Kann Man Heute Schon Klimaneutral Leben?

Kann man heute schon klimaneutral leben?

11 Tonnen CO² stoßen Deutsche pro Kopf und Jahr aus. Das sind 80-90 Prozent zu viel, wenn wir die globalen Klimaschutzziele erreichen wollen. Aber ist es überhaupt möglich, klimaneutral zu leben? In Berlin starten 100 Haushalte jetzt den Selbstversuch.

  1. CO²-Fußabdruck als App
  2. Warum fällt uns ein CO²-armes Leben so schwer? Klimaneutralität im Praxistest
  3. Normale Bürger als Klimaretter?
  4. Emissionsrechner für die Hosentasche
  5. Mehr Infos zum klimaneutralen Alltag

 

CO²-Fußabdruck als App

Im Projekt „Klimaneutral leben in Berlin“ versuchen die teilnehmenden Haushalte innerhalb eines Jahres ihren CO²-Fußabdruck in allen Lebensbereichen um rund 40 Prozent zu reduzieren. Mithilfe einer „Carbon-Tracker“-App auf dem Smartphone können sie ihre Emissionen immer aktuell abrufen und erfahren, wo und wie mehr CO² eingespart werden kann. Unterstützt werden die Haushalte von Berliner Unternehmen und Organisationen, die klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Warum fällt uns ein CO²-armes Leben so schwer? Klimaneutralität im Praxistest

Entwickelt wurde das Projekt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung um herauszufinden, wo die echten Herausforderungen einer klimabewussten Lebensweise liegen. Bei „Klimaneutral leben in Berlin“ versuchen durchschnittliche Verbraucher in ihrem realen Alltag die eigenen CO²-Emissionen zu verringern – nur mit den Informationen aus der App und der Möglichkeit, klimafreundliche Angebote der Partnerunternehmen zu nutzen. Diese können im Umkehrschluss ihre Geschäftsmodelle testen und überprüfen, wie klimafreundliche Produkt- und Dienstleistungen nachgefragt und eingesetzt werden können.

Klimaneutral leben in Berlin

Ziel ist es, Plattformen und Tools zu entwickeln, die langfristig und ortsunabhängig eine interaktive Rückmeldung der CO²-Effekte von Konsum- und Alltagsentscheidungen liefern. Deshalb wurde im Projekt bewusst darauf gesetzt, eine Vielzahl an Haushalten mit möglichst unterschiedlichen Lebensweisen auszuwählen. Gefördert wird „Klimaneutral leben in Berlin“ vom Bundesumweltministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) als innovatives Klimaschutzprojekt im Rahmen der Initiative Nationaler Klimaschutz.

Normale Bürger als Klimaretter?

Im Alltag eines Durchschnittsbürgers gibt es viele Möglichkeiten Treibhausgase einzusparen. Kleine Änderungen in der Lebensweise können einen großen Unterschied für das Erdklima machen. Allerdings sorgen mangelnde Information oder schlicht Überforderung mit dem komplexen Thema dafür, dass Verbraucher zu selten auf klimaneutrale Alternativen setzen. Deshalb will das KliB-Reallabor herausfinden, ob und wie die Testhaushalte mit mehr Informationen und Unterstützung aus Politik und Wirtschaft klimafreundlichere Entscheidungen treffen.

Anfang 2017 entwickelte das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung die „Carbon Tracker“-App. Die teilnehmenden Haushalte können dort individuelle Wege zur Senkung ihrer Emissionen auswählen und ihren persönlichen Fortschritt jederzeit überprüfen. Die offizielle Testphase startet im Januar 2018, sodass im Herbst mit den ersten Ergebnissen aus dem Reallabor gerechnet werden kann. 

Emissionsrechner für die Hosentasche

Inspiration für das Projekt lieferte die schwedische App „klimaträtt“ aus Uppsala. Dort können Nutzer eingeben, welche Transportmittel sie nutzen, wie ihr Einkaufsverhalten bei Nahrung und Konsumgütern aussieht und wie hoch ihr Energieverbrauch zu Hause ist. Die App kann diese Daten in CO² umrechnen und Vorschläge machen, wie mehr Emissionen eingespart werden können. 

         klimaträtt-App

Nach dem gleichen Prinzip wird auf die „Carbon Tracker“-App für „Klimaneutral leben in Berlin“ funktionieren. Darüber hinaus werden alle Eingaben der Haushalte wissenschaftlich verwertet um einen Einblick zu erhalten, wie verschiedene Schichten wann und wo ihre CO²-Bilanz verbessern oder verschlechtern. Diese Rückschlüsse sind für Politik und Wirtschaft elementar, um den Weg zur Klimaneutralität zu ebnen. Welche Stellschrauben müssen gedreht werden, um es Verbrauchern so leicht und verständlich wie möglich zu machen, eine klimaneutrale Lebensweise zu pflegen? Für Rückfragen stehen, neben dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und den Partnerunternehmen, deshalb auch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zur Verfügung.

Mehr Infos zum klimaneutralen Leben

Mehr als 2 Grad Celsius darf sich der Planet nicht erwärmen, ansonsten können die schwerwiegenden Konsequenzen des Klimawandels nicht mehr aufgehalten werden. In unserem Blogbeitrag erfahrt ihr, mit welchen einfachen Möglichkeiten ihr Energie und damit CO² einsparen könnt. Mehr Infos zum Projekt „Klimaneutral leben in Berlin“ gibt es unter http://klib.pik-potsdam.de/.

 

Bildverzeichnis:

Titelbild: © Klimaneutral Leben in Berlin (Logo)

Praxistest:  © Klimaneutral Leben in Berlin (Foto)

App: © klimaträtt (Screenshots)

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