Blog Beitragsbild Dachboden Einblasdämmung Heimwerker Tipp

Heimwerker-Tipp: Holzrahmen für Dachboden-Einblasdämmung

Heimwerker-Tipp: Holzrahmen für Dachboden-Einblasdämmung
5 (100%) 2 Stimmen

Wer den Dachboden ohnehin nur als Lagerraum nutzt, der kann auf eine aufwändige Dachdämmung verzichten und stattdessen eine Einblasdämmung durchführen lassen. Das Dämmen sollte natürlich nur der Fachmann selbst übernehmen, aber die vorbereitenden Arbeiten (Holzrahmen bauen) kann jeder geübte Handwerker selbst erledigen, um die Gesamt-Kosten zu senken.

Wir geben praktische Heimwerker-Tipps zum Holzrahmen-Bau für eine Einblasdämmung im Dachboden und erläutern die Kosten sowie die staatliche Förderung für diese Maßnahme.

Der grundsätzliche Plan

In Deutschland besteht prinzipiell eine Dämmpflicht für einen Dachboden, der nach offizieller Aussage der EnEV 2014 „nicht der Mindestanforderung an Wärmeschutz“ entspricht. Laien hilft dieses Statement natürlich wenig weiter, weshalb Sie besonders den 31. Dezember 1983 als Stichtag im Hinterkopf behalten sollten. Wurde ein Haus vor diesem Zeitpunkt erbaut und danach auch nicht mehr saniert, dann besteht eine Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke, bzw. des Dachbodens.

Was auf den ersten Blick wie eine grobe Schikane der Regierung aussieht, ist bei näherer Betrachtung jedoch recht harmlos. Besonders eine Einblasdämmung kostet meist nur 3.500 bis 5.000 Euro und hat sich daher bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Für eine solche Einblasdämmung werden Hohlräume im Dachboden mit einem Dämmstoff wie Zellulose oder Mineralwolle verfüllt – ob diese Hohlräume bereits vorhanden sind oder erst geschaffen werden müssen, entscheidet auch über die letztendlichen Kosten der Maßnahme.

Status quo im Dachboden

Jedes Baumaterial hat eine ganz eigene Dämmwirkung. Früher wurden häufig Lehm und Stroh genutzt, um die oberste Geschossdecke zu verfüllen, aber je nach Dicke dieser Schicht werden zusätzliche Dämmstoffe benötigt, um die Vorgaben der EnEV zu erfüllen. Unterm Strich wird also die gewünschte Energieeffizienz nicht alleine durch den Dämmstoff, sondern durch ein sinnvolles Zusammenspiel aller Materialien erreicht.

Je nach Situation vor Ort, werden Lehm und Stroh abgetragen, um den gewonnen Freiraum zwischen den Kehlbalken mit der Einblasdämmung zu füllen. In vielen Fällen können Sie sich diese Arbeit jedoch auch sparen und die Dämmung in einem Holzrahmen einfach „obendrauf packen“. Der ausführende Fachbetrieb wird Ihnen mit einem sogenannten U-Wert-Rechner genau sagen können, wie dick die geplante Dämmung unter Berücksichtigung aller Materialien mindestens sein muss. Diesen Wert können Sie dann als Grundlage für den Bau des Holzrahmens nutzen.

Dachboden vorbereiten (Dampfbremse auslegen)

Bevor irgendwelche Arbeiten begonnen werden, sollten Sie sich Ihrer Heimwerker-Fähigkeiten sicher sein. Im Prinzip handelt es sich „nur“ um einen einfachen Holzrahmen, aber sind die Dämmung und der spätere Bodenbelag erst einmal an Ort und Stelle, dann lassen sich anfängliche Fehler nur noch schlecht korrigieren. Wie überall sind darüber hinaus ein halbwegs sauberer Arbeitsplatz und eine gute Organisation das A und O.

Ein „halbwegs sauberer Arbeitsplatz“ deshalb, weil im Umgang mit altem Lehm und Stroh sicherlich niemals sterile Arbeitsbedingungen herzustellen sind. Wichtig ist nur, dass keine groben Brocken herumliegen und keine Nägel oder ähnliches abstehen. Was darüber hinaus vielleicht auch banal klingt: Das Werkzeug muss seinen Dienst einwandfrei verrichten können. Besonders wer Akku-Werkzeuge nutzt, sollte deren Ladeleistung im Vorfeld überprüfen.

Soll es dann endlich losgehen, muss zunächst die sogenannte Dampfbrems-Folie sauber und gewissenhaft unter der zu dämmenden Fläche ausgelegt werden. Es gibt im Internet hunderte Diskussionen zu dem Thema, weil sich viele Heimwerker nicht die Mühe machen möchten, die Dampfbremse sauber zu verlegen. Experten sind sich in dieser Sache jedoch einig: Wird die Dämmung später mit einer deckenden Schicht aus OSB-Platten oder ähnlichem überzogen, dann ist die Dampfbremse Pflicht, um Wärme und Feuchtigkeit nicht von unten in die Dämmung eindringen zu lassen.

Ohne Dampfbremse kann die Gefahr der Feuchtigkeit entstehen.

Die Dampfbremse darf beim Verlegen natürlich keine Risse bekommen und muss an jegliche Hindernisse wie Stützen oder Tragbalken sauber angepasst werden. Für die Übergänge zu anderen Folienstücken oder Bauteilen wird spezielles Klebeband genutzt. Beim Übergang zum Dach darf man die Dampfbremse nicht einfach abschneiden, sondern muss nach oben hin mindestens die volle Höhe der Einblasdämmung abdecken. Überstehende Reste lassen sich später ganz einfach durch Fußleisten verdecken.

Holzrahmen für Einblasdämmung bauen

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann der Holzrahmen für die Einblasdämmung errichtet werden. Als Holz genügt in der Regel das günstigste Holz aus dem Baumarkt. Es darf auch ruhig ungeschliffen und sägerau sein, da der Holzrahmen ja später ohnehin verdeckt wird. Hier gibt es keine Musterlösung – es müssen nur 3 wichtige Kriterien erfüllt werden:

1) Stabilität: Der Rahmen muss in sich selbst stabil sein und die Abstände zwischen den Trägern müssen klein genug sein, um nicht später durch die aufgeschraubten OSB-Platten zu brechen. Je nach Stärke des Belags und späterer Belastung sind Abstände zwischen 40 und 80 Zentimetern üblich. Bei 25 Millimetern OSB-Platten sind 40 Zentimeter Balkenabstand eine sichere Lösung. Besonders wer mit kleinem Budget arbeitet, muss den Holzrahmen allerdings nicht übermäßig verwindungssteif bauen, da die OSB-Platten diese Aufgabe übernehmen.

2) Ebene Fläche: Zwar wird die Dämmung des Dachbodens meist durchgeführt, wenn der Dachboden ohnehin nur als Abstellplatz genutzt wird, aber eine ebene Fläche sollte grundsätzlich trotzdem angestrebt werden.

3) Größe: Die Einblasdämmung muss natürlich in der entsprechenden Dicke eingebracht werden können. Hier sollte man sich deshalb unbedingt mit dem ausführenden Fachbetrieb absprechen und nicht einfach drauflos arbeiten. Meist werden etwa 10 bis 20 Zentimeter benötigt.

Auf einer ebenen Bodenfläche lassen sich auch gut vorgefertigte Systeme wie das WoodyFIX von Isocell verwenden. Hier müssen die vorgesägten Stützen nur noch zusammengesteckt und ausgerichtet werden. Obendrauf kommen 4×6 Zentimeter Balken in passender Länge und danach 18 Millimeter OSB-Platten, die das Ganze versteifen. Ähnliches lässt sich natürlich auch selber bauen. Alternativ können beispielsweise zwei Balkenreihen übereinander (eine in Querrichtung und eine in Längsrichtung) verschraubt werden.

Diese Lösung ist etwas stabiler, aber teurer. Liegen die Kehlbalken frei, lässt sich der Aufbau am unteren Ende ebenfalls hieran befestigen. Der geübte Heimwerker wird eine Lösung finden, die genau zum eigenen Budget und Dachboden passt. Besteht kein seitlicher Zugang zum Dachboden, dann muss ohnehin mit viel kleineren Holzbalken gearbeitet werden.

Verlegen der OSB-Platten

Ist der Holzrahmen fertig, sollte mit dem finalen Verlegen der OSB-Platten natürlich noch gewartet werden, bis der Fachbetrieb die Einblasdämmung durchgeführt hat. Häufig reicht es jedoch, in gewissen Abständen einige Platten noch nicht festzuschrauben, um diese dann beim Dämmen wieder hochnehmen zu können. Solche Details sollten aber im Vorfeld mit dem Fachbetrieb abgesprochen werden.

Beim Verlegen der OSB-Platten gelten ähnliche Vorgaben wie bei Parkett. Die Platten sollten vor Einbau mindestens 24 Stunden auf dem Dachboden gelagert werden, um sich zu „akklimatisieren“. Verlegen Sie alle Platten im Verbund mit Versatz, damit sie nicht Stoß an Stoß anliegen. Die Dehnungsfuge muss zu allen Wänden und Objekten mindestens 1,5 bis 2 Zentimeter betragen.

Fazit zum Holzrahmen-Bau

Zur Vorbereitung einer Einblasdämmung im Dachgeschoss fassen wir zusammen: Der gesamte Bereich sollte möglichst sauber sein, die Dampfbremse muss lückenlos verlegt werden und der Holzrahmen sollte stabil, bzw. groß genug sein. Sind diese Punkte erfüllt, dann steht einer günstigen Einblasdämmung praktisch nichts mehr im Wege.

Share Button

Philipp Kloth

Die Energiewende kann nur mit bürgernaher Aufklärung funktionieren. Dabei möchte ich mithelfen.