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Interview mit Arnold Drewer – Fachverband Einblasdämmung

Arnold Drewer hat im Januar 2015 den Fachverband Einblasdämmung e.V. FVED gegründet. 24 Firmen, darunter Verarbeiter, Hersteller und Händler haben sich dafür zusammengetan.

Zu den Aufgaben des Vereins zählen Hilfe bei rechtlichen Fragen, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit.

Themen in diesem Interview

Fachverband Einblasdämmung – Weil wir die Energiewende wollen

Sebastian Zahn (Energieheld): Herzlich willkommen Arnold Drewer, warum haben Sie den Fachverband Einblasdämmung gegründet? Welches gesellschaftliche Ereignis hat dafür die Initialzündung gegeben?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Unser Land will die Energiewende. Diese ist nur möglich, wenn im Gebäudebereich große Anstrengungen unternommen und Erfolge erzielt werden. Insbesondere bei der Wärmedämmung.

Hier wiederum hat die Einblasdämmung eine Schlüsselposition inne, denn

  1. Sind die Verfahren bauphysikalisch unproblematisch und immer rechtlich und physikalisch korrekt durchführbar
  2. Sind diese Verfahren im Vergleich zu anderen Dämmverfahren sehr preiswert: Die Konstruktion ist ja schon vorhanden und muss nicht mehr aufwändig hergestellt werden.

Sebastian Zahn (Energieheld): Bitte beschreiben Sie doch kurz, was das genaue Ziel des Fachverbandes Einblasdämmung ist.

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Der Fachverband will die Möglichkeiten und Chancen der Einblasdämmung in Fachkreisen und in die Politik hinein kommunizieren. Außerdem werden Qualitätsstandards entwickelt, damit sich auch der Hausbesitzer, der eine Einblasdämmung erhält, sicher fühlen kann.

Sebastian Zahn (Energieheld): Wissen die Fachgruppen wie Architekten, Planer, Baustoffhändler und Handwerker einfach zu wenig über Dämmung?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Ja. Leider wissen die genannten Akteure sehr häufig ziemlich wenig über Wärmedämmung. Insbesondere über Einblas-Dämmsysteme.

Sebastian Zahn (Energieheld): Welche Folgen hat das mangelnde Wissen der Fachgruppen?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Der Klassiker – ein Wärmedämm-Verbund-System (WDVS) auf ein belüftetes Mauerwerk installiert, ergibt so gut wie keinen Dämm-Effekt. Oder es werden Dämm-Situationen viel zu teuer geplant.

Mit Dämmstoffen, die zwar funktionieren, aber bei – z.B. der oberen Geschoßdecke – nicht erforderlich sind.

Der Fachverband Einblasdämmung ist bundesweit aktiv

Sebastian Zahn (Energieheld): Ist der Fachverband Einblasdämmung auf den Raum NRW begrenzt? Oder arbeiten Sie bundesweit?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Nein, der Fachverband arbeitet bundesweit und wurde auch schon bei der Anhörung des BMUB zum Klimaschutzplan 2050 angehört.

Sebastian Zahn (Energieheld): Warum bündeln Sie nicht die Aktivitäten unter einem Verband. Am ersten August hat sich der „Bundesverband energieeffizienter Gebäudehülle“ (BUVEG) gegründet, wäre hier eine Zusammenarbeit nicht denkbar?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Ja, eine Zusammenarbeit wird angestrebt.

Aber die speziellen Interessen einer Einblasdämmung können doch am besten durch einen eigenen Fachverband gewahrt werden.

Sebastian Zahn (Energieheld): Wer sind die Mitglieder der ersten Stunde beim Fachverband Einblasdämmung? Was zeichnet die Mitglieder aus?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Es sind einige Hersteller mit im Boot: Austroflex und KNAUF Insulations. Außerdem einige innovative Handwerker.

Sebastian Zahn (Energieheld): Mit welchem Argument werben Sie neue Mitglieder?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Die Einblasdämmung und ihre Akteure brauchen einfach eine Organisation, die ihre Interessen in Berlin und anderswo vertritt.

Zum Beispiel planen wir eine Qualifizierungsoffensive mit dem FIW (Forschungsinstitut für Wärmeschutz, München)

Sebastian Zahn (Energieheld): Über die Plattform energieberater-Weiterbildung vermitteln Sie ihr Fachwissen an Organisationen, Unternehmen, Verbände und Instituten der öffentlichen Hand sowie an die Politik. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gesammelt?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Wir haben einen Kreis von exzellenten Fachleuten gebildet, die sämtliche Aspekte der Energieeffizienz lehren und vermitteln kann. Wir arbeiten im Auftrag von Bildungs-Institutionen (auch des Handwerks).

Sebastian Zahn (Energieheld): Lieber Herr Drewer, wie versuchen Sie die Wissenslücken beim Thema Dämmung zu schließen?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Durch Vorträge, Schulungen, Veröffentlichungen (so auch z.B. durch unser Grundlagenwerk „Wärmedämmung – ein Kompass zur Auswahl und Anwendung“ (Köln 2013).

Maßnahmen für die Zukunft der Wärmewende

Sebastian Zahn (Energieheld): Welche konkreten Maßnahmen sind Sie dabei schon angegangen?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Im Augenblick z.B. arbeite ich zusammen mit dem Handwerksbildungszentrum Bielefeld-Brackwede. Wir haben dort 14 Weiterbildungsmodule rund um den Themenkomplex Wärmedämmung erstellt und halten diese Module vor Akteuren des Handwerks und der Weiterbildung.

Sebastian Zahn (Energieheld): Wie kann energieheld dabei helfen?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Ich schätze Energieheld (www.energieheld.de) sehr als nicht nur unabhängige Plattform, sondern auch als Gruppe von „energieeffizienzbegeisterten“ jungen Unternehmensgründern.

So etwas braucht man in Deutschland – nicht nur Leute, die reden, sondern vor allem Menschen wie Euch, die etwas tun. Energieheld kann dabei behilflich sein, den Fachverband zu kommunizieren und neue Mitglieder zu werben.

Sebastian Zahn (Energieheld): Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Arnold Drewer (Fachverband Einblasdämmung): Dass irgendwann mal sämtliche 1.000.000.000 m² Hohlschichten in Deutschland gedämmt sind. Dann hätten wir viel erreicht!

Sebastian Zahn (Energieheld): Lieber Herr Drewer, vielen Dank für das Gespräch!


Liebe Leserinnen, lieber Leser,

1.000.000.000 m² Hohlschichten in Deutschland dämmen. Das ist der Wunsch für die Zukunft von Arnold Drewer, mit dem ich mich in diesem Interview unterhalten habe. Warum? Ganz einfach: Will man die Energiewende konsequent voranbringen, kommt man an der Wärmewende nicht vorbei. Und diese ist mit einer preiswerten und unproblematischen Wärmedämmung umzusetzen.

Der erste Schritt, die entsprechenden Fachgruppen ausreichend informieren. Denn viele wissen einfach zu wenig über Dämmsysteme, speziell über Einblas-Dämmsysteme. Die Folgen sind für Modernisierer sehr unangenehm – Dämm-Effekte verpuffen, die Planung wird zu teuer angesetzt und es werden nicht die korrekten Dämmstoffe gewählt.

Eine kommunikative Qualitätsoffensive ist also unbedingt wünschenswert zum Wohl von Hausbesitzern und Fachgruppen, um Fehler zu vermeiden und Kosten zu sparen.

Stephan Thies

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."

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