Petersberger Klimadialog?

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Merkels Klimadialog lädt wieder zum gemeinsamen Austausch der Versprechungen.

Klimadialog, Klimaziele erreichbar? | energieheld.deBerlin, vom 5. bis 7. Mai: Zu dem vierten Petersberger Klimadialog waren dieses Jahr, neben der Kanzlerin Merkel und dem Umweltminister Altmaier, auch Delegierte aus 35 weiteren Staaten geladen. Man wollte sich darauf einigen, die Reduzierung des globalen CO2-Ausstoßes endlich gemeinsam anzugehen. Doch es sticht mal wieder, wie bereits bei anderen Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz, eins hervor: an ambitionierten Absichtserklärungen wird nicht gespart. Man ist sich einig, dass die viel beschworene 2° Celsius Marke der globalen Klimaerwärmung nicht überschritten werden darf. Leider geht jedoch auch unsere Kanzlerin bereits davon aus, dass selbst eine völlig utopische CO2-Null-Emission dieses Ziel nicht mehr erreichen kann. Eine Resignation der „Klimakanzlerin“? Wie kommen solche Äußerungen beispielsweise bei dem, sich bereits in Blockadehaltung befindlichen, polnischen Umweltminister an? Polen sieht seine rasant wachsende Wirtschaft durch die neuen Klimaschutzziele gefährdet. Für „energiehungrige“ Nationen wie China oder Indien sieht das nicht anders aus. Energiesparen bremst die Wirtschaft. Aus Sicht der Ökonomen sicher verständlich. Aus Sicht der Ökologen aber eine Katastrophe.

Deutschland und der Klimaschutz

Der Internetseite des BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) ist zu entnehmen, dass Deutschland sich selbstverherrlichend und schon übertrieben energisch dem Klimaschutz verschrieben hat und konsequent an einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40% bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 arbeitet. Aber wie passt da hinein, dass der deutsche CO2-Ausstoß sich gegenüber dem Vorjahr, aktuell um 2% erhöht hat?
Eine Antwort findet sich in der Preisstruktur des Emissionshandels (wir haben bereits darüber berichtet). Energie aus Kohle ist noch zu rentabel, als dass sie einfach von der Bühne der Energiegewinnung abtreten könnte. Und genau dieses Signal sendet Deutschland in die Welt. Dem Klimawandel wird mit einem Instrument begegnet, dass dem Klima selbst gehörig egal ist: dem Preis. Gleich neben der ins falsche Verhältnis gesetzten Frage nach den Arbeitsplätzen, als „Totschlagargument“ schlechthin.

Europas Klimapolitik muss sich endlich selbst verwirklichen.

Die Zeiten der über-ambitionierten Redenschwinger und Schaumschläger ist längst vorbei. Solange sich die europäische Politik weiter die Hotelzimmer mit Lobbyisten teilt, wird eine sinnvolle, nachhaltige und dringend notwendige Energierevolution Zukunftsmusik bleiben. Es müssen endlich weltweit verbindliche Vereinbarungen ausgehandelt werden, die wesentlich umfangreicher sind als das Kyoto-Protokoll, dessen Ziele im Übrigen auch nur mangelhaft bis gar nicht erreicht wurden.

Wirtschaft und Umwelt im Gleichgewicht | energieheld.deDie Klimaziele

…dürfen kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern müssen erreicht werden. Keine Wirtschaft sollte über der Umwelt als Ganzes stehen. Das haben wir schon die letzten 50 Jahre falsch gemacht. Grüne Technologien können wirtschaftlich sein und die Umwelt schonen. Es muss nur umgesetzt werden.

„Wir sind spät dran. Auf geht’s“

*Ein Kommentar von Ollie*

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."