Energiepolitik neu denken

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Eine Solarthermieanlage versorgt Deutschlands einzige Exklave in der Schweiz mit Wärme

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Dirk Asendorpf berichtet in der Ausgabe #44, der Zeit von der Stadt Büsingen (1300 Einwohner), einer deutschen Exklave in der Schweiz, die erfolgreich eine Solarthermieanlage betreibt. Wir fassen den Artikel kurz zusammen und geben die wesentlichen Informationen wieder.

Die Stadt Büsingen wollte etwas für den Klimaschutz tun und hat sich für eine grüne Technologie ohne Subventionen entschieden. Für die solarthermische Fernwärme. Aktuell sind ca. 1/3 aller Haushalte an das solarthermische Wärmenetz angeschlossen. Die Fläche eines Fußballfeldes genügt, um 15 Prozent der jährlich benötigten Heizwärme zu tragen. Im Winter, wenn wenig Sonneneinstrahlung vorhanden ist, wird das Heizwerk am Ortsrand genutzt, welches mit Holzhackschnitzeln befeuert wird. Der Strom wird von den Nachbarn bezogen. Dafür zahlen die Büsinger Bürger ein Viertel weniger als in Deutschland.

15 Prozent Heizwärme ist viel, wenn man bedenkt, dass in Deutschland die Hälfte der verbrauchten Energie für Wärme verwendet wird. Für Strom wird nur 20 Prozent des Endenergieverbrauchs aufgewendet. Treibhausgasemissionen können bei der Wärmeerzeugung also durchaus zu geringen Kosten reduziert werden.

shutterstock_FunktionsweiseSolarthermie_Laschon Robert Paul

Warum  das Beispiel der Exklave?

Die EEG lenkt in Deutschland einen Großteil der Investitionen in Windkraft und Photovoltaik.

Das hat zur Folge: Landesweit existieren 1,3 Millionen Photovoltaikmodule. Das macht 28 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr und für die Besitzer einen Ertrag von zehn Milliarden Euro. Doch das Geld muss irgendwo herkommen. Die Stromverbraucher zahlen für das erträgliche Geschäft der Photovoltaik-Betreiber. Die Förderung der Umlage soll weiter steigen, d. h. Mehrkosten für die Stromverbraucher.In der Stadt Büsingen gelten schweizerische Gesetze und damit keine Einspeisevergütung. Eine PV-Anlage wäre demnach ein Verlustgeschäft. Dass es aber auch ohne Vergütung geht, zeigt das Beispiel Solarthermie.

Ein Problem bleibt: Die Anlage funktioniert nur, wenn die Sonne scheint. Das schafft sie in Büsingen im Jahr für 1700 Stunden von 9000 Stunden insgesamt. Wenn die Sonnenstrahlung nicht ausreicht, um das Dorf mit Warmwasser zu versorgen, muss der Heizkessel am Ortsrand zum Einsatz kommen.

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Sebastian Zahn

Literatur, Redaktion und Energiewende - das sind meine Themen. Bei energieheld bin ich daher genau richtig.