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Energiesparen auch ohne große Investitionen?

Energiesparen auch ohne große Investitionen?
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Viele Methoden um Energie einzusparen konnten Sie sicherlich bereits bei uns entdecken. Diese reichen von einfach durchzuführenden Tipps, über einzelne Sanierungsmaßnahmen bis hin zu der kompletten energetischen Gesamtsanierung.

Da es mittlerweile zahlreiche verschiedene Möglichkeiten gibt um wirtschaftlicher aber auch umweltfreundlicher zu werden, ist es nicht immer einfach die besten zu finden. Natürlich orientieren sich die Einsparmöglichkeiten stark am energetischen Zustand des Gebäudes.

Doch auch das eigene Verhalten beim Heizen und bei der Verwendung von Strom sind ausschlaggebend für den eigenen Energieverbrauch.

Effizient Stromkosten senken

Um den eigenen Strombedarf zu senken, gibt es ein paar einfache aber dennoch sehr effizientere Einspartipps zu beachten. Diese zeigen meist bereits schon bei der nächsten Abrechnung ihre Wirkung.

Die Klassiker um durch das eigene Verhalten den Stromverbrauch zu reduzieren sind dabei:

  • Verwendung von Kippschaltern um Stand-by-Verbrauch zu reduzieren
  • Wäsche nur bei 30 Grad zu waschen – reicht in der Regel für die Reinigung
  • Die Wäsche, wenn möglich, nicht im Wäschetrockner zu trocknen
  • Umstellung auf LED-Lampen (Investition rechnen sich durch lange Lebensdauer und geringeren Strombedarf)
  • Tausch von alten, ineffizienten Großgeräten (Kühlschrank, Tiefkühltruhe, etc.) gegen moderne, effizientere
  • Stromfresser ggf. reduzieren (Aquarium, alte Glühbirnen und Lampen)

Anbieterwechsel

In den meisten Fällen kann allerdings auch mit einem schnellen Strompreisvergleich monatlich gespart werden. Durch einen unkomplizierten Anbieterwechsel werden Stromkosten um bis zu 40 Prozent gesenkt. Der Vergleich geht dank einschlägigen Online-Portalen schnell und einfach von der Hand. Sogar der Anbieterwechsel verläuft lückenlos und unkompliziert, da diese Aufgabe meist zur Gänze vom Vergleichsportal oder direkt vom neuem Energieversorger übernommen wird.

Es sollte allerdings beachtet werden, dass ein Anbieterwechsel nicht zwanghaft auch eine langfristige Einsparungsquelle bedeutet. Es lohnt sich hierbei ganz klar, die am Markt befindlichen Angebote alle ein bis zwei Jahre erneut zu betrachten. Durch die Liberalisierung des Energiemarkts drängen zahlreiche neue Anbieter auf den Markt, welche auch stark an der Preisschraube drehen.

Ökostromanbieter sind häufig sogar günstiger

Bereits im Jahr 2014 haben wir hier einmal beschrieben, dass Ökostrom häufig sogar die günstigere Alternativen sind: „Im allgemeinen Städtevergleich zeigt sich, dass aktuell in 89 Prozent der Fälle mindestens ein Ökostromanbieter günstiger ist,  als ein vergleichbarer Grundversorger. … Polarstern, EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom sind verlässliche Lieferanten für sauberen Ökostrom. Wer bei den Stromkosten sparen will, sollte sich also einmal bei den lokalen Anbietern von Ökostrom umschauen.“ Wie immer helfen hier die Vergleichsportale.

Eigenen Ökostrom erzeugen

© shutterstock.com / Lisa F. Young

Wer die Möglichkeit und die finanziellen Mittel hat, kann auch überlegen mit einer Photovoltaikanlage seinen eigenen Solarstrom zu erzeugen. Mittels Batteriespeichern kann der Eigenverbrauch von PV-Strom mittlerweile auf ca. 70% angehoben werden. Damit muss man wesentlich weniger Strom vom Stromversorger beziehen, macht sich damit unabhängiger und versorgt sich mit regenerativem, lokalem Strom. Mittelfristig lassen sich damit die Kosten der PV-Anlage und des Speichers wieder hereinholen.

Effizienter Heizen

Eine Sanierung/Modernisierung des Heizungskessels bringt in den meisten Fällen die höchste Effizienzsteigerung. Je nach Heizsystem ist hier allerdings auch mit einer Investition von etwa 7.000 bis 14.000 EUR zu rechnen. Dies bietet sich also nur an, wenn die aktuelle Heizung ohnehin veraltet (über 20 – 25 Jahre alt) ist und man Angst haben muss, im kommenden Winter mit Heizungsausfällen im Kalten zu stehen.

Es existieren nebenbei aber auch andere zahlreiche einfachere Möglichkeiten um die Heizkosten zu verringern.

Im Zuge eines Heizungschecks können Verschleißteile aufgespürt und ausgetauscht werden. Auch das Entlüften und Befüllen des Wasserkreislaufes mit den Heizkörpern gehört dazu. Je nach Zustand der Heizung lassen sich hier die jährlichen Kosten um bis zu 10 Prozent verringern.

Eine Überprüfung auf undichte Fenster oder auch Türen ist vor Wintereinbruch empfehlenswert, da auch diese die Heizkosten in die Höhe treiben können.

Das Sanieren des Gebäudes kann den Wärmebedarf um viele Prozent verringern. Das Dämmen zum Beispiel der Fassade und des Daches kann den Wärmebedarf jeweils um 10 bis 20 Prozent reduzieren. Ein gut gedämmtes Gebäude kann also die Wärmekosten fast schon halbieren. Moderne Fenster bringen weitere 10 bis 15 Prozent und eine effiziente Heizung noch einmal 10 bis 20 Prozent. Generell gilt, je älter das Gebäude, umso mehr lohnen sich Sanierungsmaßnahmen.

Wer dazu noch sein Verhalten etwas anpasst, kann die Kosten und die CO2-Emissionen weiter senken.

Das eigene Heizverhalten

Oft wird unterschätzt, wie Ausschlaggebend die eingestellte Temperatur am Thermostat wirklich ist. Im Schnitt sollte die Innentemperatur bei 21 Grad Celsius liegen. Im Bad darf es etwas wärmer ausfallen, in selten frequentierten Räumen ruhig etwas kühler. Generell gilt, jedes Grad mehr am Thermostat erhöht die anteiligen Heizkosten um etwa sechs Prozent.

Dies ist besonders dann schmerzhaft, wenn beim regelmäßigen Lüften besonders viel Energie verloren geht. Stoßlüften ist hierbei immer besser als gekippte Fenster, über die kontinuierliche Wärme verloren geht. Lieber täglich, zum Beispiel morgens, einige Minuten die Fenster komplett öffnen. So kann die Luft einmal ausgetauscht werden, ohne das die Wände auskühlen. Tipp: Querlüften mit offenen Türen und Fenstern durch die gesamte Wohnung bringt hierbei die besten Ergebnisse.

Die Jahresabrechnung verstehen

Wer einmal vergleichen möchte wie hoch oder niedrig seine eigenen Heizkosten im Vergleich sind, der kann sich einmal an dieser Tabelle orientieren:

Energetischer Standard:
Beispielhaftes Baujahr des Gebäudes
Durchschnittlicher Wärmebedarf

(kWh / m²)

Energiebedarf in kWh

pro Jahr  (bei 130 m²)

1955 180 23.400
1975 115 14.950
1990 75 9.750
2005 60 7.800

Wer auf seiner Jahresabrechnung keine Angaben zu gelieferten kWh (Kilowattstunden) findet, der wird von seinem Energieversorger lediglich über die gelieferten Kubikmeter Gas oder Liter Öl informiert. Hier bei ist aber eine recht leichte Rechnung möglich. Ein Kubikmeter (m³) Erdgas hat einen Heizwert von ca. 10,1 kWh. Der Heizwert von Heizöl liegt bei ca. 9,8 kWh. So lässt sich relativ verlässlich ermitteln, wie viel kWh man nun tatsächlich verbraucht hat.

Wer zum Beispiel im Jahr 2017 von seinem Versorger 1.534 Kubikmeter (m³) Erdgas bezogen hat, wird einen Wärmebedarf von ca. 15.493 kWh gehabt haben. Rechnung: 1.534 m³ * 10,1 = 15.493

Also grobe Faustregel gilt für beide Brennstoffe: Gelieferte Menge * 10 = Wärmebedarf in kWh.

Schnelle Möglichkeiten um im Alltag den Energieverbrauch zu verringern

Wer neben dem Einsparen von Strom- und Heizkosten auch noch etwas gegen die CO2-Emission und den Klimawandel tun möchte, der findet hier noch einige Tipps:

23 Tipps für einen klimafreundlicheren Alltag
1. Wechsel zu Ökostrom und Ökogas!
2. Auf LED-Lampen umsteigen
3. Elektrogeräte nicht im Stand-by-Modus lassen
(Generell die Stecker ganz ziehen)
4. Kurzstrecken per Fahrrad statt Auto fahren
5. Längere Strecken per Bahn statt Auto fahren
6. Private Fahrgemeinschaften aufbauen
(Auto mit Freunden teilen und finanzieren)
7. Weniger Flugreisen tätigen
(Urlaub muss nicht eine Weltreise sein)
8. Weniger Fleisch nachfragen
9. Hände mit kalten Wasser waschen
10. Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienz kaufen
(Beim Tausch auf Effizienzklassen (A+++) achten)
11. Wasser für das Kochen vorher im Wasserkocher erhitzen
12. Dann im Kochtopf mit Deckel kochen
13. Wäsche auf niedriger Temperatur waschen
14. Kinderkleidung weitergeben und secondhand kaufen
15. Lebensmittel regional und saisonal kaufen
16. Produkte mit möglichst wenig Verpackung kaufen
17. Leitungswasser statt gekauftes Wasser aus Plastikflaschen trinken
18. Räume kurz, aber stark stoßlüften
(Fenster nicht auf kipp lassen)
19. Alte Gebäudetechnik modernisieren
(Moderne Fenster, Sinnvolle Dämmung, Effiziente Heizung, unterstützende Solaranlagen, etc.)
20. Heizungspumpe einstellen lassen
21. Duschen statt baden
22. Jute statt Plastik – Einkaufstüten selber mitbringen
23. Beim Kauf auf Ökosiegel achten
(Bio, Blauer Engel, Naturland, FSC, PEFC, etc.)

Bildverzeichnis:
Titelbild: © schulzfoto / fotolia.com

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Stephan Günther

"Für eine erfolgreiche Energie- und Wärmewende ist eine realistische und unabhängige Informationsbereitstellung wichtig. Bei Energieheld ist dies unser tägliches Bestreben."

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