Die Neue EEG-Reform Ab 2014.

Die Reform der EEG Umlage 2014

Die Reform der EEG Umlage 2014
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Die neueste staatlich gelenkte Unterdrückungsmaßnahme steht in den Startlöchern: Die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes – die EEG Reform.

Kritiker sind überzeugt, dass uns mindestens der vollständige Zusammenbruch des Photovoltaik-Marktes bevorsteht.

Wer darüber hinaus Interesse an einer objektiveren Betrachtung der EEG Reform hat, der findet bei energieheld eine Übersicht der geplanten Änderungen. Um zu verstehen warum das Erneuerbare Energien Gesetz tatsächlich reformiert werden muss, zeigen wir zudem einen Blick „hinter die Kulissen“.

Das EEG gestern, heute und morgen

Bereits bei der Einführung im Jahr 2000 machte sich das Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) unbeliebt. Mit der EEG Umlage sollten alternative bzw. regenerative Energien gefördert werden, um den Weg in eine grünere Zukunft mit großen Schritten anzugehen. Da zu dieser Zeit besonders die Investitionskosten für Photovoltaikanlagen noch enorm hoch waren, konnte dieser Bereich für Privatkunden nur durch Subventionen lukrativ gestaltet werden. Konkret bedeutete dies einen deutlichen Preisaufschlag bei den Stromkosten, der von vielen Bürgern nur widerwillig hingenommen wurde.

EEG Umlage für Ökostrom aus Photovoltaik

Das EEG legt fest, dass Strom aus Erneuerbaren Energien in jedem Fall abgenommen und für 20 Jahre zu einem bestimmten Preis pro Kilowattstunde vergütet wird. Besitzer von Photovoltaikanlagen können sich also sicher sein, dass der selbst produzierte Strom auch abgenommen und entsprechend vergütet wird. Die Netzbetreiber verkaufen den Ökostrom anschließend an der Strombörse. Üblicherweise liegt der Preis dort jedoch deutlich unter dem Betrag, welcher Betreibern von Solaranlagen ursprünglich zugesichert wurde. Die EEG Umlage wird daher verwendet, um die Differenz zwischen den Preisen zu decken.

Die so geschaffenen Marktanreize wie Einspeisevergütungen und Abnahmegarantie überzeugten weitaus mehr Menschen zum Kauf einer Photovoltaikanlage, als Experten jemals zu schätzen gewagt hätten. Der vorläufige Erfolg der EEG Umlage spricht für sich: Erneuerbare Energien können bereits mit über 25 Prozent zum deutschen Stromverbrauch beitragen. Natürlich kommt nicht der gesamte Anteil aus Photovoltaikanlagen, aber trotzdem können private Anlage nicht vernachlässigt werden. Die Kosten für diesen Ausbau werden jedoch größtenteils von jenen bezahlt, die überhaupt keinen Ökostrom beziehen. Diese fühlen sich natürlich ungerecht behandelt, denn immerhin zahlt eine vierköpfige Familie in Deutschland alleine für die EEG Umlage jährlich rund 220 Euro.

Sinn und Zweck der EEG Umlage

Oft wird jedoch vergessen, dass die unbeliebte EEG Umlage nur am Ende einer langen Kette von umweltpolitischen Verbesserungen steht. Die Erde auch für nachfolgende Generationen bewohnbar zu hinterlassen, ist kein geringfügiges Ziel. Wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, wird man über jede Alternative dankbar sein. Um deshalb nicht in naher Zukunft vor vollendeten Tatsachen zu stehen, ist es sinnvoll in erneuerbare Energien zu investieren. Die EEG Umlage ist Teil dieser Investitionen und muss nun einmal bezahlt werden. Besonders durch die Ausnahmeregelungen für Industriebetriebe entsteht aber immer wieder der Eindruck, dass die Energiewende nur „auf dem Rücken der kleinen Leute“ voran gebracht wird. Diese Meinung ist sicherlich nicht unbegründet, jedoch muss man sich auch fragen, welche Alternativen der Regierung zur Verfügung stehen, wenn man nicht auf die EEG Umlage zurückgreift.

Die Höhe der EEG Umlage über die Jahre

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Egal welche dunklen Machenschaften und Verschwörungen man der Bundesregierung zutraut, auf lange Sicht profitiert der Bürger in jedem Fall. Nimmt man einmal an, dass der Staat aus reiner Habgier unabhängiger von fossilen Rohstoffen werden möchte – der Einsatz Erneuerbaren Energien würde trotzdem eine deutlich stabilere Energiekostenentwicklung für den Endkunden ermöglichen. Die Alternative wäre ein Szenario, bei dem deutsche Bürger in nicht allzu ferner Zukunft unter horrenden Weltmarktpreisen für Öl, Gas und Kohle zu leiden hätte und sich ein jeder fragen würde, warum die regenerativen Energien nicht frühzeitig gefördert wurden.

Grundlegend geht die deutsche Bundesregierung daher, unserer Meinung nach, den richtigen Weg, wenn sie die regenerativen Energien entgegen aller Kritik, auch weiterhin mit der EEG Umlage massiv fördert. Dies bedeutet trotzdem nicht, dass die neue EEG Reform bedenkenlos hingenommen werden kann. Dieser Aspekt bestätigt sich auch in der Realität: Seitens der Bundesländer wurden bisher knapp 100 Änderungsanträge vorgelegt, die eine allgemeine Unzufriedenheit mit den geplanten Änderungen wiederspiegeln.

Geplante Änderungen des EEG 2014

Aktuell haben die Erneuerbaren Energien in Deutschland ein Level erreicht, das sich grundlegend von der einstmaligen Ausgangssituation unterscheidet. Der Markt hat sich etabliert, die Technologie steckt nicht mehr in den Kinderschuhen und besonders Module von Photovoltaikanlagen sind erheblich günstiger geworden. Die Vorteile von Erneuerbaren Energien sind bereits einer breiten Masse bekannt, sodass das EEG durch eine Reform an die aktuelle Zeit angepasst werden muss.

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In der obenstehenden Grafik erkennt man den geplanten Zubau Erneuerbarer Energien. Die EEG Reform setzt auch weiterhin stark auf Photovoltaikanlagen und Windenergie, während besonders der Ausbau von Biogasanlagen stark zurückgefahren (aber nicht gestoppt) werden soll.

Das Hauptziel des EEG 2014 lautet zunächst einmal: Sparen! Generell soll der Markt für Erneuerbare Energien wieder in eine konkretere Bahn gelenkt werden, um deutlicher zwischen Kosten und Nutzen einzelner Maßnahmen unterscheiden zu können. Für dieses Ziel sollen „neue Instrumente der Mengensteuerung“ eingeführt werden. Um es einmal auf den Punkt zu bringen: Fördermittel werden gekürzt! Auf diese Weise soll die EEG Umlage 2014 für den Endverbraucher geringer ausfallen.

Das EEG in den Medien

Die allgemeine Berichterstattung geht diesbezüglich jedoch in viele Richtungen, sodass man als Laie schnell den Überblick verlieren kann. Konkret gibt es drei wichtige Themenblöcke, die aktuell in den Medien behandelt werden:

  • Förderkürzungen für Windkraftanlagen. Der Stichtag soll ins Jahr 2015 verschoben werden.
  • Künftige EEG Umlage-Ausnahmeregelungen für Industriebetriebe.
  • Neuartige Regelungen für Privatbetreiber von Photovoltaikanlagen.

Der letzte Punkt ist für die meisten Leser wohl am interessantesten, aber was bedeuten diese Änderungen genau?

Änderungen der EEG Umlage für Besitzer von Photovoltaikanlagen

Foto: EEG Umlage 2014 PhotovoltaikAusgehend vom originalen Reformentwurf, sollen private Betreiber von Photovoltaikanlagen nun auch die EEG Umlage zahlen, wenn sie ihren eigens produzierten Strom selbst verbrauchen. Wer jetzt denkt, dass dieser Vorschlag doch recht paradox klingt, der ist mit seiner Meinung nicht alleine. Die Begründung liegt zwar in einer angestrebten Kostenverteilung, aber solch ein Vorschlag würde in der Realität bedeuten, dass Besitzer von Photovoltaikanlagen sich quasi selbst subventionieren.

Gerade weil dieser Punkt so kritisch ist, hat der Bundesrat sich bereits dagegen entschieden. Es ist daher nur noch abzuwarten, wie sich der Bundestag Anfang Juni diesen Jahres in der Sache entscheidet.

Nachtrag

Am 27. Juni 2014 hat sich der Bundestag gegen die Aufhebung der sogenannten „Bagatellgrenze“ entschieden. Photovoltaikanlagen unter einer Größe von 10 Kilowatt-Peak (kWp) sollen auch weiterhin von der EEG Umlage für selbstverbrauchten Strom befreit bleiben. Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäuser können also erst einmal aufatmen.

Der Zeitplan für die EEG Reform 2014

Bezüglich der EEG Reform ist bisher noch keine absolute Entscheidung gefallen. Auch wenn sich viele Beschlüsse durch ein festgeschriebenes Prozedere sehr in die Länge ziehen können, sollte man generell froh über die penible Arbeit der deutschen Legislative sein. Auch eine Gesetzesnovelle wie die EEG Reform durchläuft festgelegte Gremien, um das bestmögliche Ergebnis zu gewährleisten. Bis sie letztendlich verabschiedet wird, vergehen noch mindestens zwei Monate.

Der chronologische Ablauf für die EEG Reform gestaltet sich folgendermaßen:

  • Abstimmung mit anderen Bundesministerien
  • Gesetzesentwurf wird von Bundesregierung beschlossen
  • Beratung im Bundesrat
  • Beratung im Bundestag
  • Beschluss im Bundestag
  • Beschluss im Bundesrat

Erst wenn alle Instanzen durchlaufen wurden, kann ein neues Gesetz (in diesem Fall die EEG Reform) ratifiziert werden. Aktuell ist die Frage nicht mehr ob, sondern in welcher Form die EEG Reform am 1. August 2014 in Kraft tritt.

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Mit welchem Ergebnis kann man bei der EEG Reform rechnen?

Es muss an dieser Stelle noch einmal betont werden, dass es sich bei den bisher genannten Punkten nur um geplante Änderungen handelt. Aktuelle Prognosen zeigen jedoch, dass bis zur Ratifizierung der EEG Reform noch einige Umformungen gemacht werden müssen. Es ist anzunehmen, dass Privathaushalte nicht die volle EEG Umlage für selbst produzierten Strom bezahlen müssen. Die Stichtagsregelung für Förderkürzungen bei Windkraftanlage wird vermutlich auch etwas flexibler gestaltet werden, um bereits geplante Bauvorhaben für das Jahr 2014 nicht zu gefährden. Ebenfalls wird der Ausbau des Biogasanlagen-Netzes in Zukunft wahrscheinlich deutlich eingeschränkt. Dieser Bereich der Erneuerbaren Energien hat sich als zu kostenintensiv erwiesen, um im großen Stil profitabel zu sein.

energieheld-Fazit zur EEG Reform

Es ist durchaus richtig, dass der Markt für Erneuerbare Energien nicht natürlich gewachsen ist und auch in naher Zukunft nicht aus eigenem Antrieb bestehen kann. Genauso sind aber auch die sozialen Aspekte (Schulen etc.) des deutschen Staates nicht Teil eines freien Marktes, sondern werden künstlich finanziert, um das Leben der Menschen zu verbessern. Man muss sich also fragen, ob man tatsächlichen einen völlig freien Markt möchte, oder sich in einigen Fällen doch lieber der Obhut des Staates anvertraut.

Und einmal unabhängig davon:
Muss die Diskussion um die Energiewende immer nur auf die Bereitstellung von Strom beschränkt sein? Wir haben doch eigentlich alle im Physikunterricht gelernt, dass Energie in allen Bereichen unseres Lebens eine Rolle spielt und nicht nur bei Elektrogeräten. Moderne Wärmedämmungen und Passivhäuser sparen beachtlich viel Energie, ohne auf Milliardenschwere Investitionen und Subventionierungspläne angewiesen zu sein.

Bildquelle
Münzen: © isak55 / shutterstock.com
Dach mit PV: © Ralf Gosch / shutterstock.com
Sonst: © energieheld

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Philipp Kloth

Die Energiewende kann nur mit bürgernaher Aufklärung funktionieren. Dabei möchte ich mithelfen.