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Durch Heimwerken Energie sparen?

Durch Heimwerken Energie sparen?
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Schon mit wenigen Heimwerker-Arbeiten kann in Haus und Garten viel Energie gespart werden. Vom Wasserverbrauch, über Dämmung bis zum Brauchwasser gibt es viele Möglichkeiten. Gerald Zanoni von diybook spricht mit uns über die wichtigsten Tipps und ab wann man doch den Fachbetrieb braucht.

Darum gehts im Interview:

Sanierung selbst gemacht

Janika Kemmerer (Energieheld): Lieber Herr Zanoni, für professionelle und fachlich anspruchsvolle Sanierungsmaßnahmen benötigt man meistens einen Handwerker, aber viele Arbeitsschritte können Hausbesitzer auch selbst erledigen. Welche kleinen Arbeiten im Haus kann jeder grundsätzlich selbst machen?

Gerald Zanoni (diybook): Eigentlich können fast alle Arbeiten übernommen werden die keinen massiven Maschineneinsatz erfordern, oder eine akute Gefahr für Leib und Leben darstellen (wie z.B. umfangreiche Erdarbeiten, Arbeiten im Sicherungskasten oder an der Gastherme).

Janika Kemmerer (Energieheld): Starten wir oben im Haus: Welche Sanierung oder Maßnahme lässt sich am Dach durchführen? Gibt es einfache Dachdämmungen, die trotzdem effektiv sind?

Gerald Zanoni (diybook): Am Dach bzw. der obersten Geschoßdecke gibt es mehrere Möglichkeiten eine Dämmung einzubringen. Die einfachste Art ist sicher die Zwischensparrendämmung. Und dabei kann der Heimwerker selbst sehr viel bewerkstelligen. Eine gute Planung bzw. Begleitung durch den Fachmann ist dennoch angeraten.

Selbst sanieren und Geld sparen. © fotolia / Marina Lohrbach

Heimwerker-Tipps zum Energie sparen

Janika Kemmerer (Energieheld): Schimmelbildung an den Wänden und Fensterrahmen lässt sich durch richtiges Lüften verhindern. Wie können Heimwerker den 

Schimmel gründlich entfernen, wenn er trotzdem auftaucht?

Gerald Zanoni (diybook): Bei Schimmelbildung kann richtiges Lüften natürlich helfen. Kommt aber der Schimmel immer wieder, sind meist tiefergehende Baufehler dafür verantwortlich. So war es auch bei mir zu Hause im Badezimmer. Nach dem Einbau einer vernünftigen Entlüftung war das Problem gelöst. Auch das Entfernen des Schimmels geht recht gut solange die Bausubstanz noch nicht davon betroffen ist. Hierfür finden sich etliche Produkte im Handel. Wie das im Detail funktioniert kann man aber auf diybook.de nachlesen. Geht der Schimmel aber mal tiefer in die Wände, hilft nur mehr eine umfangreiche Sanierung.

Janika Kemmerer (Energieheld): Warmwasser und Heizung sind mit die größten Energiefresser im Haus und schlagen sich nicht nur im CO2-Ausstoß, sondern auch im Geldbeutel nieder. Mit welchen Heimwerkertricks kann man das Heizen optimieren und wann lohnt es sich, auf ein anderes Heizsystem umzusteigen?

Gerald Zanoni (diybook): Das Thema Heizung ist wirklich umfassend. Denn neben den Kosten spielen heute auch viele andere Faktoren eine Rolle, wie z.B die Nachhaltigkeit. So kann man mit modernen Gasheizungen sehr effektiv und kostengünstig heizen, eine ordentliche Dämmung vorausgesetzt. Eine Umrüstung ohne die Gebäudehülle zu sanieren würde da nicht viel bringen. Wie aber lässt sich das Heizen mit Haushaltsmitteln optimieren? Am besten sorgt man für eine möglichst gleichmäßige und in jedem Raum angemessene Temperatur. Das spart am meisten Energie. So ist es nicht sinnvoll untertags die Heizung gänzlich abzudrehen und am Abend die ausgekühlten Räume wieder aufzuheizen. Das kostet am Ende mehr Energie, als die Räume gleich auf der richtigen Temperatur zu halten.

Janika Kemmerer (Energieheld): Wie steht es denn um den Wasserverbrauch in Küche und Bad? Mit wassersparenden Armaturen kann bereits viel bewirkt werden. Wie schwer ist es, diese einfach selbst zu tauschen und welche anderen Möglichkeiten gibt es noch um Wasser zu sparen?

Gerald Zanoni (diybook): Ein Armaturentausch ist kinderleicht. Erst kürzlich haben wir ein solches Projekt dokumentiert. Das schafft eigentlich jeder. Selbst wenn die Eckventile getauscht werden müssen, kann man dieses Projekt ohne weiteres selbst angehen. Wer nicht gleich die ganze Armatur tauschen möchte ist mit Perlatoren oder Luftsprudlern gut beraten. Besser aber noch ist es sorgsam mit dem Wasser umzugehen. Muss das Wasser für das Zähneputzen wirklich so warm sein, dass das Warmwasser zuerst eine Minute „warm“ laufen muss? Oder lässt man das Wasser vielleicht sogar die ganzen 2-3 Minuten am Stück laufen?

Wann brauchen Heimwerker Untersützung?

Janika Kemmerer (Energieheld): Brauchwasser für Haus und Garten kann häufig auch aus Regen- oder Grundwasser gewonnen werden. Was müssen Hausbesitzer, speziell bei selbstgefördertem Wasser, alles beachten?

Gerald Zanoni (diybook): Brauchwasser ist meiner Meinung nach eine ganz tolle Sache. Wenn ich daran denke wie viel Trinkwasser täglich die Toilette runtergespült wird, tut mir das richtig weh. Da im Grunde genug Wasser im Haushalt anfällt würde ich nicht damit beginnen das Wasser aktiv zu fördern, sondern das Wasser verwenden, dass so oder so anfällt.

Janika Kemmerer (Energieheld): Bei umfangreichen Sanierungs- oder Bauprojekten lohnt sich das Heimwerken meistens nicht mehr und ein Fachbetrieb wird beauftragt. Worauf sollten Hausbesitzer achten, wenn eine größere Sanierung ansteht?

Gerald Zanoni (diybook): Mit Förderungen lassen sich bei vielen Projekten Geld sparen. Dafür muss man allerdings zuerst wissen welche Förderungen es alle gibt. Und das ist gar nicht so einfach. Hier spart guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes bares Geld. Eine ausführliche Beratung ist an dieser Stelle wirklich zu empfehlen. Fast noch wichtiger finde ich aber die Vereinbarung von Pauschalen und eine genaue Dokumentation der geplanten Tätigkeiten. Das verhindert allzu böse Überraschungen über nicht vereinbarte Leistungen und hohe Zusatzkosten. Das Ganze ist vom Bauherren aber meist sehr schwer umzusetzen, da man selbst ja meist nicht vom Fach ist. Auch an dieser Stelle kann externe Hilfe in Form einer Bauüberwachung weiterhelfen.

Bei großen Projekten braucht man dann den Fachbetrieb. © fotolia / Tyler Olson

Reparieren statt wegwerfen

Janika Kemmerer (Energieheld): Handwerkliche Fähigkeiten und Geschick im Umgang mit Werkzeug, Baustoffen und Co. war früher für Hausbesitzer eine Selbstverständlichkeit und geht immer mehr verloren. Dabei ist für einen nachhaltigen Lebensstil das Reparieren und Wiederverwerten unerlässlich. Welche Geräte lassen sich leicht reparieren oder nachrüsten, anstatt einfach neue zu kaufen?

Gerald Zanoni (diybook): Wenn wir über die schon lange überfällige Wende weg von der Wegwerfgesellschaft zu „Reuse, Reduce & Recycle“ sprechen dann eigentlich sehr viele Geräte. Umso größer das Gerät, umso einfach ist meist die Reparatur. Aus diesem Grund haben wir vor einem Jahr schraub-doc.de ins Leben gerufen. Schraub-Doc ist unser jüngstes Portal auf der wir die Reparatur von Haushaltsgroßgeräten auf Video bannen. Mithilfe dieser Anleitungen wurden schon zigtausende kaputte Geräte repariert. Und das Beste daran ist, dass man auf Schraub-Doc auch gleich die richtigen Ersatzteile findet.

Anders sieht es derzeit aber bei Kleingeräten aus. Um diese wieder reparierbar zu machen müssen wir das als Gesellschaft massiv einfordern. Denn von alleine werden die Hersteller daran nichts ändern. Hoffen wir mal, dass die Initiative der EU zur Reparierbarkeit von Geräten in Zukunft Früchte trägt.

Janika Kemmerer (Energieheld): Wartung von Geräten und pfleglicher Umgang mit dem Haus können Ärger und Kosten vermeiden. Welche Tipps haben Sie für Hausbesitzer, damit Materialien, Fenster und Co. möglichst lange halten?

Gerald Zanoni (diybook): Neben dem sorgsamen Umgang ist eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung entscheidend für den Zustand unseres Eigenheimes. Denn nur wenn Probleme rechtzeitig erkannt werden kann größerer Schaden vermieden werden. Egal ob es die Heizung, eine PV-Anlage oder andere wartungsintensiven Installationen betrifft.

Aber auch für den Heimwerker bleibt genug übrig. Denn Holzfenster, Carports aber auch die Wände gehören regelmäßig gestrichen, Parkett geölt, Eckventile überprüft, die Heizung nachgefüllt und noch vieles mehr.

Sie sehen schon, im Haus gibt es eigentlich immer was zu tun. Denn sobald man mit einer Tätigkeit fertig ist kommt schon das nächste Projekt auf einen zu. Am besten natürlich mit diybook. Reinschauen lohnt sich!

Janika Kemmerer (Energieheld): Wir haben sehr viel gelernt und danken Ihnen herzlich für das spannende Gespräch!

Fazit

Liebe Leserinnen und Leser,

selbst reparieren und heimwerken spart nicht nur eine Menge Geld für Handwerker und Energie, sondern ist auch gut für die Umwelt. Ein nachhaltiger und pflegsamer Umgang mit Geräten und den Werkstoffen im Haus ist nicht schwer und macht schon eine Menge aus. Wenn Sie die Tipps aus dem Interview beherzigen, also zum Beispiel wassersparende Armaturen einbauen, können Sie mit wenigen Handgriffen den Energieverbrauch im Haus reduzieren. Für wirklich große Projekte wie Heizungstausch und Co. ist die Beauftragung eines Handwerksbetriebs trotzdem unerlässlich. Allerdings können Sie durch sorgfältige Planung und Absprache, Fördergelder und eigene, tatkräftige Unterstützung des Projekts die Kosten merklich reduzieren. Mehr Infos rund um Sanierung und die Möglichkeit, direkt zu ihrem Vorhaben eine Anfrage zu stellen, finden Sie natürlich auf energieheld.de.

 

Bilderquellen: © shutterstock / gualtiero boffi

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