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Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen über Dämmstoffe

Dämmstoffe sind bei der energetischen Gebäudesanierung nicht mehr nur ein Mittel zum Zweck. Sollten früher hauptsächlich Wärmeverluste am Dach vermieden werden, so verbirgt sich heutzutage hinter vielen Dämmstoffen eine ausgeklügelte Technologie, die zudem auch noch verschiedene Geschmäcker bedient. Egal ob Dämmstoffe besonders umweltfreundlich oder nur sehr günstig sein sollen: Der Markt bietet nahezu endlose Möglichkeiten, um das Eigenheim mit einer Dämmung zu versehen.

Bild: Energieheld Tipp

Wer seine Heizkosten senken will, kann dies gut mit einer Dämmung erreichen. Allerdings ist es wirtschaftlich gesehen sinnvoll, vorab eine veraltete Heizung durch ein neues Modell zu ersetzen. Anschließend können in Abstimmung darauf einzelne Maßnahmen zur Dämmung durchgeführt werden. Besonders zu empfehlen ist die Einblasdämmung in Dachgeschoss und Fassade.

Alle Dämmstoffe und Preise im Vergleich

Ein Mensch mit warmen Socken
Eine Dämmung sorgt für ein warmes Zuhause | © Katrina_S / pixabay.com CC0

In dieser Tabelle finden Sie eine ganz allgemeine Übersicht zu den verschiedenen Dämmstoffen. Aktuell sind besonders mineralische und synthetische Dämmungen sehr gefragt, aber auch pflanzliche Produkte erfreuen einer immer größeren Beliebtheit.

Zu den wichtigsten Eigenschaften von Dämmstoffen zählen beispielsweise die Wärmeleitfähigkeit und der Hitzeschutz. Letztlich sind natürlich die Kosten für die einzelnen Dämmstoffe als Eigenschaft nicht unwesentlich.

Wir haben für Sie alle Preise an einem geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin ausgerichtet. Dessen Umsetzung wird von der Energieeinsparverordnung (EnEv) gefordert.

Typ Dämmstoff Besonderheiten Hitzeschutz Preis, netto (Dicke für U-Wert 0,24)
Organisch Flachs Resistenz gegenüber Fäulnis schlecht 15,30 €/m² (15 cm)
Hanf Widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit und Fäulnis schlecht 19,99 €/m² (14 cm)
Holzfaser Hohe Wärmekapazität gut 38,50 €/m² (18 cm)
Jute Schadstofffrei und biologisch abbaubar gut 59,95 €/m² (15 cm)
Holzwolle Resistenz gegenüber Ungeziefer, Verrottung und Pilzbefall gut 23,04 €/m² (36 cm)
Kokosfaser Besonders bruchfest, sehr gute Alternative zu synthetischen Dämmstoffen mittel 119,14 €/m² (18 cm)
Kork Diffusionsoffen, sehr druckbelastbar mittel - gut 78,00 €/m² (18 cm)
Schafwolle Besonders diffusionsoffen, reinigt Raumluft gut 19,99 €/m² (16 cm)
Schilf Resistenz gegen Fäulnis und Feuchtigkeit schlecht 45,90 €/m² (18 cm)
Seegras Hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit, resistent gegen Milben, Mäuse und anderes Ungeziefer gut 26,10 €/m² (18 cm)
Stroh Diffusionsoffen gut 05,60 €/m² (28 cm)
Zellulose Feuchtigkeitsregulierend, schimmelbeständig gut 16,10 €/m² (16 cm)
Mineralisch Blähton Nicht brennbar, resistent gegenüber Feuchtigkeit und Frost gut 02,00 €/m² (72 cm)
Calciumsilikat Höchste Brandschutzklasse, alkalische Eigenschaften verhindern Schimmel mittel 245,88 €/m² (24 cm)
Glaswolle Nicht brennbar, Resistenz gegenüber Schimmel und Ungeziefer mittel 19,88 €/m² (24 cm)
Mineralschaum Formstabil, druckfest, nicht brennbar gut 28,37 €/m² (20 cm)
Perlit Wasserabweisend, ungezieferbeständig, verrottet nicht gut 80,80 €/m² (20 cm)
Steinwolle Nicht brennbar, Resistenz gegenüber Schimmel und Ungeziefer mittel 20,78 €/m² (14 cm)
Schaumglas Schlechter Schallschutz, keine Formbarkeit mittel 83,17 €/m² (16 cm)
Synthetisch Extrudiertes Polystyrol (XPS) Unempfindlich gegenüber Wasser, trittfest, leicht entflammbar gut 17,22 €/m² (14 cm)
Expandiertes Polystyrol (EPS) Hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit gut 09,53 €/m² (14 cm)
Polyurethan (PUR) Elastisch gut 20,74 €/m² (10 cm)
Polyisocyanurat-Hartschaum (PIR) Witterungsbeständig, wasserabweisend, druckbeständig gut 24,16 €/m² (19 cm)

Organische Dämmstoffe

Organische Dämmstoffe bestehen in der Regel aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen von Tieren oder Pflanzen. Für eine stärkere Bindung sowie einen erhöhten Brandschutz werden sie imprägniert oder mit künstlichen Fasern versehen. Das hat letztendlich auch zur Folge, dass organische Dämmstoffe nicht per se vollkommen nachhaltig und naturbelassen sind - trotzdem sind sie in der Regel umweltfreundlicher als mineralische oder synthetische Lösungen.

Bis auf extrem beanspruchte Bereiche des Hauses sind die Dämmstoffe auf allen Gebieten einsetzbar. Organische Dämmstoffe sind aufgrund ihrer Nachhaltigkeit bei gleichbleibender Dämmqualität im Vergleich zu erdölbasierten Stoffen sehr beliebt.

Mineralische Dämmstoffe

Mineralische Dämmstoffe bestehen aus anorganischen Stoffen wie Stein, Sand oder Kalk. Diese können sowohl synthetischen als auch natürlichen Ursprungs sein. Neben einem guten Wärmeschutz zeichnen sich die Dämmstoffe durch einen natürlichen Brandschutz aus, sodass diesbezüglich keine weitere Behandlung des Stoffs notwendig ist. Darüber hinaus verfügen mineralische Dämmungstoffe über eine ausgezeichnete Feuchtigkeitsregulierung.

Synthetische Dämmstoffe

Synthetische Dämmstoffe sind preisgünstig und verrotten nicht, weshalb sie bei vielen Bauherren sehr bliebt sind. Sie bestehen aus zu Hartschaumstoffen veredelten Kunstoffen. Zwar sind synthetische Dämmstoffe aufgrund ihrer Erdölbasis in der Produktion weniger nachhaltig als organische oder mineralische Stoffe, allerdings sind synthetische Dämmstoffe besonders resistent und damit langlebig.

Quelle: © Energieheld / youtube.com

Quelle: © Energieheld / youtube.com

In diesen Energieheld-Whiteboards informieren wir über die verschiedenen Arten von Dach- und Fassadendämmungen. *ACHTUNG: Wir beziehen uns hierbei auf durchschnittliche Werte. Alle Zahlen und Kosten sind als ungefähre und durchschnittliche Näherungswerte zu verstehen.

Wichtige Eigenschaften, die Sie kennen sollten

Bild: Dämmstoffe in der Übersicht
Dämmstoffe aus verschiedenen Materialien | © Makela / shutterstock.com

Wer sich als Laie eine erste Übersicht in Sachen Dämmstoffe verschaffen will, wird schnell auf einige unbekannte Begriffe stoßen. Diese zu kennen ist wichtig, um die richtige Dämmung für das eigene Bauprojekt zu finden.

Der Wärmedurchgangskoeffizient wird auch als U-Wert bezeichnet und gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Sekunde durch die Dämmung nach außen dringt, wenn es draußen um ein Grad kälter ist als drinnen. In der Praxis können verschiedene Dämmstoffe miteinander kombiniert werden und wirken sich gemeinsam mit beispielsweise der Verschalung oder dem Putz auf den Wärmeschutz aus. Die Berechnung des U-Werts sollte also stets mit Blick auf das Zusammenspiel verschiedener Materialien erfolgen. Dabei gibt ein niedriger U-Wert eine gute Dämmung an.

Grafik: Dämmstoffe und ihre Dämmleistung
Die einzelnen Materialien dämmen unterschiedlich | © Energieheld

Wie gut ein Material dämmt, wird mittels der Wärmeleitfähigkeit angegeben. Der sogenannte λ-Wert bildet den Wärmestrom ab, mit der sich Wärme in einem Quadratmeter Dämmstoff verteilt und nach außen verloren geht. Somit gibt ein niedriger Wert eine geringe Geschwindigkeit und damit gute Dämmeigenschaften an.

Ein weitere wichtige Eigenschaft von Dämmstoffen ist die Wärmespeicherkapazität. Sie bestimmt, wie viel thermische Energie ein Material speichern kann. Dabei können Dämmstoffe mit einer hohen Wärmespeicherkapazität Temperaturspitzen besser abfedern. Je höher die Kapazität, desto besser ist der Schutz vor äußeren thermischen Einflüssen.

Eigenschaften In der Praxis Beispielmaterial
Wärmespeicherkapazität niedrig, Wärmeleitfähigkeit hoch Die Räume heizen sich schnell auf, kühlen mit dem Ausstellen der Heizung jedoch wieder schnell ab. Hitze oder Kälte dringt schnell in das Dämmmaterial ein. Steinwolle
Wärmespeicherkapazität hoch, Wärmeleitfähigkeit niedrig Die Ausbreitung der Wärme im Dämmstoff dauert länger, hält aber auch länger an, sodass der Raum langsamer auskühlt. Hitze oder Kälte dringen langsamer in den Dämmstoff ein. Polyurethan (PUR)

Tritt beispielsweise im Winter ein Temperaturgefälle zwischen Raum- und Außentemperatur auf, entsteht Wasserdampf. Dieser kann mittels einer diffusionsoffenen Dämmung nach außen übertreten. Gemessen wird das sogenannte Wasserdampfverhalten mit der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl.

Die Baustoffklasse schließlich gibt die Klassifizierung von Materialien anhand ihres Brandverhaltens an. Es existiert sowohl ein nationales als auch ein europäisches System. Letzteres, die DIN EN 13501-1, kennt die Baustoffklassen A bis F. Diese untergliedern sich nach spezifischen Eigenschaften wie Tropfverhalten oder Rauchentwicklung.

Dämmstoff-Eigenschaft Kurzerläuterung Zahlenbeispiel
U-Wert Wie viel Wärme geht durch die gesamte Dämmung hindurch verloren? Energiesparverordnung: 0,24 W/(m²K)
λ-Wert Wie schnell breitet sich die thermische Energie im Dämmmaterial aus? Stroh: 0,053 W/(mK) = Schneller Wärmeverlust (dickere Dämmstärke benötigt), Hanf: 0,039 W/(mK) = Langsamer Wärmeverlust (weniger dicke Dämmung benötigt)
Wärmespeicherkapazität Welche Menge an Energie kann ein Material speichern? Steinwolle: 840 J/(kg·K) = schlecht, Kork:1.700-2.100 J/(kg·K) = sehr gut
Dampfverhalten Wie viel Wasserdampf lässt das Material durch? Steinwolle: 1 μ = diffusionsoffen, EPS: 60 μ = mittelmäßig durchlässig, Schaumglas: ∞ μ = dampfdicht
Baufstoffklasse Wie brenn- und entflammbar ist das Material? Klasse A1 = kein Beitrag zum Brand, Klasse F = keine Leistung festgestellt

Der beste Dämmstoff für Ihr Eigenheim

Eine Dämmstoffmatte
Dämmstoffe gibt es in verschiedenen Varianten | © anaterate / pixabay.com CC0

Vorab: Es gibt nicht DEN besten Dämmstoff. Alle Dämmstoffe können in entsprechender Dicke eingesetzt werden und erreichen damit alle das gleiche Ergebnis. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials, desto besser ist die Dämmeigenschaft.

Dämmstoffe mit guten Dämmeigenschaften benötigen eine geringere Dämmdicke, um den Anforderungen der EnEV bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten gerecht zu werden, was selbstverständlich von Vorteil ist. Ist ein Dämmstoff aber besonders günstig, dann können auch große Dämmdicken problemlos umgesetzt werden.

Jeder Dämmstoff hat einzigartige Eigenschaften. Letztendlich gibt es keine Patentlösung. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, welche Dämmstoffe für die Sanierung des eigenen Hauses am geeignetsten erscheinen und den individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Wir haben eine Liste mit den gängigsten Lösungen zusammengestellt, die Sie bedenkenlos nutzen können.

Dämmung Dämmstoff Vorteile Nachteile
Dach Mineralwolle Brennt nicht Teurer als EPS, schlechter Feuchtigkeitsschutz
Holzfaser Sehr ökologisch, guter Hitzeschutz Teurer als Mineralwolle
Zellulosegranulat Einblasbar, bewährt und günstig Kann bei Sanierungsarbeiten herausrieseln
Dachboden EPS Sehr günstig, leicht zu verarbeiten Erdöl-Produkt, vergleichsweise teure Entsorgung
Steinwolle Brennt nicht Teurer als EPS, schlechter Feuchtigkeitsschutz
Zellulosegranulat Einblasbar, bewährt und günstig Kann bei Sanierungsarbeiten herausrieseln
Fassade Mineralwolle Brennt nicht Teurer als EPS, schlechter Feuchtigkeitsschutz
Mineralschaum Umweltfreundlich, gute Feuchtigkeitsregulierung Etwas schlechtere Dämmleistung als Mineralwolle
EPS Sehr günstig, leicht zu verarbeiten Erdöl-Produkt, vergleichsweise teure Entsorgung
Keller XPS Druckfest, gute Dämmleistung bei Feuchtigkeit Erdöl-Produkt, teurer als EPS
Schaumglas Gute Dämmleistung bei Feuchtigkeit Teurer als XPS, schlechter Schallschutz
Kellerdecke EPS-Granulat Einblasbar, sehr günstig, leicht zu verarbeiten Erdöl-Produkt, kann bei Sanierungsarbeiten herausrieseln
Holzfaser Sehr ökologisch, guter Hitzeschutz Teurer als Mineralwolle
Zellulosegranulat Einblasbar, bewährt und günstig Kann bei Sanierungsarbeiten herausrieseln

Einbau-Kosten und Förderung

Bild: Haus aus Geld
Die Kosten für die Dämmung im Blick | © moerschy / pixabay.com CC0

In unserem Dämmstoff-Vergleich haben wir uns auf die reinen Materialpreise bezogen, dazu kommt aber immer noch der Einbau, der unbedingt von einem Fachbetrieb ausgeführt werden muss, wenn Sie staatliche Förderung für Ihre Dämmung erhalten möchten.

Inklusive Material und Einbau können Sie ganz grob mit 40 bis 250 Euro pro Quadratmeter für eine Dämmung rechnen. Hierbei erreichen nur Dachdämmungen mit Neueindeckung und aufwendige Fassadendämmungen die obere Grenze.

Im Schnitt kosten die meisten Dämmungen eher 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Anhand der Materialkosten (bezogen auf identische U-Werte) können Sie zum Beispiel abschätzen, dass eine Dämmung mit Holzfaser eher weiter oben in der Preisspanne anzusiedeln ist, während eine Dämmung mit günstigem EPS natürlich auch insgesamt günstiger sein wird.

Dämmung Kosten pro m² (mit Einbau) Förderung
Dach 40 - 200 € Zuschuss: KfW 430, 10 % der Gesamtkosten
Dachboden 15 - 40 € Zuschuss: KfW 430, 10 % der Gesamtkosten
Flachdach 20 - 80 € Zuschuss: KfW 430, 10 % der Gesamtkosten
Fassade 15 - 210 € Zuschuss: KfW 430, 10 % der Gesamtkosten
Keller 15 - 80 € Zuschuss: KfW 430, 10 % der Gesamtkosten

Der offizielle KfW-Fahrplan zur energieeffizienten Immobilie

Dieser 6-Schritte-Fahrplan der KfW unterstützt Sie bei der optimalen Durchführung Ihrer Fördermittelbeantragung.

Dämmstoffe online kaufen

Energieheld verkauft keine Dämmstoffe, da wir uns allein auf die Vermittlung kompetenter Handwerker spezialisiert haben. Wenn Sie bei uns ein kostenloses Angebot einholen, dann berücksichtigen wir zusammen mit dem Fachbetrieb gerne Ihre Wünsche bei der Wahl des Dämmstoffes.

Falls Sie Dämmstoffe direkt online kaufen möchten, dann müssen Sie sich leider an einen anderen Anbieter wenden - wir raten in den allermeisten Fällen davon ab, eine Dämmung in Eigenregie durchzuführen. Zum einen entgeht Ihnen damit die staatliche Förderung und zum anderen sind durch falsch angebrachte Dämmungen erhebliche Bau- und Feuchtigkeitsschäden möglich.

Haben Sie zum Beispiel nach Antworten auf die Frage gesucht, auf welcher Seite der Dämmung die Dampfbremse verbaut werden muss, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie nicht befähigt sind, eine komplette Dämmung fachgerecht durchzuführen.

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