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12 „Momente für einen guten Zweck“

12 „Momente für einen guten Zweck“
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Heute möchten wir einmal über den „energetischen Tellerrand“ hinausschauen und zur Abwechslung auf eine soziale Aktion hinweisen.

„Momente für einen guten Zweck“, so lautet das Motto hinter dem Kalender 2017 der Hilfsorganisation Spendahilfe e.V.

Spendahilfe e.V. – Medizin und Spielzeug für Syriens Kinder

Spendahilfe e.V. macht sich für die Kinder im Krisengebiet Syrien stark. Sie überbringen den Kindern vor Ort wichtige, medizinische Versorgung, Hilfsgüter und Spielzeug.

Aus eigener Kraft und mit Unterstützung zahlreicher Spender ist es ihnen gelungen, im September 2014 sogar ein Waisenhaus zu eröffnen, in dem sich die Betreuer rund um die Uhr um die 150 Flüchtlingswaisen kümmern.

Eine super Aktion wie wir finden. Doch die Hilfsorganisation hat natürlich noch mehr

Kalender 2017 – „Momente für einen guten Zweck“

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Der Kalender 2017 „Momente für einen guten Zweck“.
© Spendahilfe e.V.

Erstmalig wird es nun einen Kalender mit den ausdrucksstärsten Bildern aus den Situationen der Flüchlingskinder geben. Die Erlöse auf dem Verkauf der Kalender fließen natürlich wieder in die Arbeit von Spendahilfe e.V. zurück. Hauptsächlich soll der Kalender die Situation zeigen, in der die Kinder sich befinden, ihr Leben und ihre Zukunft steht dabei im Mittelpunkt.

Magdalena Mitter (Bildbearbeitung), Peter Pfister (Service Factory GmbH / Design) und Christian Siemoneit (Fotos) haben mit den Kalendern wunderschöne und zugleich nachdenklich stimmende Kunstwerke über die Folgen des Syrien-Krieges geschaffen.

Ziel der Kalender-Aktion ist es zudem, einen Einblick in die Arbeit von Spendahilfe zu gewähren. Die Bilder entstanden in einem Waisenhaus, Kindergarten, der Vorschule, Ausbildungszentren und der Frauenwerkstatt. Die Menschen hinter dem Spendahilfe e.V. sind mit Ihrer Unterstützung stets genau vor Ort und im direkten Kontakt mit den Kindern.

Interview: Christian Siemoneit (Fotograf des Kalenders)

Wir konnten dem Fotografen hinter den Bildern, dem Christian Siemoneit, einige Fragen dazu stellen:

Energieheld: Hi, Christian, vielen Dank, dass wir dich interviewen dürfen. Schön, einmal direkt mit dem Menschen zu sprechen der vor Ort war. Der Wert, den Informationen und Berichte aus erster Hand haben, ist unschätzbar.

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Christian Siemoneit vor Ort in Kilis:
„Es sind an sich Fotos voll kindlicher Normalität in einer zerrütteten Welt.“

© Spendahilfe e.V., Christian Siemoneit

Christian Siemoneit: Danke Dir. Ich freue mich sehr, das Interview hier machen zu dürfen. Ich wollte mir gerne mit meinen eigenen Augen ein Bild von der Situation in Syrien machen. Aufgrund der sich im Sommer diesen Jahres zuspitzenden Situation vor Ort konnte ich nicht nach Syrien reisen und entschied mich dann für die türkisch-syrische Grenzregion. Es ist schwierig als Europäer den Ereignissen in diesem meines Erachtens für uns sehr wichtigen Konflikt zu folgen. Nachrichtenbeiträge transportieren ja in der Regel nur einen gefilterten Teilbereich des Ganzen und die punktuelle Konzentration auf Einzelschicksale ist mitunter von Heuchelei und einer Prise Voyeurismus geprägt. Ich bin dankbar, diese Reise gemacht zu haben und beeindruckt von all dem Interesse, auf das meine Berichte überall stossen.

Energieheld: Wo genau wurden die Bilder gemacht und wie bist du dazu gekommen die Aktion von Spendahilfe zu begleiten?

Christian Siemoneit: Die Aufnahme wurden in Kilis, einer Stadt unmittelbar an der türkisch-syrischen Grenze gemacht. Kilis liegt ca. 50km südlich von Gaziantep und ca. 60km nördlich von Aleppo. Wie wir alle wissen, sind viele Menschen aus Syrien in die Türkei geflohen. Kilis hatte vor dem Krieg rund 100.000 Einwohner und war durch den Grenzverkehr wirtschaftlich stabil. Heute sind ca. 100.000 Flüchtlinge hinzugekommen und die Grenze ist geschlossen. In Gaziantep, einer Millionenstadt, sieht es im Verhältnis nicht viel anders aus. Bis die Türkei sich als Reaktion auf den verheerenden Selbstmordanschlag auf eine kurdische Hochzeitsfeier in Gaziantep dazu entschloss, eine Pufferzone an der Grenze zu Syrien freizukämpfen, war die Grenze im Bereich von Kilis abschnittweise von kurdischen Rebellen, IS-Kämpfern und der Freien Syrischen Armee kontrolliert. Man kann sich ungefähr vorstellen, wie sich die Region durch den Krieg verändert hat.

Spendahilfe habe ich kennengelernt, da eine der Vorsitzenden des Vereins Mitarbeiterin eines Freundes war. Die direkte Form der Hilfe und die Geschichte des Vereins haben mich beeindruckt. Über meine Frage nach einem Besuch vor Ort freute man sich sehr, sodass ich eigentlich sofort den Flug gebucht habe.

Energieheld: Was ist auf den Bildern des Kalenders zu sehen? Was macht die Bilder so besonders?

Christian Siemoneit: Ich habe natürlich sehr viele Fotos von ganz unterschiedlichen Situationen gemacht. Am Ende sind die meisten schlichtweg Portraits von Kinder, die aus Syrien fliehen mussten. Teilweise flohen sie alleine, teilweise mit ihren Müttern, selten jedoch war noch ihre gesamte Familie zum Fliehen vorhanden. Wir haben uns für einen Kalender mit Kinderfotos entschieden. Es sind an sich Fotos voll kindlicher Normalität in einer zerrütteten Welt.

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© Spendahilfe e.V.

Wir wollten Kinder aus zwei Gründen zeigen. Zum einen stehen sie im Zentrum der Arbeit von Spendahilfe. Das Waisenhaus, die Vorschule, der Kindergarten und überhaupt die Versorgung der Kinder haben oberste Priorität für den Verein.

Zum anderen sind diese Kinder für mich wirklich der Inbegriff des unschuldigen Opfers. Kein fünfjähriges Waisenkind hat politische Motive gehabt, die es zwangen, die Heimat zu verlassen und Familie zu verlieren. Es gibt in allen Konflikten unschuldige Opfer, wahrscheinlich sind diese auch gar nicht zu vermeiden, aber wir dürfen sie nicht vergessen, gerade, wenn ihr Stimme nicht laut genug ist, dass sie in Medien und politischen Debatten Gehör findet.

Energieheld: Du hast ja sicherlich eine Menge Fotos gemacht. Wie wurden die 12 Bilder für den Kalender ausgewählt?

Christian Siemoneit: Auch nachdem klar war, dass es ein Kalender mit Portraits der Kinder werden soll, war die Auswahl nicht einfach, wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst. Wir haben das im Team hier nach meiner Rückkehr entschieden. Theoretisch gibt es noch ausreichend Fotos für die nächsten Kalender der nächsten 2 Jahre, aber ich freue mich auch schon auf meine nächste Reise und werde sicherlich neue Fotos machen.

Energieheld: Was war das interessanteste oder spannendste, was du dort erlebt hast?

Christian Siemoneit: Das ist wirklich eine schwierige Frage bei all den Erlebnissen dort. Mich hat sicherlich am meisten fasziniert, in einer komplett arabischen Welt zu Gast zu sein, mit den Menschen zu sprechen und die fremde Welt kennenlernen zu dürfen. Es gab quasi keine Europäer in Kilis, keinen einzigen Journalisten und Istanbul fühlt sich sehr, sehr weit weg an. Ich bin schon viel gereist, aber all das war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich.

Ansonsten: Der Besuch direkt an der Grenze war sicherlich sehr spannend. Lachende Kinderaugen haben mir immer das Gefühl gegeben, hier etwas Richtiges zu tun. Auf das Lesen von Twitter-Mitteilungen rund um militärische und para-militärische Aktionen in der Nähe kann man verzichten.

Ein Bier abends hätte mich bei den langen Tagen und warmen Temperaturen auch mal gefreut; es gab allerdings keinen Alkohol in Kilis. Am Anfang war ich irritiert, am Ende amüsiert. Es ist hochinteressant zu erleben, wie riesig die Unterschiede der Menschen und Regionen in der Türkei sind. Man bekommt einen Eindruck von den Herausforderungen, die die Türkei auch schon ohne Flüchtlinge hat.

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© Spendahilfe e.V., Christian Siemoneit

Energieheld: In deinen eigenen Worten – Warum sind die Aktionen von Spendahilfe so wichtig?

Christian Siemoneit: Die Aktionen helfen direkt dort, wo Hilfe gebraucht wird und helfen Menschen, die ohne Hilfe nicht leben könnten.

Die Arbeit des Vereins vor Ort ist sehr beeindruckend, weil Flüchtlinge in großem Maße in die Prozesse integriert sind und dadurch quasi keine administrativen Kosten anfallen. Die Flüchtlinge werden versorgt von Menschen Ihres Kulturkreises, direkt und pragmatisch. Das ist eher selten zu beobachten bei Hilfsorganisationen.

Energieheld: Wir sind hier in unserem Beruf und Alltag ja alle meist leider sehr abgelenkt von den wichtigen Dingen im Leben. Umso schöner, dass es Menschen gibt, die sich vor Ort so stark engagieren. Möchtest du noch etwas Bestimmtes sagen oder auf etwas aufmerksam machen, dass du dort gelernt oder erlebt hast?

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© Spendahilfe e.V., Christian Siemoneit

Christian Siemoneit: Ich freue mich sehr, wenn viele Menschen nun Spendahilfe kennenlernen und die wunderbare Arbeit des Vereins unterstützen.

Ich denke, dass es einfach wichtig ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Am Ende ist es oft leichter als wir denken, etwas oder jemanden zu unterstützen. In dem Bewusstsein, nicht allen Menschen in Not gleichzeitig helfen zu können, sind es gerade die kleinen Schritte von jedem einzelnen von uns, die den Unterschied machen!

Energieheld: Christian, vielen Dank für das Interview und die tiefen Einblicke!

Was am Ende zählt

Wie schon zu Beginn gesagt: Berichte aus erster Hand sind wertvoll und wichtig. Schön, dass wir hier einmal die Chance hatten dieses Interview zu führen. Wir brauchen unbedingt Organisationen wie Spendahilfe, die mit ihrer Arbeit vor Ort etwas bewegen.

Demnächst ist wieder Weihnachten, viele von uns sind schon langsam im „Vorweihnachtsstress“ angekommen oder? Vielleicht halten wir dieses Jahr einmal kurz inne und entscheiden uns als Geschenk für den Bruder, statt für einen weiteren Amazon-Gutschein, doch für etwas mit mehr Tragweite. Kleiner Tipp: Der Kalender wäre sicher eine interessante und vor allem sinnvolle Abwechslung. 🙂

Weitere Informationen zu Spendahilfe e.V.

Link: www.spendahilfe.squarespace.com
Facebook: www.facebook.com/spendahilfe

Wer konkret helfen möchte: Spenden können Sie mittels Überweisung.
Spendahilfe e.V.
Kontonummer: 1003348347
BLZ: 70150000
IBAN: DE45701500001003348347
BIC: SSKM DE MM

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."