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Neue Heizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Die Qual der Wahl - welche neue Heizung sollten Sie kaufen?

Welche Heizung ist für 2021 und die kommenden Jahre die richtige? Dass die allgemeinen Heizkosten regelmäßig steigen, dürfte niemandem verborgen geblieben sein. Sicherlich spielen dabei besonders in Deutschland auch andere Faktoren eine Rolle, aber insgesamt gesehen ist es die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe, die den Preisanstieg verursacht. Als Hauseigentümer kann man dem natürlich entgegensteuern, indem man einfach die günstigste Art zu heizen wählt. Aber welche war das eigentlich noch mal?

„Gas ist doch so günstig und umweltfreundlich, aber ist man dann nicht immer von ausländischen Importen abhängig? - Und was ist mit einer Holzheizung? Holzt man da nicht die ganzen Wälder ab, nur damit ich es zu Hause schön warm habe? - Da lohnt sich ja dann doch eher ein Blockheizkraftwerk, denn Strom brauche ich ja sowieso, oder nicht?“

Je nachdem wie man seine Frage stellt, wird man auch eine entsprechende Antwort bekommen. Die Wahrheit ist nämlich: Es gibt nicht die perfekte neue Heizung zu kaufen. Viel wichtiger ist es zu wissen, welches System am besten zum eigenen Energiebedarf passt und wie es am sinnvollsten einzusetzen ist. Nur wer sich daran hält, kann die wirklichen Vorteile der einzelnen Heizungsarten nutzen.

Bild: Energieheld Tipp

Damit alte Ölheizungen und Gasheizungen in deutschen Haushalten nach und nach durch Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ersetzt werden, hat die Bundesregierung die „Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG) ins Leben gerufen. Sie fördert gezielt erneuerbare Wärme und soll Sanierer und Bauherren zum Heizungstausch motivieren.

Neue Heizung: Arten und Kosten im Vergleich

Bild: Wärmepumpe neben Haus
Rechts steht neben dem Baum eine Wärmepumpe | © Dimplex

Zunächst finden Sie hier einen Heizungsvergleich mit aktuell gängigen Varianten. Wer nicht an dem Punkt ist, dass Geld keine Rolle mehr spielt, der sollte sich stets das Verhältnis zwischen Anschaffungspreis und laufenden Kosten anschauen und dieses Kriterium in die letztendliche Entscheidung um die neue Heizung mit einbeziehen.

Hohe Investitionskosten können sich schnell amortisieren, wenn die Anlage voll ausgelastet wird und neben niedrigen Heizkosten pro Kilowattstunde auch geringere laufende Kosten bei der Wartung verursacht. Ebenfalls sind notwendige Zusatzanschaffungen beim Kauf stets zu berücksichtigen, wenn die neue Heizung anschließend effizient arbeiten soll. Solarthermie-Anlagen und Pelletheizungen sind beispielsweise stets auf einen Wärmespeicher angewiesen, ohne den sie nur selten wirtschaftlich betrieben werden können.

Heizung Beschreibung Heizkosten pro kWh Wartung pro Jahr Anschaffung (mit Einbau)
Ölheizung Die „klassische“ Heizung. Durch moderne Brennwerttechnik sind Ölheizungen heute deutlich sparsamer und umweltfreundlicher als früher. 6,43 Cent 250 € 7.000 - 9.000 €
Gasheizung Gas ist günstiger und umweltfreundlicher als Öl. Ein Gasanschluss verursacht jedoch zusätzliche Kosten. 6,17 Cent 200 € 6.000 - 10.000 €
Etagenheizung Meist kleine Gasheizungen, die einzelne Wohnungen in Mehrfamilienhäusern beheizen. 6,17 Cent 150 € 3.500 - 5.000 €
Pelletheizung Pellets ermöglichen effizientes Heizen mit Holz, sodass man nicht auf fossile Brennstoffe angewiesen ist. 5,63 Cent 300 € 17.000 - 25.000 €
Hackschnitzelheizung Auch diese Heizung verbrennt Holz. Die Hackschnitzel benötigen zwar mehr Lagerraum als Pellets, sind jedoch günstiger. 3,1 Cent 300 € 22.000 - 28.000 €
Stückholzheizung Die Stückholzheizung ist technisch gesehen ein optimierter Kaminofen, der ganze Holzscheite verbrennt. 3,22 Cent 300 € 10.000 - 16.000 €
Wärmepumpe Je nach Ausführung wird entweder der Luft, der Erde oder einem Wasservorrat Wärme entzogen, um damit ein Gebäude zu beheizen. 21,00 Cent* 50 € 15.000 - 30.000 €
Elektroheizung Besonders für selten genutzte Räumlichkeiten die optimale Heizung. 22,00 Cent** 0 € 5.000 - 8.000 €***
Infrarotheizung Minimal effizienter als normale Elektroheizungen 22,00 Cent** 0 € 5.000 - 8.000 €***
Blockheizkraftwerk Gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom. Diese meist gasbetriebene Heizung ist besonders bei großem Wärmebedarf empfehlenswert. 3,22 - 5,63 Cent (Holz) / 6,17 Cent (Gas) / 6,43 Cent (Öl) 300 - 1.000 € 20.000 - 40.000 €
Brennstoffzelle Ähnlich wie ein normales Blockheizkraftwerk. Gewinnt Wasserstoff aus Erdgas und produziert damit Wärme und Strom. 6,17 Cent 300 - 1.000 € 25.000 - 56.000 €
Solarthermie-Anlage Heizen mit Sonnenenergie. Vermutlich die umweltfreundlichste Art zu heizen. Jedoch ist eine Solarthermie-Anlage immer auf eine zusätzliche Heizung angewiesen. 0 Cent 50 € 4.000 - 10.000 €

* Wärmepumpentarif. ** Tarif für Großabnehmer, für einzelnen Heizkörper gilt normaler Tarif. *** Preis für 12 Heizkörper im gesamten Haus.

Welche Heizung im Altbau oder Neubau?

Bild: Landhaus mit Pelletheizung
Ein Altbau mit Pelletheizung | © 12019 / pixabay.com CC0

Die Anforderungen an eine neue Heizung sind im Altbau und im Neubau grundsätzlich verschieden. Klassische Ölheizungen und Gasheizungen sind zwar überall einsetzbar, aber langfristig nicht immer die günstigste Lösung.

Je größer und schlechter gedämmt Ihre Immobilie ist, desto eher lohnen sich Biomasseheizungen wie Pelletheizungen oder Hackschnitzelheizungen. Eine ausreichende Dämmung, um Wärmepumpen zu installieren, findet man primär im Neubau oder in Bestandsbauten, die nach 1985 gebaut worden sind.

Rechtlich gibt es auch einige Unterschiede, da zum Beispiel Ölheizungen und Gasheizungen im Neubau fast immer mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden müssen, um die strengen Vorschriften des Gebäudeenergiegesetzes GEG (vormals Energieeinsparverordnung EnEV) einzuhalten. Das macht die Anschaffung teurer als z. B. eine Wärmepumpe. Das liegt auch daran, dass man für Ölheizungen seit 2020 keine Förderung mehr bekommt und Gasheizungen nur noch als Hybridheizungen mit Komponente auf Basis erneuerbarer Energien gefördert werden.

Außerdem steigen die Preise für fossile Energieträger mittelfristig, was nicht nur an der CO2-Steuer liegt, die zum Jahresbeginn 2021 eingeführt wurde. Dadurch steigen auch die Betriebskosten. Im konkreten Einzelfall wird Ihnen Ihr Energieberater, Architekt oder Heizungsbauer aber genau sagen können, welche Heizungen Sie einbauen dürfen - nur die langfristige Entscheidung für den richtigen Brennstoff liegt bei Ihnen. In der folgenden Tabelle finden Sie typische Heizungen für Altbauten und Neubauten:

Heizung Altbau Neubau
Gasheizung Günstige Anschaffung, günstige Heizkosten, Förderung möglich (nur in Kombination mit einer EE*-Heizung; Anschaffung ist dann allerdings nicht mehr günstig) Muss mit Solarthermie HU** oder Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden, daher teuer in Anschaffung, nur anteilige Förderung für Neubauten nach Effizienhaus-Standard
Ölheizung Nur sinnvoll, wenn kein Gasanschluss möglich ist oder der Platz für ein Pelletsilo fehlt, keine Förderung möglich Muss mit Solarthermie HU** oder Heizung auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert werden, daher teuer in Anschaffung, keine Förderung möglich
Wärmepumpe Nur mit guter Wärmedämmung wirtschaftlich, hohe Anschaffungskosten, niedrige Betriebskosten, bei guter Dämmung sehr effizient, hohe Förderung Sehr geringe Heizkosten bei guter Wärmedämmung, nur anteilige Förderung für Neubauten nach Effizienhaus-Standard
Biomasse Sinnvoll bei hohem Wärmebedarf, hohe Anschaffungskosten, hoher Platzbedarf, niedrige Brennstoffkosten, hohe Förderung Sinnvoll, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, niedrige Brennstoffkosten (Hackschnitzel, Stückholz), nur anteilige Förderung für Neubauten nach Effizienhaus-Standard
Solarthermie Als Ergänzung immer zu empfehlen, aber nicht hochgradig wirtschaftlich, als Ergänzung zur Gasheizung geeignet, wenn für diese eine Förderung geplant wird, Förderung möglich Aktuell sinnvolle Ergänzung, häufig billigste Kombination mit Gas-Brennwertheizung, nur anteilige Förderung für Neubauten nach Effizienhaus-Standard

* Erneuerbare Energien ** Heizungsunterstützung

Heizungs-Beispiele für verschiedene Gebäude

Bild: Heizkörper in Wohnraum
Auf die richtige Heizung kommt es an | © pearl / fotolia.com

Wer effizient heizen möchte, der sollte zwar die passende neue Heizung für sein Eigenheim kaufen, aber Kompromisse bei der Umweltfreundlichkeit muss man trotzdem nicht eingehen. Um zusätzlich Energiekosten einzusparen, können die meisten Systeme in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage betrieben werden.

Auch wenn jedes Haus anders ist, lassen sich dennoch gewisse Gebäude-Stereotypen in Deutschland feststellen. Um Ihnen die Auswahl der richtigen Heizung zu erleichtern, hat Energieheld mal ein wenig in Schubladen gedacht und eine kleine Übersicht für Sie zusammengestellt:

Welche neue Heizung für ein kleines Einfamilienhaus kaufen?

Für ein Einfamilienhaus (Bestandsbau) kommen grundsätzlich folgende neue Heizungen in Frage: Öl-Brennwertheizungen, Gas-Brennwertheizungen, Pelletheizungen und Wärmepumpen. Für ein herkömmliches Einfamilienhaus (140 Quadratmeter Wohnfläche) rechnet man generell mit vier Personen und einem jährlichen Energiebedarf von bis zu 28.000 Kilowattstunden (kWh), von denen die meiste Energie morgens und abends benötigt wird.

Der verfügbare Platz und der allgemeine Energiebedarf sind die limitierenden Faktoren für das Einfamilienhaus. Die Tanks einer Ölheizung und das Silo einer Pelletheizung können meist noch untergebracht werden, aber eine Hackschnitzelheizung würde mit dem benötigten Lagerplatz einfach den gegebenen Rahmen sprengen. Genauso könnten Blockheizkraftwerke nur selten voll ausgelastet werden, sodass ihre Anschaffung unrentabel wäre. Auch eine Wärmepumpe wäre mit diesem Wärmebedarf vermutlich überfordert.

Im Neubau ist die Situation etwas anders: Hier ist das Gebäude infolge der strengen Vorschriften des Gebäudeenergiegesetzes (GEG, vormals Energieeinsparverordnung EnEV) sehr gut gedämmt und der Wärmebedarf liegt eher bei 7.200 Kilowattstunden pro Jahr. Zudem sind Flächenheizungen wie z. B. die Fußbodenheizung in Neubauten heutzutage Standard. Unter diesen Voraussetzungen sind Wärmepumpen die allererste Wahl, da sie so mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten können. Das macht sie sehr effizient und sorgt für niedrige Betriebskosten. Lediglich die Luft-Luft-Wärmepumpe ist eigentlich nur für Passivhäuser geeignet.

Welche neue Heizung für ein Landhaus / Bauernhof / Resthof kaufen?

Wer abseits der großen Städte wohnt, viel Platz zur Verfügung hat und vielleicht sogar in der Forstindustrie tätig ist, der kann sich durchaus eine Holzheizung kaufen. Auch Öl- und Gasheizungen können eingesetzt werden, jedoch war Holz bisher meist der günstigere Brennstoff. Pellets verbrennen am effizientesten, sind dafür aber meist auch teurer als Hackschnitzel bzw. Stückholz und können nicht zu Hause hergestellt werden.

Hackschnitzel sind der Mittelweg zwischen Pellets und Stückholz. Sie können mit geliehenen Holzhackern auch in Eigenregie hergestellt werden, benötigen aber im Anschluss einen recht großen Lagerraum. Stückholzheizungen (vereinzelt auch Stückgutheizungen genannt) werden mit ganzen Holzscheiten befeuert, sodass man völlig selbstständig in den nahegelegenen Wäldern für Nachschub sorgen kann.

Welche neue Heizung für ein Mehrfamilienhaus kaufen?

Für Mehrfamilienhäuser kommen in den meisten Fällen dieselben Heizungen wie für Einfamilienhäuser infrage. Bei Bedarf sollten Sie Etagenheizungen (meist Gasthermen) kaufen, um die Energiekosten getrennt abrechnen zu können. Besonders große Komplexe können aber durchaus schon von einem Blockheizkraftwerk, einer Brennstoffzelle oder einer Zentralheizung profitieren. Hier hat man das Problem, dass man meist noch mit Niedertemperaturtechnik arbeiten muss, da Brennwerttechnik einen Umbau des Schornsteins nötig macht. Daher kann man nur alle Etagenheizungen gleichzeitig auf Brennwerttechnik umstellen oder eben keine.

Welche neue Heizung für ein Passivhaus?

Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine sehr gute Wärmedämmung aus, sodass im Allgemeinen nur wenig geheizt werden muss. Hier sind Wärmepumpen die erste Wahl. Schon eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann in einem sehr gut gedämmten Gebäude ausreichen.

Aber auch die effizienteren Sole-Wasser-Wärmepumpen und die Wasser-Wasser-Wärmepumpen kommen infrage. Ansonsten können Sie auch kompakte Gasthermen sowie kleine Pellet- und Kaminöfen kaufen. Auch Elektroheizungen wie die Infrarotheizung können sich in einem Passivhaus rentieren.

Welche neue Heizung für ein Ferienhaus kaufen?

Von Fall zu Fall sind die Gegebenheiten zwar unterschiedlich, aber ein Ferienhaus wird meist nicht ganzjährig und oft nur wenige Wochen im Jahr genutzt. Große Heizungsanlagen lohnen sich deshalb oft nicht, sodass für solch ein Haus besonders Elektroheizungen empfehlenswert sind. Eine vergleichsweise sparsame Variante ist die Infrarotheizung.

Welche neue Heizung für Industrie und Gewerbe kaufen?

Großanlagen rentieren sich nur, wenn die gewonnene Wärme auch tatsächlich genutzt werden kann. Hotels, Wäschereien und große Industriebetriebe eignen sich deshalb hervorragend, um selbst die allergrößten Heizungen voll auszulasten und damit rentabel zu machen. Besonders Holzheizungen, Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen können Sie in diesen Fällen kaufen.

Wirtschaftlichkeit neuer Heizungen im Vergleich

Bild: Amortisationsformel für Heizungen
Amortisationsformel für eine neue Heizung | © Energieheld

Die Amortisationszeit beschreibt die Zeitspanne, innerhalb derer das zuvor investierte Kapital wieder zurückgeflossen ist. Da eine Heizung generell keine finanziellen Einnahmen ermöglicht, setzt man die neue Anlage häufig in Relation zu den laufenden Kosten einer bestehenden Heizung. So lässt sich errechnen, wie lange es dauert, bis man die Investitionskosten wieder erwirtschaftet hat.

Man schaut sich also beispielweise die möglichen Heizkosten einer alten Ölheizung an und vergleicht diese mit den zu erwartenden Ausgaben für eine neue Pelletheizung. Da Pellets preiswerter als Öl sind, ist diese Art zu heizen auf Dauer günstiger und „erwirtschaftet“ damit quasi den finanziellen Gewinn. Nach einer gewissen Zeit übersteigen die Einsparungen die einstigen Investitionskosten, sodass sich die neue Heizung ab diesem Punkt amortisiert hat.

Wir haben für Sie ein übliches Szenario für ein 140 Quadratmeter großes Einfamilienhaus mit 4-Personen-Haushalt und mit einem Wärmebedarf von rund 28.000 Kilowattstunden pro Jahr analysiert. Die bestehende Ölheizung ist erst 10 Jahre alt und muss aus technischer Sicht erst in 15 Jahren getauscht werden. Zu dieser Grundannahme haben wir dann noch die allgemeinen Stromkosten, die Wartung, Preissteigerungen etc. hinzugerechnet, um ein ungefähres Bild davon zu bekommen, welche Heizung unterm Strich die günstigste ist. Interessant bei diesem Szenario ist, dass eine neue Ölheizung auf den ersten Blick gar nicht so schlecht abschneidet.

Dies tritt allerdings nur unter der Annahme ein, dass der Ölpreis nicht überproportional steigt. Zudem wurde in dieser Berechnung auch die ab 2021 geltende und jährlich steigende CO2-Steuer nicht berücksichtigt. Hier muss man für sich selbst abschätzen, ob sich das Risiko lohnt. Die mit Abstand günstigste Heizung ist der Scheitholzvergaser - bedenken Sie jedoch, dass so eine Anlage jeden Tag händisch bestückt werden muss und damit etwas außerhalb der Wertung anzusiedeln ist.

Heizung / Wirtschaftlichkeit (inkl. Strom) Jahr 1 Jahr 10 Jahr 20 Jahr 25
Ölheizung bestehend
(10 Jahre alt)
3.400 € 39.500 € 104.800 € 136.500 €
Ölheizung Brennwert 12.300 € 46.900 € 97.800 € 129.500 €
Gasheizung Brennwert
(mit Anschluss)
13.300 € 47.400 € 98.400 € 129.900 €
Pelletheizung 16.200 € 50.100 € 100.000 € 131.100 €
Hackschnitzelheizung 16.800 € 43.300 € 82.300 € 106.500 €
Holzvergaser 9.000 € 35.900 € 75.400 € 100.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe* 12.800 € 45.200 € 92.900 € 122.500 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe* 19.000 € 47.400 € 89.300 € 115.400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe* 22.200 € 50.600 € 92.600 € 118.700 €
Infrarotheizung** 12.900 € 85.200 € 191.600 € 257.800 €
Elektroheizung** 13.500 € 92.200 € 208.100 € 280.300 €

* Stromtarif für Wärmepumpen: 21,00 Cent/kWh **Stromtarif für Großabnehmer: 22,00 Cent/kWh

Heizung nachrüsten (Elektroheizung austauschen)

Auch heute gibt es noch recht viele Gebäude, die über keine (halbwegs) moderne Zentralheizung verfügen. Entweder wird mit Nachtspeicher (Strom) oder tatsächlich noch mit Kachelofen und Försterofen geheizt.

Viele Menschen, die solch eine Immobilie bewohnen, möchten eine neue Heizung nachrüsten, können die anfallenden Kosten jedoch schwer einschätzen. Wir zeigen, mit welchen Preisen Sie beim Nachrüsten einer Heizung rechnen sollten und wie viel Geld Sie schon im ersten Jahr gegenüber der alten Anlage sparen. Die Kosten beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit etwa 140 Quadratmetern und 12 Heizkörpern.

Heizung Anschaffung* Kosten pro Heizkörper* Sonstige Kosten* Gesamt-Kosten*
Ölheizung 7.000 - 9.000 € 300 - 500 € Öltank:
2.000 - 4000 €
12.500 - 16.600 €
Gasheizung 6.000 - 10.000 € 300 - 500 € Gasanschluss:
750 - 2.350 €
10.500 - 16.000 €

*Kosten inklusive Einbau, ohne Förderung

Durch das Nachrüsten einer modernen Zentralheizung sind erhebliche Einsparungen möglich. Je nach Energiebedarf kann sich selbst eine neue Heizung für rund 14.000 Euro schon nach dem zweiten Jahr amortisiert haben. Wenn Sie viel mit Strom heizen, dann lohnt sich das Nachrüsten einer neuen Heizung immer: Nach 30 Jahren haben Sie fast 200.000 Euro an Heizkosten gespart!

Wo gibt es die meiste Förderung?

Bild: Heizungs-Förderung nach BEG 2021
Wird besonders hoch gefördert - emissionsarme Holzheizung | © tchara / shutterstock.com

Heizungen werden als Einzelmaßnahme derzeit nur im Rahmen der Anfang 2021 neu eingeführten „Bundesförderung für effiziente Gebäude” (BEG) gefördert. Träger sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und ab 01.07.2021 auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Das BAFA fördert im Rahmen der BEG EM ausschließlich mit Zuschüssen. In Ergänzung dazu kann man von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch den zinsgünstigen Kredit KfW 167 in Anspruch nehmen, falls einem das notwendige Kapital zur Anschaffung einer Heizung fehlen sollte.

In der BEG EM werden ausschließlich Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien oder solche, die zumindest über eine Komponente auf Basis dieser verfügen, gefördert. Ölheizungen werden seit 2020 gar nicht mehr gefördert. Eine direkte Förderung für Heizungen gibt es von der KfW nur noch im Zuge des Programms KfW 433 für Brennstoffzellen und mit dem Programm KfW 152 für Fernwärme. Zudem gibt es die Möglichkeit, die genannten Heizungen im Rahmen von Sanierungen nach Effizienzhaus-Standard von der KfW fördern zu lassen.

Hier gelten für Sanierungen nach Effizienzhaus-Standard bis 30.06.2021 noch die alten Förderprogramme Zuschuss KfW 430 und Kredit KfW 151 sowie für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard der Kredit KfW 153. Ab 01.07.2021 wird diese Förderung durch die BEG WG für Wohngebäude abgelöst, erhöht und die Kredit-Förderung um eine Zuschuss-Variante als Alternative ergänzt. Zudem enden dann auch die Programme KfW 152 und KfW 167 für Einzelmaßnahmen. Sie werden am 01.07.2021 durch die Kreditförderung BEG EM abgelöst. Eine Übersicht zu allen aktuellen Förderungen finden Sie auch in der folgenden Tabelle:

Heizung Gebäudeart Programm Förderung
Gas-Brennwertheizung „Renewable Ready" (Gas-Brennwert und Vorbereitung für Komponente auf Basis erneuerbarer Energien) Altbau BEG EM BAFA Zuschuss Zuschuss von 20 % der förderfähigen Kosten, max. 12.000 €*
Gas-Hybridheizung (mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien) Zuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten, max. 18.000 €*
Solarthermie-Anlage Zuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten, max. 18.000 €*
Holzheizunge, Wärmepumpe, EE****-Hybridheizung Zuschuss von 35 % der förderfähigen Kosten, max. 21.000 €*
Fernwärme Zuschuss von 30 - 35 %** der förderfähigen Kosten, max. 21.000 €*
KfW 152 Kredit bis 50.000 € + Tilgungszuschuss von 20 % der Kreditsumme, max. 10.000 €*
Gas-Hybridheizung BEG EM Öl-Austauschprämie (+ 10 %) Zuschuss von 40 % der förderfähigen Kosten, max. 24.000 €*
Holzheizung, Wärmepump, EE****-Hybridheizung BEG EM Öl-Austauschprämie (+ 10 %) Zuschuss von 45 % der förderfähigen Kosten, max. 27.000 €*
Gas-Hybridheizung iSFP-Bonus (+ 5 %) + ggf. Innovationsbonus (+ 5 %) Zuschuss von 45 -  50 % der förderfähigen Kosten, max. 30.000 €*
Wärmepumpe iSFP-Bonus (+ 5 %) Zuschuss von 50 % der förderfähigen Kosten, max. 30.000 €*
EE-Hybridheizung iSFP-Bonus (+ 5 %) + ggf. Innovationsbonus (+ 5 %) Zuschuss von 50 - 55 % der förderfähigen Kosten, max. 33.000 €*
Holzheizung iSFP-Bonus (+ 5 %) + ggf. Innovationsbonus (+ 5 %) Zuschuss von 50 - 55 % der förderfähigen Kosten, max. 33.000 €*
BHKW BAFA KWK-Zuschuss Zum 01.01.2021 eingestellt, keine direkte Förderung
Brennstoffzelle Altbau / Neubau KfW 433 Zuschuss von mindest. 6.150 € bis max. 28.200 €*
Holzheizung, Wärmepump, EE*-Hybridheizung, Gas-Hybridheizung, Gas-Brennwertheizung, Fernwärme (keine ölbetriebenen Heizungen) Altbau Zuschuss KfW 430 (Nur Effizienzhaus-Sanierung***) Einmaliger Zuschuss bis zu 40 % der förderfähigen Kosten, max. 48.000 €*
Altbau Kredit KfW 151 (Effizienzhaus-Sanierung***) Kredit bis zu 120.000 € + Tilgungszuschuss von maximal 40 % der Kreditsumme, max. 48.000 €*
Neubau Kredit KfW 153 (Neubau nach Effizienzhaus-Standard***) Kredit bis zu 120.000 € + Tilgungszuschuss von maximal 25 % der Kreditsumme, max. 30.000 €*

* Pro Wohneinheit ** 30 % wenn die Fernwärme zu mindestens 25 % mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, 35 % wenn der Anteil 55 % beträgt *** Förderung nur anteilig an den Gesamtkosten der Sanierung oder des Neubaus **** Erneuerbare Energien

Förderung der Heizung im Altbau

Das BAFA fördert im Rahmen der BEG EM Wärmepumpen, Holzheizungen und Hybridheizungen auf Basis erneuerbarer Energien mit mindestens 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Solarthermie-Anlagen und Gas-Hybridheizungen mit einer Komponente auf Basis erneuerbarer Energien erhält man mindestens 30 Prozent der Kosten als Förderung.

Für Gas-Brennwertheizungen, die binnen zwei Jahren zu einer Gas-Hybridheizung ausgebaut werden, beträgt die Förderung 30 Prozent der Kosten. Außerdem fördert das BAFA Fernwärme, wenn diese zu mindestens 25 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt wurde mit 30 Prozent der Kosten. 35 Prozent sind es, wenn der erneuerbare Anteil der Fernwärme bei mindestens 55 Prozent liegt.

Die KfW fördert als Einzelmaßnahmen im Altbau lediglich Brennstoffzellen mit dem Programm KfW 433 mit maximal 28.200 Euro und einen Fernwärmeanschluss über das Kreditprogramm KfW 152 bis zum 30.06.2021 mit einem Kredit bis 50.000 Euro und einem Tilgungszuschuss bis maximal 10.000 Euro. Bis dahin kann man auch den Ergänzungskredit KfW 167 in Höhe von maximal 50.000 Euro nutzen.

Zudem kann man von der KfW im Rahmen von Effizienzhaus-Sanierungen bis zum 30.06.2021 mit dem Programm KfW 430 einen Zuschuss bis zu 48.000 Euro erhalten. Alternativ kann man auch das Programm KfW 151 nutzen und einen Kredit bis zu 120.000 Euro inklusive Tilgungszuschuss bis 48.000 Euro erhalten. Ab 01.07.2021 bietet die KfW dann eine Kredit-Variante der BEG EM und sowohl Zuschüsse als auch Kredite im Rahmen der BEG WG für Wohngebäude. Letztere ersetzt die alten Effizenzhausförderungen für Sanierungen und Neubauten.

Alte Ölheizung und Öl-Austauschprämie

Ölheizungen werden bereits seit Jahresbeginn 2020 nicht mehr gefördert. Stattdessen zahlt das BAFA für den Austausch alter Ölheizungen sogar eine sogenannte „Öl-Austauschprämie": Installieren Sie statt einer mindestens 2 Jahre alten Ölheizung eine Gas-Hybridheizung mit Nutzung erneuerbarer Energien, erstattet das BAFA Ihnen 10 Prozent mehr Förderung, also 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Entscheidet man sich für eine Heizung, die ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet, erhält man dann sogar 45 Prozent der Kosten.

Individueller Sanierungsfahrplan und Innovationsbonus

Mit der Einführung der BEG EM wurden die Möglichkeiten der Förderung durch Boni erweitert. Wird eine Maßnahme umgesetzt, die vorher von einem Energieberater in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) angeraten wurde, erhält man einen iSFP-Bonus in Höhe von 5 Prozent der Kosten. Außerdem werden Holzheizungen mit besonders niedrigen Feinstaubemissionen mit dem Innovationsbonus in Höhe von 5 Prozent gefördert. Durch diese Boni sind Förderungen bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

Förderung der Heizung im Neubau

Die Förderung von Heizungen im Neubau durch das BAFA ist zu Beginn 2021 ersatzlos gestrichen worden. Aktuell ist nur eine Förderung durch den Kredit KfW 153 möglich (bis 30.06.2021). Dazu muss das Gebäude mindestens Effizienzhaus-Standard 55 erreichen. Je nach erreichtem Standard steht einem dann neben einem Kredit über 120.000 Euro ein Tilgungszuschuss bis zu 25 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal aber bis 30.000 Euro als Förderung zur Verfügung.

Der offizielle KfW-Fahrplan zur energieeffizienten Immobilie

Dieser 5-Schritte-Fahrplan der KfW unterstützt Sie bei der optimalen Durchführung Ihrer Fördermittelbeantragung.

Sanierungskette vor dem Kauf beachten

Bild: Sanierungskette: Erst dämmen, dann Heizung modernisieren
Erst dämmen - dann neue Heizung | © Radovan1 / shutterstock.com

Auch wenn eine neue Heizung durch die Einsparpotenziale sehr verlockend sein kann, sollte man stets die „Sanierungskette“ im Auge behalten. Im Klartext bedeutet das, die einzelnen Schritte einer vollständigen Gebäudesanierung in der richtigen Reihenfolge einzuleiten.

Wenn Ihr Haus in nächster Zeit ebenfalls gedämmt werden soll, dann lohnt sich die Installation einer neuen Heizung erst nach dieser Maßnahme. Erst dann kann der Wärmebedarf errechnet werden.

Alternativ kann man den Einbau von Dämmung und Heizung aber auch als Komplettpaket planen. Hier kann die Einbindung eines Energieberaters sehr hilfreich sein. Beachtet man die Sanierungskette nicht, wird die Anlage in den meisten Fällen zu groß dimensioniert sein, sodass höhere Investitionskosten und eine schlechtere Auslastung der Heizung fast schon garantiert sind. So ist eine Amortisation nicht möglich und der positive Effekt des Heizungstauschs bleibt aus.

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