Kuehlschraenke Und Gefrierschraenke Energie Sparen

Kühl- und Tiefkühlschrank: So spart man täglich Energie

Ohne Kühlgeräte kommt kein Haushalt aus. Wir geben Tipps für einen energieeffizienten Umgang.

Während im Kühlschrank offene und kurzzeitig haltbare Lebensmittel frisch gehalten werden, dienen Tiefkühlschrank und Tiefkühltruhen zur längeren Aufbewahrung von Vorräten. Da beide Geräte rundum die Uhr, 365 Tage im Jahr in Betrieb sind, ist der Energieverbrauch beachtlich. Mit einer cleveren Verhaltensweise lässt sich der Strombedarf merkbar reduzieren.

Ältere Geräte: Türdichtungen prüfen

Bei älteren Kühlschränken sollte die Türdichtung überprüft werden. Denn sie ist nicht selten für einen erhöhten Stromverbrauch verantwortlich. Über die Jahre kann das Material spröde werden und brechen. Dadurch entstehen direkt an der Tür Unregelmäßigkeiten, wodurch sie nicht mehr richtig schließt.

Es kommt zu einem Luftaustausch zwischen Innenraum und Raumluft. Die Folge: Der Kühlschrank muss mehr Leistung bringen, um die gewünschte Temperatur im Innenraum zu halten.

Tipp 1: Mit einem einfachen Trick lässt sich einfach testen, ob die Türdichtung noch dicht ist: Dazu wird eine Taschenlampe eingeschaltet und ins Innere des Kühlschranks gelegt. Anschließend wird die Gerätetür verschlossen und die Küche vollständig abgedunkelt. Sollte das Licht an einer oder mehreren Stellen hindurchdringen, muss die Türdichtung ausgetauscht werden.

Tipp 2: Um die Lebensdauer des Gummis zu verlängern, sollte die Dichtung regelmäßig mit lauwarmem Wasser und einer milden Neutralseife abgewischt werden. So werden Verschmutzungen entfernt und das Material bleibt länger geschmeidig. Dieser Punkt gilt gleichermaßen für Tiefkühlgeräte.

Energieeffiziente Neugeräte – Relevante Kaufkriterien

Steht der Kauf eines neuen Kühlgerätes an, lässt sich der Energieverbrauch von Vorneherein beeinflussen. Folgende drei Faktoren sind bei der Anschaffung hinsichtlich des Stromverbrauchs elementar:

Achten Sie auf: Die Energieeffizienzklasse, den Nutzinhalt und das Gefrierfach.

Auf Energieeffizienzklassen achten

energieeffizienzlabel

Die Energieeffizienzskale
© Gori1984 / shutterstock.com

Angaben zur Energieeffizienzklasse sind auf dem Energielabel zu finden, mit dem jedes Gerät vom Hersteller ausgestattet werden muss. Beim Vergleich sowohl im stationären Einzelhandel als auch im Internet muss das Energielabel vom Händler für den Verbraucher deutlich erkennbar platziert sein. Das Energieetikett erleichtert die Auswahl enorm.

Die Energieeffizienzklasse verrät, wie effizient Kühlschränke oder Tiefkühlgerätschaften die benötigte Energie in Leistungskraft verwandeln. Die beste Energieeffizienzklasse für Kühlgeräte ist A+++. Diese Modelle sind extrem sparsam, kosten aber mehr als vergleichsweise weniger effiziente Varianten. Der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich in der Regel jedoch durch den effizienteren Betrieb.

Den Nutzinhalt auf den eigenen Bedarf abstimmen

In vielen Haushalten werden zu große Kühlgeräte verwendet. Das treibt den Stromverbrauch unnötig in die Höhe. Damit die Haushaltsgeräte zum individuellen Bedarf passen und der Bedarf an Energie passend ist, sollte dem Nutzinhalt die volle Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Der Nutzinhalt entspricht dem Nettovolumen und meint den tatsächlichen Platz, den die Kühl-und Gefrierkombination für Ihre Lebensmittel bereit hält“, erklärt vergleich.org, einer Internetseite, die Produkttests präsentiert und im Bereich Haushalt sieben empfehlenswerte Kühl-Gefrierkombinationen miteinander verglichen hat.

Zur Orientierung: Mindestens 50 Liter Volumen werden pro Person für Kühlschränke gerechnet. Bei Gefriergeräten reichen 40 Liter pro Kopf in der Regel aus. Informationen zum Nutzinhalt werden auf dem Energielabel angegeben.

Tipp: Sollten Bestandsgeräte zu groß rein, können Styropor-Elemente ins Innere gestellt werden, um den nicht genutzten Raum auszufüllen. Das reduziert den zu kühlenden Raum und letztendlich den Energieverbrauch.

Gefrierfach auch im Kühlschrank nötig?

Bezüglich des Gefrierfachs sei gesagt, dass bei Kühlschränken, wenn möglich darauf verzichtet werden sollte. Es sorgt für einen um rund ein Drittel höheren Stromverbrauch von Kühlschränken. Haushalte, die über einen separaten Gefrierschrank verfügen, sollten beim Kühlschrank daher von einem zusätzlichen Gefrierfach absehen. Lässt sich das Gefrierfach nicht vermeiden, sollte das Gerät unbedingt über getrennte Türen verfügen. Das spart Energie, da die warme Raumluft durch das Öffnen des Kühlschranks nicht direkt an das Gefrierfach gelangt.

Wie deutlich der Unterschied zwischen Alt- und Neugeräten hinsichtlich des Energieverbrauchs ist, zeigt die Tabelle im Vergleich von zwei Kühlschränken mit einem Nutzinhalt von 90 Litern:

Gerät

Altgerät
12 jahre alt

Neugerät

Energieeffizienzklasse A+++

Stromverrbauch 392 kWh 157 kWh

Wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in der zugrunde gelegten Berechnung unter die-stromsparinitiative.de bestätigt, kommt es bei einer Nutzung von 10 Jahren und einem Strompreis von 24 Cent pro kWh zu einer Ersparnis von 560 Euro.

Die optimale Temperatur

7 °C Innentemperatur reicht bei Kühlschränken völlig aus. Alles was darunter liegt, sorgt für unnötigen Stromverbrauch. Bei Tiefkühlgeräten sind -18°C ideal. Um die Temperatur im Auge zu behalten, ist der Einsatz von Thermometern ratsam.

Lüftungsgitter: Vorsicht Luftzirkulation!

Egal ob Kühlschrank oder Tiefkühlgeräte: Beide verursachen im Betrieb Wärme. Kann diese über die Lüftungsgitter nicht ausreichend abgeführt werden, kommt es zum Wärmestau. Dieser kann dem Gerät dauerhaft Schaden und sorgt für einen erhöhten Stromverbrauch. Denn die Kühlgeräte müssen bei eingeschränktem Luftaustausch mehr Leistung bringen, um ihre Temperatur zu gewährleisten, da die Umgebung zu warm wird.

Tipp: Lüftungsgitter sollten regelmäßig kontrolliert und von Staub befreit werden. Wird ein Gerät nicht fest in das Küchenmobiliar integriert, sondern steht frei, muss eine optimale Luftzirkulation gleichermaßen eingehalten werden.

Regelmäßig Abtauen spart Strom

Tiefkühlgeräte und Tiefkühlfächer sollten regelmäßig abgetaut werden. Denn bei Eisschichten im Inneren steigt der Stromverbrauch deutlich. Warum Eis in Tiefkühlfächern entsteht und wie sich das Abtauen komfortabel und zügig gestalten lässt, erklärt ein Verbraucher in diesem Video:

Warme Lebensmittel abkühlen lassen

Vom Mittagessen ist etwas übrig geblieben? Ab in den Kühlschrank damit. Doch sollten Sie die Reste von gekochten Lebensmitteln niemals warm in Kühlgeräte stellen. Durch die zusätzliche Wärme müssen die Geräte mehr Energie aufwenden, um den Temperaturunterschied auszugleichen. Lebensmittel und Getränke immer erst völlig erkalten lassen!

Tür zu!

Sie denken den Frühstückstisch? Lassen Sie die Tür bitte nicht zu lange offen. Sobald warme Raumluft in das Innere von Kühlgeräten gelangt, steigt dort die Temperatur. Deshalb sollten die Türen der Haushaltsgeräte immer nur möglichst kurz geöffnet werden. Das spart massiv Strom.

Der Standort – Bitte nicht neben dem Herd

Die Auswahl des idealen Standorts von Kühlgeräten wird oft vernachlässigt. Wer die Platzierung clever überdenkt, kann die Stromrechnung langfristig senken. Um dies zu realisieren, sollten Kühlschränke und Tiefkühlgeräte weit entfernt von Wärmequellen wie Sonnenlicht, Heizungen, Backöfen oder Spülmaschinen aufgestellt werden. Tiefkühlgeräte sind im kühlen Keller am besten aufgehoben. Je kühler die Umgebung, desto besser.

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Hier gehört die Tiefkühltruhe hin!
Wer einen geräumigen Keller besitzt, kann so Strom sparen.
Marius Neacsa / shutterstock.com

Fazit

Mit dem richtigen Nutzungsverhalten wird der Stromverbrauch von Kühlgeräten deutlich reduziert. Der Austausch von Altgeräten kann sich je nach Alter und Verbrauch lohnen. Die Entsorgung muss dabei verantwortungsvoll erfolgen, um die Umwelt zu schonen. Das Umweltbundesamt (BMUB) hat unter umweltbundesamt.de erklärt: „Verbraucher müssen nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz ihre alten Geräte bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Dies ist für sie kostenlos.“ Auf der verlinkten Seite finden Interessenten weitere Anregungen.

Mehr Informationen und Tipps zum Thema Strom sparen, haben wir in unserer Kategorie Energiesparen zusammengefasst. Unser Rundgang durch die verschiedenen Zimmer eines Hauses entlarvt Stromsparpotentiale. Außerdem möchten wir Ihnen noch gerne diese Sammlung an Tipps für einen klimafreundlicheren Alltag mitgeben:

23 Tipps für einen klimafreundlicheren Alltag
1. Wechsel zu Ökostrom und Ökogas!
2. Auf LED-Lampen umsteigen
3. Elektrogeräte nicht im Stand-by-Modus lassen
(Generell die Stecker ganz ziehen)
4. Kurzstrecken per Fahrrad statt Auto fahren
5. Längere Strecken per Bahn statt Auto fahren
6. Private Fahrgemeinschaften aufbauen
(Auto mit Freunden teilen und finanzieren)
7. Weniger Flugreisen tätigen
(Urlaub muss nicht eine Weltreise sein)
8. Weniger Fleisch nachfragen
9. Hände mit kalten Wasser waschen
10. Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienz kaufen
(Beim Tausch auf Effizienzklassen (A+++) achten)
11. Wasser für das Kochen vorher im Wasserkocher erhitzen
12. Dann im Kochtopf mit Deckel kochen
13. Wäsche auf niedriger Temperatur waschen
14. Kinderkleidung weitergeben und secondhand kaufen
15. Lebensmittel regional und saisonal kaufen
16. Produkte mit möglichst wenig Verpackung kaufen
17. Leitungswasser statt gekauftes Wasser aus Plastikflaschen trinken
18. Räume kurz, aber stark stoßlüften
(Fenster nicht auf kipp lassen)
19. Alte Gebäudetechnik modernisieren
(Moderne Fenster, Sinnvolle Dämmung, Effiziente Heizung, unterstützende Solaranlagen, etc.)
20. Heizungspumpe einstellen lassen
21. Duschen statt baden
22. Jute statt Plastik – Einkaufstüten selber mitbringen
23. Beim Kauf auf Ökosiegel achten
(Bio, Blauer Engel, Naturland, FSC, PEFC, etc.)

Bildverzeichnis:
Titelbild/Beitragsbild: Bilder aus © Gori1984, Colorlife  und braverabbit / shutterstock.com, Fotolia.com

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."