Energieheld Auf Der ISH 2017

ISH2017 – Die Digitalisierung der kleinen Schritte

ISH2017 – Die Digitalisierung der kleinen Schritte
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Die weltgrößte Sanitär- und Heizungsmesse mit über 200.000 Besuchern und fast 2500 Ausstellern hat vor mehr als drei Wochen ihre Pforten wieder geschlossen. Die Diskussionen rund um Digitalisierung im Heizungsmarkt und die Zukunft des traditionellen Handwerks bleiben.

Im Rahmen der Bloggerparade zur ISH 2017 haben wir bereits einen kritischen Blick auf die Wärmewende und die Bedeutung der Digitalisierung für den Heizungsmarkt geworfen.

Doch ich möchte noch einen Schritt weitergehen und darüber nachdenken, welche Möglichkeiten es gibt mit Handwerkern gemeinsam etwas für die Wärmewende zu tun.

 Inhalt:

Digitalisierung im Handwerk

Aus vielen Kanälen tönt das Mantra, dass die Digitalisierung und die Vernetzung ein Motor für Wachstum und Wohlstand sein kann.

Die Studie Innovativer Mittelstand 2025 – Herausforderungen, Trends und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik, im Auftrag des BMWi, sieht jedoch beim Mittelstand Nachholbedarf, bei der durchgehenden Digitalisierung seiner Produktions- und Geschäftsprozesse. Auf Grund dessen hat das BMWi in den Jahren 2015 und 2016, sogenannte Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren eröffnet, wir berichteten drüber.

Der innovative Mittelstands-Ansatz ist interessant, doch wie sieht dies in der Praxis aus? Wie reagieren Handwerker auf die Digitalisierungsinitiative?

Digitalisierung nicht für jeden – Smarte Heizungssteuerung

Auf der ISH 2017, war genau dieser digitale Umstellungsprozess ein Thema  zusammen mit der smarte Heizungssteuerung. Ein Thema für Hersteller, aber auch für Endkunden?

Leider nein, es wünschen sich lediglich 13 Prozent der von 5000 von Kesselheld befragten Endkunden eine Internetverbindung bei der eigenen Heizung.

Klar ist also, solange die Technologien, die auf dem Markt sind Endkunden nicht erreichen bzw. überzeugen können, kann sich auch eine innovative Wärmewende nicht durchsetzen .

Digitalisierung kleinteiliger denken

Digitalisierung im Handwerk verbessert die Chancen der Wärmewende

Im Gespräch: Digitalsierung im Handwerk beginnt schon bei der Angebotserstellung

Der Ansatz einer erfolgreichen Digitalisierung darf also nicht beim Heizkessel beginnen, sondern muss bereits die Kundenakquise und die konkrete Angebotserstellung beinhalten.

Innovative Lösungen sind gefragt. Wir von energieheld konnten dank der Förderung als junges und innovatives Unternehmen im Handwerk als Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vor Ort sein. In vielen spannenden Gesprächen mit den unterschiedlichsten Handwerkern konnten wir feststellen, was die Branche gerade bewegt.

Besonders wichtig für Handwerker aus dem SHK Bereich ist die mobile Auftragsabwicklung für Reparatur- und Wartungsaufträge. Um für Zufriedenheit auf beiden Seiten zu sorgen, sind einfache Prozesse und hohe Flexibilität wichtig. Die Entscheidung für eine neue Heizung wird dadurch erleichtert, wenn sich der Endkunde bewusst wird, dass Wartung und Reparatur leicht und umstandslos erfolgen können.

Der Schritt in Richtung Wärmewende ist in dieser Hinsicht ein Mehr an Service.

 Von den unterschiedlichsten Herstellern erfuhren wir, dass sie dieses Konzept als positiv bewerten, gerade um ihren Verarbeitern (Handwerkern) Lösungen und Möglichkeiten zu bieten, die sie bestmöglich unterstützen.

Viessmann will als Hersteller genau diese Vorreiterrolle einnehmen.

So heißt es aus der Pressemitteilung von Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Gruppe): „Die Digitalisierung ist der größte Strukturwandel, den unsere Branche bisher durchlaufen hat. Sie bietet unseren Marktpartnern völlig neue Möglichkeiten, eine noch bessere Kundenerfahrung zu schaffen. Diese Lösungen umfassen unter anderem die vorausschauende Wartung wie die mobile Steuerung der Heizung. Unsere Partner gewinnen Zeit, verringern ihre Komplexität und verdienen mehr Geld. Genau darum geht es uns.”

Sie legen Ihren Schwerpunkt wie gezeigt auf eine schnelle Angebotserstellung und die Unterstützung der Heizungsbauer bei der Installationsphase. Inwiefern dabei aber der Endkunde begeistert und für die Wärmewende gewonnen werden kann, wird nicht deutlich.

Fazit

Ich hoffe ich konnte zeigen worum es mir ging. Klar, die Digitalisierung ist

wichtig. Aber große Konzepte und vollmundige Digitalisierungsstandards helfen nicht weiter, wenn sie bei demjenigen, der sie nutzen soll nicht ankommen. Also heißt es Anreize schaffen, gerade im Kleinen und begeistern. Begeisterung bei den Handwerkern und den Endkunden schaffen und damit einen wesentlichen Beitrag für die Wärmewende leisten.

Ich freue mich über eure Kommentare und Anmerkungen.

Viele Grüße,

Sebastian

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

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