Förderung: Digitalisierung Im Handwerk

Förderung für Digitalisierung im Handwerk

Förderung für Digitalisierung im Handwerk
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Handwerker aufgepasst! Im Programm „go-digital“ fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), die ihre Geschäftsprozesse digitalisieren wollen. Wir verraten, wie das funktioniert und worauf Handwerksbetriebe achten müssen.

  1. Digitalisierung – was ist das eigentlich?
  2. Wird mein Betrieb überhaupt gefördert?
  3. Drei Wege zur Digitalisierung
  4. Wie läuft der Förderungsprozess ab?
  5. Unser Fazit: Bewerben lohnt sich

Digitalisierung – was ist das eigentlich?

Der Begriff „Digitalisierung“ wird gerne von Politik und Wirtschaft verwendet, um die Entwicklung weg von analogen Prozessen und hin zur Industrie 4.0 zu beschreiben. Dabei soll verdeutlicht werden, welche tiefgreifenden Veränderungen auf klassische Betriebsstrukturen und Arbeitsweisen zukommen. Einige KMUs und Handwerksbetriebe begegnen der Digitalisierung deshalb mit Angst und Unsicherheit, doch dazu besteht kein Grund. Im besten Fall können Sie die Annehmlichkeiten und Erleichterungen, die Sie im Privaten vermutlich schon nutzen, auch in Ihre Geschäftsprozesse integrieren. Wer regelmäßig im Internet bestellt und per WhatsApp Urlaubsfotos teilt, ist bestens für die Digitalisierung im Betrieb gerüstet.

Um KMUs und Handwerksbetriebe besser bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen, hat das BMWi das Förderprojekt „go-digital“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit einem Beratungsunternehmen erarbeiten die förderwilligen Betriebe ein Konzept, das die Digitalisierung in verschiedenen Bereichen ihres Unternehmens umsetzt.

Digitalisierung und Industrie 4.0 erklärt

Wird mein Betrieb überhaupt gefördert?

Das Programm will gerade solche Unternehmen unterstützen, die auch wirklich von der Hilfe profitieren. Darum hat das BMWi wesentliche Voraussetzungen festgelegt, die von den Antragstellern erfüllt werden müssen:

  • Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland 
  • nicht mehr als 100 Mitarbeiter bei Vertragsabschluss beschäftigt, das umfasst auch alle Partner- und Tochterfirmen
  • der letzte Jahresumsatz im Jahr vor der Beantragung war unter 20 Millionen Euro 
  • eine Di-minimis-Verordnung liegt vor

Drei Wege zur Digitalisierung

Ziel von „go-digital“ ist, die Betriebe so gut wie möglich auf dem Weg in die Digitalisierung zu unterstützen. Das BMWi hat deshalb eine Reihe von kompetenten Beratungsunternehmen autorisiert, die die Unternehmen Schritt für Schritt begleiten. Das Programm ist in drei Module aufgeteilt:

Modul 1: Digitalisierte Geschäftsprozesse

Die Arbeitsabläufe des Unternehmens sollen mithilfe einer Software-Lösung möglichst lückenlos digitalisiert werden. Bereiche wie beispielsweise Logistik, Mitarbeiterverwaltung oder elektronische Rechnungs- und Dokumentenverwaltung eignen sich besonders gut und profitieren von der Digitalisierung enorm.

Modul 2: Digitale Markterschließung

Das Online-Marketing professioneller aufbauen und die verschiedenen Aspekte stärken. Dazu gehört besonders eine seriöse Internetpräsenz und eine passende Online-Marketing-Strategie. Darüber hinaus soll auch zu Social-Media-Auftritten, Aufbau und Verwaltung eines Online-Shops und weiteren Auktions-, Verkaufs- und Dienstleistungsplattformen beraten werden.

Modul 3: IT-Sicherheit

Um wirtschaftliche Schäden und Cyberkriminalität möglichst zu minimieren, werden grundlegende IT-Sicherheitsmaßnahmen aufgebaut. Dazu erfolgt eine Risiko- und Sicherheitsanalyse der bestehenden oder geplanten IKT-Infrastruktur und Beratung zu möglichen Maßnahmen zur Optimierung.

Betriebe können davon ein Hauptmodul wählen, das mindestens 51 Prozent der gesamten Beratung umfasst. Dazu kann dann noch ein Nebenmodul gefördert werden.

Die Softwarelösung hero

Digitaler Stundenzettel: Zeiterfassung in der hero-App für Handwerker        © jamesoldaujoye / pixabay.com CC0

Wie läuft der Förderungsprozess ab?

Die interessierten Unternehmen suchen sich aus der Liste aller Beratungsunternehmen eines aus und treten von sich aus in Kontakt. Jede Firma auf der Liste wurde vom BMWi eingehend geprüft und als vertrauenswürdig befunden. Gemeinsam besprechen die beiden Unternehmen einen Projektrahmen und setzen einen Beratungsvertrag auf. Der Vertrag umfasst die Anzahl der vereinbarten Beratungstage, das entsprechende Honorar, die Eigenbeteiligung und eine Beschreibung des Vorhabens.

Im Anschluss stellt das Beraterunternehmen einen Antrag bei go-digital. Wenn dieser genehmigt wird, beginnt auch die offizielle Beratungs- und Umsetzungsphase. Nach maximal sechs Monaten Projektlaufzeit reicht das beratende Unternehmen einen Verwendungsnachweis ein und bestätigt, dass das beratene Unternehmen die Eigenleistung gezahlt hat. Das Beratungsunternehmen erhält dann die festgelegte Summe aus den Fördermitteln.

Wird ein Hauptmodul ausgewählt können darin maximal 20 Beratertage gefördert werden. Im Nebenmodul können bis zu zehn weitere Tage abgerechnet werden. Der maximale Tagessatz für einen Berater sind 1.1000 Euro, wovon 50% förderfähig sind. Das maximale Fördervolumen eines Projekts mit Haupt- und Nebenmodul sind insgesamt 30 Beratertage mit je einem förderfähigen Tagessatz von 1.100 Euro, insgesamt 33.000 Euro. Von dieser Summe muss das beratene Unternehmen 50% selbst an das Beratungsunternehmen zahlen. Die andere Hälfte wird aus den Fördermitteln finanziert.

Unser Fazit: Bewerben lohnt sich

Der Bereich Digitalisierung ist so vielfältig und teilweise komplex dass es völlig normal ist, manchmal die Orientierung zu verlieren. Aus Angst etwas falsch zu machen entscheiden viele KMUs sich dazu, erst Mal nichts zu tun oder wählen irgendein Programm oder Maßnahme aus ohne zu prüfen, ob diese wirklich zu ihnen passt. Die Zusammenarbeit mit einem Beratungsunternehmen ist deshalb besonders hilfreich. Gemeinsam kann überlegt werden, welche Schritte sinnvoll sind und vor allem, welches Ziel die Digitalisierung bestimmter Prozesse haben soll.

Auf der Website von „go-digital“ finden sich noch viele weitere Informationen und die aktuelle Liste aller Beratungsunternehmen.

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