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Die Wärmepumpenheizung für Altbau und Neubau - eine Übersicht

Bild: Wärmepumpe in Keller
Eine Wärmepumpe im Keller | © Viessmann Werke

Die Wärmepumpenheizung ist aktuell stark nachgefragt - ab ca. 19.000 Euro ist sie inkl. Montage zu haben. Sowohl im Neubau als auch im Altbau gilt die Wärmepumpe aufgrund ihrer Effizienz als umweltfreundliche Heizung der Zukunft. Daher wird ihre Installation - vor allem im Altbau - auch gefördert.

Wie eine Wärmepumpenheizung funktioniert, welche verschiedenen Bauarten es gibt, wie viel sie jeweils kosten und wie viel Förderung man dafür erhält, können Sie im folgenden Artikel erfahren. Außerdem wollen wir ihre Vorteile und Nachteile im Altbau und Neubau näher betrachten, damit Sie sich ein Bild machen können, ob eine Wärmepumpe eine sinnvolle Anschaffung für Sie ist.

Inhalt


    Energieheld-Hinweis

    Durch die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und den daraus resultierenden Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird ab dem 01. Januar 2024 voraussichtlich eine Förderung von bis zu 70 Prozent für eine Wärmepumpe möglich sein. 

    Zusätzlich dazu soll es ab 2024 möglich sein, eine Förderung von 30 Prozent für verschiedene Einzelmaßnahmen zu erhalten.
     
    Hier können Sie zu den Änderungen der Förderlandschaft lesen.


    Wärmepumpe: Funktionsweise einer Wärmepumpenheizung

    Bild: Luft-Wasser-Wärmepumpe
    Luft-Wasser-Wärmepumpe | © Palatinate Stock / shutterstock.com

    Grundsätzlich kann man sich die Funktion der Wärmepumpe wie einen umgekehrten Kühlschrank vorstellen. Sie entzieht ihrer Umgebung Wärme und wandelt diese in Heizwärme um. Dabei wird die Umgebungswärme von einem Kältemittel des Wärmepumpenkreislaufes aufgenommen.

    Dieses wird anschließend vom Verdichter der Pumpe komprimiert und erwärmt sich so durch den Druck weiter. Diese Wärme wird dann an den Heizkreislauf abgegeben, der schließlich den Wohnraum beheizt. So kann eine Wärme­pumpen­heizung aus einer Kilowattstunde Strom bis zu 4,5 Kilowattstunden Heizwärme erzeugen.

    Wie viel Heizwärme sie erzeugt, hängt letztlich von der Bauart bzw. der Wärmequelle ab. Die am häufigsten verbaute Wärmepumpe ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle und können überall verbaut werden, wo die Dämmung des Gebäudes gut genug ist. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Allerdings sind sie nicht so effizient wie etwa eine Erdwärmepumpe oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe.

    Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom bis zu 3,5 Kilowattstunden Heizenergie, während die Erdwärmepumpe, auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt, aus der gleichen Menge Strom bis zu 4,5 Kilowattstunden Heizwärme erzeugt. Der Grund dafür ist die Erdwärme als Wärmequelle. Da die Erdwärme ganzjährig konstant ist, arbeitet die Erdwärmepumpe effizienter. Dabei gilt: Je tiefer im Erdreich die Wärme entzogen wird, desto höher die Temperatur und desto effizienter arbeitet die Wärmepumpenheizung.

    Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind genauso effizient wie Erdwärmepumpen, nutzen aber Grundwasser als Wärmequelle. Außerdem gibt es noch die Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie eignen sich eigentlich nur für Passivhäuser und nutzen eine Lüftung als Wärmeverteilsystem. Abwasserwärmepumpen nutzen Abwasser als Wärmequelle und werden meist in großen Gebäudekomplexen wie Krankenhäusern, Bädern, Sportanlagen oder Wohnanlagen ab 25 Wohneinheiten genutzt. Außerdem gibt es Gas-Wärmepumpen, die ähnlich elektrischen Wärmepumpen sind, aber Gas statt Strom zum Betrieb nutzen. Sie sind vor allem für das Nachrüsten von Altbauten geeignet.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Wärmepumpen nutzen Umgebungswärme als Wärmequelle und haben einen sehr hohen Wirkungsgrad. Durch diese enorme Effizienz schützen sie das Klima und schonen gleichzeitig die eigenen Finanzen. Umweltschutz muss also nicht teuer sein.

    Bild: Infografik Wärmepumpen
    Partner: Spezieller Wärmepumpentarif von Polarstern Energie

    Schnell erklärt: Die Wärmepumpe im Video-Überblick

    In diesem Energieheld-Whiteboard geben wir einen Überblick über die wichtigsten Informationen zur Wärmepumpe. Die Angaben zu den Kosten sind stets nur ungefähre Näherungswerte und sollen lediglich als grobe Richtwerte dienen.

    Achtung: Die Angaben zu Förderungen beziehen sich in den Energieheld-Whiteboards immer auf den aktuellen Stand bei Videoveröffentlichung und haben sich im Januar 2023 geändert. Alle Veränderungen im Überblick finden Sie hier.

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    Quelle: © Energieheld / youtube.com

    Neue Wärmepumpe vom Fachmann

    Wärmepumpe: Kosten und Förderung

    Bild: Erdwärmepumpe in Kellerraum
    Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe | © Viessmann Werke

    Wie viel eine Wärmepumpe kosten wird, ist grundsätzlich von der Bauart abhängig. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind schon ab 19.000 Euro zu haben. Eine Erdwärmepumpe kostet dagegen über 30.000 Euro, Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind noch teurer.

    Das liegt einerseits an den Wärmepumpen selbst, vor allem aber an der teuren Erschließung der Wärmequelle. Außerdem ist die Erschließung von Erdreich (Erdwärmesonde) und Grundwasser als Wärmequelle grundsätzlich immer genehmigungspflichtig und daher nicht überall erlaubt.

    Die Kosten unterscheiden sich auch zwischen Altbau und Neubau. Hier ist es vor allem das Wärmeverteilsystem, das den Unterschied ausmacht. In Neubauten kommt stets eine Fußbodenheizung oder eine andere Flächenheizung zum Einsatz. Im Altbau werden dagegen aus Kostengründen und - wegen des hohen Aufwands, eine Fußbodenheizung nachträglich zu fräsen - häufig Flächenheizkörper verbaut. Das liegt auch daran, dass im Altbau meist bereits ein Leitungsnetz vorhanden ist, das häufig gerne weiter genutzt wird, da man so Kosten spart.

    Da sie als umweltfreundlich gilt, erhält man für die Installation einer Wärmepumpe Förderung. In einem Altbau erhält man im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit Einzelmaßnahmen (BEG EM) mindestens 25 Prozent der förderfähigen Kosten von 60.000 Euro als Tilgungszuschuss. Das entspricht einer Förderung von maximal 15.000 Euro. Vergeben wird diese vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Neubau gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lediglich einen zinsgünstigen Kredit von mindestens 100.000 Euro, wenn das Gebäude Effizienzhausstufe EH 40 erreicht.

    KostenAltbauNeubau
    Anschaffung Luft-Wasser-Wärmepumpe (mit Einbau)18.750 €18.750 €
    Heizkörper & Co. (mit Einbau)ca. 3.600 €*ca. 8.000 - 18.000 €**
    Hydraulischer Abgleichca. 850 €ca. 850 €
    FörderungBAFA: Tilgungszuschuss von ca. 5.800 € (25 % der förderfähigen Investitionskosten von max. 60.000 €)KfW 297/298: Zinsgünstiger Kredit von mindestens 100.000 €, kein Zuschuss

    * Flächenheizkörper mit Thermostat und Ventilen, Verrohrung ist schon vorhanden ** Fußbodenheizung samt Einbau, Verrohrung und allem Zubehör

    Stromkosten im Vergleich

    Neben den Anschaffungskosten der Wärmepumpenheizung sind die Stromkosten für deren Betrieb zu beachten. Sie unterscheiden sich in Altbau und Neubau ebenfalls voneinander. Während Neubauten gleich optimal gedämmt werden, ist dies bei Altbauten nur nachträglich möglich. Außerdem ist es unverhältnismäßig teuer und technisch fast unmöglich, in einem Altbau den Dämmzustand eines Neubaus zu erreichen.

    Daher ist der Stromverbrauch zum Heizen eines Altbaus mit einer Wärmepumpenheizung im Vergleich immer höher als der eines Neubaus. In unserem Musterhaus liegt der jährliche Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Altbau bei ca. 2.270 Euro pro Jahr. In unserem Neubau-Musterhaus sind es dagegen nur 730 Euro jährlich. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der Betriebskosten einer Wärmepumpenheizung.

    Betriebskosten Altbau / Jahr (Luft-Wasser-Wärmepumpe)Betriebskosten Neubau / Jahr (Luft-Wasser-Wärmepumpe)
    2.270 €730 €
    Neue Wärmepumpe vom Fachmann

    Wärmepumpe: Vorteile & Nachteile vom Nachrüsten

    Bild: Schematische Darstellung einer Erd-Wärmepumpe mit Flächenkollektor
    Schema einer Erd-Wärmepumpe | © Costazzurra / shutterstock.com

    Die Wärmepumpenheizung bietet viele Vorteile - sowohl im Altbau als auch im Neubau. Sie ist aber auch kein Allheilmittel und so hat sie auch Nachteile. Zu den Vorteilen gehört ohne Zweifel ihre hohe Effizienz.

    Sie sorgt für vergleichsweise günstige Betriebskosten. Außerdem erhält man eine hohe Förderung für die Wärmepumpenheizung. Zudem ist die Wärmepumpe mit Blick auf die Klimapolitik nicht von Betriebsverboten oder einschränkenden Vorschriften bedroht und somit zukunftssicher.

    Demgegenüber stehen die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten für eine Wärmepumpenheizung. Das gilt in besonderem Maße für die aufwändige und teure Erschließung der Wärmequellen von Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Diese ist im Falle einer Sondenbohrung zudem immer genehmigungspflichtig.

    Luft-Wasser-Wärmepumpen sind zwar nicht davon betroffen und günstiger in der Anschaffung. Sie sind aber auch nicht so effizient wie Erd- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Diese amortisieren sich wegen ihrer hohen Effizienz deutlich schneller - wirtschaftlich sinnvoll ist die Anschaffung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen sowie Biomasseheizungen jedoch allemal.

    Vorteile WärmepumpenheizungNachteile Wärmepumpenheizung
    Sehr hohe EffizienzHohe Anschaffungskosten
    Vergleichsweise niedrige Betriebskosten für Strom, Mehrkosten bei der Anschaffung amortisieren sich im Vergleich schnellSondenbohrungen für Erdwärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpe sind teuer
    Hohe Förderung im AltbauSondenbohrungen sind genehmigungspflichtig (zusätzliche Kosten)
    Umfangreiche Bonus Förderungen sind möglich (nur Altbau) 
    Im Vergleich zu Gas- und Ölheizungen zukunftssichere Heizung 
    Vergleichsweise wartungsarm
    Keine Kosten für Schornsteinfeger da kein Kamin zum Betrieb der WP benötigt wird

    Wärmepumpenheizung: Unser Fazit

    Bild: Eisbären auf Scholle
    Wärmepumpen schützen die Umwelt durch niedrigen Energieverbrauch | © blende12 / pixabay.com CC0

    Im Neubau ist die Wärmepumpenheizung im Regelfall die beste Lösung. Sie ist im Betrieb am günstigsten und ihre Anschaffungskosten amortisieren sich daher im Vergleich zu anderen Heizungen schnell.

    Im Altbau sind die Betriebskosten aktuell zwar fast identisch mit denen von Ölheizungen und Gasheizungen. Das wird sich aber kurz- bis mittelfristig durch die erhöhte Nachfrage nach fossilen Brennstoffen auf dem Weltmarkt und die CO2-Steuer zugunsten der Wärmepumpenheizung ändern.

    Zudem erhält man für die Anschaffung einer Wärmepumpe eine hohe Förderung. Dadurch werden die hohen Anschaffungskosten deutlich gesenkt. Außerdem ist die Wärmepumpenheizung hinsichtlich möglicher zukünftiger Einschränkungen oder Betriebsverbote von Verbrennungsheizungen absolut zukunftssicher. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoller, sich im Falle eines Heizungstauschs eine Wärmepumpenheizung anzuschaffen, als an Gas oder Öl als Brennstoff festzuhalten.