Wertsteigerung von Immobilien durch Sanierung: Maßnahmen, Kosten & Förderung
Von Nina Grimmeiß
Energieeffizienz ist zum echten Wertfaktor geworden. Noch vor wenigen Jahren spielte sie beim Immobilienverkauf eher eine Nebenrolle – heute beeinflusst sie Kauf- und Mietpreise stärker als je zuvor. Wer den Wert seiner Immobilie steigern will, kommt an energetischer Sanierung kaum noch vorbei.
Welche Maßnahmen sich lohnen – und welche nicht –, zeigen wir Ihnen hier. Denn schon einzelne Sanierungsschritte können den Verkaufswert deutlich anheben. Sie erfahren, was wirklich wirkt, wie hoch der mögliche Wertzuwachs ausfällt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
Wertsteigerung von Immobilien: Was ist das?
Wertsteigerung von Immobilien bezeichnet die Erhöhung des Marktwertes von Immobilien. Das kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, wobei Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am gängigsten sind. Besonders, wenn ein Immobilienverkauf geplant ist, werden solche Maßnahmen interessant.
Rechnen Sie mit handfestem Mehrwert – oder spürbarem Verlust. Eine aktuelle Studie des Analysehauses Wüest Partner zeigt: Jede schlechtere Effizienzklasse kostet bares Geld. Im Schnitt sinkt der Kaufpreis bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern um rund 107 Euro pro Quadratmeter – bei Mehrfamilienhäusern sogar um 118 Euro pro Quadratmeter.
Auch bei der Vermietung macht sich die Effizienz bemerkbar: Die Kaltmiete fällt um durchschnittlich 22 Cent je Quadratmeter, wenn sich die Effizienz verschlechtert. Umgekehrt gilt natürlich: Wer seine Immobilie energetisch optimiert, kann deutlich mehr verlangen – beim Verkauf ebenso wie bei der Vermietung.
Sie möchten es ganz genau wissen? In unserem Podcast sprechen wir über die aktuellen Ergebnisse der Wüest Partner-Studie – kompakt zusammengefasst und praxisnah erklärt. Jetzt reinhören und verstehen, wie Energieeffizienz den Immobilienwert konkret beeinflusst!👇
Unterschied: Sanierung vs. energetische Sanierung
Eine Sanierung beinhaltet Maßnahmen zur Wiederherstellung und Verbesserung der Substanz eines Gebäudes, oft mittels baulicher Veränderungen. Energetische Sanierungen fokussieren sich dabei auf die Steigerung der Energieeffizienz eines Gebäudes durch Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Heizungstausch, um Energiekosten zu senken. Renovierungen hingegen umfassen hauptsächlich ästhetische Verbesserungen wie das Streichen von Wänden oder den Austausch von Bodenbelägen, um das Erscheinungsbild aufzufrischen.
Wertsteigerung von Immobilien: Sinnvolle Maßnahmen
Die Mindeststandards für die Energieeffizienz von Gebäuden sind in Deutschland im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegt. Die Mindeststandards regeln die Eigenschaften der Wärmedämmung von Gebäuden, die Effizienz von Heiz- und Lüftungssystemen und den Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen.
Häuser, die nicht den Mindestanforderungen entsprechen, müssen innerhalb von zwei Jahren nach Kauf von den neuen Eigentümern nachgerüstet werden. Deshalb sind sie beim Verkauf weniger wert – bis zu 50 Prozent. Hier gibt es also viel Potenzial für Wertsteigerungen von Immobilien. Energieeffiziente Immobilien sind auf dem Immobilienmarkt besonders gefragt und eine energetische Sanierung vor Verkauf macht in jedem Fall Sinn – gerade bei Altbauten.
Sinnvolle Maßnahmen sind insbesondere:
- Heizungstausch zu einer modernen, umweltfreundlichen Heizung
- Installation einer Lüftungsanlage für eine Wärmerückgewinnung
- Wärmedämmungen, z. B. der Außenwände, Keller und Decken
Welche Maßnahme sich lohnt, z. B. die Investition in eine neue Außendämmung oder eine nachhaltige Heizung, auch hinsichtlich Kosten und Ertrag, erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch mit einem unserer Energieberater.
Wertsteigerung von Immobilien: Kosten für Sanierungen
Werfen wir nun einen Blick auf die Kosten von energetischen Sanierungsmaßnahmen. So können Sie einschätzen, welche Maßnahme sich für Ihre Immobilie lohnen kann und mit welchen Kosten zu rechnen sind. Eine verlässliche Aussage können hier unsere Energieberater geben.
- Fenstertausch: ca. 750 - 1.500 € pro Fenster
- Dacherneuerung: ca. 50 - 300 € pro Quadratmeter
- Photovoltaikanlage inkl. Speicher: ca. 20.400 €
- Neue Heizung: ca. 18.000 - 38.000 €
- Neue Haustür: 1.600 - 7.400 €
- Lüftungsanlage: 3.100 - 15.000 €
Welche Maßnahmen bringen wie viel Wertsteigerung?
Möchten Sie Ihre Immobilie verkaufen, stellt sich die Frage: Was erhöht den Wert eines Hauses? Um den höchstmöglichen Verkaufspreis zu erzielen, wird oft eine Sanierung vor dem Verkauf empfohlen, um den Wert der Immobilie zu steigern. Einzelne Maßnahmen können einen großen Effekt auf den Wert Ihrer Immobilie haben.
Doch welche Sanierung lohnt sich am meisten? Maßnahmen zur energetischen Sanierung gibt es viele. Sie reichen vom Einbau einer neuen Heizung, eine Solaranlage oder eine smarte Haussteuerung bis hin zu einer neuen Dämmung des Hauses.
Mit am meisten lohnen sich der Heizungstausch, die Dacherneuerung, der Fenstertausch sowie eine Wärmedämmung. Diese Maßnahmen haben einen großen Einfluss auf die Energieeffizienz des Hauses und sind vergleichsweise einfach durchzuführen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, durch welche Maßnahme wie viel Wertsteigerung der Immobilie erzielt werden kann.
| Sanierungsmaßnahme | Kosten | Wertsteigerung der Immobilie |
|---|---|---|
| Heizungstausch | ca. 20.000 - 38.000 € (abhängig vom Heizungstyp) | 5 - 20 % |
| Dacherneuerung | ca. 50 - 300 € pro qm | 10 - 20 % |
| Fenstertausch | 7.500 - 14.500 € | 5 - 20 % |
| Wärmedämmung | 30 - 300 € | 5 - 20 % |
Wie viel Ihre Immobilie wirklich wert ist? Das entscheidet auch die Effizienzklasse.
Laut aktueller Wüest Partner-Studie besteht ein klarer, linearer Zusammenhang zwischen Energieeffizienz und Marktwert. Jede schlechtere Effizienzklasse führt dabei nachweislich zu einem spürbaren Preisverfall – ganz ohne Ausreißer oder Sondereffekte.
Die konkreten Zahlen sprechen für sich
- Bei Einfamilienhäusern sinkt der Kaufpreis im Schnitt um 107 €/m² je Effizienzklasse
- Bei Mehrfamilienhäusern sogar um 118 €/m²
- Die Kaltmiete sinkt im Schnitt um 0,22 €/m² je Effizienzklasse
- Auch im Bürosegment fallen die Preise – hier um 115 €/m² je Klasse
- Parallel dazu nimmt die Kaltmiete um bis zu 0,30 €/m² ab
Fazit: Energieeffizienz ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wer sanierungsbedürftige Immobilien nicht energetisch aufwertet, muss mit empfindlichen Verlusten rechnen – beim Verkauf wie bei der Vermietung.
Wertsteigerung von Immobilien: Förderung für Sanierungsmaßnahmen
Für eine energetische Sanierung gibt es vom Staat immer Förderung. Es gilt zu unterscheiden zwischen einer Gesamtsanierung des Hauses zum Effizienzhaus und einzelnen energetischen Sanierungsmaßnahmen. Diese Einzelmaßnahmen wiederum teilen sich in Heizungstausch und andere energetische Maßnahmen.
Heizungstausch
Für den Heizungstausch erhalten Sie mindestens 30 und maximal 70 Prozent Förderung der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro. Das ergibt eine Förderung von maximal 21.000 Euro. Abhängig ist das von den zur Verfügung stehenden Boni:
- Grundförderung: 30 %
- Klimabonus: 20 % (bei Tausch einer alten, klimaschädlichen Heizung)
- Effizienzbonus: 5 % (beim Einbau einer effizienten Wärmepumpe)
- Einkommensbonus: 30 % (bei Haushaltsjahreseinkommen von unter 40.000 €)
- Ergänzungskredit (zusätzlich zum Zuschuss): 150.000 € + Zinsvergünstigung
Andere energetische Einzelmaßnahmen
Für alle anderen energetischen Einzelmaßnahmen (Anlagentechnik, Dämmung, Fenstertausch, etc.) erhalten Sie 15 Prozent Förderung von den förderfähigen Kosten von 30.000 Euro. Wird die Maßnahme zuvor in einem individuellen Sanierungsfahrplan geplant, sogar 20 Prozent von 60.000 Euro. Das ergibt eine Förderung von bis zu 12.000 Euro.
Gesamtsanierung
Für eine Gesamtsanierung zum Effizienzhaus können Sie einen Kredit inklusive Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen. Es handelt sich um das Programm KfW 261. Zur Verfügung steht ein Fördersatz von bis zu 45 Prozent auf einen Kredit in Höhe von maximal 150.000 Euro. Das heißt, bis zu 67.500 Euro müssen Sie nicht zurückzahlen.
Zudem können Sie Steuervorteile in Anspruch zu nehmen. Diese Steuervorteile gelten für denjenigen, der die energetische Sanierung durchführt. 20 Prozent der Gesamtkosten lassen sich von den Steuern absetzen.
Fazit
Eine energetische Sanierung zahlt sich mehrfach aus – ganz konkret. Sie steigern den Wohnkomfort, senken Ihre Energiekosten und sichern gleichzeitig den Marktwert Ihrer Immobilie. Denn laut Wüest Partner-Studie gilt: Mit jeder schlechteren Effizienzklasse sinkt der Immobilienwert – bei Mehrfamilienhäusern im Schnitt um 118 €/m². Was früher ein Detail im Exposé war, ist heute entscheidend: Der Energieausweis ist kein Nebenprodukt mehr – er ist Verkaufsargument und Preistreiber zugleich.
Staatliche Förderprogramme und steuerliche Vorteile senken zudem die finanziellen Hürden für energetische Maßnahmen wie Heizungstausch, Wärmedämmung oder Fenstertausch.
Unser Tipp: Lassen Sie sich frühzeitig professionell beraten – das spart Geld, Zeit und Nerven. Unsere Energieberater helfen Ihnen gerne, die passende Lösung für Ihr Haus zu finden.
Zur Autorin: Nina Grimmeiß
Nina Grimmeiß ist ausgebildete Redakteurin und studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Seit 2023 bei Energieheld, begeistert sie sich dafür, Themen rund um erneuerbare Energien verständlich zu vermitteln. Ihr Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie der enge Austausch mit Energieberatern und Sanierungsmanagern sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Hier gelangen Sie zu Ninas LinkedIn Profil.