Photovoltaik Installationen 2013 – Teil I

Photovoltaik Installationen 2013 – Teil I
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Foto: Handwerker installiert Photovoltaik

Foto: Federico Rostagno – Shutterstock.com

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch. Deutschlandweit betreiben mehr als 1,3 Mio. Bürger eine Photovoltaikanlage und tragen so auch zu einer stückweisen Dezentralisierung der Stromerzeugung bei.

Im Jahr 2013 lag laut Statistik der Durchschnitt des Zubaus und der Installation von Photovoltaikanlagen bei 275.317,44 Kilowattpeak (kWp) pro Monat. Doch welche Gründe veranlassten die Verbraucher zur Installation einer Photovoltaikanlage und in welchem Monat wurden die meisten PV-Anlagen errichtet? Und wie ist das Verhältnis zwischen der Installation von Groß- und Kleinanlagen?

Diese und weitere Fragen wollen wir hiermit näher beleuchten.

Zeitpunkt der Installation einer Photovoltaikanlage – keine Frage der Sommersonne

Jeden Monat werden zahlreiche Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland errichtet, welche zur Energiewende beitragen und den Betreibern ihren selbst erzeugten Strom liefern. Bei Einspeisung ins Stromnetz wird dieser nach den aktuellen Vergütungssätzen für Strom aus der Photovoltaikanlage vergütet. Aus diesem Grund ist die Fragestellung des Zeitpunktes der Installation und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage für Betreiber besonders relevant.

Naheliegend für den Laien ist die Annahme, es wäre ein Phänomen des Sommers, der sonnigen Jahreszeit, dass eine Photovoltaikanlage errichtet würde und somit die Verkaufszahlen in diesen Monaten in die Höhe schießen würden, während sie in den Wintermonaten einer großen Flaute unterliegen. Doch die Statistik widerlegt diese Hypothese.

Daten der Bundesnetzagentur für das Jahr 2013 weisen darauf hin,dass die Installation von Photovoltaikanlagen über das Jahr hinweg nur leicht saisonal schwankt und sich eher an Marktgegebenheiten orientiert. Zu diesen zählt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), nach welchem die Einspeisung von Strom aus der Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz 20 Jahre lang nach der aktuellen Einspeisevergütung bezahlt wird. Ein gewichtiger Grund also, nach welchem die Installation entschieden wird.

Installation Photovoltaikanlagen 2013

Die obere Grafik zeigt die bei der Bundesnetzagentur gemeldete Gesamtleistung neuer Installation von Photovoltaikanlagen und deren Zubau in Abhängigkeit der einzelnen Monate des Jahres 2013. Hierbei ist zu beachten, dass der Zeitpunkt immer jenen der offiziellen Meldung angibt und dieser nicht zwangsweise mit der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage übereinstimmt.

Betreiber einer Photovoltaikanlage sind verpflichtet, ihre Anlage und eventuellen Zubau bei der Bundesnetzagentur zu melden.

2013 – ein Jahr der „ruhigen“ Installation

In den Jahren 2009 bis 2012 waren deutlich herausstechende Installationszahlen in einzelnen Monaten festzustellen. Diese fallen auch in Wintermonate wie Dezember und widersprechen daher zusätzlich der Annahme, die Installation einer Photovoltaikanlage hänge von der Sonneneinstrahlung zum entsprechenden Zeitpunkt ab.

Die Frühlings- und Sommermonate 2013 verzeichnen zwar höhere Zahlen, bewegen sich aber knapp über dem Durchschnitt des Gesamtjahres. Sie weisen durch das Abfallen der Installation im Jahresverlauf auch auf die entsprechend sinkende Einspeisevergütung hin.

Das Jahr 2013 kann im Bezug auf die Installation neuer Photovoltaikanlagen folgende Eckdaten aufweisen:

  • In diesem Jahr wurden insgesamt eine Installation und ein Zubau von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 3.303.809,26 kWp vorgenommen.
  • Der April war mit 367.716,68 kWp der Monat mit dem höchsten Leistungsanstieg.
  • Im Dezember kam mit 166.022,60 kWp am wenigsten Leistung durch Photovoltaikanlagen hinzu.
  • Ab April ist eine geringe, doch kontinuierliche Abnahme in der Installation und dem Zubau von Photovoltaikanlagen abzulesen.

Insgesamt haben sich die Zahlen der Installation von Photovoltaikanlagen im Jahr 2013 auf relativ konstante Werte eingependelt. Monatliche Verkaufsspitzen heben sich deutlich weniger von dem Durchschnitt des Jahres ab, was im eindeutigen Gegensatz zu den Vorjahren steht.

Motivationsänderung von Betreibern einer Photovoltaikanlage

Die vermehrte Nutzung von Strom aus der Photovoltaikanlage wirkt sich auf das dezentrale Niederspannungsnetz aus und bedeutet für den Verbraucher eine größere Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz, auf welche heute immer mehr Wert gelegt wird. Diese Eigenständigkeit und die Möglichkeit, zum Voranschreiten der Energiewende beizutragen, beeinflussen heute besonders die Entscheidung zum Kauf einer Photovoltaikanlage.

So fand laut DAA (Deutsche Auftragsagentur GmbH) seit 2013 eine Änderung der Motivation von Verbrauchern statt. Diese liege nicht mehr allein in der Wirtschaftlichkeit der eigenen Erzeugung von Strom durch die Photovoltaikanlage, wie es insbesondere zwischen 2010 und 2012 der Fall war, sondern in einem größeren Eigenverbrauch der erzeugten erneuerbaren Energie.

Umorientierung zu Photovoltaik-Kleinanlagen

Die jüngsten Entwicklungen bezüglich der Einspeisevergütung, Stromkosten und Preise für die Photovoltaikanlage riefen nicht nur allgemeine Zurückhaltung potentieller Betreiber hervor, die Installation von Photovoltaik-Großanlagen ging ebenfalls etwas zurück. In diesem Größenbereich wird auf die Rendite einer Photovoltaikanlage großer Wert gelegt, wodurch sich hier die schlechteren Konditionen stärker auswirkten.

Photovoltaikanlagen 2013 Anteile

So machte die Anzahl der Meldungen für Installationen einer Photovoltaikanlage mit mehr als 40 kWp lediglich 4 Prozent der Gesamtmeldungen aus.

Höher im Interesse als die industriell betriebene Großanlage steht die Photovoltaikanlage für das Einfamilienhaus und es findet in diesem Bereich nach wie vor ein lebhaftes Wachstum statt.

Die Annahme der Motivationsänderung wird also durch den steigenden Anteil an installierten Kleinanlagen im Jahr 2013 bestätigt. Die Anzahl neuer Installationen und Nachrüstungen von Photovoltaikanlagen bis zu 10 kWp mit einem Anteil von knapp 71 Prozent der Gesamtzahl der Meldungen spricht für sich.

Bewusstsein für die Photovoltaikanlage

In der Statistik ist also zu erkennen, dass die Installation der Photovoltaikanlage für das Eigenheim unabhängiger von der sinkenden Einspeisevergütung wird und hinsichtlich Motiven der Umweltfreundlichkeit und der Deckung des Eigenbedarfs sichtbar steigt.

Die Preise für eine Photovoltaikanlage fallen weiterhin und Verbraucher zeigten im Jahr 2013 übergreifend ein relativ konstantes Interesse. Das Bewusstsein vieler privater Betreiber bewegt sich in die Richtung des Eingenverbrauchs auch abseits finanzieller Fragen.

Die Energiewende von unten kann kommen!

Hannah Keyser

Bildverzeichnis:
Grafiken: © Energieheld GmbH

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Stephan Günther

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