Strom Regerativ Erneuerbar Deutschland Bundesländer 2015 2016

Strom aus Erneuerbaren Energien – Bundesländer im Vergleich

Es ist Sommer! Naja zumindest teilweise, immerhin gab es schon einige sehr heiße Tage. Egal ob im Büro oder am See – die Kraft der Sonne lässt uns einfach dahinschmelzen.

Während uns das Arbeiten bei steigenden Temperaturen immer schwerer fällt, legen Photovoltaikanlagen bei mehr als 15 Sonnenstunden pro Tag erst so richtig los. Ein Anlass für uns, einmal zu recherchieren, wie viel erneuerbaren Strom die Deutschen eigentlich produzieren. Welche Regionen dem 100%-Ziel dabei schon sehr nahe kommen und welchen Platz Niedersachsen im Bundesländervergleich belegt, lest ihr in den folgenden Abschnitten.

Übersicht: So viel Strom haben wir im Jahr 2015 verbraucht

Besonders wichtig, um die Anteile der erneuerbaren Energien im Bundesländer-Vergleich richtig bewerten zu können, ist die Kenntnis darüber, wie viel Strom wir Deutschen im vergangenen Jahr überhaupt verbraucht haben. Nach den Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. lag der Brutto-Stromverbrauch, also der gesamt verbrauchte Strom, einschließlich aller Verluste und dem Eigenbedarf der Kraftwerke selbst, im Jahr 2015 bei etwa 600 Milliarden Kilowattstunden.

Zu den Top-Verbrauchern zählten dabei die Bereiche Industrie, private Haushalte sowie Handel und Gewerbe. Die Abbildung zeigt, wie sich der Stromverbrauch im Jahr 2015 zusammengesetzt hat.

brutto-stromverbrauch-2014-Anteile-sektoren

2014 wurden in Deutschland rund 592 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. 40 Prozent davon allein durch die Industrie.
Eigene Darstellung, Infoquelle: bmwi.de

So hoch war der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix 2015

Seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 konnten die Anteile regenerativer Energien am Strommix ständig erweitert werden. Im vergangenen Jahr kamen schon 30 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Solar-, Wind-, Biomasse- und Wasserkraftwerken.

Auf der Seite der fossilen Energieträger waren Braun- und Steinkohle mit einem Anteil von 42 Prozent am deutschen Energiemix weiterhin wichtigste Energiequelle. Die folgende Grafik zeigt, aus welchen Quellen der deutsche Strom im Jahr 2015 kam.

Betrachtet man die Erneuerbaren Energien als Ganzes, so sind sie mittlerweile die größte Stromquelle in Deutschland.

brutto-stromerzeugung-2015

Die Erneuerbaren hatten im Jahr 2015 bereits einen Anteil von 30 Prozent an der Bruttostromerzeugung in Deutschland. Der meiste Strom kam 42 Prozent aus Stein- und Braunkohle.
Eigene Darstellung, Infoquelle: bmwi.de

Wie liegen die Bundesländer im Vergleich?

Vergleicht man die einzelnen Bundesländer untereinander, lag Brandenburg im vergangenen Jahr mit einem geschätzten regenerativen Anteil von 77 Prozent weit vorn. Dicht darauf folgen die Länder Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 70 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 63 Prozent. Niedersachsen erreichte mit einem regenerativen Anteil am Stromverbrauch von 45 Prozent Rang 5 und konnte im Vergleich zum Vorjahr 3 Plätze gutmachen.

Die folgende Grafik zeigt, wie hoch die erneuerbaren Anteile am Stromverbrauch der deutschen Bundesländer im Jahr 2015 waren. (Quelle: energymap.info Stand 24.08.2015)

Anteil Regenerativer am Stromverbrauch 2015

Mit einem erneuerbaren Anteil von 77 Prozent am Stromverbrauch ist Brandenburg Spitzenreiter, wenn es um grünen Strom in Deutschland geht. Mit einem Wert von 45 Prozent erreicht Niedersachsen Platz 5 im Vergleich.
Eigene Darstellung, Infoquelle: erngymap.info

Es fällt direkt auf, das vor allem die Windkraft für die doch recht hohen Unterschiede zuständig ist. In den Bundesländern der nördlichen Hälfte Deutschlands, macht Windkraft bereits einen großen Teil der Stromerzeugung aus. Daneben sind es vor allem Solar und Biomasse, welche für den Beitrag an Erneuerbaren Energien wichtig sind.

In den kleinen Bundesländern Bremen, Hamburg und Berlin ist der Anteil am Stromverbrauch aus regenerativen Quellen am geringsten. Bremen schafft es wegen der Windkraft immerhin annähernd an der 10 Prozent Grenze zu kratzen. Hamburg und Berlin kommen jedoch nicht einmal auf fünf Prozent Anteile.

80 Prozent Erneuerbar bis 2050?

Scribble Deutschlandkarte

© Deutschlandkarte: Gesina Ottner / fotolia.com

Die Bundesregierung plant, den in Deutschland verbrauchten Strom bis zum Jahr 2050 aus gut 80 Prozent erneuerbaren Energieanlagen zu erzeugen. Im Vergleich der Bundesländer wird klar, wie lang der Weg dahin noch ist. Denn obwohl einige Regionen bereits heute mehr als die Hälfte ihres Stromes aus Erneuerbaren Energiequellen gewinnen, liegt der Durchschnitt deutlich niedriger – nämlich bei etwa 30 Prozent, bezogen auf ganz Deutschland.

Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) könnte der notwendige Ausbau jedoch stark eingeschränkt werden, so die Befürchtungen vieler Energieexperten. Eine schöne Analyse des Medienechos zur EEG-Reform findet sich hier.

Energiewende aktiv unterstützen!

Bis zum Jahre 2050 ist es noch etwas hin und ob das Ziel 80% EE bis dahin erreicht sein wird ist zudem fraglich. Aber die Energiewende ist bereits ein gutes Stück voran gekommen.

Wem die Energiewende, Klimaschutz und Ressourcenschonung am Herzen liegt, der weiß jedoch auch: Der ökologisch sinnvollste Umgang mit Energie besteht darin, sie gar nicht erst zu benötigen.

Energie einsparen und energieeffiziente Geräte zu nutzen hilft dabei. Insgesamt geht es bei der Energiewende nicht nur um den Stromverbrauch, auch Wärmeenergie in Form von Heizen und Warmwasser gilt es für ein Gelingen der Energiewende zu beachten.

Wir haben hier eine Tabelle mit Tipps für den Alltag. Weitere Tipps können gerne hier in den Kommentaren genannt werden!

23 Tipps für einen klimafreundlicheren Alltag
1. Wechsel zu Ökostrom und Ökogas!
2. Auf LED-Lampen umsteigen
3. Elektrogeräte nicht im Stand-by-Modus lassen
(Generell die Stecker ganz ziehen)
4. Kurzstrecken per Fahrrad statt Auto fahren
5. Längere Strecken per Bahn statt Auto fahren
6. Private Fahrgemeinschaften aufbauen
(Auto mit Freunden teilen und finanzieren)
7. Weniger Flugreisen tätigen
(Urlaub muss nicht eine Weltreise sein)
8. Weniger Fleisch nachfragen
9. Hände mit kalten Wasser waschen
10. Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienz kaufen
(Beim Tausch auf Effizienzklassen (A+++) achten)
11. Wasser für das Kochen vorher im Wasserkocher erhitzen
12. Dann im Kochtopf mit Deckel kochen
13. Wäsche auf niedriger Temperatur waschen
14. Kinderkleidung weitergeben und secondhand kaufen
15. Lebensmittel regional und saisonal kaufen
16. Produkte mit möglichst wenig Verpackung kaufen
17. Leitungswasser statt gekauftes Wasser aus Plastikflaschen trinken
18. Räume kurz, aber stark stoßlüften
(Fenster nicht auf kipp lassen)
19. Alte Gebäudetechnik modernisieren
(Moderne Fenster, Sinnvolle Dämmung, Effiziente Heizung, unterstützende Solaranlagen, etc.)
20. Heizungspumpe einstellen lassen
21. Duschen statt baden
22. Jute statt Plastik – Einkaufstüten selber mitbringen
23. Beim Kauf auf Ökosiegel achten
(Bio, Blauer Engel, Naturland, FSC, PEFC, etc.)

 


Weitere hilfreiche Quellen:
BMWi – Zahlen und Fakten
energymap.info

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."