Die Energiewende - Eine Geschichte

Die Energiewende – sinnvoll oder „energiepolitischer Schwachsinn“?

Die Energiewende – sinnvoll oder „energiepolitischer Schwachsinn“?
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Diese Frage stellen sich viele. Sowohl Bürger, Politiker, als auch Wissenschaftler. Wirklich beantworten wie sinnvoll etwas sein wird kann niemand, da kein Mensch in die Zukunft schauen kann.

Dies hier ist das Weblog von energieheld – klar sind wir für die Energiewende, das sollte bekannt sein. Unser bestreben ist es dabei jedoch, stets möglichst realistische Einschätzungen zu treffen. Lobbyismus gibt es zu großen Themen immer aus beiden Seiten (nur ist manchmal eine Seite stärker vertreten…). Größtenteils geht es bei der Sinnhaftigkeit der Energiewende um die Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen einzelner Energiequellen und darum, wie die Vor- und Nachteile durch die einzelnen Menschen bewertet werden. Ein sehr komplexes Thema also.

In diesem Artikel wird der Wandel von der Atom- zur Erneuerbaren-Energien-Politik aufgezeigt und die Verantwortung der Bürger und auch Unternehmen angesprochen. Das eigentlich Thema von uns bei energieheld ist eigentlich eher der Sanierungs- und damit meist der Wärmesektor, jedoch soll es hier einmal hauptsächlich um den Stromsektor gehen. 

1. Vom Atomzeitalter ins Jahrhundert der grünen Technologien

Im letzten Jahr gab es weltweit 437 Kernkraftwerke mit einer Leistung von 393 GW. Im Bau haben sich 74 AKWs befunden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich der Energiewende verschrieben und möchte bis 2050 rund 80 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Energien erzeugen. Im letzten Jahr hatten die grünen Technologien einen Anteil von 23,4 Prozent (2012: 22,8 Prozent) an der Brutto-Stromerzeugung.

Brutto-Stromerzeugung nach Energieträgern 2013 (Daten vom BDEW):

  • Windkraft: 7,9%
  • Biomasse: 6,8%
  • Wasserkraft: 3,4%
  • Photovoltaik: 4,5%
  • Siedlungsabfälle: 0,8%

Bild: Russland besitzt 33 Kernreaktoren. Die USA führen die Liste mit 100 Reaktoren an.

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Atomreaktoren weltweit.
Die USA führen die Liste mit 100 Reaktoren an.
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Zunächst: Die Chronik der Energiewende

  • 1767: Horace-Bénédict de Saussure entwickelt und baut den ersten Sonnenofen. Während einer Hochgebirgs-Expedition kochte er damit sein Essen und konnte somit auf Brennholz verzichten.
    (Ulrich Oehler erklärt in einer Bauanleitung, wie der Ofen funktioniert: http://www.med.uni-magdeburg.de/~maercker/SolCook/slcon-ge.html.)
  • 1891: Poul la Cour baut die erste Windkraftanlage der Welt.
  • 1956: In der englischen Grafschaft Cumbria wird das erste kommerziell betriebene Kern-Kraftwerk Calder Hall in Betrieb genommen.
  • 1978: In Österreich wird der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.
  • 1980: Schweden ebnet den Weg aus der Kernenergie.
  • 1986: In Tschernobyl kommt es zu einem Reaktor-Unfall. Nach der Katastrophe wird weltweit über den Ausstieg aus der Kernenergie diskutiert.
  • 1987: Ein Jahr nach Tschernobyl beschließt die italienische Regierung den Ausstieg aus dem Atomprogramm.
  • Januar 1999: Die Rot-Grüne-Regierung ist sich einig, der Wandel vom Atom- zum Erneuerbare-Energien-Zeitalter soll vollzogen werden. In einem Gesetzesentwurf werden die ersten Eckpunkte festgelegt.
  • April 2000: Das EEG löst das Stromeinspeisungsgesetz ab.
  • Juni 2000: In einem Treffen zwischen den vier großen Stromanbietern aus Deutschland wird ein Konsens erzielt. Die Erzeugung von Strom aus Kernenergie soll befristet werden.
  • Februar 2002: Die Novellierung des Atomgesetzes befristete die Laufzeit eines Atomkraftwerks auf maximal 32 Jahren nach Eröffnung, sah die Abschaltung der Atommeiler nach Verbrauch der Restrommenge vor und regelte die Beendigung der Atommüll-Transporte im Juli 2005.
  • April 2002: Das von der Rot-Grünen-Regierung beschlossene Gesetz tritt in Kraft.
  • bis 17. Juli 2006: Deutschland spricht sich als einziges Land auf dem G8-Gipfel in St. Petersburg gegen den Bau weiterer Atommeiler aus.
  • Oktober 2009: Die CDU und die FDP möchten über eine Laufzeitverlängerung nachdenken. Im Koalitionsvertrag wird die Kernenergie als Brückentechnologie beschrieben.
  • Juni 2010: Die Brennelemente-Steuer wird von der Regierung beschlossen und soll ab dem Jahr 2011 jährlich Mehreinnahmen von 2,3 Milliarden Euro bringen.
  • September 2010: Die Laufzeit der Atomkraftwerke wird um zwölf Jahre verlängert. Die Energieriesen müssen im Gegenzug 30 Milliarden Euro über die Brennelemente-Steuer und die Ökofonds zahlen.
  • September 2010: Die Atomkonzerne und die Regierung stimmen der Laufzeitverlängerung zu.
  • September 2010: Nur neun Tage nach dem Deal zwischen der Regierung und den Energieriesen demonstrieren mehr als 100.000 Menschen gegen die Politik von CDU und FDP.
  • Oktober 2010: Das Gesetz zur Verlängerung der Laufzeiten wird vom Bundestag verabschiedet.
  • März 2011: Im japanischen Fukushima kommt es nach einem Erdbeben zu einer Reaktor-Katastrophe. Die Welt hält den Atem an.
  • März 2011: Die Bundeskanzlerin reagiert umgehend auf die Geschehnisse in Fukushima und lässt sieben AKWs abschalten.
  • März 2011: Ein Stresstest für die deutschen Atomkraftwerke wird angeordnet. Im Ergebnis hielt keines der AKWs einem Absturz eines großen Flugzeugs stand. Vier der überprüften Kraftwerke würden einen Absturz einer kleinen Maschine nicht unbeschadet überstehen. Die Ergebnisse wurden am 28. Mai 2011 veröffentlicht.
  • Mai 2011: Eine Ethikkommission empfiehlt der Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomkraft binnen zehn Jahren.
  • Mai 2011: Die Bundesregierung legt sich darauf fest, dass bis 2022 alle AKWs abgeschaltet werden sollen.
  • Dezember 2011: Solon (Solarmodul-Hersteller mit Sitz in Berlin) ist pleite und wird später vom indisch-arabischen Unternehmen Microsol übernommen.
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Produktion von Solarmodulen in Deutschland:
Die Marktanteile der deutschen Solarindustrie werden laut Roland Berger bis zum Jahre 2020 um fast die Hälfte einbrechen.
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  • Dezember 2011: Kurz vor Weihnachten beantragt das Management vom Solarkraftwerkhersteller Solar Millennium die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen macht den Preisverfall für Solarzellen dafür verantwortlich.
  • April 2012: Photovoltaikanbieter Q-Cells verkündet ebenfalls das Insolvenzverfahren und wird vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen, welches die Produktion jedoch weiter ausbauen kann.
  • April 2012: First Solar bleibt von der Krise in der Solarindustrie nicht verschont und kündigt die Schließung des Werks in Frankfurt (Oder) an. Rund 1.200 Mitarbeiter werden gekündigt.
  • März 2012: Bosch zieht sich aus dem Geschäft mit der Produktion von Solarzellen zurück und kündigt den Verkauf von Aleo Solar und Bosch Solar an.
  • April 2013: Solarworld wird saniert. In den nächsten Wochen verzichten Gläubiger auf einen Großteil ihrer Forderung und ein Investor aus Katar steigt mit 35 Millionen Euro in das Unternehmen ein. Firmenchef Asbeck stellt weitere 10 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Juli 2013: Das in Hamburg ansässige Unternehmen Conergy reicht einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht ein. Später werden die Marke und das Servicegeschäft vom Investor Kawa übernommen.
  • März 2014: Nach zwölf Jahren der Produktion, stellt Aleo Solar den Betrieb ein.
  • April 2014: Wagner & Co Solartechnik ist insolvent. Das Unternehmen blickt auf eine 35 Jahre alte Firmengeschichte zurück. Im September wird ein Investor gefunden (Sanerik Grruppe (NL)) gefunden.
  • 2020: Politik: Die Treibhausgasemission soll bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Zudem soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix von 17 auf 35 Prozent gesteigert werden.
  • 2021: Die Bundesregierung möchte drei weitere AKWs vom Netz nehmen. (Weitere Informationen dazu auf: http://www.deutschlandradio.de/koalition-beschliesst-atomausstieg-bis-2022.331.de.html?dram:article_id=204145.)
  • 2022: Das Atomzeitalter ist beendet. Verläuft alles nach Plan wird im Jahr 2022 das letzte AKW vom Netz genommen.
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Nach 2030 sollen die Erneuerbaren Energien den Großteil des Stromes erzeugen – mehr als 50%

1.1 Atomenergie: Einige Vorteile, aber schwerwiegende Nachteile

Es gibt viele Argumente, die für die Nutzung von Atomstrom sprechen. Im Jahr 1961 ging in Deutschland der erste Reaktor mit dem Namen Kahl ans Netz und weckte bei den Menschen eine gewisse Aufbruchsstimmung. Proteste gab es damals noch nicht und das Vertrauen in die Technologie war groß. In den letzten Jahren wurde die Kernenergie nicht mehr von der Gesellschaft befürwortet, was in dem Beschluss zur Beendigung des Atomzeitalters gipfelte.

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Der überwiegende Teil der Deutschen hat große Angst vor der Atomenergie.

Welche Vorteile bietet die Atomenergie?

  • Die Emission von Schadstoffen (CO2) und Staubpartikeln in die Atmosphäre ist gering.
  • Der extrem hohe Energiegehalt eines Brennstabs macht das AKW zu einem effizienten und ressourcenschonenden Energieerzeuger. Der Energiegehalt eines Brennstabs ist 2,5 Millionen-mal höher als der von Steinkohle.
  • Die Atomenergie ist weit entwickelt und verfügbar.
  • Große Leistungen an Strom können binnen kürzester Zeit erzeugt werden.
  • In über siebzig Ländern stehen Atomkraftwerke. Dadurch werden die Nationen von anderen Lieferanten, wie zum Beispiel Russland unabhängig.
  • Um ein Kernkraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt zu bauen, wird eine Fläche von einem Quadratmeter benötigt. Für dicht besiedelte Nationen stellt das einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil dar.

Welche Nachteile resultieren aus der Atomenergie?

  • Radioaktives Material ist gefährlich und stark gesundheitsschädlich. Die Strahlenbelastung führt bereits bei geringen Mengen zur Bildung von bösartigen Tumoren.
  • Die Frage nach dem Endlager konnte und kann bis heute nicht beantwortet werden. Die Entsorgung des Atommülls stellt die Länder vor unlösbare Probleme. Erst nach einer Lagerung von mehreren tausend Jahren zerfallen die Radionuklide. In Deutschland soll bis 2031 ein Endlager gefunden sein. Weitere Informationen rund um die Asse und die Debatte zum Endlager gibt es hier.
  • AKWs sind sehr leistungsstark, daher könnten sie Ziele von terroristischen Angegriffen werden und stellen somit ein Sicherheitsrisiko dar.
  • Ein Atomkraftwerk arbeitet mit radioaktivem Material. Das Material kann zum Bau einer Atombombe verwendet werden und darf folglich nicht in die falschen Hände gelangen.
  • Die Uran-Vorräte sind nach Meinung einiger Geologen nach dreißig bis sechzig Jahren erschöpft.
  • Von der Planung über die Bewilligung bis hin zum Bau eines Kernkraftwerks vergehen zwischen 20 und 30 Jahre.

1.2 Die Solarenergie: Genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung und bietet viele Vorteile

Die Solarenergie (Photovoltaik) stellt einen wichtigen Teil am Strommix dar. In der Europäischen Union sollen bis 2020 20 Prozent des Energiebedarfs durch die erneuerbaren Energien gedeckt werden. In einer Untersuchung der European Photovoltaic Industry Association, kurz EPIA kam der Verband zum Ergebnis, dass bis 2020 der Solarstrom 12 Prozent am Strommix der EU ausmachen wird.

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95% der Bevölkerung sind FÜR die Solarenergie
Die Akzeptanz für Solarenergie ist in Deutschland sehr groß.

Welche Vorteile bietet die Solarenergie?

  • Wie beim Atomstrom auch, wird bei der Erzeugung von Solarstrom kein CO2 emittiert. Es entsteht auch keine Lärm- oder Geruchsbelästigung.
  • Die Abhängigkeit von Gas- und Öl-Importen sinkt mit der dezentralen Solarenergie-Versorgung.
  • Wenn Strom von einem zentralen Großkraftwerk zum Haushalt transportiert wird, kommt es zu Energieverlusten. Bei einer dezentralen Solaranlage werden die Transportwege verkürzt und somit Verluste vermieden.
  • Die Vorhaltung von Reservekapazitäten wird überflüssig.
  • Eigentümer einer Solaranlage sind unabhängig von den Stromversorgern und deren Preispolitik.
  • Nach finanzieller Amortisation der Anlage (8 bis 12 Jahre) wird quasi umsonst Ökostrom erzeugt.
  • Die Solarmodulhersteller geben auf ihre Produkte meistens eine Garantie von über zwanzig Jahren. Ein Modul muss nicht oft gewartet werden. Keine beweglichen Teile – kein Verschleiß.
  • Die Ökobilanz einer PV-Anlage ist in den ersten Jahren negativ, jedoch nach bereits 3 – 5 Jahren wird sie positiv. Es kommt zur Einsparung von CO2.
  • Zur Montierung einer Dachanlage ist keine Baugenehmigung notwendig.
  • Der Wert eines Hauses wird durch eine Solaranlage gesteigert.

Welche Nachteile resultieren aus der Solarenergie?

  • Hoher Amortisationszeitraum. Die Anschaffung einer Solaranlage rentiert sich in der Regel „erst“ nach 8 bis 12 Jahren (Je nach Größe, Eigenverbrauchsmengen und Einspeisevergütung).
  • Bürokratie: Mit einer Anlage kann Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Der Betreiber der Anlage muss dafür einige unternehmerische Pflichten erfüllen. Es müssen unter anderem eine Umsatzsteueranmeldung vorgenommen und eine Einkommenssteuererklärung gemacht werden.
  • Bei der Entsorgung der Solarmodule muss besonders besonnen vorgegangen werden, denn bei der Produktion werden Chemikalien und umweltschädigende Materialien eingesetzt.
  • Der Wirkungsgrad einer Anlage liegt etwa bei 20 Prozent. Forscher arbeiten ständig an einer Steigerung der Energieeffizienz.

 1.3 Die Windenergie: Nimmt eine sehr wichtige Rolle in der Energiewende ein.

Die Bundesregierung hat von ihren ehrgeizigen Zielen zum Ausbau der Offshore-Windenergie Abstand genommen und möchte nur noch bis 2020 eine installierte Leistung von 6.500 Megawatt (vorher 10.000 Megawatt) erreichen. Momentan wurden in der Nord- und Ostsee rund 100 Windräder errichtet. Die Energiewende gelingt nur mit der Windenergie, denn die Technologie ist eine tragende Säule und bietet große Potentiale.

Welche Vorteile bietet die Windenergie?

  • Im Vergleich zur Photovoltaikanlage amortisieren sich die Kosten für eine Windkraftanlage deutlich schneller.
  • Die „Ressource Wind“ ist unendlich und kostenlos.
  • Es werden keine Schadstoffe emittiert. (Bei der Herstellung und Wartung kommt es zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid.)
  • Offshore-Windparks verschandeln keine Landschaft und können in windstarken Küstenregionen errichtet werden.
  • In der Solarbranche verlieren die Menschen ihre Arbeitsplätze. In der Windindustrie sind aktuell 70.000 Personen beschäftigt. In den nächsten Jahren sollen weitere Arbeitsplätze entstehen. Auf die Offshore-Branche entfallen 18.000 Mitarbeiter. Die Zahl soll auf 30.000 Menschen ansteigen.
  • Beim Bau eines Windparks werden regionale Bauunternehmen beauftragt. Bei Kosten zwischen 100.000 und 300.000 Euro bringt ein solches Projekt Wohlstand in die Region. Die Landwirte und Gemeinden können ihre Flächen an die Parkbetreiber vermieten. Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erhalten sie dadurch ein festes Einkommen.

Welche Nachteile resultieren aus der Windenergie?

  • Onshore-Anlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild und versiegeln Naturflächen. Zudem sind Windkraftanlagen nicht leise und die Rotorblätter reflektieren das Licht. Anwohner protestieren deshalb gegen die Errichtung solcher Anlagen in ihrer unmittelbaren Nähe. (Nur mal zum Vergleich, hier sehen Sie das Landschaftsbild einer Kohleabbaufläche.)
  • Die aus Wind erzeugte Energie lässt sich nicht speichern und muss direkt in transortfähigen Strom umgewandelt werden.

 1.4 Die Biomasse verzeichnete in den letzten Jahren exorbitante Wachstumsraten

Bei der Biomasse handelt es sich um speziell für die Erzeugung von Wärme, Strom und Treibstoffen angebaute Energiepflanzen und landwirtschaftlichen Reststoffen. Weltweit deckt die Biomasse rund zehn Prozent des Energiebedarfs.

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Die Erzeugung von Biomasse hat sich in den letzten zehn Jahren in Deutschland mehr als verfünffacht.

Welche Vorteile bietet die Biomasse?

  • Biomasse kann zur Erzeugung von Wärme, Strom und Kraftstoff genutzt werden.
  • Die Technologie ist marktreif und lässt sich einfach speichern
  • Land- und Forstwirte können mit der Biomasse weitere Einnahmen erzielen.
  • Die erneuerbare Energie wächst schnell nach und ist dadurch dauerhaft verfügbar.

Welche Nachteile resultieren aus der Biomasse?

  • Biomasse steht in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln. Während in der Welt Menschen an Hunger leiden, wird die Biomasse in der westlichen Welt als Energieträger genutzt. Diese Tatsache wird kontrovers diskutiert.
  • Es gibt Landwirte/Unternehmen, die Pflanzen zum Export als Biomasse auf gerodeten Wäldern anbauen. Diese Vorgehensweise ist ökologisch mehr als fragwürdig.
  • Beim Import von Biomasse verschlechtert der Transportweg die Energiebilanz.
  • Im Vergleich zur Solar- und Windenergie ist die CO2-Bilanz der Biomasse deutlich schlechter.

 2. Die zentrale Rolle eines jeden einzelnen

Erst beschließt die Bundesregierung die Verlängerung der Laufzeiten von AKWs und dann wird nach dem Unglück von Fukushima der Ausstieg forciert. Bis heute wurden zahlreiche Anreize für die Bürger geschaffen, bei der Energiewende zu helfen. Die Sanierung eines Hauses wird gefördert, grüne Technologien subventioniert und ehrgeizige Ziele gesteckt. Jeder einzelne muss bei dem Projekt Energiewende sein bestes geben. Einige Möglichkeiten werden im Folgenden kurz erläutert.

2.1 Deutschland ist Recycling-Weltmeister

In Deutschland fallen jedes Jahr rund 40 Millionen Tonnen Abfall an. Vom Altpapier bis zur Bierdose landet der Müll nicht einfach auf einer Deponie, sondern wird fachgerecht entsorgt. Laut dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. darf sich Deutschland als Entsorgungsweltmeister bezeichnen.

Recyclingquote:

  • Papier: 88 Prozent
  • Glas: 87 Prozent
  • Metall: 72 Prozent
  • Kunststoffe: 67 Prozent

Dem Recycling von Rohstoffen kommt heute eine tragende Rolle zu, denn Rohstoffe wie die seltenen Erden müssen wiederverwertet werden. Trotz der Fortschritte in diesem Bereich müssen international noch viele Standards gesetzt werden.

2.2 Energiesparen im Haushalt – Jeder kann etwas bewirken

In der EU sind die Abgeordneten darum bemüht, den Mitgliedstaaten den bewussten Umgang mit Strom aufzuzwingen. Die Glühlampe wurde verboten, da ein Großteil der eingesetzten Energie als Wärme wieder abgeführt wurde und die Watt-Zahl bei Staubsaugern soll ebenfalls begrenzt werden. Beim Standby-Verbrauch soll sich auch etwas tun, schließlich werden ein bis zwei Atomkraftwerke dafür benötigt. Jeder Bürger kann den Stromverbrauch optimieren. Dafür müssen nur einige Tipps berücksichtigt werden:

  • Bei der Neuanschaffung von Geräten ist auf eine sehr gute Energieeffizienzklasse zu achten.
  • Die Temperatur im Kühlschrank um ein bis zwei Grad nach oben korrigieren. Dadurch lassen sich bis zu 15 Prozent der Stromkosten einsparen.
  • Kühlschrank- und Ofentür nur bei Bedarf öffnen. Mit jedem Öffnen entweichen 20 Prozent der Kälte und der Wärme.
  • Die richtige Topfgröße für die Herdplatte auswählen. Dadurch können 30 Prozent der Energiekosten gespart werden.
  • Bei der Nutzung des Ofens sollte die Umluft-Funktion genutzt werden. Damit lässt sich eine Ersparnis von 30 Prozent erreichen.
  • Rund 35 Euro im Jahr lassen sich durch die Nutzung eines ECO-Programms beim Geschirrspüler einsparen.
  • Nur bei Bedarf die Wäsche mit 95 Grad Celsius waschen. Wird mit 60 Grad Celsius gewaschen, können 40 Prozent der Energiekosten eingespart werden.
  • Weitere Tipps von uns und anderen Experten können Sie hier lesen.

 2.3 Unternehmen können gezielt Projekte für die Umwelt und den Klimaschutz unterstützen

Wir Menschen müssen Verantwortung für unseren Planeten übernehmen. Dabei sind nicht nur einzelne Bürger, sondern auch Unternehmen gefragt. Firmen können gezielt Umweltprojekte unterstützen, auf klimaneutrale Drucksachen zurückgreifen und in nachhaltige Projekte investieren.

  • Umweltprojekte: Der WWF ist weltweit aktiv und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wälder der Erde zu schützen. Dabei setzt sich der WWF nicht nur für den Erhalt der Regenwälder ein, sondern auch für ein Wildes Deutschland. In diversen Projekten werden Adler, Luchse und Robben vor dem Aussterben bewahrt.
  • Klimaneutrales Drucken: Unternehmen wie der RAAB-Verlag lassen ihre Produkte klimaneutral Drucken und tun somit freiwillig etwas für den Klimaschutz. Beim Drucken werden alle CO2-Emissionen erfasst und über den Ankauf von Klimaschutz-Zertifikaten ausgeglichen. Die Kunden legen heute viel mehr Wert auf Nachhaltigkeit und achten deshalb zunehmend auf solche Zertifizierungen.
  • Nachhaltige Projekte: In der Finanzbranche gibt es das magische Dreieck. Darin werden die Liquidität, die Sicherheit und die Rendite in Beziehung gesetzt. Viele Banken bieten eine vierte Dimension an: Nachhaltigkeit. Ein Investment muss bestimmt Kriterien erfüllen, um als nachhaltig zu gelten. Ein Fonds darf zum Beispiel in Krisengebiete investieren oder in Waffenproduzenten.
  • Unternehmen mit ökologischem Ansatz: Ökostromanbieter leisten einen großen Teil für die Energiewende, eine Liste guter Anbieter finden Sie hier.

3. Wird die Energiewende gelingen?

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Die Energiewende stellt das größte Projekt im 21. Jahrhundert dar. Und jeder kann dazu beitragen.

Tja, wird sie gelingen? Das Thema ist komplex, natürlich wurden auch hier nicht alle Aspekte beachtet und entsprechend gewertet, das ist klar. Neben den hier aufgezeigten Technologien gibt es noch einige mehr, Blockheizkraftwerke zum Beispiel. Trotzdem zeigt der Artikel jedoch ein Überblick über die Geschichte der Energie und wohin die Reise gehen wird. Ja wir schaffen die Energiewende. In diesem Artikel ging es, abgesehen von dem kurzen Beitrag über die Biomasse, ausschließlich um den Stromsektor.

Zur Energie gehört jedoch nicht nur Strom, sondern auch Wärme! Heizenergie ist für einen Großteil der CO2-Emissionen zuständig. Vor allem hier kann der Einzelne etwas für die Energiewende tun. Aber um dieses Thema geht es bei uns ja auf quasi allen anderen Seiten.

Kein Politischer Schwachsinn

Die Energiewende hat viele Anhänger in der Bevölkerung. Wir wollen alle wieder mehr im Einklang mit der Natur leben und sie nicht nur ausbeuten. Dafür müssen wir uns natürlich auch etwas nach ihr richten und beispielsweise „nur“ dann Windkraftstrom produzieren, wenn eben auch der Wind weht. Mit einem ausgeklügelten System entsteht eine Strom- und Energieproduktions-MIX, welcher unsere Umwelt weniger schaden wird und uns trotzdem ausreichend versorgt.

In der Geschichte der Menschheit gab es einige Anstrengungen, die es zu bewältigen galt. Als es 1873 zum Gründerkrach kam, schlitterte die USA in eine Krise. Vor der Depression wurde das Eisenbahnnetz ausgebaut und es entstanden verschiedene Bahngesellschaften. Nach dem Gründerkrach blieb das Eisenbahnnetz erhalten. Ähnlich war es 2001, als die Dotcom-Blase platzte. Die vorherige Euphorie führte zum Ausbau der Datennetze und zur Gründung von Unternehmen wie Amazon und eBay. Als der neue Markt in sich zusammen fiel, blieben die großen Unternehmen und die geschaffene Infrastruktur bestehen. Bei der Energiewende wird das nicht anders sein. Es wird viel Geld investiert und die ersten Solarunternehmen sind bereits pleite gegangen. Es fand eine Konsolidierung statt.

In einigen Jahrzehnten wird der Strom ausschließlich aus grünen Technologien erzeugt. Deutschland wird die Energiewende schaffen und mit leuchtendem Beispiel voran gehen.

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."