Erdgas Ist Ein Endlicher Brennstoff. Die Preise Werden Immer Weiter Steigen.

Der richtige Umgang mit Gas – so funktioniert das Heizen und Ablesen

Der richtige Umgang mit Gas – so funktioniert das Heizen und Ablesen
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Erdgas ist einer der wohl wichtigsten Kraftstoffe der heutigen Zeit. Insbesondere zum Heizen, zur Stromerzeugung, und sogar als Treibstoff für Fahrzeuge kommt es zum Einsatz.

Dabei besteht das Erdgas aus gasförmigen Kohlenwasserstoff-verbindungen, die beim Verbrennen Wärme erzeugen, welche wiederum Gebäude beheizen oder Autos antreiben kann.

Vorteilhaft an der Verwendung von Erdgas im Gegensatz zu Kohle und Öl ist die Tatsache, dass es energieeffizienter ist, ohne Ruß und Asche vergleichsweise sauber verbrennt und dementsprechend etwas geringere Emissionswerte aufweist. Darüber hinaus wird Erdgas zur Gebäudebeheizung nicht wie Kohle oder Öl vor Ort gelagert, sodass keine weiteren Kosten für die Lagerung getragen werden müssen. Zudem verfügen Verbraucher mit einer Erdgasheizung über die Möglichkeit, die jeweilige Wärmezufuhr automatisch oder individuell einzustellen, je nach Tageszeit oder Außentemperatur.

Trotzdem sollten allerdings auch einige wichtige Nachteile des Erdgases nicht vernachlässigt werden:

  • So ist es beispielsweise hochexplosiv und Gasexplosionen sind potenziell nicht völlig ausgeschlossen
  • Darüber hinaus dürfen Gasleitungen und -installationen nur von Fachleuten umgesetzt werden, zudem muss in jedem Fall eine Erdgasleitung zum Grundstück führen, damit der Brennstoff genutzt werden kann
  • Erdgas ist ein fossiler und damit endlicher Brennstoff, weshalb die Preise sich eher in die Höhe entwickeln dürften
  • Erdgas lässt sich nicht günstig auf Vorrat kaufen
  • Deutschland ist in Bezug auf das Erdgas auf das Ausland angewiesen, der größte Teil des Brennstoffs stammt aus Russland, den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien

Letztendlich zählt Erdgas trotz allem zu einem der am häufigsten genutzten Brennstoffe für Gasheizungen in Deutschland. Zur genauen Handhabung tun sich bezüglich dieses komplexen Themas jedoch immer wieder Fragen auf. Der genaue Ablauf des Heizens und des Ablesens sollen im Folgenden daher etwas näher erläutert werden.

Die Gasheizungen

In der Regel werden vor allem Heiz- oder Flüssiggase auf Basis von Propan oder Butan für eine Gasheizung verwendet. Die Gasheizung selbst besteht aus einem Heizkessel mit Gasbrenner, einer Kaminanlage, einer Gasleitung, einer Umwälzpumpe und natürlich den Heizkörpern – die Therme stellt allerdings das Hauptelement des Systems dar. Auf bis zu 80 Grad erhitztes Wasser wird über ein Rohrsystem in die Heizkörper geleitet, wofür wiederum die Umwälzpumpe eingesetzt wird. Entstehende Abgase werden schließlich über den Kamin ins Freie geleitet. Unterscheiden lassen sich Gasheizungen nach ihrer Leistung und Art der Wärmeversorgung. Hierdurch werden auch die Kosten der Gasheizung erklärt. Zum einen ist dabei der sogenannte Gaskonvektor zu nennen, weiter die Gasetagenheizung und vor allem die Gaszentralheizung.

1. Gaskonvektoren
Gaskonvektoren sind Heizungen, die vor allem für das Beheizen einzelner Räume genutzt werden. Durch die Verbrennung des Gases entsteht dabei Wärme, welche direkt an die Umgebung abgegeben wird.

2. Gasetagenheizung
Die Gasetagenheizung wird als Zentralheizsystem verwendet und versorgt dementsprechend mehrere Räume in einzelnen Wohnungen. Zudem können Gasetagenheizungen entweder mit Gebläsebrenner oder atmosphärischem Brenner betrieben werden.

3. Gaszentralheizung
In Ein- oder Mehrfamilienhäusern kommen häufig die Gaszentralheizungen zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine Gas-Heizsystem welches in der Lage ist Heizkörper größerer Anzahl zu versorgen.

Der Bezug des Gases

Der Gaspreisvergleich mach noch immer Sinn, insbesondere deshalb, weil mittlerweile immer mehr Anbieter mit günstigen Gastarifen auf den Markt kommen. Dennoch gilt es auch hier einiges zu beachten, damit der Wechsel zum neuen Anbieter sich wirklich lohnt. Dazu gehören zum einen vor allem Vertragsfristen wie die Kündigungsfrist und Laufzeiten, die möglichst kurz gehalten werden sollten. Einen entsprechenden Preisvergleich gibt es auf diversen Vergleichsportalen. Diese Anbieter empfehlen, dass Verbraucher gegenüber dem Gasanbieter nicht in Vorleistung gehen sollten, denn hier müssten Kunden dem Anbieter einerseits ein zinsloses Darlehen geben, andererseits ist bereits bezahltes Geld bei einer möglichen Insolvenz außerdem direkt verloren.

Auch Boni sollten von Verbrauchern stets genauer betrachtet werden, denn diese sind meist an bestimmte Bedingungen geknüpft und können mitunter auch in die Irre führen. Häufig sind Ökogastarife nicht wesentlich teurer als herkömmliche Gastarife. Hier lohnt sich ein Vergleich besonders. Weitere wichtige Aspekte sind zudem Preisgarantien, die immerhin einen befristeten Schutz vor Preissteigerungen bieten. Andererseits bedeutet ein festgeschriebener Preis aber auch, dass Verbraucher nicht von sinkenden Preisen profitieren können.

Durchschnittliche Preise für unterschiedliche Gasarten

  • Biogas: 10,9 Cent pro kWh
  • Flüssiggas: 7,6 Cent pro kWh
  • Erdgas: 7,0 Cent pro kWh

Das Ablesen der Heizung

Einmal im Jahr wird die Heizung im Haus vom Fachmann abgelesen, dem sogenannten Messdienstleister. Doch die Preise und Tarife diesbezüglich sind unübersichtlich und nur selten transparent. Hinzu kommt außerdem, dass die Kosten für das Ablesen der Heizung nicht von der Hausverwaltung oder dem Vermieter getragen werden, sondern stattdessen auf den Mieter selbst zurückfallen. Bis zu 13 Euro im Jahr zahlen Mieter hierbei durchschnittlich zu viel, so ein Bericht des Heizspiegels – was im ersten Moment und für den Einzelnen betrachtet nicht weiter schlimm sein mag, macht in der Gesamtheit aber durchaus eine große Summe aus. Denn bei rund 15 Millionen Mietwohnungen mit Gasetagenheizung in Deutschland werden so insgesamt 195 Millionen Euro „zu viel“ gezahlt.

Der Grund dafür liegt vor allem darin begründet, dass Hausverwaltungen aus alter Gewohnheit jahrelang auf den gleichen Messdienstleister setzen, ganz unabhängig davon, ob dieser gut oder schlecht oder teuer oder günstig arbeitet. Dementsprechend können sich die Messdienstleister wiederum zurücklehnen und sind nicht gezwungen, über den Preis neue Kunden zu generieren oder sich mit dem Marktwettbewerb auseinanderzusetzen.

Was hilft: Mieter haben allerdings wie so oft die Möglichkeit, sich gegen die zu teuren Preise zu wehren, denn das Wirtschaftlichkeitsgebot im Bürgerlichen Gesetzbuch untersagt es Vermietern und Hausverwaltern, unnötig hohe Kosten an den Mieter abzudrücken. Eine solche Überzahlung muss der Mieter allerdings selbst feststellen. Das funktioniert beispielsweise mit einem Heizgutachten.

Können Hauseigentümer und Mieter auch selbst ablesen?

Zwar haben Eigentümer einer Heizung die Möglichkeit, diese selbst abzulesen, allerdings kann das Ergebnis nicht weiterverwendet werden. Das liegt daran, dass Messgeräte lediglich den Wärmeverbrauch anzeigen, nicht aber die Kosten in Euro. Die Werte müssen also alle umgerechnet werden, wofür wiederum einige weitere Faktoren bedacht werden müssen, die ein Mieter oder Hauseigentümer in der Regel nicht kennt. Unter anderem zum Beispiel die Höhe der Gesamtkosten, die verteilt werden müssen und wie viele Einheiten die Nachbarn verbraucht haben – denn diese Werte ändern sich von Jahr zu Jahr.

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Titelbild: © kobiecanka /pixabay.com (CC 1.0)

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."