Mehr Aus Energie Machen: Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz.

NAPE: Energieeffizienz für den Klimaschutz

Der am 03.12.2014 vom Bundeskabinett gefasste Beschluss zum Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Der Beschluss erklärt, längst überfällig, die Energieeffizienz zur zweiten Säule der Energiewende. Ein Bündnis aus DENEFF, DGB, FÖS, klima-allianz, NABU, des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale und des WWF Deutschalnd sehen die Maßnahmen hingegen als unzureichend an.

Ein effizienter Umgang mit Energie

Energie effizienter Umgang mit dem Ziel die Energiekosten von Gewerbe, Industrie und privaten Verbräuchen zu senken ist ein Element, um die Energiewende in Deutschland voran zu bringen. Der Ansatz kann aber noch weitergehen. In der Erklärung zum Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) wird von Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle, neue Innovationen für Energiesparmaßnahmen und innovativen neuen Produkten gesprochen. Diese Möglichkeiten der Effizienzstrategie sollen Deutschland helfen als Investitionsland und auf den Weltmärkten zu punkten. Doch was bedeuten die Ideen des NAPE für den Alltag?

SW- Agent aus Berlin

Ein aktuelles Beispiel, wie Energieeffizienz den Alltag verändern kann, stammt aus der Projektsammlung transformation-des-energiesystems. Es ist das Projekt von Markus Graebig. Herr Graebig ist Projektleiter von SW-Agent an der TU Berlin und geht im Rahmen seiner Forschung der Frage nach: „Was bedeutet die Energiewende für das Geschäftsmodell der Stadtwerke?“. Gesucht wird dabei eine „sanfte“ Innovation, d. h. eine einfache und schnelle Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Stadtwerke die häufig komplexe innere Strukturen aufweisen, nutzen z. B. den ENERGIEcheck von energieheld um ihre Vertriebsaktivitäten zu unterstützen, Neukunden zu genieren und die Kundenbindung zu stärken. Im Einzelnen bedeutet das für den Stadtwerke-Kunden, eine kostenlose Energieberatung über das Internet, Bindung durch Bürgernähe und die Möglichkeit für die Stadtwerke, gezielt Produkt bzw. Dienstleistungen anzubieten.

Sofortmaßnahmen der NAPE

Die zentralen Maßnahmen der NAPE sind ein gebäudeindividueller Sanierungsfahrplan, ein wettbewerbliches Ausschreibungsmodell, die Verstetigung und Aufstockung der KfW-Fördermittel und steuerliche Fördermöglichkeiten bei energetischen Sanierungen (besonders für Nichtwohngebäude). Diese Maßnahmen können Arbeitsplätze schaffen, den Verbraucher entlasten und als Klimaschutz-wie Konjunkturprogramm betrachtet werden.

Doch das Potenzial von mehr Energieeffizienz als kostengünstige Klimaschutzmaßnahme wird nicht voll ausgeschöpft so die Stellungnahme des Bündnisses aus der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS), die klima-allianz Deutschland, der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und dem WWF Deutschland. Die Maßnahmen des NAPE verwirklichen nur ein Drittel, der zum Erreichen der Klimaschutzziele nötigen Einsparungen.

Energieeffizienzstrategien verwirklichen

Abbildung: Weniger wird mehr - Bündnis zur Effizienzwende

Als weitere Arbeitsprozesse des NAPE ist die Entwicklung einer Energieeffizienzstrategie für Gebäude (ESG) geplant. Die ESG soll einen individuellen Sanierungsfahrplan aufweisen, der den Funktionen der Gebäude und den Bedürfnissen der Bewohner entgegen kommt. Um den Plänen auch Taten folgen zu lassen, hat sich das Bündnis unter dem Stichwort „Effizienzwende“ zusammengeschlossen. Im Dialog mit den politischen Akteuren und Institutionen aus Wirtschaft und Gesellschaft soll die Effizienzwende vorangebracht werden. Folgende Elemente sollen den NAPE, laut der einzelnen Bündnispartner, ergänzen:

  • Gesamtstrategie mit einem Energieeffizienzgesetz und verbindlichen Zielen (DENEFF)
  • Aus-, Fort- und Weiterbildungsinitiative zur Deckung des Fachkräftebedarfs, um die Effizienzmaßnahmen auch qualitativ hochwertig umzusetzen (DGB)
  • Abbau von umweltschädlichen Subventionen um bestehende Blockaden für Energieeffizienz zu lösen und Möglichkeiten zur Gegenfinanzierung zu schaffen (FÖS)
  • Innovative Effizienztechnologien fördern (klima-allianz)
  • Massive Effizienzsteigerung von Bestandsgebäuden (NABU)
  • Vorteile der Energiewende sollten an die Verbraucher weitergegeben werden (vzbv)
  • Energieeffizienz als Innovationsmotor (WWF Deutschland)

Unter dem Hashtag #effizienzwende können die Aktivitäten des Bündnisses verfolgt werden.

Bildquelle:

Titelbild: NAPE (Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz) | © 2014 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.