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Neue Heizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Die Qual der Wahl - welche neue Heizung sollten Sie kaufen?

Welche Heizung ist für 2020 und die kommenden Jahre die richtige? Dass die allgemeinen Heizkosten regelmäßig steigen, dürfte niemandem verborgen geblieben sein. Sicherlich spielen dabei besonders in Deutschland auch andere Faktoren eine Rolle, aber insgesamt gesehen ist es die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe, die den Preisanstieg verursacht. Als Hauseigentümer kann man dem natürlich entgegensteuern, indem man einfach die günstigste Art zu heizen wählt. Aber welche war das eigentlich nochmal?

„Gas ist doch so günstig und umweltfreundlich, aber ist man dann nicht immer von ausländischen Importen abhängig? - Und was ist mit einer Holzheizung? Holzt man da nicht die ganzen Wälder ab, nur damit ich es zu Hause schön warm habe? - Da lohnt sich ja dann doch eher ein Blockheizkraftwerk, denn Strom brauche ich ja sowieso, oder nicht?“

Je nachdem wie man seine Frage stellt, wird man auch eine entsprechende Antwort bekommen. Die Wahrheit ist nämlich: Es gibt nicht die perfekte neue Heizung zu kaufen. Viel wichtiger ist es zu wissen, welches System am besten zum eigenen Energiebedarf passt und wie es am sinnvollsten einzusetzen ist. Nur wer sich daran hält, kann die wirklichen Vorteile der einzelnen Heizungsarten nutzen.

Bild: Energieheld Tipp

Moderne Ölheizungen und Gasheizungen haben durchaus noch ihre Daseinsberechtigung. Wer jedoch langfristig plant und das Eigenheim mal an die eigenen Kinder übergeben möchte, der sollte schon heute über die Nutzung von erneuerbaren Energien nachdenken. Holzheizungen und Wärmepumpen haben sich hier langsam aber stetig als guter Standard herausgebildet.

Neue Heizung: Arten und Kosten im Vergleich

Bild: Wärmepumpe neben Haus
Rechts steht neben dem Baum eine Wärmepumpe | © Dimplex

Zunächst finden Sie hier einen Heizungsvergleich mit aktuell gängigen Varianten. Wer nicht an dem Punkt ist, dass Geld keine Rolle mehr spielt, der sollte sich stets das Verhältnis zwischen Anschaffungspreis und laufenden Kosten anschauen und dieses Kriterium in die letztendliche Entscheidung um die neue Heizung mit einbeziehen.

Hohe Investitionskosten können sich schnell amortisieren, wenn die Anlage voll ausgelastet wird und neben niedrigen Heizkosten pro Kilowattstunde auch geringere laufende Kosten bei der Wartung verursacht. Ebenfalls sind notwendige Zusatzanschaffungen beim Kauf stets zu berücksichtigen, wenn die neue Heizung anschließend effizient arbeiten soll. Solarthermie-Anlagen und Pelletheizungen sind beispielsweise stets auf einen Wärmespeicher angewiesen, ohne den sie nur selten wirtschaftlich betrieben werden können.

Heizung Beschreibung Heizkosten pro kWh Wartung pro Jahr Anschaffung (mit Einbau)
Ölheizung Die „klassische“ Heizung. Durch moderne Brennwerttechnik sind Ölheizungen heute deutlich sparsamer und umweltfreundlicher als früher. 6,43 Cent 250 € 7.000 - 9.000 €
Gasheizung Gas ist günstiger und umweltfreundlicher als Öl. Ein Gasanschluss verursacht jedoch zusätzliche Kosten. 6,17 Cent 200 € 6.000 - 10.000 €
Etagenheizung Meist kleine Gasheizungen, die einzelne Wohnungen in Mehrfamilienhäusern beheizen. 6,17 Cent 150 € 3.500 - 5.000 €
Pelletheizung Pellets ermöglichen effizientes Heizen mit Holz, sodass man nicht auf fossile Brennstoffe angewiesen ist. 5,63 Cent 300 € 17.000 - 25.000 €
Hackschnitzelheizung Auch diese Heizung verbrennt Holz. Die Hackschnitzel benötigen zwar mehr Lagerraum als Pellets, sind jedoch günstiger. 3,1 Cent 300 € 22.000 - 28.000 €
Stückholzheizung Die Stückholzheizung ist technisch gesehen ein optimierter Kaminofen, der ganze Holzscheite verbrennt. 3,22 Cent 300 € 10.000 - 16.000 €
Wärmepumpe Je nach Ausführung wird entweder der Luft, der Erde oder einem Wasservorrat Wärme entzogen, um damit ein Gebäude zu beheizen. 21,00 Cent* 50 € 15.000 - 30.000 €
Elektroheizung Besonders für selten genutzte Räumlichkeiten die optimale Heizung. 22,00 Cent** 0 € 5.000 - 8.000 €***
Infrarotheizung Minimal effizienter als normale Elektroheizungen 22,00 Cent** 0 € 5.000 - 8.000 €***
Blockheizkraftwerk Gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom. Diese meist gasbetriebene Heizung ist besonders bei großem Wärmebedarf empfehlenswert. 3,22 - 5,63 Cent (Holz) / 6,17 Cent (Gas) / 6,43 Cent (Öl) 300 - 1.000 € 20.000 - 40.000 €
Brennstoffzelle Ähnlich wie ein normales Blockheizkraftwerk. Gewinnt Wasserstoff aus Erdgas und produziert damit Wärme und Strom. 6,17 Cent 300 - 1.000 € 25.000 - 56.000 €
Solarthermie-Anlage Heizen mit Sonnenenergie. Vermutlich die umweltfreundlichste Art zu heizen. Jedoch ist eine Solarthermie-Anlage immer auf eine zusätzliche Heizung angewiesen. 0 Cent 50 € 4.000 - 10.000 €

* Wärmepumpentarif. ** Tarif für Großabnehmer, für einzelnen Heizkörper gilt normaler Tarif. *** Preis für 12 Heizkörper im gesamten Haus.

Welche Heizung im Altbau oder Neubau?

Bild: Landhaus mit Pelletheizung
Ein Altbau mit Pelletheizung | © 12019 / pixabay.com CC0

Die Anforderungen an eine neue Heizung sind im Altbau und im Neubau grundsätzlich verschieden. Klassische Ölheizungen und Gasheizungen sind zwar überall einsetzbar, aber langfristig nicht immer die günstigste Lösung.

Je größer und schlechter gedämmt Ihre Immobilie ist, desto eher lohnen sich Biomasseheizungen wie Pelletheizungen oder Hackschnitzelheizungen. Eine ausreichende Dämmung um Wärmepumpen zu installieren, findet man primär im Neubau.

Rechtlich gibt es auch einige Unterschiede, da zum Beispiel Ölheizungen und Gasheizungen im Neubau fast immer mit einer Solarthermie-Anlage und einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung kombiniert werden müssen um die strengen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) einzuhalten. Das macht die Anschaffung teurer als z. B. eine Wärmepumpe. Ein weiteres Problem von Öl- und Gasheizungen ist, dass man im Neubau keine Förderung bekommt.

Außerdem steigen die Preise für fossile Energieträger mittelfristig, was nicht nur an der CO2 Steuer liegt, die zum Jahresbeginn 2020 eingeführt wurde. Dadurch steigen auch die Betriebskosten. Im konkreten Einzelfall wird Ihnen Ihr Energieberater, Architekt oder Heizungsbauer aber genau sagen können, welche Heizungen Sie einbauen dürfen - nur die langfristige Entscheidung für den richtigen Brennstoff liegt bei Ihnen. In der folgenden Tabelle finden Sie typische Heizungen für Altbauten und Neubauten:

Heizung Altbau Neubau
Gasheizung Günstige Anschaffung, günstige Heizkosten, Förderung möglich (nur in Kombination mit einer EE*-Heizung; Anschaffung ist dann allerdings nicht mehr günstig) Muss mit Solarthermie HU** und Lüftungsanlage WR*** kombiniert werden, daher teuer in Anschaffung, keine Förderung möglich
Ölheizung Nur sinnvoll, wenn kein Gasanschluss möglich ist oder der Platz für ein Pelletsilo fehlt, keine Förderung möglich Muss mit Solarthermie HU** und Lüftungsanlage WR*** kombiniert werden, daher teuer in Anschaffung, keine Förderung möglich
Wärmepumpe Nur mit guter Wärmedämmung wirtschaftlich, hohe Anschaffungskosten, niedrige Betriebskosten, bei guter Dämmung sehr effizient, hohe Förderung Sehr geringe Heizkosten bei guter Wärmedämmung, hohe Förderung
Biomasse Sinnvoll bei hohem Wärmebedarf, hohe Anschaffungskosten, hoher Platzbedarf, niedrige Brennstoffkosten, hohe Förderung Sinnvoll, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, niedrige Brennstoffkosten (Hackschnitzel, Stückholz)
Solarthermie Als Ergänzung immer zu empfehlen, aber nicht hochgradig wirtschaftlich, als Ergänzung zur Gasheizung geeignet, wenn für diese eine Förderung geplant wird, Förderung möglich Für Gasheizungen und Ölheizungen Pflicht, Förderung nur beim Ausbau zum Solaraktivhaus oder in Gebäuden mit mindestens als 3 Wohneinheiten

* Erneuerbare Energien ** Heizungsunterstützung *** Wärmerückgewinnung

Heizungs-Beispiele für verschiedene Gebäude

Bild: Heizkörper in Wohnraum
Auf die richtige Heizung kommt es an | © pearl / fotolia.com

Wer effizient heizen möchte, der sollte zwar die passende neue Heizung für sein Eigenheim kaufen, aber Kompromisse bei der Umweltfreundlichkeit muss man trotzdem nicht eingehen. Um zusätzlich Energiekosten einzusparen, können die meisten Systeme in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage betrieben werden.

Auch wenn jedes Haus anders ist, lassen sich dennoch gewisse Gebäude-Stereotypen in Deutschland feststellen. Um Ihnen die Auswahl der richtigen Heizung zu erleichtern, hat Energieheld mal ein wenig in Schubladen gedacht und eine kleine Übersicht für Sie zusammengestellt:

Welche neue Heizung für ein kleines Einfamilienhaus kaufen?

Für ein Einfamilienhaus (Bestandsbau) kommen grundsätzlich folgende neue Heizungen in Frage: Öl-Brennwertheizungen, Gas-Brennwertheizungen, Pelletheizungen und Wärmepumpen. Für ein herkömmliches Einfamilienhaus (140 Quadratmeter Wohnfläche) rechnet man generell mit vier Personen und einem jährlichen Energiebedarf von bis zu 28.000 Kilowattstunden (kWh), von denen die meiste Energie morgens und abends benötigt wird.

Der verfügbare Platz und der allgemeine Energiebedarf sind die limitierenden Faktoren für das Einfamilienhaus. Die Tanks einer Ölheizung und das Silo einer Pelletheizung können meist noch untergebracht werden, aber eine Hackschnitzelheizung würde mit dem benötigten Lagerplatz einfach den gegebenen Rahmen sprengen. Genauso könnten Blockheizkraftwerke nur selten voll ausgelastet werden, sodass ihre Anschaffung unrentabel wäre. Auch eine Wärmepumpe, wäre mit diesem Wärmebedarf vermutlich überfordert.

Im Neubau ist die Situation etwas anders: Hier ist das Gebäude infolge der strengen Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) sehr gut gedämmt und der Wärmebedarf liegt eher bei 7.200 Kilowattstunden pro Jahr. Zudem sind Flächenheizungen wie z. B. die Fußbodenheizung in Neubauten heutzutage Standard. Unter diesen Voraussetzungen sind Wärmepumpen die allererste Wahl, da sie so mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten können. Das macht sie sehr effizient und sorgt für niedrige Betriebskosten. Lediglich die Luft-Luft-Wärmepumpe ist eigentlich nur für Passivhäuser geeignet.

Welche neue Heizung für ein Landhaus / Bauernhof / Resthof kaufen?

Wer abseits der großen Städte wohnt, viel Platz zur Verfügung hat und vielleicht sogar in der Forstindustrie tätig ist, der kann sich durchaus eine Holzheizung kaufen. Auch Öl- und Gasheizungen können eingesetzt werden, jedoch war Holz bisher meist der günstigere Brennstoff. Pellets verbrennen am effizientesten, sind dafür aber meist auch teurer als Hackschnitzel bzw. Stückholz und können nicht zu Hause hergestellt werden.

Hackschnitzel sind der Mittelweg zwischen Pellets und Stückholz. Sie können mit geliehenen Holzhackern auch in Eigenregie hergestellt werden, benötigen aber im Anschluss einen recht großen Lagerraum. Stückholzheizungen (vereinzelt auch Stückgutheizungen genannt) werden mit ganzen Holzscheiten befeuert, sodass man völlig selbstständig in den nahegelegenen Wäldern für Nachschub sorgen kann.

Welche neue Heizung für ein Mehrfamilienhaus kaufen?

Für Mehrfamilienhäuser kommen in den meisten Fällen dieselben Heizungen wie für Einfamilienhäuser in Frage. Bei Bedarf sollten Sie Etagenheizungen (meist Gasthermen) kaufen, um die Energiekosten getrennt abrechnen zu können. Besonders große Komplexe können aber durchaus schon von einem Blockheizkraftwerk, einer Brennstoffzelle oder einer Zentralheizung profitieren. Hier hat man das Problem, dass man meist noch mit Niedertemperaturtechnik arbeiten muss, da Brennwerttechnik einen Umbau des Schornsteins nötig macht. Daher kann man nur alle Etagenheizungen gleichzeitig auf Brennwerttechnik umstellen oder eben keine.

Welche neue Heizung für ein Passivhaus?

Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine sehr gute Wärmedämmung aus, sodass im Allgemeinen nur wenig geheizt werden muss. Hier sind Wärmepumpen die erste Wahl. Schon eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann in einem sehr gut gedämmten Gebäude ausreichen.

Aber auch die effizienteren Sole-Wasser-Wärmepumpen und die Wasser-Wasser-Wärmepumpen kommen in Frage. Ansonsten können Sie auch kompakte Gasthermen, sowie kleine Pellet- und Kaminöfen kaufen. Auch Elektroheizungen wie die Infrarotheizung können sich in einem Passivhaus rentieren.

Welche neue Heizung für ein Ferienhaus kaufen?

Von Fall zu Fall sind die Gegebenheiten zwar unterschiedlich, aber ein Ferienhaus wird meist nicht ganzjährig und oft nur wenige Wochen im Jahr genutzt. Große Heizungsanlagen lohnen sich deshalb oft nicht, sodass für solch ein Haus besonders Elektroheizungen empfehlenswert sind. Eine vergleichsweise sparsame Variante ist die Infrarotheizung.

Welche neue Heizung für Industrie und Gewerbe kaufen?

Großanlagen rentieren sich nur, wenn die gewonnene Wärme auch tatsächlich genutzt werden kann. Hotels, Wäscherein und große Industriebetriebe eignen sich deshalb hervorragend, um selbst die allergrößten Heizungen voll auszulasten und damit rentabel zu machen. Besonders Holzheizungen, Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen können Sie in diesen Fällen kaufen.

Wirtschaftlichkeit neuer Heizungen im Vergleich

Bild: Amortisationsformel für Heizungen
Amortisationsformel für eine neue Heizung | © Energieheld

Die Amortisationszeit beschreibt die Zeitspanne, innerhalb derer das zuvor investierte Kapital wieder zurückgeflossen ist. Da eine Heizung generell keine finanziellen Einnahmen ermöglicht, setzt man die neue Anlage häufig in Relation zu den laufenden Kosten einer bestehenden Heizung. So lässt sich errechnen, wie lange es dauert, bis man die Investitionskosten wieder erwirtschaftet hat.

Man schaut sich also beispielweise die möglichen Heizkosten einer alten Ölheizung an und vergleicht diese mit den zu erwartenden Ausgaben für eine neue Pelletheizung. Da Pellets preiswerter als Öl sind, ist diese Art zu Heizen auf Dauer günstiger und „erwirtschaftet“ damit quasi den finanziellen Gewinn. Nach einer gewissen Zeit übersteigen die Einsparungen die einstigen Investitionskosten, sodass sich die neue Heizung ab diesem Punkt amortisiert hat.

Wir haben für Sie mal ein übliches Szenario für ein 140 Quadratmeter großes Einfamilienhaus mit 4-Personenhaushalt und mit einem Wärmebedarf von rund 28.000 Kilowattstunden pro Jahr analysiert. Die bestehende Ölheizung ist erst 10 Jahre alt und muss aus technischer Sicht erst in 15 Jahren getauscht werden. Zu dieser Grundannahme haben wir dann noch die allgemeinen Stromkosten, die Wartung, Preissteigerungen etc. hinzugerechnet, um einen ungefähres Bild davon zu bekommen, welche Heizung unterm Strich die günstigste ist. Interessant bei diesem Szenario ist, dass eine neue Ölheizung auf den ersten Blick gar nicht so schlecht abschneidet.

Dies tritt allerdings nur unter der Annahme ein, dass der Ölpreis nicht überproportional steigt. Zudem wurde in dieser Berechnung auch die ab 2021 geltende und jährlich steigende CO2 Steuer nicht berücksichtigt. Hier muss man für sich selbst abschätzen, ob sich das Risiko lohnt. Die mit Abstand günstigste Heizung ist der Scheitholzvergaser - bedenken Sie jedoch, dass so eine Anlage jeden Tag händisch bestückt werden muss und damit etwas außerhalb der Wertung anzusiedeln ist.

Heizung / Wirtschaftlichkeit (inkl. Strom) Jahr 1 Jahr 10 Jahr 20 Jahr 25
Ölheizung bestehend
(10 Jahre alt)
3.400 € 39.500 € 104.800 € 136.500 €
Ölheizung Brennwert 12.300 € 46.900 € 97.800 € 129.500 €
Gasheizung Brennwert
(mit Anschluss)
13.300 € 47.400 € 98.400 € 129.900 €
Pelletheizung 16.200 € 50.100 € 100.000 € 131.100 €
Hackschnitzelheizung 16.800 € 43.300 € 82.300 € 106.500 €
Holzvergaser 9.000 € 35.900 € 75.400 € 100.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe* 12.800 € 45.200 € 92.900 € 122.500 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe* 19.000 € 47.400 € 89.300 € 115.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe* 22.200 € 50.600 € 92.600 € 118.700 €
Infrarotheizung** 12.900 € 85.200 € 191.600 € 257.800 €
Elektroheizung** 13.500 € 92.200 € 208.100 € 280.300 €

* Stromtarif für Wärmepumpen: 21,00 Cent/kWh **Stromtarif für Großabnehmer: 22,00 Cent/kWh

Heizung nachrüsten (Elektroheizung austauschen)

Auch heute gibt es noch recht viele Gebäude, die über keine (halbwegs) moderne Zentralheizung verfügen. Entweder wird mit Nachtspeicher (Strom) oder tatsächlich noch mit Kachelofen und Försterofen geheizt.

Viele Menschen, die solch eine Immobilie bewohnen möchten eine neue Heizung nachrüsten, können die anfallenden Kosten jedoch schwer einschätzen. Wir zeigen, mit welchen Preisen Sie beim Nachrüsten einer Heizung rechnen sollten und wie viel Geld Sie schon im ersten Jahr gegenüber der alten Anlage sparen. Die Kosten beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit etwa 140 Quadratmetern und 12 Heizkörpern.

Heizung Anschaffung* Kosten pro Heizkörper * Sonstige Kosten* Gesamt-Kosten*
Ölheizung 7.000 - 9.000 € 300 - 500 € Öltank:
2.000 - 4000 €
12.500 - 16.600 €
Gasheizung 6.000 - 10.000 € 300 - 500 € Gasanschluss: 750 - 2.350 € 10.500 - 16.000 €

*Kosten inklusive Einbau, ohne Förderung

Durch das Nachrüsten einer modernen Zentralheizung sind erhebliche Einsparungen möglich. Je nach Energiebedarf kann sich selbst eine neue Heizung für rund 14.000 € schon nach dem zweiten Jahr amortisiert haben. Wenn Sie viel mit Strom heizen, dann lohnt sich das Nachrüsten einer neuen Heizung immer: Nach 30 Jahren haben Sie fast 200.000 Euro an Heizkosten gespart!

Wo gibt es die meiste Förderung?

Die höchste Förderung für Heizungen als Einzelmaßnahme erhalten Sie in der Regel mit dem Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien" des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Förderung von Heizungen liegt seit Januar 2020 fast ausschließlich in dessen Händen. Dabei fördert das BAFA hauptsächlich Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, Hybridheizungen sowie Brennstoffzellen und BHKW (kein Öl).

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die früher für die Förderung effizienter Gas- und Öl-Brennwertheizungen zuständig war, fördert nur noch die Brennstoffzelle und den Anschluss an ein Fernwärmenetz als Einzelmaßnahme. Ansonsten kann man eine neue Heizung von der KfW nur noch durch die Programme KfW 151, KfW 430 und KfW 153 indirekt im Rahmen von Sanierungen oder Neubauten nach Effizienzhaus-Standard fördern lassen. Einen Überblick über die Förderungen des BAFA und der KfW finden Sie in der Tabelle unten.

Förderung der Heizung im Altbau

Das BAFA fördert im Altbau Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien sowie Hybridheizungen aus Gas-Brennwertheizung und einer Heizung, die regenerative Energieträger nutzt (z. B. eine Solarthermie-Anlage). Schafft man sich eine Gas-Brennwertheizung an und plant deren späteren Ausbau zur Hybridheizung, erhält man  20 Prozent der förderfähigen Kosten. Baut man sie sofort zur Hybridheizung aus, erhält man 30 Prozent der Kosten als Förderung. Setzt man ausschließlich auf das Heizen mit erneuerbaren Energien, so kann man sogar eine Förderung von 35 Prozent der Investitionskosten einstreichen.

Eine direkte Förderung der KfW für eine Heizung als Einzelmaßnahme erhalten Sie im Altbau nur noch für eine Brennstoffzelle - maximal 28.200 Euro - oder einen Fernwärmeanschluss - maximal 10.000 Euro. Im Rahmen einer Effizienzhaus-Sanierung bieten die Programme KfW 430 und KfW 151 einen Zuschuss von maximal 48.000 Euro und das Programm KfW 151 zudem noch einen Kredit von 120.000 Euro. Die Programme KfW 151 / KfW 430 sind nicht mit der Förderung des BAFA kumulierbar und fördern die Heizung nur anteilig an Gesamtkosten der Sanierung. Das Programm KfW 167 bietet für die Umstellung auf erneuerbare Energien jedoch einen Kredit von 50.000 Euro, der auch mit der Förderung des BAFA kombinierbar ist. 

Alte Ölheizung und Öl-Austauschprämie

Ölheizungen werden seit Jahresbeginn 2020 nicht mehr gefördert. Stattdessen zahlt das BAFA für den Austausch alter Ölheizungen sogar eine sogenannte „Öl-Austauschprämie": Installieren Sie statt einer mindestens 2 Jahre alten Ölheizung eine Gas-Hybridheizung mit Nutzung erneuerberer Energien, erstattet das BAFA Ihnen 40 Prozent der förderfahigen Kosten. Entscheidet man sich für eine Heizung, die ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet, erhält man sogar 45 Prozent der Kosten.

Förderung der Heizung im Neubau

Im Neubau fördert das BAFA ausschließlich Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Solarthermie-Anlagen. Dabei erhält man für Biomasseheizungen und Wärmepumpen 35 Prozent der Kosten. Für eine Solarthermie-Anlage bekommt man 30 Prozent der Kosten als Förderung erstattet.

Die KfW bietet im Neubau das Programm KfW 153 an. Neben einem Kredit über 120.000 Euro steht Ihnen auch, je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard, ein Tilgungszuschuss in Höhe von höchstens 25 Prozent zur Verfügung, der bei maximal 30.000 Euro gedeckelt ist. Das Programm KfW 153 ist mit der Förderung des BAFA kombinierbar. Die Kombination ist auch empfehlenswert, da Sie so die optimale Förderung für Ihren Neubau und damit auch für Ihre Heizung erhalten.

Heizung Gebäudeart Programm Förderung
Gas-Hybridheizung „Renewable Ready" (Gas-Brennwert und Vorbereitung EE*-Heizung) Altbau BAFA „Heizen mit Erneuerbaren Energien" 20 % der förderfähigen Kosten
Gas-Hybridheizung (mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien) Altbau 30 % der förderfähigen Kosten
Solarthermie-Anlage Altbau / Neubau 30 % der förderfähigen Kosten
Holzheizungen, Wärmepumpen, EE*-Hybridheizungen Altbau / Neubau 35 % der förderfähigen Kosten
Gas-Hybridheizung (mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien) Altbau BAFA „Heizen mit Erneuerbaren Energien - Öl-Austauschprämie" 40 % der förderfähigen Kosten
Holzheizungen, Wärmepumpen, EE*-Hybridheizungen Altbau 45 % der förderfähigen Kosten
BHKW Altbau / Neubau BAFA KWK - Zuschuss mindest. 1.900 €, max. 3.500 €
Brennstoffzelle Altbau / Neubau Zuschuss KfW 433 Brennstoffzelle mindest. 6.150 €, max. 28.200 €
Fernwärme Altbau Zuschuss KfW 430 20 % der förderfähigen Kosten von höchstens 50.000 €, maximal 10.000 €
Altbau Kredit KfW 152 Kredit über 50.000 € + Tilgungszuschuss von 20 % der Kreditsumme, maximal 10.000 €
Holzheizungen, Wärmepumpen, EE*-Hybridheizungen, Gas-Hybridheizungen, Gas-Brennwertheizungen, Fernwärme (keine ölbetriebenen Heizungen) Altbau Zuschuss KfW 430 (Nur Effizienzhaus-Sanierung**) Zuschuss von 40 % der förderfähigen Kosten von höchstens 120.000 €, maximal 48.000 €
Altbau Kredit KfW 151 (Effizienzhaus-Sanierung**) Kredit von höchstens 120.000 € + Tilgungszuschuss von 40 % der Kreditsumme, maximal 48.000 €
Neubau Kredit KfW 153 (Neubau nach Effizienzhaus-Standard**) Kredit von höchstens 120.000 € + Tilgungszuschuss von 25 % der Kreditsumme, maximal 30.000 €

* Erneuerbare Energien ** Förderung nur anteilig an den Gesamtkosten der Sanierung oder des Neubaus

Sanierungskette vor dem Kauf beachten

Auch wenn eine neue Heizung durch die Einsparpotenziale sehr verlockend sein kann, sollte man stets die „Sanierungskette“ im Auge behalten. Im Klartext bedeutet das, die einzelnen Schritte einer vollständigen Gebäudesanierung in der richtigen Reihenfolge einzuleiten. Wenn Ihr Haus in nächster Zeit ebenfalls gedämmt werden soll, dann lohnt sich die Installation einer neuen Heizung erst nach dieser Maßnahme, da erst dann der Wärmebedarf errechnet werden kann.

Alternativ kann man den Einbau von Dämmung und Heizung aber auch als Komplettpaket planen. Hier kann die Einbindung eines Energieberaters sehr hilfreich sein. Beachtet man die Sanierungskette nicht, wird die Anlage in den meisten Fällen zu groß dimensioniert sein, sodass höhere Investitionskosten und eine schlechtere Auslastung der Heizung fast schon garantiert sind. So ist eine Amortisation nicht möglich und der positive Effekt des Heizungstauschs bleibt aus.

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