Strompreisvergleich In Europa

Europäischer Strompreisvergleich – wie viel bezahlt das Ausland?

Europäischer Strompreisvergleich – wie viel bezahlt das Ausland?
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Im Alltag zählt Strom zu den teuersten Ressourcen. Mitte 2015 liegen wir in Deutschland durchschnittlich bei stolzen 28,81 Cent pro Kilowattstunde!

Da fragt man sich doch, ob „die im Ausland“ genauso viel bezahlen oder besser bei der ganzen Sache wegkommen? Wir haben für Sie einen europäischen Strompreisvergleich mit verschiedensten Ländern von Griechenland bis Norwegen erstellt.

Der Strompreis im direkten Vergleich

Eines können wir jetzt schon verraten: Die internationalen Strompreise liegen teilweise doch recht weit auseinander. Das hat natürlich einen guten Grund, aber zunächst wollen wir die Preise für Strom in der EU einmal ganz simpel gegenüber stellen. Den ersten Platz beim Strompreisvergleich belegt Serbien. Hier kostet die Kilowattstunde nur rund 6 Cent. Im Mittelfeld liegt Griechenland mit ca. 18 Cent pro Kilowattstunde, in Dänemark müssen Sie am tiefsten in die Tasche greifen, hier kostet die Kilowattstunde Strom rund 30 Cent.

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Gründe für niedrige und hohe Strompreise

Bei unserem Strompreisvergleich fällt natürlich schnell auf, dass vor allem wir in Deutschland, aber auch die Dänen extrem viel für ihre elektrische Energie bezahlen. Der Grund ist recht simpel- und lässt sich bei der Zusammensetzung der Strompreise finden. An unserem deutschen Beispiel lässt sich gut zeigen, aus wie vielen Bestandteilen sich die letztendlichen Kosten für Ihren Strom zusammensetzen können.

Von den insgesamt 28,81 Cent pro Kilowattstunde bezahlen wir nur 25 Prozent für die eigentliche Strom-Erzeugung und 23 Prozent werden für Netzentgelte veranschlagt. Die übrigen Kosten setzen sich hauptsächlich aus Konzessionsabgaben, der Stromsteuer, der Umsatzsteuer sowie KWKG-, AbLa– und Offshore-Umlagen zusammen.

Mit 21,4 Prozent stellt die EEG-Umlage den letztendlich drittgrößten Teil des Strompreises dar. Dieser Aufschlag dient hierzulande dazu, den Ausbau der Erneuerbaren Energie weiter voranzutreiben. Sie sollten sich jedoch nicht vorschnell von der Höhe der EEG-Umlage verärgern lassen. Auch für konventionelle Stromgewinnung aus Kohle und Kernenergie bezahlen wir viel „zusätzliches“ Geld – diese Zusatzkosten tauchen aber nicht auf der Stromrechnung auf, sondern sind in anderen Steuerabgaben versteckt!

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Im direkten Strompreisvergleich ist die eigentliche Erzeugung in allen Ländern relativ günstig. Erst die einzelnen Steuern sorgen im jeweiligen Land für die letztendlichen hohen oder niedrigen Kosten. Wer trotzdem so viel wie möglich sparen möchte, der kommt um einen privaten Strompreisvergleich nicht herum. Anbieter wie toptarif.de ermöglichen eine kostenlose Gegenüberstellung unterschiedlicher Tarife, damit Sie zumindest in Deutschland den günstigsten Strom beziehen. Wem hingen auch ökologische Aspekte bei der Stromerzeugung wichtig sind. Der findet hier eine Liste von Ökostrom-Anbietern.

Strompreisvergleich für Industrie und Haushalte

Die bisher genannten Strompreise gelten gemeinhin nur für private Haushalte in den jeweiligen Ländern. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, werden Unternehmen meist von einzelnen Steuern befreit, sodass viele der größten Stromverbraucher nur einen Bruchteil der „eigentlichen“ Strompreise bezahlen. Deutschland bildet hierbei keine Ausnahme. Im Durchschnitt bezahlen europäische Industriebetriebe rund 50 Prozent weniger für ihren Strom, als private Haushalte. Es versteht sich von selbst, dass diese Regelung nicht immer ganz fair ist. Im Sinne der Energiewende wird deshalb daran gearbeitet, sinnvolle Lösungen zu finden, um auch die Industrie am Ausbau Erneuerbarer Energien in die Pflicht zu nehmen.

Fazit zum europäischen Strompreisvergleich

Zusammenfassend lässt sich zwar sagen, dass wir in Deutschland fast den höchsten Preis für unseren Haushaltsstrom bezahlen, damit aber gleichzeitig die Energiewende aktiv vorantreiben können. Würde man zudem das Einkommensniveau und die Art der Stromerzeugung der einzelnen Länder berücksichtigen, so würden die Preise zumindest verhältnismäßig nicht allzu weit auseinander liegen.

Bildquelle: Titelbild: © Nikiko / pixabay.com CC0

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Philipp Kloth

Die Energiewende kann nur mit bürgernaher Aufklärung funktionieren. Dabei möchte ich mithelfen.