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Wärmedämmung – energieheld räumt mit Irrtümern auf – Teil 1 –

Wärmedämmung – energieheld räumt mit Irrtümern auf – Teil 1 –
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„Wenn mir kalt ist, ziehe ich einen warmen Pullover an.“ Diese Logik lässt sich als Sinnbild auch leicht auf die energetische Gebäudesanierung übertragen.

Überlegen Hauseigentümer, ob eine Wärmedämmung für ihr Haus in Frage kommt, dann kommt häufig genau dieser Vergleich ins Spiel. Alte Häuser, bei denen viel Wärme austritt, benötigen einen dicken Mantel, um die Energie zu speichern und effizient im Haus nutzen zu können. Das klingt logisch und vor allem klimaschonend. Dennoch gibt es Kritiker der Wärmedämmung, die die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen anzweifeln, auf die Brandgefahr einiger Stoffe aufmerksam machen oder bei der ordnungsgemäßen Materialentsorgung Bedenken haben. Die Debatte zur Dämmung wird dadurch in Deutschland immer wieder angeheizt.

Häufige Befürchtungen bei Wärmedämmung

Um Verwirrungen aus dem Weg zu schaffen, haben unsere energieheld-Kundenberater im Folgenden einen kleinen Überblick zu bekannten „Mythen“ der Wärmedämmung zusammengestellt. Sie nehmen diese Aussagen als Experten unter die Lupe und sagen uns, wie sie dazu stehen. In unserem ersten Teil geht es um die befürchtete Brandgefahr und die Entsorgung des Dämmmaterials.

Brandgefahr durch Dämmmaterial

Befürchtung 1: Wärmedämmverbundsysteme sind brandgefährlich.

energieheld: Der Dämmstoff Polystyrol ist zwar brennbar, da das Material aus Erdöl gewonnen wird, es stellt aber als Wärmeverbundsystem (WDVS) keine Brandgefahr dar. Die Putzschicht um das Dämmsystem und der Einsatz von Brandriegeln  machen die Dämmplatten schwerentflammbar (DIN EN 13163 B1). Für Gebäude ab einer Firsthöhe von 7m gelten bestimmte Brandschutzvorschriften:  Vorgeschrieben ist der Einbau von Barrieren aus nicht-brennbaren Stoffen, wie mindestens 200 mm hohen, vollflächig angeklebten Mineralwolle Lamellenstreifen. In dieser Konstellation ist eine Fassade schwer entflammbar. Wenn in den Medien von Dämmmaterialbränden berichtet wird, so sind diese häufig während der Bauphase entstanden. Das Dämmmaterial war daher noch nicht so verbaut, wie es das Gebäude im Endzustand schützen soll. Ein weiterer Aspekt sollte in dem Zusammenhang erwähnt werden. Die zahlreichen Holz- und Kunststoffmöbel im  Gebäude-Innenraum sowie Holzverkleidungen von Fassaden stellen eine deutlich größere Brandgefahr dar. Die meisten Brände in Deutschland sind Zimmerbrände, die durch Möbel, Kerzen oder andere Arten von Inneneinrichtung entstehen. Die Deutsche Umwelthilfe geht in ihrem Mythenpapier 1 der Gebäudesanierung sogar so weit und sagt über Dämmmaßnahmen, dass das Gegenteil der Fall ist: „Die Verwendung zugelassener Materialien und der sachgerechte Einbau der Wärmedämmung sind wichtige Elemente zum Brandschutz und tragen zur Feuersicherheit bei.“

Entsorgung

Befürchtung 2: Am Ende ist das Dämmmaterial nur Sondermüll, den es umständlich zu entsorgen gilt.

energieheld: Bei miteinander verklebten Verbundkonstruktionen ist die Entsorgung zweifelsohne nicht unproblematisch, deshalb sind hier Konstruktionen mit lösbaren mechanischen Verbindungen (z.B. vorgehängte Fassadensysteme) vorteilhafter als welche,  die wie WDVS verklebt wurden. Dennoch gilt: WDVS ist kein Sondermüll, deshalb kann der rohstoffreiche Materialverbund aus Putzen, Geweben, Klebemörteln, Dübeln, Halteankern und Hartschaumstoff als Abfall in Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet und die im Baustoff vorhandene Energie genutzt werden (laut Fraunhofer Institut für Bauphysik, IBP). WDVS-Recycling ist schon heute ein umfangreiches Forschungsthema. Eine gute Maßnahme zur Wiederverwertung von WDVS ist die Verwendung der zerkleinerten mineralischen Komponenten im Straßenbau. In den kommenden Jahrzehnten wird man auch in diesem Forschungsgebiet bedeutend weiter sein. Im Forschungsbericht „Lebensdauer der Baustoffe und Bauteile zur Harmonisierung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer im Wohnungsbau“ von 2005 schätzt Arlt die Gesamtlebensdauer eines WDVS auf bis zu 60 Jahre. Dieser lange Zeitraum lässt die Verbraucher aufatmen. Dazu wurden in den letzten Jahren immer mehr natürliche Dämmstoffe entwickelt und erprobt. Diese sind vor allem nachhaltig und stellen auch keine Gefahr für die Gesundheit dar. Es gibt mittlerweile Umweltkennzeichen, wie den Blauen Engel vom Umweltbundesamt, die eine schadstoffarme Herstellung und gesundheitliche Unbedenklichkeit garantieren.

Fortsetzung folgt. Mehr zu den Wärmedämm-Befürchtungen im Teil 2.

Bildquelle: Titelbild: © LianeM / shutterstock.com CC0

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Helen Bielek

Für die Energiewende - bei energieheld kann ich etwas bewegen.