Heizen Mit Holz-Pellets

Heizen mit Pellets – Wie man umsteigt und richtig spart (Gastbeitrag)

Heizen mit Pellets – Wie man umsteigt und richtig spart (Gastbeitrag)
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Günstigerer Brennstoff, hohe staatliche Förderungen und ein gutes Gewissen beim Gang in den Heizungskeller – eine Pelletheizung bietet viele Vorteile.

Doch viele Heizungssanierer stehen vor der Frage: Lohnt sich das? Ein Erfahrungsbericht zum Heizungstausch.

Heizungstausch – Das „Rundum-Sorglos-Paket“ beim Heizungsbauer

Eine der häufigsten Fragen von Interessenten an einer Pelletheizung betrifft den Platzbedarf für Heizkessel und Pelletlager. Die Antwort gibt ein Heizungsbauer am besten bei einem Vor-Ort-Termin. Denn dabei kann sich der Experte ein Bild von der momentanen Heizsituation machen und die beste Lösung für den Pellet-Lagerraum finden. Auch die Frage des richtigen Fördersystems kann der Installateur beantworten. Generell gilt: Wenn vorher mit einem Ölkessel geheizt wurde, ist in der Regel auch genügend Platz für eine Pelletheizung mit Lager vorhanden. Abschließend nimmt der Fachmann die Maße der Räumlichkeiten für die optimale Planung der neuen Heizungsanlage. Es folgt ein Angebot. Je nach Auslastung des Installateurs kann dies zwischen fünf und zehn Tage dauern.

Bevor die moderne Pelletheizung installiert werden kann, muss natürlich die alte Heizanlage weichen. In der Regel übernimmt der Heizungsbauer, der anschließend die neue Heizung einbaut, auch die Demontage und die Entsorgung der zuvor betriebenen Anlage. Wer unsicher ist, ob dies im Angebot des Installateurs enthalten ist, fragt am besten einfach beim Heizungsbauer nach! Der gesamte Ablauf vom Abbau der alten Heizung, über die Errichtung des Lagers bis zur Inbetriebnahme der neuen Pelletheizung dauert nur wenige Tage. Dann muss nur noch das Pelletlager gefüllt werden. Am besten mit einem Jahresvorrat, denn wer in größeren Mengen Pellets kauft, bekommt meist einen Preisvorteil.

Kosten der Pellet-Heizungsanlage

Alles in allem sollte man für eine Heizungssanierung etwa 20.000-25.000 € kalkulieren. Darin eingerechnet sind die Entsorgung der alten Heizungsanlage, die Planung der neuen Pelletheizung und des Lagerraums sowie die Montage und Inbetriebnahme. Natürlich handelt es sich dabei um einen Richtwert, der je nach individueller Situation variiert.

Der Preis der neuen Heizungsanlage ist auch davon abhängig, welches „Zubehör“ der Hausbesitzer wählt. Generell ist der Einbau eines Pufferspeichers für den optimalen Betrieb einer neuen Heizungsanlage ratsam. Ein Speichersystem sorgt dafür, dass die produzierte Wärme bestmöglich genutzt wird und die Heizung seltener starten bzw. stoppen muss. Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden, denn ein Pufferspeicher senkt die Heizkosten zusätzlich! Kommt eine heizungsunterstützende Solaranlage zum Einsatz, wird ohnehin ein Pufferspeicher benötigt.

Zuschüsse vom Staat für umweltfreundliches Heizen

Noch mehr sparen Heizungssanierer, wenn die staatlichen und regionalen Förderprogramme richtig genutzt werden. Im April 2015 wurden die staatlichen Fördersätze sogar noch einmal deutlich angehoben. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst den Einbau einer Pelletheizung je nach Leistung und Ausstattung der Anlage nun mit bis zu 8.750 €. Zusätzlich gibt es regionale Förderprogramme, die zum großen Teil mit der BAFA-Förderung kombiniert werden können.

Wer plant, ein Darlehen für den Heizungstausch aufzunehmen, wendet sich am besten an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Denn hier gibt es Tilgungszuschüsse und besonders günstige Zinsen beim Einbau einer Biomasseheizung.

Im besten Fall beschäftigen sich Umsteiger auf eine Pelletheizung schon vor der Bestellung der neuen Heizung mit den Förderungen. Denn bei einigen Programmen, z. B. dem Kredit von der KfW, muss der Zuschuss unbedingt vor der Installation beantragt werden.

Mehr investieren – Dauerhaft sparen

Nutzt man die Möglichkeiten der Förderung, ist der Umstieg auf eine Pelletheizung im Vergleich zu einer herkömmlichen Ölheizung etwa 3.000 – 5.000 € teurer. Da aber eine Heizung meist rund 20 Jahre in Betrieb ist, lohnt sich der Blick auf einen langfristigen Vergleich der Brennstoffkosten:

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Wer mit Pellets heizt, spart durchschnittlich über 20 % im Gegensatz zu fossilen Energieträgern.
Quelle: Deutsches Pelletinstitut

Deutlich sichtbar: Auf Dauer rechnet sich die Mehrinvestition für eine Pelletheizung. Im Juni 2015 boten Holzpellets beispielsweise einen Preisvorteil von 23 % gegenüber Heizöl. Im Vergleich zu Erdgas waren die Holzpresslinge sogar etwa 28 % günstiger. Diese Ersparnis macht sich jedes Jahr auf der Heizkostenrechnung bemerkbar und sorgt nach einigen Jahren dafür, dass sich die etwas höhere Investition ausgleicht. Das Beste daran: Ab diesem Zeitpunkt spart der Heizungssanierer jeden Monat bares Geld! Je nach Höhe des Verbrauches, sind die (Mehr-) Kosten der Pelletheizung somit schnell amortisiert. Über den günstigen Brennstoff spart man also Kosten ein.

Heizungssteuerung – Das intelligente Zuhause

Smart Home ist einer der Trends der Heizungsbranche und spielt auch auf dem Pelletmarkt eine wichtige Rolle. Immer mehr Heizungshersteller setzen auf die intelligente Heizungssteuerung. Beim Heizungstausch auf die innovativen Technologien zur Heizungsregelung zu setzen, lohnt sich. Denn die Systeme passen sich individuell auf das Heizverhalten an und bieten somit ein noch größeres Potential zum Energie sparen.

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Mit intelligenten Smart Home Systemen können Hausbesitzer ihre Pelletheizung bequem per Smartphone und Tablet steuern. Bild: © KWB.

Besonders komfortabel an den neuen Smart Home Systemen ist, dass sich die Heizung aus der Ferne per Smartphone oder Tablet steuern lässt. Das erspart nicht nur den Gang in der Kellerraum oder ein kaltes Zuhause nach längerer Abwesenheit, sondern schafft mehr Sicherheit. Störungen werden dem Heizungsbetreiber sofort gemeldet oder direkt an den zuständigen Heizungsbauer geschickt und aus der Ferne behoben. Die Folge: Kürzere Reaktionszeiten und geringere Wartungskosten.

Der beste Zeitpunkt für den Umstieg? Jetzt!

Aus ökologischer Sicht ist der Umstieg auf eine Biomasseheizung immer sinnvoll. Denn mit Holz zu heizen, senkt nicht nur die Kosten für den Brennstoff, sondern die CO2-Emissionen der Heizungsanlage gilt bei Holz (Pellets) als klimaneutral. 70 % aller Heizungsanlagen in Deutschland sind veraltet und deshalb ineffizient. Das treibt die Heizkosten und den Schadstoffausstoß in die Höhe. Mit dem Umstieg auf eine neue Heizungsanlage erzielen Hausbesitzer einen Effizienzgewinn von bis zu 20 %. Denn: Modernen Heizungsanlagen benötigen weniger Brennstoff, um die gleiche Menge an Wärme zu erzeugen. Auch in Sachen Strom bietet eine Heizung auf dem neusten Stand enormes Einsparungspotential: Neue Pelletheizungen verbrauchen bei der Pelletbeförderung weniger Strom als beispielsweise ein handelsüblicher Fernseher.

Über das Jahr gesehen, ist der optimale Zeitpunkt zum Umstieg genau dann, wenn man sich eigentlich keine Gedanken um die Heizung machen möchte. Der Austausch der alten Heizung inklusive Montage und Inbetriebnahme der Pelletheizung kann einige Tage in Anspruch nehmen. Daher bieten sich vor allem die wärmeren Sommermonate an, in denen die Heizung sowieso nicht benötigt wird. Zudem sind die Heizungsbauer und -Installateure dann nicht so stark ausgelastet.

Geschrieben von: Marie Lingner

Bildverzeichnis: Titelbild – Familie Zollner, © KWB

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."