Wenige Zentimeter Können Eine Wärmedämmung Verhindernn

Überbauung der Grundstücksgrenze?

Überbauung der Grundstücksgrenze?
5 (100%) 1 Stimmen

In vielen Bundesländern können Dämmungen verhindert werden, wenn sie über die Grundstücksgrenze ragen.

Wenn ein Gebäude sehr nah an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn steht, kann die nachträgliche Dämmung der entsprechenden Außenwand daran scheitern, dass die Dämmung in das Nachbargrundstück hineinragen würde. Denn eine Überbauung des Nachbargrundstücks ist in vielen Bundesländern verboten. In der Folge werden solche Gebäude nur mit einer dünnen Dämmschicht ausgestattet oder es wird sogar ganz auf die Dämmung verzichtet.

Einige Zentimeter für den Klimaschutz

Weil das nicht im Sinne des Klimaschutzes ist, denken derzeit einige Bundesländer über eine Neuregelung des Nachbarrechts nach. So hat die rot-rote Landesregierung in Brandenburg einen entsprechenden Gesetzentwurf angekündigt und in Niedersachsen hat die Landesregierung bereits einen Gesetzentwurf zur Änderung des Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetzes und der Niedersächsischen Bauordnung beschlossen. Nun können sich Verbände dazu äußern. Ähnlich weit ist man in Baden-Württemberg. Festgeschrieben wird dort, dass 30 Zentimeter Überdämmung geduldet werden müssen.

Politische Anpassungen wurden schon umgesetzt

In anderen Bundesländern dagegen wurde das Nachbarrecht längst entsprechend angepasst.  So zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen. Hier muss der  Eigentümer oder die Eigentümerin eines Grundstücks die Überbauung dulden, wenn diese über die Bauteileanforderungen in der Energieeinsparverordnung der jeweils geltenden Fassung nicht hinausgeht, eine vergleichbare Wärmedämmung auf andere Weise mit vertretbarem Aufwand nicht vorgenommen werden kann und die Überbauung die Benutzung des Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt. Als „wesentliche Beeinträchtigung“ gilt, wenn die Dämmung mehr als 25 Zentimeter in das Nachbargrundstück hineinragt. Geduldet werden müssen auch mit der Wärmedämmung zusammenhängende notwendige Änderungen von Bauteilen.
Auch in Hessen müssen die Nachbarn Überdämmung in bestimmtem Umfang akzeptieren. Gleiches gilt in Berlin. Hier gilt die Regelung allerdings nur für bereits bestehende Gebäude.

Manchmal braucht die Energiewende Kulanz

In den meisten anderen Bundesländern gibt es keine Regelungen hierzu. Manche Bundesländer, wie etwa Hamburg, haben überhaupt kein eigenes Nachbarrecht. Dort gilt: Dämmung ist kein untergeordnetes Bauteil und muss nicht geduldet werden. Da hilft nur ein Gespräch mit dem Nachbarn und die schriftliche Zusage, dass er mit der Dämmung einverstanden ist.
Gebäudedämmungen tragen zur Energiewende bei, da sie zu einer Verringerung des Energieverbrauchs beitragen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen lesen Sie sich gerne bei uns schlau. Viele Dämmmethoden, zum Beispiel die Kerndämmung sind zudem nicht sonderlich teuer und amortisieren sich bereits nach wenigen Jahren. Zudem kommt es hier bei nicht zu einem Überbauen des Grundstückes.

Geschrieben von:
Silke Thole

Bildverzeichnis:
Creative Commons: Handwerker, own work, EIFS (German: WDVS on old building) / Wikimedia commons
Share Button

Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."