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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Wärmepumpe

Im Prinzip handelt es sich bei einer Wärmepumpe um einen „umgekehrten Kühlschrank“, welcher der Umgebung Wärme entzieht und diese an die Heizkörper des Gebäudes abgibt. Angetrieben wird diese Heizung zwar mit Strom, aber die letztendlich gewonnene Wärme besteht nur zu 25 Prozent aus elektrischer Energie.

Der Strom wird in der Wärmepumpe also nicht wie in der Elektroheizung genutzt um Wärme zu erzeugen, sondern um der Umgebung Wärme zu entziehen. Darüber hinaus kann in Verbindung mit einem Ökostromanbieter CO2-neutral geheizt werden.

Schnell erklärt: Die Wärmepumpe im Überblick

Quelle: © Energieheld / youtube.com

In diesem Energieheld-Whiteboard geben wir einen Überblick über die wichtigsten Informationen zur Wärmepumpe.

*ACHTUNG: Angaben zu Förderungen beziehen sich in den Energieheld-Whiteboards immer auf den aktuellen Stand bei Videoveröffentlichung und können sich mittlerweile geändert haben. Auch können die Angaben zu den Kosten stets nur ungefähre Näherungswerte sein und sollen lediglich als grobe Richtwerte dienen.

Die 4 verschiedenen Arten der Wärmepumpe

Kommt eine Wärmepumpe tatsächlich als Heizung für das Eigenheim in Frage, kann man zwischen verschiedenen Arten wählen. Die Unterschiede bestehen primär im Ort der Wärmegewinnung und im Medium der Wärmeweitergabe.

Arten der Wärmepumpe Erläuterung
Luft-Luft-Wärmepumpe Die Abwärme der Lüftungsanlage wird genutzt, um das Gebäude zu beheizen.
Luft-Wasser-Wärmepumpe Der Umgebungsluft wird Wärme entzogen, um das Gebäude zu beheizen.
Sole-Wasser-Wärmepumpe Wärme aus dem Erdreich wird genutzt, um das Gebäude zu beheizen.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Einem Wasserreservoir wird Wärme entzogen, um das Gebäude zu beheizen.

Neben den vier “Standard”-Wärmepumpen unterscheidet man noch anhand des Antriebs der Wärmepumpe. Jede Wärmepumpe nutzt ein Kühlmittel, welches im Kreislauf verdampft und erneut komprimiert wird, um Heizwärme zu generieren. Unterschiedlich ist der Antrieb dieses Vorgangs.

Während die meisten Standardmodelle eine elektrische Kompressionswärmepumpe nutzen, bei der das Kühlmittel mechanisch komprimiert wird, gibt es auch Gas- und Sorptionswärmepumpen. Dabei ersetzen Gaswärmepumpen nur den Antrieb der Kompressionspumpe mit Gasverbrennung statt Elektrizität, während die Sorptionswärmepumpe die gesamte genutzte mechanische Energie durch thermische ersetzt. Die Sorptionswärmepumpe wird dabei zumeist auch mit Gas betrieben.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kommt nur zum Einsatz, wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist. Sie entnimmt der Abluft die Wärmeenergie, um die frische Zuluft aufzuheizen. Diese Form der Wärmepumpe ist auch unter dem Namen „Lüftungswärmepumpe“ bekannt und wird vornehmlich in Passivhäusern eingesetzt, da nur geringe Energiemengen übertragen werden können.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird der Umgebungsluft Energie entzogen und dem Heizsystem zugeführt. Dadurch sind diese Anlagen besonders schnell einsetzbar, kostengünstiger und bedürfen keiner umständlichen baulichen Maßnahmen und Genehmigungsverfahren. Allerdings sind diese Systeme weniger effizient als Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen und stark von der Außentemperatur abhängig.

Die Behauptung, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen übermäßig laut seien, trifft auf die aktuelle Generation der Wärmepumpen nicht mehr zu. Diese sind, egal ob im Innenraum oder außerhalb des Gebäudes aufgestellt, selten lauter als leise Gesprächslautstärke (45 dB).

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)

Bild: Erdwärmepumpe in Kellerraum
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe | © Bin im Garten / wikimedia.org CC-BY-SA

Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe wird die Energie dem Erdreich entzogen, weshalb diese auch als Erdwärmepumpen bezeichnet werden. Dabei wird hauptsächlich zwischen zwei verschiedenen Varianten der Wärmegewinnung unterschieden.

Zum einen können Erdsonden, welche sich 100 Meter tief unter der Erdoberfläche befinden, eingesetzt werden. Dabei gelingt es, große Energiemengen auf einem hohen Temperaturniveau dem Erdreich zu entziehen. Allerdings sind die Bohrungen für die Sonden mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Zum anderen können auch Flächenkollektoren eingesetzt werden, wobei diese unterhalb der Frostgrenze im Boden (0,5 bis 1,5 Meter tief) verlaufen. Zur Deckung des benötigten Energiebedarfs muss deshalb eine ausreichend große Bodenfläche zur Verfügung stehen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Wasser-Wasser-Wärmepumpen stellen die Energie eines Wasserreservoirs dem Heizsystem des Gebäudes zur Verfügung. In den häufigsten Fällen wird dabei auf das Grundwasser zurückgegriffen, da dieses über das gesamte Jahr eine nahezu konstante Temperatur besitzt.

Alternativ kann auch eine sogenannte Eisheizung genutzt werden. Neue fortschrittliche Konzepte ermöglichen ebenfalls die Nutzung des Abwassersystems als Energiequelle, was jedoch mit höheren technischen Anforderungen verbunden ist.

Brauchwasser-Wärmepumpe

Die Brauchwasser-Wärmepumpe nutzt als Wärmequelle die Abwärme einer Verbrennungsheizung, um Warmwasser zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise unterstützt sie die Effizienz einer Gasheizung oder Ölheizung und verbessert deren Ökobilanz. Allerdings ist die Brauchwasser-Wärmepumpe nicht dazu in der Lage, eigenständig das Haus zu beheizen und erfordert immer die Nutzung einer anderen Heizung.

Aufbau und Funktionsweise

Grundlegend funktioniert eine Wärmepumpe, wie ein Kühlschrank, nach dem Gesetz der Entropie. Dieses besagt, dass zwei Objekte unterschiedlicher Temperatur thermische Energie austauschen werden, bis beide Objekte dieselbe Temperatur erreichen. Auf diese Weise kann ein Kältemittel, welches durch einen Kreislauf zirkuliert, im sehr kalten Zustand thermische Energie aus der Umgebung aufnehmen und dann in den Heizkreislauf übertragen.

Die Nutzbarmachung der Wärme wird dabei durch die Ausnutzung der physikalischen Eigenschaften des Kältemittels (Propan) erreicht. Dieses kann durch mechanische oder thermische Komprimierung dazu gezwungen werden, seinen Aggregatzustand zu wechseln und dabei ein hohes energetisches Niveau zu erreichen.

Wärmequelle und Wärmemedium

Unterschieden werden muss zwischen Wärmequelle und Wärmemedium. Die Wärmequelle ist je nach Typ der Wärmepumpe das Erdreich, das Grundwasser oder die Luft selbst. Das Wärmemedium hingegen bezeichnet die Art und Weise, wie die gewonnene Wärme durch ein Wärmeverteilsystem in die Räume geleitet wird.

In den meisten Fällen findet dieser Vorgang klassisch, wie bei einer Verbrennungsheizung auch, über einen Wasserkreislauf statt, der die Wärme über Heizkörper abgibt. Im Fall der Luft-Luft-Wärmepumpe fehlt dieser Teil der Heizung und stattdessen wird die Wärme direkt über die Zuluft der Lüftungsanlage verteilt.

Funktioniert das wirklich?

Welche Wärmequelle Sie wählen, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Die Zuführung der Wärme kann einerseits über ein Heizkörpersystem und andererseits über eine Raumlüftung realisiert werden. Für den Betrieb von Wärmepumpen werden von einigen Energieversorgern auch gesonderte Stromtarife angeboten.

Der Betrieb einer Wärmepumpe ist nur in gut gedämmten Gebäuden sinnvoll, womit dieses Heizsystem vor allem für Besitzer von Niedrigenergie- und Passivhäusern mit Fußbodenheizung von Interesse ist. In Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage kann ein stimmiges Gesamtkonzept geschaffen werden, bei dem ein Großteil des benötigten Stroms zu Hause produziert werden kann. Somit funktioniert die Wärmepumpe unter den richtigen Voraussetzungen hervorragend und stellt eine günstige und ökologische Art zu heizen dar.

Kosten der Wärmepumpe

Ein Nachteil der Wärmepumpe sind die hohen Kosten bei der Anschaffung. Am richtigen Standort lohnt sich diese Anlage durch die niedrigen Heizkosten aber trotzdem. In der folgenden Tabelle sehen die üblichen Anschaffungskosten für die verschiedenen Arten der Wärmepumpe.

Arten der Wärmepumpe Kosten
Luft-Luft-Wärmepumpe 14.000 - 16.000 €
Luft-Wasser-Wärmepumpe 14.000 - 17.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 18.000 - 23.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 25.000 - 30.000 €

Die stark unterschiedlichen Preise begründen sich durch die verschieden schwierig zu erschließenden Wärmequellen. Während Sie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Endeffekt überall ohne allzu viel Aufwand installieren können, sieht das bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen anders aus.

Diese Geräte erfordern aufwendige und somit kostenintensive Verlegungsarbeiten der Kollektoren und Sonden im Erdreich beziehungsweise Grundwasser. Der Vorteil ist die noch höhere Effizienz dieser Geräte, sodass sie sich tatsächlich auch den günstigeren Wärmepumpen gegenüber nach genügend Laufzeit amortisieren.

Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die wenigsten Menschen investieren einfach nur aus Spaß oder gutem Willen in erneuerbare Energien. Der größte Ansporn für eine Investition ist eine wirtschaftliche Amortisation und die Aussicht auf finanziellen Gewinn. Deswegen ist es wichtig zu bemerken, dass eine Wärmepumpe in der Anschaffung zwar teurer ist als herkömmliche Heizungen, die Geräte sich aber durch niedrigere Betriebskosten nach einigen Jahren amortisieren.

Wärmepumpenstrom ist günstiger

Bis 2007 gab es eine Verpflichtung für Stromversorger, günstigere Stromtarife für Wärmepumpen anzubieten. Diese Regelung ist inzwischen erloschen und Wärmepumpen-Betreiber zahlen im schlechtesten Fall genauso viel für ihren Strom wie alle anderen.

Trotz des Wegfalls der Pflicht gibt es immer noch Anbieter, die günstigere Tarife für Wärmepumpen-Betreiber anbieten. Dies soll den Ausbau erneuerbarer Wärme förden und gleichzeitig den eigenen Marktanteil vergrößern. Am Ende profitieren alle Seiten von günstigen Wärmepumpen-Tarifen.

Förderung für Ihre Wärmepumpe

Bild: Erdwärmekollektoren im Erdreich
Ein Erdwärmekollektor | © PBaeumchen / wikimedia.org CC-BY-SA

Die meisten Wärmepumpen werden durch das BAFA gefördert, sodass die Möglichkeit besteht, die hohen Investitionskosten dieser Heizung zu senken. Ist dies möglich, kann damit der Nachteil der hohen Anschaffungskosten gedämpft werden.

Sie sollten sich aber unbedingt vor dem Kauf informieren, ob die gewünschte Art der Wärmepumpe auch tatsächlich Förderung erhält. Sonst bleiben Sie am Ende allein auf den nicht unwesentlichen Anschaffungskosten sitzen und verschenken bares Geld.

Antragstellung

Für alle Arten privater Wärmepumpen muss der Antrag für die Förderung bereits vor Baubeginn und Inbetriebnahme beim BAFA eingereicht werden. Als Baubeginn gilt dabei bereits die vertragliche Auftragsvergabe bzw. der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen.

Beigelegt werden müssen eine Fachunternehmererklärung und eine Kopie der vollständigen Rechnung. Bis Ende letzten Jahres war die Beantragung der Förderung auch noch bis zu neun Monate nach Inbetriebnahme möglich, diese Regelung endete aber zum 01.01.2018.

Arten der Wärmepumpe Programm Förderung
Luft-Luft Wärmepumpe - -
Luft-Wasser-Wärmepumpe Heizen mit Erneuerbaren Energien
(40 € pro kW Wärmeleistung)
1.300 € (mindestens)
Sole-Wasser-Wärmepumpe Heizen mit Erneuerbaren Energien
(100 € pro kW Wärmeleistung)
4.500 € (mindestens)
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Heizen mit Erneuerbaren Energien
(100 € pro kW Wärmeleistung)
4.000 € (mindestens)

Kaufberatung und Tipps

Eine Wärmepumpe ist technisch und ökologisch gesehen die wohl beste Heizung, die aktuell auf dem Markt zu erhalten ist. Gleichzeitig handelt es sich aber auch um die höchste Investition, die man beim Kauf einer Heizung tätigen kann. Wenn aber das Budget stimmt und das Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist, spricht wenig gegen den Kauf.

An diesem Punkt müssen Sie sich nur noch für eine der verschiedenen Varianten entscheiden. Die Erdwärmepumpe und die Grundwasserwärmepumpe sind die effizientesten Wärmepumpen, erfordern aber Genehmigungen und sind teurer als die Luftwärmepumpe. Diese wiederum stellt eine Allround-Lösung dar und kann eigentlich immer genutzt werden.

Kann eine Wärmepumpe eingebaut werden?

Im Neubau kann eine Wärmepumpe bedenkenlos eingebaut werden. Je nach den Bedingungen der Umgebung eignen sich die verschiedenen Arten der Wärmepumpe mehr oder weniger. Im Altbau hängt die Nutzbarkeit der Wärmepumpe von der Dämmung und dem Wärmeverteilsystem ab.

Ist das Gebäude gut gedämmt und mit einem flächigen Wärmeverteilsystem (Fußbodenheizung, Wandheizung) ausgestattet, spricht eher wenig gegen die Installation einer Wärmepumpe. Bei fehlender oder schlechter Dämmung sollte von einer Wärmepumpe abgesehen werden.

Die beste Wärmepumpe?

Die faktisch beste Wärmepumpe gibt es nicht, alle Modelle haben ihre eigenen Vorteile und Nachteile. Auch ist die Wärmepumpe an sich ist nicht jeder anderen Heizung immer überlegen, da sie nicht für jedes Gebäude geeignet ist. Je nach Anwendungsbereich treten also unterschiedliche Vorteile und Nachteile in Erscheinung.

Zu den Nachteilen zählen definitiv die hohen Kosten bei der Anschaffung und der erhöhte Stromverbrauch. In der richtigen Umgebung und bei der Verwendung von Ökostrom werden diese Nachteile aber durch die übrigen Vorteile ausgeglichen. In der untenstehenden Tabelle sehen Sie eine kleine Gegenüberstellung der jeweiligen Eigenschaften.

Art der Wärmepumpe Vorteile Nachteile
Luft-Luft-Wärmepumpe Günstig Erfordert Lüftung, eigentlich nur in Passivhäusern
Luft-Wasser-Wärmepumpe Überall nutzbar, Standardlösung Weniger effizient als Alternativen
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Hocheffizient Genehmigungspflichtig, teuer
Sole-Wasser-Wärmepumpe Hocheffizient Sondenbohrung genehmigungspflichtig, teuer
Brauchwasser-Wärmepumpe Günstig, effizient Muss mit anderer Heizung kombiniert werden

Innen oder außen aufstellen?

Bild: Wärmepumpe vor Musterhaus
Wärmepumpe von Viessmann | © Viessmann Werke

Während die meisten Wärmepumpen im Keller oder Erdgeschoss aufgestellt werden und nur die entsprechenden Sonden außerhalb liegen, hat man bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe die Wahl, sie innen wie außen aufzustellen. Beide Varianten haben Vorteile und Nachteile.

Wenn Sie die Wärmepumpe außen aufstellen, benötigen Sie weniger Platz im Haus und haben keinen weiteren Aufwand durch die Installation von Lüftungsschächten und Filtersystemen.

Dafür steht ein nicht unbedingt anschauliches Objekt in Ihrem Garten und Anwohner könnten sich über die Geräuschentwicklung beschweren. Stellen Sie die Wärmepumpe im Haus auf, umgehen Sie zwar diese Probleme, benötigen aber eine gesonderte Luftzufuhr zur Wärmepumpe, deren Einrichtung gegebenenfalls höhere Kosten erzielt.