als Kredit KfW 261 inklusive Tilgungszuschuss angeboten und gilt sowohl für Saninerungen als auch für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard. Allerdings unterscheiden sich die Fördersätze für Sanierungen und Neubauten. Die Programme ersetzen die alten Programme KfW 151 und KfW 430 sowie das Programm KfW 153

BAFA-Förderung für eine Pelletheizung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert im Rahmen der BEG EM für die Sanierung mit Einzelmaßnahmen den Einbau einer Pelletheizung im Altbau mit einem Zuschuss von mindestens 35 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Wenn Sie Ihre alte Ölheizung gegen eine Pelletheizung tauschen, erhalten Sie mit der „Öl-Austauschprämie" sogar 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Eine Neuerung speziell für Holzheizungen ist der sogenannte Innovationsbonus von 5 Prozent der förderfähigen Kosten.

Man erhält ihn, wenn die Pelletheizung besonders wenig Feinstaub emittiert. Wurde die Installation einer Pelletheizung vor der Umsetzung der Maßnahme in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen, wird sie mit dem iSFP-Bonus mit weiteren 5 Prozent gefördert. Insgesamt ist so eine Förderung von 55 Prozent der förderfähigen Kosten von höchstens 60.000 Euro möglich. Das entspricht maximal 33.000 Euro. Die Förderung von Heizungen als Einzelmaßnahme im Neubau ist zum Jahresbeginn 2021 eingestellt worden.

KfW-Förderung für eine Pelletheizung

Seit dem 01.07.2021 bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Alternative zum BAFA Zuschuss eine Kredit-Förderung für eine Pelletheizung an. Im Rahmen der BEG EM für Einzelmaßnahmen kann man im Programm KfW 262 einen Kredit bis zu 60.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss bis zu 35 % der Kreditsumme erhalten. Dient sie als Ersatz einer alten Ölheizung, erhöt sich die Förderung im Rahmen der Öl-Austauschprämie auf 45 Prozent der Kreditsumme.

Wurde die Installation der Pelletheizung vorher in einem iSFP empfohlen, steigt die Förderung mit dem iSFP-Bonus um weitere 5 Prozent. Handelt es sich bei der Pelletheizung um eine besonders emissionsarmes Gerät (max. 2,5 mg/m³ Feinstaub), kann man mit dem Innovationsbonus für besonders umweltfreundliche Holzheizungenör erhalten. Das enstpricht einer Förderung von 55 Prozent der Kredisumme, also einem Betrag von insgesamt maximal 33.000 Euro.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, im Rahmen einer Sanierung oder eines Neubaus nach Effizienzhaus-Standard von der KfW eine Förderung für eine Pelletheizung zu erhalten. Im Rahmen einer Sanierung steht Ihnen mit dem Programm KfW 461 ein einmaliger Zuschuss in Höhe von maximal 75.000 Euro oder wahlweise mit dem Programm KfW 261 ein Kredit bis zu 150.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss bis zu 75.000 Euro zur Verfügung. Im Neubau erhält man im Programm KfW 461 einen Zuschuss von maximal 37.500 Euro oder im Programm KfW 261 einen Tilgungszuschuss von ebenfalls maximal 37.500 Euro zuzüglich eines Kredits bis zu 150.000 Euro.

Antragstellung und Energieberater

Sowohl für die Förderung des BAFA als auch die der KfW gilt, dass der Förderantrag VOR Beginn der Sanierungsmaßnahme gestellt werden muss. Stellen Sie den Antrag zu spät, erlischt Ihr Anspruch auf Förderung unwiderruflich. Um in der BEG EM eine Förderung des BAFA oder KfW zu erhalten ist die Mitwirkung eines Energie-Effizienz-Experten (dena zertifizierter Energieberater) zwar nicht vorgeschrieben.

Grundsätzlich ist seine Einbindung jedoch sehr zu empfehlen, da er Sanierungsbedarf erkennen und sinnvolle Sanierungs-Maßnahmen auswählen kann. Seine Mitwirkung ist zudem auch zwingend nötig, um einen iSFP-Bonus erhalten zu können. Außerdem führt er eine abschließende Qualitätskontrolle der Handwerkerarbeiten durch. Für KfW-Förderung der BEG WG gilt jedoch, dass der Antrag unter Mitwirkung eines zertifizierten Energieberaters gestellt werden muss.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass man seinen Service sowohl vom BAFA als auch von der KfW fördern lassen kann. BAFA (nur für Förderungen des BAFA) und KfW (nur für Förderungen der KfW) bieten in der BEG EM bis zu 2.500 Euro Förderung für seine Dienste. Im Rahmen der BEG WG bietet die KfW sogar bis zu 5.000 Euro. Sollten Sie hierzu Fragen haben, kann Ihnen Ihr Energieberater weiterhelfen.

Kostenvergleich: Sanierung auf Öl-Brennwertkessel oder Umstellung auf Pelletheizung

Zunächst betrachten wir die Kosten für die reine Anschaffung der unterschiedlichen Heizungsanlagen als Einzelmaßnahme. Die Heizung wird im Austausch gegen eine alte Ölheizung installiert. Dabei handelt es sich um eine besonders emissionsarme Pelletheizung, deren Installation in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen wurde:

Kostenfaktor Sanierung Öl-Brennwertkessel Umstellung auf Pelletheizung
Gerät & Installationsmaterial 6.000 € 9.000 €
Optionale Anschaffungskosten    
Kombispeicher   2.000 €
Lager & Fördersystem vorhanden 3.500 €
Schornstein und Abfluss (Brennwerttechnik) 1.500 € 1.500 €
Montage 2.000 € 4.000 €
Zwischensumme 9.500 € 20.000 €
Förderung    
KfW Zuschuss - -
BAFA-Zuschuss: - -11.000 €*
Summe (inklusive Förderung) 9.500 € 9.000 €

* BEG EM; BAFA „Öl-Austauschprämie", 45 % der förderfähigen Kosten, + iSFP-Bonus 5 % (erhält man, wenn die Installation der Heizung im iSFP empfohlen wurde) + Innovationsbonus 5 % für niedrige Feinstaubemissionen

Wie dieses Beispiel zeigt, ist die Pelletheizung in der Anschaffung dank hoher Förderung billiger. Zudem ist die Pelletheizung im Betrieb günstiger, sodass die Pelletheizung auf ihre Lebensdauer betrachtet rentabler ist. Das gilt allerdings nur für das Fördermodell „Öl-Austauschprämie" und / oder wenn iSFP-Bonus und Innvoationsbonus greifen. Bei einer normalen Förderung für Biomasseheizungen mit 35 Prozent der Investitionskosten, wäre sie auf einen Zeitraum von 30 Jahren bertrachtet minmal teurer.

Laufende Kosten pro Jahr Sanierung Öl-Brennwertkessel Umstellung auf Pelletheizung
Heizkosten (bei 28.000 kWh/a)* ca. 1.700 € (ca. 2.500 Liter) ca. 1.570 € (ca. 5.500 kg)
Wartung + Reinigung 250 € 300 €
Jährliche Kosten 1.950 € 1.870 €

* Wir haben hier die jeweiligen Durchschnittspreise des entsprechenden Brennstoffes aus den letzten 3 Jahren verwendet (Stand Jan. 2020). Das ergibt die folgenden Kosten: Heizöl (6,43 Cent pro Kilowattstunde), Pellets (5,63 Cent pro Kilowattstunde).

Die Pelletheizung ist in dieser Gegenüberstellung günstiger und zusätzlich CO2 neutral in der Wärmeerzeugung.  Allerdings sind die Einsparungen gegenüber der Öl-Brennwertheizung nicht so hoch. Wenn der Ölpreis künftig  stärker steigt als der für Pellets, dann rutscht die Pelletheizung noch weiter in die Gewinnzone und die Einsparungen steigen. Dass der Ölpreis im Vergleich zum Pelletpreis mittelfristig deutlich steigt, gilt unter Experten als sicher.

Hierfür sorgt neben der Verknappung der Ressourcen letzlich auch die CO2-Bepreisung für Öl und Gas durch die Bundesregierung. Der Preis für Pellets ist dagegen relativ stabil, da Pelletheizungen nicht überall verbaut werden können. Deshalb ist auch nicht zu erwarten, dass das Verhältnis von Nachfrage und Angebot sich so stark verändert, dass die Preise in dem Maße steigen wie die von Öl. Ein weiterer Vorteil von Pellets ist, dass man CO2-neutral heizen kann.

Weitere Informationen über die Kosten von Heizungssystemen

Auch zu anderen Heizungsarten haben wir auf unserer Webseite die wichtigsten Fakten, inklusive der zu erwartenden Kosten zusammengestellt. Klicken Sie sich gern einmal in aller Ruhe durch unsere Seiten und machen sich ein eigenes Bild über die jeweiligen Vorteile und Nachteile der verschiedenen Heizungen. Entscheiden Sie selbst, welche Heizung die Richtige für Sie ist.

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