Benzin sparen? Diese 9 Tipps helfen dabei.

Ein sparsamer Umgang mit Energie sollte nicht auf den privaten Haushalt beschränkt sein. Auch beim Autofahren können Effizienz und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen, um sowohl die CO2-Emissionen, als auch die Benzinkosten zu senken.

Lesen Sie hier, wie Sie mit Ihrem Pkw Benzin sparen können.


Inhalt: 9 hilfreiche Tipps

  1. Optimaler Reifendruck
  2. Motor abstellen
  3. Benzin sparendes Fahrverhalten
  4. Das Gewicht des Wagens
  5. Routenplanung
  6. Klimaanlage?
  7. Die Batterie
  8. Alternative Elektroauto
  9. Alternativen zum Auto

1. Optimaler Reifendruck – regelmäßig prüfen hilft

Luftdruck einfach selber an der Tankstelle prüfen – dauert nur 4 bis 5 Minuten.
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Stellen Sie sich vor Sie fahren mit einem Fahrrad, bei dem die Reifen recht wenig Luft haben und schon ein deutlicher „Plattfuß“ zu erkennen ist. Jeder weiß wie mühsam es ist mit einem Rad zu fahren, dessen Reifen nicht gut aufgepumpt sind – es ist anstrengend! Bei Auto ist das natürlich genauso.

Wegen des Rollwiderstands hat der Reifendruck direkten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Ist der Druck zu gering, steigt der Bedarf. „Schon ein Fülldruck von etwa 0,4 bar unter dem Sollwert hat eine circa 30 Prozent niedrigere Laufleistung des Reifens zur Folge und erhöht den Benzinverbrauch um zwei Prozent“, erklärt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. unter adac.de. Im Ratgeber des ADAC können Sie Empfehlungen zum korrekten Reifendruck nachlesen. Bei 0,5 Bar zu niedrigem Druck kann man sogar schon mit bis zu fünf Prozent erhöhtem Spritverbrauch rechnen.

Generell wird die regelmäßige Kontrolle der Druckwerte empfohlen. Das können Sie ganz einfach auf fast jeder Tankstelle selbst vornehmen. Bei den Parkplätzen und neben den Staubsaugern finden Sie dort meistens auch einen Druckluftkompressor zur freien Benutzung.


2. Motor abstellen bei 20+ Sekunden Stehzeit

Schon ab 20-sekündiger Stehzeit, lohnt es sich den Motor abzustellen.
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Ab einer Stehzeit von über 20 Sekunden lohnt sich das Abstellen des Motors. Durch das Anlassen des Motors wird weniger Benzin verbraucht als allgemein hin angenommen wird. So lässt sich über die Zeit an absehbar langen Rotphasen an Ampeln oder in Staus auf der Autobahn durchaus der ein oder andere Liter Benzin sparen.

Nicht umsonst verfügen viele Neuwagen bereits über die so genannte Start-Stop-Automatik. Mit ihr lassen sich vor allem im Stadtverkehr bis zu 10 Prozent weniger Benzinverbrauch erzielen.


3. Benzin sparend fahren!

Natürlich hat die Fahrweise einen großen Einfluss auf den Benzinverbrauch. Wer sich das Benzin sparende Fahren angewöhnt, kann durchaus bis zu 25 Prozent des Spritverbrauches einsparen.

Vorausschauendes, gleichmäßiges Fahren und damit seltenes Abbremsen und wieder Gas geben, hat hier einen großen Effekt. Tempomaten sind, wenn vorhanden, eine gute Maßnahme um Benzin einzusparen.

Ausserdem ist das frühe Hochschalten in den nächsten Gang sehr spritsparend. Als Faustregel gilt hier: Ab 30 km/h in den 3. Gang, ab 40 km/h in den 4. und ebenso schon ab 50 km/h in den 5. Gang schalten.

Beim Fahren auf der Autobahn ist meistens eine Geschwindigkeit von 110 km/h am spritsparendsten. Ab 130 km/h steigt der Verbrauch unverhältnismäßig stark an.

In der Sendung „Welt der Wunder“ verrät ein Spritspartrainer, wie sich im Straßenverkehr Kraftstoff sparend fahren lässt:
Quelle: © Welt Der Wunder / youtube.com

Wir haben die wichtigsten Tipps zu einem sparsamen Fahrverhalten zusammengefasst:

  • früher in den nächsthöheren Gang schalten
  • bereits nach einer Wagenlänge sollte vom ersten in den zweiten Gang geschalten werden
  • zwischen 1.000 und 2.000 Umdrehungen sind ideal
  • Leerlauf ausnutzen, um die Geschwindigkeit ein längeres Stück zu halten
  • Vorausschauend fahren, um weniger zu bremsen
  • Motor bei Standzeiten ab 20 Sekunden ausschalten

4. Das Gewicht – auf unnötiges Gepäck verzichten

Je schwerer ein Auto beladen ist, desto höher der Kraftstoffverbrauch. Was logisch klingt, wird in der Fahrpraxis oft vernachlässigt. In zahlreichen Fahrzeugen werden täglich diverse Dinge transportiert, die das Gesamtgewicht unnötig erhöhen.

Im Alltag ist es durchaus sinnvoll nur das nötigste Gepäck dauerhaft im Auto zu lassen. Als Faustregel gilt hier: Pro 50 kg eingespartem Gewicht kann auf eine Strecke von 15.000 km  der Benzinverbrauch um 50 Liter verringert werden. Das können dann also durchaus 70 EUR pro Jahr sein. Weil sie den Luftwiderstand erhöhen, treiben auch Dachträger und Dachboxen den Benzinverbrauch in die Höhe. 5 bis 20 Prozent mehr Treibstoff sind realistische Auswirkungen. Wird das Zubehör zum Transportieren von Fahrrädern, Ski und Co. nicht benötigt, sollten Sie es unbedingt abmontieren.

Wie ist das aber im Urlaub? Klar, vor allem im Urlaub benötigt man viele Dinge, von Kleidung über Schwimmflossen bis zum Zelt können da einige Kilos zusammenkommen. Dennoch ist der Campingurlaub in Europa meistens wesentlich umweltschonender als der Flug in ferne Länder.


5. Routen auch mal „ökologisch“ planen?

Manche Navigationsgeräte verfügen inzwischen über eine Öko-Routenplanung. Wer nicht die kürzeste oder schnellste Strecke auswählt, sondern die, laut Navi, ökologischste, spart effektiv Sprit und kommt dabei nicht selten auch durch schönere Gegenden.


6. Klimaanlagen benötigen Benzin

Vor allem in den Städten gibt es zunehmend Carsharing-Angebote.
© kenny 2332 / pixabay.com / CC0 Creative Commons

Die Kühlenergie der Klimaanlage muss natürlich irgendwo herkommen. Über einige Umwege spiegelt sich dies aber dann auch im Benzinverbrauch wieder. Der wahre Verbrauch ist hier natürlich, wie immer, vom Einzelfall abhängig. Die Klimaanlage in einem schwarzen Bus mit großem Panoramadach benötigt zum Beispiel natürlich bei direkter Sonneneinstrahlung mehr Energie, als ein kleiner weißer PKW, der sich weniger aufheizt. Zudem ist der Verbrauch auch von Auto-Modell zu Modell etwas unterschiedlich etc.

Durchschnittlich „schluckt“ eine Klimaanlage auf einer Strecke von 100 Kilometern aber rund 0,5 Liter und gilt damit als nicht zu unterschätzender Energiefresser.

Daher gilt: Schalten Sie sie nur ein, wenn es die Temperaturen tatsächlich erfordern. Spätestens, wenn Sie die Autobahn befahren, sollten Sie die Fenster jedoch schließen und die Klimaanlage einschalten, weil der Luftwiderstand offener Fenster den Spritverbrauch bei den erhöhten Geschwindigkeiten zunehmend steigert.


7. Die Batterie – Tiefenentladung meiden

Weitere 0,1 Liter pro 100 Kilometer lassen sich durch eine vollgeladene Autobatterie erzielen. Eine Tiefenentladung wirkt sich negativ auf die Lebensdauer der Batterie aus und belastet die Umwelt über die verfrühte Entsorgung. Besonders im Winter entladen sich die Akkus gern, weil die niedrigen Temperaturen den Energieverbrauch des Fahrzeugs steigern. Hinzu kommen zusätzlich genutzte Extras, wie Sitzheizung, Gebläse, Heckscheiben- sowie Außenspiegelbeheizung, die zu einem erhöhten Energiebedarf beitragen. Das hat zur Folge, dass ggf. mehr Energie benötigt wird, als die Lichtmaschine nachladen kann. Das macht der Autobatterie zu schaffen. Insbesondere bei Kurzstrecken unter zehn Kilometern kann es dann zu Problemen kommen, weil die Batterie nicht schnell genug geladen wird.

Springt der Pkw nicht mehr an, kann ein Ladegerät Abhilfe leisten. „Das Gerät lohnt sich immer dann, wenn der Akku Ihres Fahrzeuges tiefenentladen ist und Sie einen wohnortnahen Fahrzeugstandort haben. Da Sie für das Ladegerät eine externe Stromquelle benötigen, muss eine Steckdose in Reichweite sein“, fasst das Straßenverkehrsportal testsieger.bussgeldkatalog.org in einem Produktvergleich für Autobatterie-Ladegeräte zusammen. Mit einem derartigen Gerät sind Sie nicht auf fremde Hilfe angewiesen, wie es beim Starthilfekabel der Fall ist, sondern können der Batterie unmittelbar zum Energieschub verhelfen.

Pendler, die täglich lange Strecken zurücklegen und somit besonders gefährdet sind mit ihrem Fahrzeug fernab von Stromquellen liegen zu bleiben, sollten stets ein Starhilfekabel parat haben. Ereignet sich die Panne aufgrund einer entladenen Batterie, braucht es lediglich ein Spenderfahrzeug für die Starthilfe.

Weitere Tipps zur Autobatterie:

    • Um einer Tiefenentladung im Winter vorzubeugen und die Autobatterie zu schonen, ist es ratsam diese mit einem Ladegerät zu laden. Bleibt die Batterie längere Zeit ungenutzt, ist eine Ladung pro Woche sowie die Lagerung bei 0-10°C empfehlenswert.
    • Bei Minusgraden sollten Sie sämtliche Verbraucher, die nicht erforderlich ist, beim Starten des Motors abschalten. Dies gilt insbesondere für Radio, Navigationsgerät und Sitzheizungen, die bekanntesten Stromfresser.

  • Schmutz und Korrosion sind zu meiden, weil sie die Leistungsfähigkeit der Akkus beeinträchtigen. Feuchtigkeit und Schmutz in Kombination lösen Kriechströme aus, welche Energieverluste nach sich ziehen. Korrosion wird mit Hilfe der Anschlussreinigung und Verwendung von Polfett verhindert.
  • Stromstärke und Spannung sollten regelmäßig von einem Fachmann überprüft werden.

Tipp: Vollsynthetische Leichtlauföle senken den Kraftstoffbedarf in der Kaltstartphase effektiv.


8. Alternative zum Benziner – Die Elektroautos kommen

Elektroautos sind im Kommen. Aufgrund vieler Vorteile sieht man sie immer häufiger.
© hzv_westfalen_de / pixabay.com CC0

Relativ neu auf dem Markt sind Elektroautos. Diese verbrennen zur Leistungserzeugung kein Benzin oder Diesel, wie herkömmliche Autos, sondern nutzen Elektrizität, also Strom.

Statt eines Benzintanks verfügen sie über einen Stromspeicher. Das sind meistens Lithium-Ionen-Batterien. Diese können, fast wie gewohnt, an so genannten Stromtankstellen geladen werden.

Nachteile der Elektroautos

  • recht geringe Reichweite pro Batterieladung (durchschnittl. ca. 200 bis 400 km)
  • Ladestationen-Netz noch nicht umfassend ausgebaut – Routenplanung erforderlich
  • Recht lange Ladezeiten – „tanken“ kann, je nach Modell, über eine Stunde dauern
  • Hohe Anschaffungskosten

Vorteile der Elektroautos

  • steuerbefreit
  • staatliche Förderungen möglich (bis 4.000,- €)
  • keine direkte CO2-Emission beim Fahren
  • bei Betrieb mit Ökostrom sehr umweltfreundlich
  • sehr geräusch- und geruchsarmer Betrieb
  • lange Lebensdauer und weniger Wartungsaufwand
  • tanken zu Hause mit eigenem Photovoltaik-Strom möglich

Kosten auf 100 Kilometer – halber Preis

Wie haben uns einmal genauer mit den Kosten der Elektroautos beschäftigt. Es fallen nur durchschnittliche Kosten von etwa 2,40 € bis 4,40 € pro gefahrenen 100 km an.

Natürlich ist auch hier das Fahrverhalten und das jeweilige Wagen-Modell zu unterscheiden. Man erkennt jedoch sofort, dass mit diesen Fahrkosten kein Benziner oder Diesel mithalten kann.

Vergleich: Ein mittel alter Benziner verbraucht etwa 8 Liter Benzin auf 100 km was zu Kosten von etwa 10 € führt (8 l * 1,30 € = 10,56 €).

Werden wir in Zukunft alle auf Elektroautos umsteigen?


Das mag gut sein. Natürlich ist dies noch nicht realistisch abschätzbar. Der konventionelle Verbrennungsmotor wird langfristig aber mit ziemlicher Sicherheit ein Auslaufmodell sein. Besonders wenn es uns gelingt einen Großteil der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien zu realisieren, wären Elektroautos auch eine ökologisch höchst Sinnvolle Alternative. Ein Kernziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf mindestens 35 Prozent und 2050 auf gut 80 Prozent zu erhöhen.

Für weitere Informationen zum Thema, schauen Sie sich doch mal unseren Artikel zum Thema Elektromobilität an.


9. Alternativen zum eigenen Auto

Wir lieben die Freiheit die uns unsere Autos bieten. Doch kann man natürlich auch immer etwas optimieren und sogar auf Alternativen umsteigen. Hier einige Beispiele:

Für kurze Strecken ist das Fahrrad praktischer, umweltschonender, gesünder und schneller.
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9.1 Carsharing – Autos leihen

Besonders für Städter interessant: Wer eher selten ein Auto benötigt, für den kann Carsharing finanziell sinnvoller sein. Hierbei leiht man sich bei einem Anbieter einfach ein passendes Fahrzeug für einen bestimmten Zeitraum aus. Das funktioniert mittlerweile recht unkompliziert zum Beispiel per Handy-App. Das Leihen ist nicht unbedingt günstig, aber:

Ohne eigenes Auto spart man sich die (hohen) Anschaffungskosten sowie die jährlichen Unterhaltskosten wie etwa Versicherung & Steuer, Reparaturen & Wartung, ggf. auch Miete für Stellplatz, etc.

Weiterer Vorteil: In den meisten Fällen werden hier modernste Autos mit vielen Extras angeboten. Diese sind generell Benzin sparender und haben häufig zudem praktische Extras wie Tempomaten etc. Allerdings ist es meistens so, dass man nicht für das Benzin direkt bezahlt, sondern eine Kilometerpauschale den Preis bestimmt.

9.2 Kurzstrecken durch das Fahrrad ersetzen

Im Durchschnitt sind die meisten Fahren in Deutschland kürzer als 10 Kilometer, etwa die Hälfte sogar noch kürzer als 5 km. Fahrten zum Bäcker oder zum Friseur etc. könnten in den meisten Fällen auch mit dem Fahrrad gefahren werden.

Sicherlich ist es vernünftiger, lieber einige Hundert Euro in ein modernes, gutes Fahrrad zu investieren, als wirklich jede Strecke mit dem Auto zu fahren. Die Kosten für das Rad hat man mit der Zeit durch das eingesparte Benzin sogar wieder raus und man tut zudem dabei etwas für die Umwelt und vor allem für die eigene Gesundheit!

Und schneller ist man meistens sogar auch noch… 😉

9.3 Langstrecken durch Bus und Bahn ersetzen

Wenn es doch einmal eine weitere Reise sein soll, kann man natürlich auch stets überlegen auf die Bahn oder Fernbusse umzusteigen. Das ist fast immer günstiger als das mit dem PKW und spart dabei vor allem die CO2-Emission pro Kopf stark ein. Im Vergleich zum Auto können so auf 2.000 Kilometer etwa 500 kg CO2 eingespart werden.

Bildverzeichnis:
Titelbild: © CC0 Creative Commons / Michael Gaida / pixabay.com

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."