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Über die Energieeffizienz von Geschirrspülgeräten

Über die Energieeffizienz von Geschirrspülgeräten
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Erneuerbare Energien hin oder her – für die Energiewende ist auch die Energieeffizienz sehr wichtig. Jede eingesparte Kilowattstunde, die gar nicht erst erzeugt werden muss, hilft dabei, eine umweltfreundlichere Gesellschaft aufzubauen.

Hier liegt ein riesiges Potential für die Energiewende. Doch was kann man tun? Klar, zum Beispiel das Gebäude energetisch optimieren, das bringt sehr viel. Aber auch im Kleinen, in den Geräten zu Hause und im eigenen Verhalten, stecken viele Möglichkeiten die Energie effizienter zu nutzen.

Energieeffizienz im Haushalt

Um im eigenen Haushalt maximal Energie sparen zu können, ist der Einsatz von energieeffizienten Haushaltsgeräten ein wesentlicher Faktor. In jedem Haushalt gibt es einige Geräte, die den Großteil des Stromverbrauchs ausmachen. Die größten dabei sind Waschmaschinen, Elektroherde und Geschirrspülmaschinen. So gut wie jeder Haushalt benutzt zum Wäschewaschen eine Waschmaschine. Auch Geschirrspülmaschinen haben in den meisten Haushalten inzwischen einen festen Platz gefunden.

Das dreckige Geschirr waschen muss jeder. Mit einer Geschirrspülmaschine kann man auf verschiedene Arten Energie sparen.

Mit dem Gebrauch einer Geschirrspülmaschine kann man eins immer sparen: Zeit. Und diese ist in der heutigen Zeit ein sehr wertvolles Gut. Während die Maschine das dreckige Geschirr spült, hat der Besitzer quasi frei. Nur Ein- und Ausräumen geht noch nicht automatisch.

Sparen mit dem Geschirrspüler

Bei vielen Verbrauchern ist die Annahme geläufig, dass der Abwasch mit einer Geschirrspülmaschine weniger Energie verbraucht, als beim händischen Abwasch. Eine von Haushaltsgeräte- und Spülmittelproduzenten finanzierten Studie der Uni Bonn aus dem Jahr 2011 kam zu diesem Ergebnis:

  • Ein maschineller Spülvorgang benötigt durchschnittlich 50 Prozent weniger Wasser als das manuelle Spülen.
  • Ein maschineller Spülvorgang braucht rund 28 Prozent weniger Energie als händisch abzuwaschen.

Die europaweit durchgeführte Studie fand auch heraus, dass Verbraucher noch mehr Strom und Wasser sparen könnten, wenn sie das Geschirr un-gespült und bis zum Rand in die Maschine packen. Moderne Maschinen spülen auch ohne Vorwasch-Szenario sauber. Jeder zehnte Spülgang ließe sich vermeiden, wenn die Geschirrspülmaschinen wirklich voll beladen wäre, so die Aussagen der Forscher.

Doch nicht immer kann die Maschine voll sein. In Single-Haushalten oder bei seltenem Gebrauch fällt einfach nicht genug Geschirr an. Für das Abwaschen von kleineren Geschirrmengen empfehlen sich dann Kurz- oder Sparprogramme. Das Kurzprogrammen funktioniert so: Die Maschine läuft kürzer und heizt schneller auf. Das bringt eine Zeitersparnis, kostet aber Energie. Bei täglichem Gebrauch eines Kurzprogramms entstehen sogar Mehrkosten. Sparprogramme können hingegen Strom- und Warmwasserkosten sparen. Sie laufen bei niedrigeren Temperaturen.

Nur wer vor dem Spülgang die Maschine richtig volllädt, schöpft das ganze Sparpotential einer Geschirrspülmaschine aus.

So fing alles an

Die Erfindung der Geschirrspülmaschine hat vor vielen Jahren die Träume unzähliger Hausfrauen wahr werden lassen. So war es auch eine Frau, die die erste funktionierende Geschirrspülmaschine erfunden hat. 1886 hat die US-Amerikanerin Josephine Cochrane das Patent für einen mit Wasserdruck betriebenen Geschirrspüler eingereicht. Es dauerte nur wenige Jahre bis die erste gebrauchsfertige Maschine 1893 auf einer Weltausstellung in Chicago präsentiert wurde.

Bis zum heutigen Tag hat diese Erfindung einen beträchtlichen Teil der Hausarbeit vereinfacht. Die Geschirrspülmaschine ist in immer mehr Haushalten anzufinden. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2016 ganze 69,8 Prozent aller deutschen Haushalte eine Geschirrspülmaschine im Gebrauch. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es 67,0 Prozent. Die Tendenz ist steigend, denn die technische Weiterentwicklung sowie die Sparmöglichkeiten an Wasser und Strom führen zu immer effizienteren Maschinen.

Was die Bonner Studie allerdings auch herausfand, ist, dass die deutschen Verbraucher noch einiges an Sparpotential gar nicht ausschöpfen: Hohe Programmtemperaturen kosten viel Energie. Heiße Temperaturen einzustellen, bedeutet nicht, dass das Geschirr sauberer wird. Gerade neueste Modelle auf dem Markt spülen auch bei niedrigeren Temperaturen einwandfrei sauber.

Vor dem Kauf richtig vergleichen hilft sparen

Die Vorteile des Energiesparens beim maschinellen Geschirrspülens liegen auf der Hand: Jeder Verbraucher kann damit effektiv Kosten sparen, wertvolle Ressourcen schonen und aktiven Umweltschutz betreiben. Es gibt also genügend Gründe, um möglichst energieeffiziente Geräte zu nutzen. Im aktuellen Spülmaschinen-Vergleichstest stehen die Aspekte des Energieverbrauchs ebenfalls im Fokus.

Auch die Vorgaben der EU unterstützen den Trend hin zu Maschinen mit immer geringeren Mengen an Strom- und Wasserverbrauch. Demnach müssen alle Hersteller ihre Haushaltsgeräte mit einem EU-Energielabel versehen. Dieses Label ist seit 1998 auch an den meisten Geschirrspülmaschinen deutlich sichtbar.

Diese Energielabels kennzeichnen Energieeffizienzklassen zwischen A+++  und D.

  • Die besten sind grün gekennzeichnet (A+, A++ und A+++),
  • die mittleren orange (A und B)
  • und die schlechten Energieeffizienzklassen werden in rot markiert (C und D).

Seit dem Jahr 2012 müssen alle neu zugelassenen EU-Geschirrspüler mindestens die Effizienzklasse A haben. Markenhersteller wie Bosch oder Siemens bieten nur noch Neugeräte in Klasse A+++ an.

Achtung: Oft unrealistische Angaben

So vorteilhaft und vertrauenswürdig diese Angaben auch klingen, sie sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Der Energieverbrauch aller Haushaltsgeräte soll bis zum Jahr 2020 nämlich nochmal um zehn Prozent sinken. Wie dieser Plan funktionieren kann? Vier große europäische Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen (CLASP, ECOS, EEB und Topten) haben 18 Monate lang verschiedene Geräte unter Alltagsbedingungen getestet. Die Ergebnisse waren erschreckend: Demnach ist der tatsächliche Verbrauch um 20 bis 30 Prozent höher als auf dem Energielabel angegeben. Die Ergebnisse bescheinigen den Testgeräten am Ende fast immer einen sehr geringen Stromverbrauch.

Ein Grund für diese Ergebnisse: Die Tests sind inzwischen veraltet. Das hat auch die Stiftung Warentest bemängelt. Den Verbrauchswerten liegen Sparprogramme zugrunde. Auch Messungen in Kühl- und Gefrierschranken sind fern ab von jeglicher Realität: Die Geräte waren zum Messzeitpunkt leer oder ungeöffnet. Bei Fernsehgeräten laufen die Tests mit zehn Jahre alten Test-Videos. Verbrauchertipp: Die tatsächlichen Verbrauchs-Werte müssen die Hersteller auf dem Produktdatenblatt wiedergeben, das jedem Gerät beiliegen muss.

Energiesparen ist immer möglich

Auch wenn nicht immer jedes Label zu 100 Prozent der Wahrheit entspricht – durch energieeffiziente Haushalts- und Elektrogeräte können jährlich pro Haushalt bis zu 500 Euro gespart werden. Jeder Wohnungs- oder Hausbesitzer kann darüber hinaus kostbare Energie sparen. Nicht nur beim Gebrauch einer Geschirrspülmaschine, auch bei anderen Geräten im Haus. Mit der richtigen Einstellung und einem bewussten Verhalten wird das Energiesparen in jedem Zimmer positive Ergebnisse bringen. Nicht nur die nächste Stromabrechnung fällt geringer aus – auch die Umwelt profitiert davon.

Weitere Infos und die 7 größten Fehler bei der Spülmaschine finden Sie hier.

Bildverzeichnis:
pixabay.com © congerdesign (Creative Commons CC0
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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."