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Neue Heizung gesucht?

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zum Brennwertkessel

Früher war nicht alles besser. Das dachten sicherlich auch viele Menschen, als sie sich eine Ölheizung ins Haus holten und den alten Kohlenofen für immer verbannten. Heute denkt unsere Generation dasselbe über die mittlerweile stark gealterten Konstanttemperaturkessel, die noch immer Unmengen von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas verbrennen. Technisch gab es damals keine anderen Möglichkeiten. 

Heute hingegen kann man auf den modernen und energieeffizienten Brennwertkessel ausweichen. Der Brennwertkessel oder auch Vetter-Ofen (nach dem Erfinder Richard Vetter benannt) gehört zu den effizientesten Heizsystemen. Im Vergleich zu einem normalen Niedertemperaturkessel können mit einem Brennwertkessel 50 Prozent der CO2-Emissionen vermieden werden. Zudem verringern Brennwertkessel die anfallenden Heizkosten um zwischen 10 und 30 Prozent.

Der Ausdruck Brennwertkessel beschreibt im Allgemeinen die Art und Weise der Verbrennung eines Energieträgers. Neben dem Gas-Brennwertkessel gibt es auch Öl-Brennwertkessel und Holz- bzw. Holzpellet-Brennwertkessel, wobei Brennwertkessel, die mit Erdgas betrieben werden, den höchsten Nutzungsgrad erreichen.

Die Brennwerttechnik wird erst seit wenigen Jahren genutzt, da herfür besonders beständige Bauteile aus Edelstahl oder Keramik vonnöten sind. Während der Kondensation setzen die Abgase nämlich äußerst aggressive Inhaltsstoffe wie Schwefeldioxid und Stickoxide frei, die in Konsttanttemperaturkesseln für erhebliche Korrosionsschäden sorgen können. Durch die Nutzung hochwertiger Materialien wird diese Problematik beim Brennwertkessel vermieden.

Die höheren Investitionskosten werden schnell durch die stark geminderten Betriebskosten amortisiert. Hinzu kommt, dass ein Gas-Brennwertkessel oder Öl-Brennwertkessel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) und die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (BAFA) gefördert wird. In Verbindung mit der richtigen Gebäudedämmung kann die Gesamteffizienz eines Gebäudes durch Gas-Brennwertkessel auf ein Maximum gesteigert und somit ein großer Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

Funktionsweise und Technik beim Brennwertkessel

Die Brennwerttechnik wird erfolgreich bei Ölheizungen, bei Holzheizungen und bei Gasheizungen eingesetzt. Das Grundprinzip stützt sich hierbei stets auf die zusätzliche Nutzung der Abgase, um das Heizungswasser vorzuwärmen. Beim eigentlichen Erhitzen wird also letztendlich weniger Energie benötigt, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Es ist aber nicht nur die eigentliche Wärme der Abgase, die hier genutzt wird. Wenn diese auf das noch kalte Heizungswasser treffen, kondensiert das im Brennstoff enthalte Wasser und setzt dabei zusätzliche Energie in Form von Wärme frei. Diese sogenannte Kondensationswärme macht den Brennwertkessel erst besonders effizient.

Bezogen auf den Brennwert erreicht solch eine Heizung daher Nutzungsgrade von über 100 Prozent. In der Funktionsweise bei Gas-Brennwertkesseln wird zusätzlich zwischen rücklauftemperaturunabhängigen und rücklauftemperaturabhängigen Brennwertkesseln unterschieden.

Infografik: Darstellung eines Gas-Brennwertkessels
Gas-Brennwertkessel im Querschnitt | © Energieheld

Rücklauftemperaturunabhängige Gas-Brennwertkessel

Beim rücklauftemperaturunabhängigen Gas-Brennwertkessel werden wie bei Niedertemperaturheizungen hohe Vor- und Rücklauftemperaturen verwendet. Im System wird zunächst das Abgas auf Temperaturen um die 65°C abgekühlt. Dies geschieht durch die Vorerwärmung des Heizwassers. Das Heizwasser wird durch den Brenner weiter erhitzt, bis die gewünschte Temperatur zum Heizen des Raumes erreicht ist.

Das Abgas wird nach der ersten Abkühlung weitergeleitet in einen Kunststoff-wärmeübertrager, in dem es weiter abgekühlt und kondensiert wird. Realisiert wird diese Kühlung dabei durch die Erwärmung der Frischluft, welche für die Verbrennungsvorgang notwendig ist. Dadurch kommt es zu einer deutlich effizienteren Verbrennung, sodass der Nutzungsgrad des Gas-Brennwertkessels durch die Brennwertnutzung gesteigert wird.

Rücklauftemperaturabhängige Brennwertkessel

Beim rücklauftemperaturabhängigen Gas-Brennwertkessel wird die Wärme der Kondensation nicht der Verbrennungsluft, sondern dem Heizwasser direkt zugeführt. Aus diesem Grund ist es notwendig die Temperaturen des Heizungssystems abzusenken, um eine Brennwertnutzung zu gewährleisten.

Optimale Rücklauftemperaturen des Brennwertkessels sind somit geringer als 50°C. Das Rücklaufwasser durchfließt zuerst einen nachgeschalteten Wärmeübertrager, in dem das Abgas abgekühlt und der Wasserdampf auskondensiert wird. Anschließend fließt das bereits erhitzte Heizwasser in den Wärmeübertrager des Heizkessels, um weiter auf die Vorlauftemperatur erwärmt zu werden.

Um auch bei sehr kalten Temperaturen im Winter niedrige Rücklauftemperaturen zu erreichen ist es besonders wichtig, ein optimal berechnetes Brennwertheizungssystem zu besitzen. Dafür ist ein hydraulischer Abgleich notwendig, welcher die optimale Einstellung für Ihren Brennwertkessel sicher stellt.

Infografik: Einfamilienhaus mit Gas-Brennwertkessel mit Heizkreislauf
Die Gasheizung versorgt Heizkörper und Wärmespeicher | © Energieheld

Das anfallende Kondensat hat durch Schwefel und andere Abgasbestandteile einen sauren ph-Wert und muss vor dem Einleiten in das Abwassersystem neutralisiert werden, wenn die Abwasserrohre nicht säurebeständig sind. Säurebeständige Rohre sind beispielsweise aus: Polyvinylchlorid, Polypropylen, Steinzeug, Guss oder Stahl mit Innenbeschichtung (Emaille, Kunststoff).

Vorteile und Nachteile bei einem Brennwertkessel

Durch einen Gas-Brennwertkessel ergeben sich für Eigenheimbesitzer vor allem Kosten- und Effizienzvorteile im Vergleich zu anderen Heizungssystemen. Zusätzlich lässt sich Geld bei der Anschaffung durch die vorhandenen Förderprogramme sparen.

Vorteile beim Brennwertkessel Nachteile beim Brennwertkessel

Hohe Energieeffizienz durch sehr hohe Nutzungsgrade

Säurehaltiges Kondensat: beständige Abfluss- und Abgasleitungen notwendig

Problemlose Installation in fast allen Gebäuden

Höhere Investitionskosten als bei einem Niedertemperaturkessel

Förderung durch die KfW und das BAFA (Pellet-Heizung) möglich  

Kosten einer Brennwertheizung

Je nach Brennstoff, Leistung, Größe, Qualität und Zusatzarbeiten können die Kosten für einen Brennwertkessel etwa zwischen 6.000 - 10.000 Euro (Gas), 7.000 - 11.000 Euro (Öl) und 17.000 - 22.000 Euro (Pelletheizung) variieren. Die genaue Zusammensetzung der Kosten könne Sie am Beispiel der Gasheizung ind der folgenden Tabelle einsehen.

Notwendige Bauteile Optionale Bauteile Kosten
Gasheizung (Einfamilienhaus)   2.000 - 4.000 €
 Brennwerttechnik +
Schornsteinsanierung
  1.000 - 2.500 €
  Warmwasserspeicher 800 - 1.500 €
  Gasanschluss (falls noch nicht vorhanden) 1.500 - 2.500 €
  Zubehör (Verrohrung, etc.) 150 - 700 €
  Hydraulischer Abgleich 500 - 1.500 €
Installation   1.000 - 3.000 €
   
Gesamtkosten   6.900 - 9.500 €

Förderung für einen Brennwertkessel

Neue Brennwertessel werden vom Staat mit einer Förderung bezuschusst. Grundsätzlich gibt es 2 Institutionen, die auf Bundesebene für Förderungen zuständig sind: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Für eine Gasheizung oder Ölheizung, also Brennwertheizungen auf Basis fossiler Brennstoffe kommt das KfW-Programm 430 in Frage. Das Programm beinhaltet einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent. Das entspricht einer maximalen Förderung von 7.500 Euro.

Eine Pelletheizung dagegen wird nur vom BAFA gefördert, da es sich hier um einen regenerativen Brennstoff handelt und das BAFA für die Förderung von Biomasseheizungen zuständig ist. Das BAFA bezuschusst eine Pelletheizung mit 4.500 bis 5.250 Euro.

Möchten Sie zusätzlich zur Ölheizung oder Gasheizung eine Solarthermie-Anlage installieren, dann ist eine BAFA-Förderung möglich. Kombinierbar sind beide Programme allerdings nur dann, wenn der Heizungstausch im Rahmen einer Gesamtsanierung durchgeführt wird.

Wichtige Voraussetzungen für die Förderung sind die rechtzeitige Antragsstellung, das Einbeziehen eines Energieberaters und das Durchführen eines hydraulischen Abgleichs. Möchten Sie also einen neuen Gas-Brennwertkessel oder Öl-Brennwertkessel installieren, dann sollten Sie sich vor dem Einbau an einen Energieberater wenden, um gemeinsam die Antragsstellung in Angriff zu nehmen.

Heizkessel Programm Förderung
Gas-Brennwertkessel KfW 430 15 % der förderfähigen Kosten
(maximal 7.500 €)
Gas-Brennwertkessel mit Solarthermie (Warmwasserbereitung) BAFA-Solarthermie-Förderung 500 € (mindestens)
Gas-Brennwertkessel mit Solarthermie
(Heizungsunterstützung)
BAFA-Solarthermie-Förderung 2.000 (mindestens)
Pellet-Brennwertkessel BAFA - Heizen mit Erneuerbaren Energien: Pelltheizung ohne und mit neuem Pufferspeicher 4.500 - 5.250 

Austauschpflicht für alte Gasheizungen

Seit der Novellierung der EnEV im Mai 2014 gilt eine gesetzliche Regelung, welche besagt, dass alte Öl- und Gasheizkessel, die über 30 Jahre alt sind nicht weiter betrieben werden dürfen. Allerdings sind bei weitem nicht alle alten Heizkessel betroffen. Es bestehen umfassende Ausnahmeregelungen. Brennwertkessel sind von dieser Austauschpflicht zum Beispiel ausgenommen.

Infografik: Übersicht über die wichtigsten gesetzlichen Vorgaben zum Kesseltausch
Alte Gas-Kessel müssen ausgetauscht werden | © Energieheld